alltägliche Winterwoche KW4/2023

Sonntag morgen sind wir die ersten, die durch den verschneiten Wald spazieren. Aus Gründen. Es ist irgendwie doof kalt und trotz Schnee fühlt sich dieses Wetter grau an. So kann man aber mal sehen, was hier los ist, wenn keine Menschen unterwegs sind. Hasen können unheimlich weit hüpfen. Offensichtlich war er schneller als der Fuchs. Die kleinen Pfoten, vielleicht ein Eichhörnchen und die winzig kleinen, durch den Schnee gefrästen, das muss eine Maus gewesen sein. Neben uns murmelt ein Bach, normalerweise fließt da kein Wasser, aber es hat unheimlich viel geregnet, in den letzten zwei Wochen. Am Hang, ein Stückchen über uns aber kaum 10 Meter weit weg stehen zwei Rehe. „Samma, wollt ihr nicht weglaufen?“, fragt der Liebste in ihre Richtung. „Das sind doch immer die gleichen zwei“, sage ich, „wir sehen uns jeden morgen, irgendwo auf der Runde“. „Das ist ja wie bei Aschenbrödel, hier“, murmelt der Liebste.

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Schön, dass der noch fährt, denke ich Montag morgen, als ich zufällig um fünf Minuten vor acht den Schulbus am Haus vorbeifahren sehe. Da hätte es fast ein Muttitaxi gebraucht und – ich sags wies ist- dieser Montag kam plötzlich. Ich hab noch meine Schlafihose drunter.

Der Bus kommt jetzt später, erzählen die Blagen, irgendwas ist irgendwo gesperrt, die Schule weiß bescheid. Der Busfahrer hatte es durchgesagt, am Freitag, sie hatten das nur leider vergessen. Morgen gehen sie eine viertel Stunde später los. Abfahrt 7.55 Uhr, Fahrzeit etwa 15 Minuten, Unterrichtsbeginn 8 Uhr, mehrere Wochen. Es gab mal eine Zeit, da hätte die Schule die Eltern über sowas informiert und man hätte sich aufgeregt. Das ist lange her.

Märzkind braucht mit dem Bus morgens nur noch 20 Minuten bis zur Schule. Das AS-Taxi nach der achten Stunde fährt leider eine Schleife und braucht fast anderhalb Stunden.

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Der Hund liegt auf seiner Matte uns schläft. Gefühlt das erste mal seit zwei Wochen. Plötzlich wird mir bewusst, wie sehr mir das permanente Rumschleichen mit seufzendem Fiepen auf die Nerven gegangen ist. Er ist natürlich trotzdem mein Lieblingstier, aber die friedliche Stille ist erholsam. Gerade als ich den Gedanken zu Ende gedacht habe, kommt Maikind rein, setzt sich neben den Hundeschlafplatz. Wie schön das ist, ihn mal hier ratzen zu sehen, so ganz in Ruhe, sagt er, da hat man eine Sorge weniger, denn, wenn er ganz ehrlich sein soll, ist er ein bisschen aufgeregt, wegen seiner Prüfung….

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Jemanden früh morgens an einer Klinik abgesetzt, zwei Stunden später fröhlich Rest-sediert wieder abgeholt und einen halben Tag unter Beobachtung behalten.

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Ob er denn lieber von der Mama oder vom Papa zur Prüfung gefahren werden will, erkundigt sich der Liebste beim Maikind. Maikind sagt, dass sei ihm ehrlich scheißegal, Hauptsache er ist pünktlich da und muss vorher nicht mit Leuten reden. Alle anderen haben Unterricht in der Zeit, das heißt, in der Aula ist wahrscheinlich niemand, wir fahren also alle beide und Kickern eine Runde, während wir warten.

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Leute brauchen eigentlich viel weniger Weihnachts-Süßkram als Leute denken. Vier Wochen lang haben wir die selbst gekauften, geschenkt bekommenen und in anderen Haushalten übrig gewesenen Plätzchen, Lebkuchen, Weihnachtsmänner und sonstiges in Sternchenpapier verpacktes aufgegessen. Zum ersten Mal dieses Jahr steht Schokolade auf dem Einkaufszettel.

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Der Liebste hat Dienstjubiläum, ich bin auch eingeladen und freue mich. Das Essen schmeckt richtig gut, es gibt echte Servicekräfte, die Leute sind freundlich. Wenn mir vorher bewusst gewesen wäre, wer genau der Mann, der auf meiner anderen Seite Platz genommen hatte war, hätte ich mich vielleicht nicht so locker unterhalten. Der Chef vom Chef ist Fleischesser, Gladbach Fan und hat den ganzen Sommer versucht, einen Fischreiher, der zur Feierabendzeit über seinen Garten fliegt, zu fotografieren.

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Eigentlich konnte man an der Stimmlage der Durchsage schon merken, dass es keine Übung ist, sagt Märzkind, aber irgendwie sind doch alle davon ausgegangen. Dann kamen sehr schnell sehr viele Polizeiautos. Die Beamten alle in voller Montur und mit Hunden ins Gebäude… da haben ein paar Leute Nerven flattern bekommen. Die Lehrerin hat alle zum Rewe geleitet. Dort hat sie für die ganze Klasse Kekse geholt, von ihrem eigenen Geld, denn die meisten hatten ihre Geldbeutel garnicht dabei, „nur das allernötigste“, da nimmt man Jacke und Handy… Zwei Stunden hat es gedauert, dann durften sie zurück in die Schule. Es wurde nichts gefunden. Aber – es hat sich verdammt seltsam angefühlt wieder rein zu gehen. Bombendrohung hatten sie alle noch nie. Märzkind war mit der Organisation sehr zufrieden und hat sich insgesamt nur so mittel bedroht gefühlt. Ein herzliches Dankeschön an diese Lehrerin und natürlich an alle, die rein gegangen sind, als man noch dachte, es wäre ernst.

Der Glatteisregen-Tag

Der Liebste sieht die Elternchat-Nachricht als Erster und guckt mich fragend an. Wegen der Glatteisregen-Warnungen wird morgen kein Unterricht stattfinden, Weihnachts-Wandertag natürlich auch nicht. Von Glatteisregen weiß ich nichts, wir gucken die Spätnachrichten. Jo, da kommt Wetter, die Warnungen sind eindringlich, gut, dass er morgen frei hat. Maikind und Julikind freuen sich. Märzkind klickt sich ratlos von homepage zu hompage. Der Landrat bittet dringend darum, dass alle zu Hause bleiben, die allermeisten Schulen haben schon bekannt gegeben, dass morgen frei ist. Ihre nicht. Deutscharbeit morgen. Was tun? Abwarten.

Am nächsten morgen kurz vor sieben. Eigentlich wollte ich mit dem Hund bis an die Bank, der flitscht aber von der Treppe aus einmal quer durch die Einfahrt. Ich bewege mich vorsichtig bis zu den Mülltonnen, von da aus geht es bergab. Runter wäre überhaupt kein Problem aber, wie ich zurück kommen soll, ist mir ein Rätsel. Der Hund denkt, dieses Wetter wurde zu seinem Vergnügen aufgebaut. Er springt und schliddert fröhlich. Ausnahmsweise darf er in den Garten pullern, bis dahin kann man auch mit zwei Beinen einigermaßen gehen.

Drama gegen halb zehn. Die Schule des Märzkindes sagt, Glatteisregen-Warnungen enden um 11 Uhr, ab dann Präsenzpflicht oder Attest. Das ist ein Scherz, oder? Sonst fällt wegen jedem scheiß Unterricht aus. Märzkind muss diese Deutscharbeit eigentlich mitschreiben, die ist wichtig und nachschreiben wird nicht möglich sein, Weisheitszähne… Pluseinskind würde sie fahren, weil er es kann, sagt er. Der Liebste geht vor die Tür, checkt die Lage und sagt mit seiner Sicherheitsfachkraft-Stimme schlicht „Nein. Niemand sollte bei dem Wetter fahren.“ Ich rufe im Sekretariat an und teile mit, dass eine Teilnahme am Unterricht leider heute wegen der lebensgefährlichen Straßenverhältnisse nicht möglich sein wird. Und das ist kein bisschen gelogen.

Eine Klassenkameradin des Märzkindes kann die Schule theoretisch zu Fuss erreichen. Sie stürzt und verletzt sich. Die Klassenarbeit, die hätte geschrieben werden sollen, wird durch eine kleine Hausarbeit ersetzt. Es waren zu wenig Schüler anwesend. Abgabe bis Freitag. Da sind schon Ferien. Aber – hej – wenn Arbeitnehmer wegen höherer Gewalt ihre Jobs im Büro nicht erledigen können, machen sie die an Urlaubstagen zu Hause, ist doch so, oder?

Der Winterdienst fährt mit Schneeketten. Sonst ist stundenlang niemand unterwegs, noch nicht mal die Pflegedienste, und die kämpfen sich sonst bei jedem Wetter durch.

In jedem Raum ist jemand und ich hab sie auch wirklich alle lieb. Es wären allerdings noch Sachen zu erledigen gewesen, im ganzen Haus verteilt… und heute vormittag hätten eigentlich alle unterwegs sein sollen. Tja. Die Küche ist frei, Plätzchen backen stand auch auf der Liste. Lockdown-Modus.

Am späten Nachmittag schicke ich die Kinder mit dem Hund raus. Als sie wieder kommen ist die Stimmung völlig verändert. So richtig schön geschliddert sind sie, so schön, wenn man ehrlich ist, war es ein bisschen gefährlich, aber, das konnte man sich ja denken, deswegen hatten sie extra ihre Handys nicht mitgenommen, nicht dass da jemand drauf fällt, das war allerdings dann doch schade, weil, das ganze Eis, wunderschön, echt, man hätte tolle Fotos machen können.

KW 49/50 2022, Endspurt

Die anderen: Fahrschule, Vorstellungsgespräch, Einstellungstest mit anschließendem Vorstellungsgespräch, Klassenarbeiten (viele), Termin bei der Studienberatung, Klausurersatzleistungen, Abschlusspräsentation, Schichtplanänderungen

ich: das drumherum und den ganzen Rest

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Es ist noch garnicht richtig hell im Wald. Ein sanftes Nieselregen-Geräusch auf meiner Kapuze, Nebelschwaden wabern den Hang runter und „och guck, ein Steinbock“ sagt die innere Stimme. Äh, hier gibts gar keine Steinböcke. Im Advent lese ich immer was von Astrid Lindgren, Ronja Räubertochter dieses Jahr. Graugnome, Dunkeltrolle, an so einem morgen scheint alles möglich. Ich blinzele zweimal, der Nebelschwaden lichtet sich und da am Hang steht, völlig bewegungslos ein Mufflon-Bock. Real, aber leicht zu übersehen. Der Hund guckt mich fragend an. Alles gut, wir gehen weiter.

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Einlass um 16 Uhr steht auf den Eintrittskarten. Um 16.03 Uhr ergattern wir zwei der letzten etwa 20 freien Sitzplätze auf der Tribüne. Der Veranstalter bittet die Gäste freundlich, doch noch etwas zusammenzurücken, die Treppen müssen nämlich unbedingt frei bleiben. „Möchtest du noch irgendwas?“, frage ich Julikind. Letzte Chance. Nee, diese halbdurchgebackene Laugenstange ohne Salz eben, die habe ihr gereicht, sagt sie. Wir rücken zusammen, bis sich wirklich alle unwohl fühlen.

Sportakrobaten machen den Anfang, wow, das sieht alles aus, wie im Fernseh. Julikind und ich nicken voll Bewunderung. Danach folgen verschiedene Kinderturngruppen, die zu amerikanischen Weihnachtspartyliedern Purzelbäume machen und mit adventlichen Requisiten winken. Eine Gruppe fröhlich tanzender erwachsener Elfen animiert das Publikum zum mitklatschen. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen möchten. Gerade als ich beschließe, dass es wohl für alle am Besten wäre, ich gehe aufs Klo und schließe mich eine halbe Stunde ein, ist die Darbietung zu Ende. Der leicht frustierte, leuchtende Weihnachtsstern der hier durchs Programm führt betritt die Bühne. Ich seufze, so leise ich kann, aber, ganz ehrlich, das halte ich nicht noch eine Stunde lang aus. Immer wenn du denkst es geht nicht mehr…. „meine Güte, können die nicht wenigstens diesen Moderations-Stern weglassen?? Wie lange sollen wir hier denn noch so sitzen??“ In der Reihe über uns sitzt noch ein Grinch. Mein Hirn spielt „you never walk alone“.

Auftritt vom Märzkind war natürlich toll. Märzkind in bester Weihnachtsstimmung. Deswegen waren wir ja da. „Vielleicht können wir ja, wenn wir wieder wissen, wann Märzkind dran ist, im nächsten Jahr, einfach erst eine viertel Stunde vorher kommen“, schlägt Julikind auf dem Weg zum Auto vor. Ich bin ein bisschen gerührt.

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Es war als Veranstaltung geplant, wurde aber ein gemütliches Zusammensitzen. Ein schöner Nachmittag, angenehm adventlich, und das heißt was.

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Anscheind schläft niemand so richtig. Ich liege schon eine Stunde wach und man merkt dem Haus an, dass hier noch andere versuchen, niemanden zu stören. Dieser Vollmond wirkt riesig. Ein Super-Julmond, sagt das Internet. Jo, klingt so, als könnte man dabei nicht schlafen.

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Kalt ist es, auf einmal. Aber so richtig. Plötzlich fühlt es sich an, als könnte bald Weihnachten werden. Wir kratzen eine dicke Schicht Eis von der Flitschbimmel, der Autoinnenraum sieht aus, wie eine Eisköniginnenlandschaft. Das Christkind könnte mal eine Flasche Scheibenenteiser bringen, oder Katzenstreu für den Fussraum oder sowas.

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Leider noch keine Nachricht von den Fenstern, die in KW 45 eingebaut hätten werden sollen.

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Die erste Stunde sei ausgefallen, erzählt Maikind. Die vier, die heute morgen vor Verlassen des Hauses nicht auf den Vertretungsplan geguckt hatten und deswegen unnötig früh zum Unterricht erschienen sind haben sich aus Langeweile mal getestet. Ein Test hatte zwei Balken. Da haben sie alle erstmal doof geguckt und dann dem Klassenlehrer bescheid gesagt. Der hat einen zweiten Test ausgegeben. Wieder zwei Balken. Theoretisch hätte das Mädel bleiben dürfen, mit FFP2 aber, man hat sie gebeten, nach Hause zu fahren, und – natürlich nimmt man da Rücksicht, sagt Maikind und grinst. Drei positive in einer Woche. Der Lehrer, bei dem sie danach Unterricht gehabt hätten ist gerade Papa geworden, und wenn der jetzt Corona bekommen würde, dürfte er nicht ins Krankenhaus zu seiner Frau, da hat man natürlich auch Verständnis. Anzahl der stattgefundenen Unterrichtsstunden an diesem Tag: 1 Rekord. Ein trauriger, finde ich.

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Endlich, zum ersten Mal seit Wochen, sind alle aus dem Haus. Das ist die Gelegenheit, all die Päckchen, die ich immer nur angenommen und irgendwo hin versteckt habe zu öffnen, Inhalte zu sortieren und neu zu verpacken, weihnachtlich, mit Namen versehen, Bestimmungsorten zuzuordnen und wieder so zu verräumen, dass es so aussieht, als wäre nichts gewesen. Tadaa. „Kochst du noch garnicht?“, fragt das Kind, das zuerst nach Hause kommt. Nee, tatsächlich gerade nicht.

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Der Liebste fährt mit den Kindern ins Weihnachtsbaumgeschäft und gemeinsam finden sie den allerschönsten. Zum vierten Advent gibt es eine riesige Pute mit Knödeln und Rotkohl. Gut, dass wir sowieso keine Gans mögen. Da hat die Inflation derbe reingehauen, sagt der Liebste. Pute ist anscheind ein ganzjahres-Tier.

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Ferienvorfreude. Für echte weihnachts Vorfreude fehlt noch ein bisschen Ruhe. Die drei Tage schaffen wir noch.

Ein Geburtstag und ein Großstadtmoment

Die Omas, der Opa, die Patentante mehr Gäste kommen gar nicht. Die können alle so am Tisch sitzen, es braucht nur eine weitere Platte. Oder kommt man sich da doch zu nah? Ich weiß es nicht. Und ich hab auch eigentlich keine Lust mehr, über sowas nachzudenken. Wir feiern jetzt so und fertig. Man merkt, dass es für einige Gäste ungewohnt ist, mit so vielen Leuten am Tisch zu sitzen, aber schön.

Ich altere mehr an den Geburtstagen der Kinder, als meinen eigenen. 17 Jahre, meine Güte. Diese verkleinerten Familienfeiern gefallen mir gut. Damals, als zu solchen Anlässen 26 Leute im Haus waren, habe ich alle nur im Vorbeigehen gesehen. Da war keine Zeit für Gespräche. Das Möbel rücken vermisse ich auch nicht.


Julikind und ich machen Frühstücks-Pause auf dem Bahnhofsvorplatz. Nach drei Stunden im Zug und anderthalb Stunden in einer Arztpraxis einfach mal ohne Maske atmen – herrlich. Obwohl, „es stinkt irgendwie“, sagt Julikind. Stimmt. Und es ziemlich laut, ohne das man die Lautstärke irgendwas Bestimmtem zuordnen kann. „Die Menschen sind so schön hier“, sagt Julikind. Stimmt auch. Im Wartezimmer saß mir eine Frau gegenüber, die sah in Leggins und T-Shirt schick aus. Sowas gibt es bei uns nicht. „Guck mal“, sagt Julikind, „diese Zug-Busse fahren da einfach mitten durch“. „Das ist eine Straßenbahn“, sage ich. „Ach, das ist eine Straßenbahn?“ „Jo“, sage ich. Auf der Rückfahrt winkt Julikind den Hochhäusern, solche Hochhäuser hat sie noch gesehen. Der Tag in der Großstadt war interressant, aber man kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die da wohnen wollen, sagt sie. Je weiter wir Richtung Heimat fahren, desto schöner wird der Blick aus dem Zugfenster. Wir sind Dorfkinder durch und durch, machste nix dran.

Abends bei der letzten kleinen Hunderunde höre ich die Rehe im Wald – ziemlich laut.


Morgens nach dem Aufstehen im Kopf die dringenden Tagesaufgeben durchzugehen, und festzustellen, dass es möglich ist, alles in den folgenden 17 wachen Stunden zu schaffen, es ist ein großartiges Gefühl. Wenn da zwischendurch sogar noch Zeit für eine Pause bleibt… Der Liebste und ich sitzen auf der Treppe vor dem Haus, trinken ganz in Ruhe einen Kaffee und können es kaum glauben. Wie Urlaub.

So könnte das gerne mal eine Weile sein jetzt.

Zwischen Krieg und Sahnetorte

Halb drei, von was bin ich denn wach geworden? Sirenengeheul. Muss ich was? Nein, das kommt aus dem Nachbarort, wenn es hier wäre, wäre es viel lauter. Ich schlafe sofort wieder ein und bin mir am nächsten morgen gar nicht sicher, ob das wirklich passiert ist. Eigentlich werde ich von entferntem Sirenengeheul nicht wach. Hier ist niemand in der Feuerwehr. Es muss an der Nachrichtenlage gelegen haben. ( Es war ein Verkehrsunfall, einer von der Art, wo man hofft, nie Ersthelfer zu werden.)

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Strahlender Sonnenschein und fröhliches Kinder-Gewusel auf dem Hof. Maikind gibt eine Übernachtungsparty in der Ferienwohnung. Alle seine Kumpel sind gesund, Ferienwohnungs-Gäste kommen erst nächste Woche, die ersten dieses Jahr, aber das nur am Rande, war ja sowieso kein Winter, jedenfalls ist die Gelegenheit günstig, man nutzt sie lieber, wer weiß, was als nächstes kommt. Julikind hat Besuch von einer Freundin, die beiden gehen ins Dorf.

Ich lese die Nachrichten. Männer zwischen 18 und 60 dürfen nicht aus der Ukraine ausreisen. Das Pluseinskind wird im Herbst 18. Märzkind gehört zu den Jüngsten dieses Jahrgangs. Wir kennen viele, die dieses Jahr 18 werden. Wehrfähige Männer? Die hab ich doch neulich erst vom Kindergeburtstag nach Hause gefahren. Es fühlt sich komisch an. Cyberangriffe auf Deutschland scheinen möglich, man möge sich vorbereiten. Bitte? Wie soll ich mich denn auf einen Cyberangriff vorbereiten? Ich kann noch nicht mal das W-Lan Passwort ändern. Vielleicht sollten wir den Trinkwasservorrat aufstocken, die Autos volltanken? Julikind steckt den Kopf zur Tür rein: „Wir hatten doch noch Kreide, oder nicht? Wo isn die?“ Sie wollen Mariokart mit den Longboards spielen und müssten mal die Strecke markieren. Die Welt vor meinen Augen passt so gar nicht mit der in meinem Kopf zusammen gerade, es ist irgendwie anstrengend.

Märzkind sitzt neben mir am Tisch und bastelt ihre Geburtstagseinladungen. Eigentlich müsste sie einen Praktikumsbericht schreiben, aber das ist erstmal wichtiger. „Soll ich dir mal ganz ehrlich was sagen? Ich hab überhaupt keinen Bock mehr auf diese Scheiße“, sage ich und deute auf den Bildschirm. „Soll ich dir mal was sagen? Ich hab schon seit zwei Jahren keinen Bock mehr auf die Scheiße“, sagt Märzkind, beiläufig, beim Glitzerblumen kleben, „und Mama, weißte, ganz ehrlich, ich glaube, man kann sich auch nicht um jeden Scheiß kümmern“. Wahre Worte.

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Montag muss der Kuchen bei der Omma geholt werden. Der Fernseher läuft, das ist ungewöhnlich, am Nachmittag. Sie wirkt ein bisschen verhuscht. Auf dem Tisch stehen zwei riesige Behälter mit Brombeeren. Die tauen gerade auf, morgen will sie Gelee kochen. Das sieht nach Arbeit aus. Tja, nun, sagt sie, im Sommer hat sie das nicht geschafft. Smalltalk. Heute waren die Kinder nicht in der Schule. Es wäre Rosenmontag gewesen, der ist aber abgesagt, wegen Corona. „Ach, ja, Corona, aber damit sei es doch jetzt besser, oder nicht?“, erkundigt sie sich. „Ja“, sage ich, „besser schon, aber gut immernoch nicht“. „Und jetzt machen sie wieder Krieg“, sagt de Omma, mehr zu sich selbst und hat den gleichen Blick dabei, wie die Kinder im Fernseh. Sie ist 1932 geboren. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

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Diesel kostet 1,63 Euro/Liter. Nützt nix, der Liebste muss an die Arbeit. Einmal schwer geschluckt und vollgetankt. Zwei Tage später, Schnäppchengefühl. Diesel kostet 1,93 Euro/Liter.

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„Och nö, jetzt geht das wieder los“, sagt der Liebste bei der Hunderunde. Ich grinse vor mich hin. Feldlerchen klingen nach Sommer und stören mich überhaupt nicht.

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Der Fuss muss wieder in der Chirurgie vorgestellt werden. Die engen Skischuhe waren hatten leider üble Nachwirkungen. In der Praxis ist es ein bisschen wuselig. Es wird gesammelt. Ich komme mit der Arzthelferin ins Gespräch. Ihr Mann ist Ukrainer und hat Kontakte. Er wird am Freitag einen LKW voll laden und bis an die Ukrainische Grenze fahren, dort kommen Bekannte und übernehmen die Verteilung. „Irgendwas muss man ja machen“, sagt sie. Sie selbst ist Russin. Ihre Familie in Russland wohnt eher ländlich, die hatten von der ganzen Sache noch garnichts mitbekommen, sagt sie. Aber eine Freundin in der Ukraine ist morgens um halb fünf wach geworden, von Geräuschen, die sie für Feuerwerk hielt.

Das ist der Moment in dem mir klar wird, dass ich eigentlich kein Problem habe. Ich weiß alle meinen Lieben in Sicherheit, und so Verbandszeug, wie hier gesammelt wird, haben wir noch nie gebraucht. Wir spenden Bargeld. Der LKW muss ja tanken, und wenn der Fahrer sich davon einen Kaffee holt, wär das für mich auch OK. Wir gehen mit dem Gefühl, irgendwas getan zu haben.

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Ein Anruf auf dem Festnetz. Die Anruferin erkundigt sich, wie es uns so geht, ich wundere mich. „Ähm, gut, soweit“, sage ich. Abgesehen von den gesundheitlichen Nachwirkungen der letzten Wochen und der allgemeinen Gesamtsituation, denke ich. Smalltalk. Ob denn der Liebste zu Hause sei? Nein, der hat Schicht. Tja, es gäbe da ein Problem das bis spätestens morgen vormittag gelöst werden müsse, sie hatte gedacht, der Liebste könnte da, eventuell mit einem Bekannten, mal gerade… aber wenn der jetzt auf Schicht ist… und uns geht es allen wieder gut? Ich ahne, worauf das hinaus laufen soll. Da muss sie mal versuchen, den Liebsten auf dem Handy zu erreichen, denn ich weiß leider gar nicht, welche Schicht er morgen hat, Wechselschicht-Wochen. Vielleicht könnte ich ja den Bekannten schon mal… ? Nee, da kann der Liebste dann selber, wenn denn dann. Ja dann… liebe Grüße.

Das war leichter als gedacht. Leben an der Kapazitätsgrenze eröffnet neue Möglichkeiten.

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Ob ich vielleicht zur Konfirmation eine Torte backen würde? Ja sicher, gerne. Ich habe in den letzen drei Jahren über dreißig Torten geschenkt bekommen, da muss ich dringend wieder welche ans Universum zurück geben. Was wird denn gewünscht? Diese SchokoMokkaKaramelltorte vom Geburtstag wäre super. Oh ha. Die hatte ich aus verschiedenen Rezepten zusammengebastelt und anscheind hatte ich nicht damit gerechnet, dass es eine Neuauflage geben würde. Ich hab nichts aufgeschrieben. Herausforderung angenommen.

Alles gut, oder so

Ein Pfosten stand schief, das hatten wir bei der Hunderunde gesehen. Das Kabel, wodurch unser Internet kommt war mit Seil an einem umgefallenen Baum angeleint, damit es nicht über den Waldweg hängt. Wir sind davon ausgegangen, dass diese Konstruktion den Sturm auf keinen Fall überstehen würde, und waren gewappnet. Aber, entweder wurde das schon repariert oder es hat so gehalten. Und nicht nur das, der Distanzunterricht hat wahrhaftig funktioniert. Der ganze Schultag online, das hatten wir noch nie, stellen wir fest, beim Mittagessen. Märzkind hat Rückenschmerzen und diesen leicht entrückten Blick, vom vielen Bildschirm gucken. Beim Julikind haben auch beide Distanzstunden auf Anhieb funktioniert. Maikind hat sowieso kaum Unterricht im Moment. Da machen zwei Tage ohne Schule keinen großen Unterschied.

„Nooaargh, süß“, sagt Maikind beim Blick in den Nudeltopf. Wir essen zu viert, es sieht tatsächlich wenig aus, in dem großen Topf. 10 Minuten später ist alles weg. 700g Nudeln waren das. Ich hatte eine Kinderportion. Die Blagen nehmen das Geschirr mit in die Küche und gehen alle nochmal an der Schnuck-Schublade vorbei. Ich hatte schon vergessen, welche Mengen an Proviant homeschooling erfordert.


Der Sturm hatte es tatsächlich in sich. Man konnte die Böen durchs Tal anrollen hören. Sehr beeindruckend. Kurt, der AS-Taxi-Fahrer dem kein Wetter etwas ausmacht, ist auf der langen Gerade kurz vorm Städtchen 60 gefahren, sagt Märzkind. Das heißt was, da gehen locker 100. Jo, das war krass, sagt Maikind. Er hat zu der Zeit mit einem Kumpel telefoniert, der lag im Garten auf dem Trampolin und man konnte im Wald hinter dem Haus Bäume umknicken hören. Da muss ich kurz mal Luft holen. „Das war gefährlich. Echt jetzt, bei Orkan sollte man nicht auf dem Trampolin im Garten sein“, erkläre ich. „Oh“, sagt Maikind. Man kann die Erkenntnis in seinem Gesicht sehen. Wer in den letzten zwei Jahren schulpflichtig war, ist an Warnungen und Lebensgefahr gewöhnt.

Wir haben ein Stück Dachrinne gewonnen, beim Sturmwichteln. Außerdem mehrere Styroporteile und ein Päckchen Tabak. Wohin die Dachrinne gehört weiß ich, die hatten wir schon öfter. Der Rest ist Müll.


Eine Hunderunde durch Schneegestöber und Wind. Ich hatte gedacht, wir machen Frühling.


Elternbrief von der Schule, ab 7. März dürfen die Kinder wieder ohne Maske im Unterricht sitzen. Das ist schön. Warum die aber immernoch mit Maske über die Flure laufen müssen, wenn man in anderen Teilen des Landes Straßenkarneval feiern darf, verstehe ich nicht.

Es gebe außerdem gerade eine TikTok-Challenge, in der man das Schulklo demoliert. Man bittet die Eltern, mit ihren Kinder darüber zu reden, dass man Schulklos nicht anstecken darf, und wenn man schon dabei ist, möge man auch gleich den Medienkonsum und die Auswirkungen auf den Alltag unbeteiligter Dritter mal ansprechen. Da war ich der Zeit voraus. Sowohl Tiktok als auch das zündeln auf Schultoiletten sind bei uns verboten.


Meine Klamotten passen wieder. Ich freue mich. Sieben Kilo waren in den homeschooling Lockdowns dazu gekommen. Nach distanziertem Advent, Corona und Zahnbaustelle liege ich wieder im Wohlfühlgewichts-Bereich. Abgehakt. Uffpasse jetzt.


Der Triathlet kommt zu Besuch. Weihnachten haben wir uns zuletzt gesehen. Wie gehts denn? Sie sind immernoch negativ, rechnen aber täglich mit dem Einschlag. Eine Alpenüberquerung ist gebucht, für dieses Jahr. Natürlich nicht E5, E5 ist völlig überlaufen. Sie nehmen die Route vom Alpenverein, die ist anspruchvoller, deswegen ist entsprechend weniger los. Bei euch so? Jo, ich war heute morgen eine Stunde mit dem Hund, hab eine Stunde geputzt, gekocht und mich dann mit einem Gefühl von „mehr geht nicht“ aufs Sofa gesetzt. Ich würde sagen, gut.

Eventuell hat sich meine Definiton von „gut“ etwas verändert.


Nach dem Sturm sind wir an allen Bienenständen vorbei gefahren. Vier Völker sind hinüber. Es sind die Völker, die das Futter nicht gut abgenommen hatten. Wahrscheinlich war da im Herbst schon irgendwas nicht richtig. Statistisch gesehen ist das normal. Schade ist es trotzdem, und ein Schaden, wenn man das wirtschaftlich sehen wollen würde.

Der Laden für Imkereibedarf schließt. Wir machen eine Einkaufsliste fürs ganze Jahr. Vielleicht bekommen wir noch was im Ausverkauf, alles andere muss bestellt werden. Im Kopf stapeln wir Honigkartons und Futterkanister. Die Lagerkapazität ist begrenzt. Andererseits, wenn die Lieferkette hängt, wäre haben besser als brauchen, die Frage ist nur wieviel von was. Es gibt keine normalen Jahre mehr. Entweder ist es knallheiß ab April oder es schneit noch im Mai.


Ich habe meinen Nachrichtenkonsum auf einmal am Tag beschränkt. Grusel-Gänsehaut beim Lesen: Russland greift die Ukraine an. Das hatte ich tatsächlich für so unwahrscheinlich gehalten, dass ich den Teil immer nur überflogen hab. Keine Ahnung was das bedeutet. Ich hoffe man wird am Ende des Jahres nicht sagen, weißte noch, damals, im Januar und Februar, als wir Corona hatten, das war ne gute Zeit.

Dunkelziffern

Die Hundenase stupst sanft gegen mein Kissen, ein Blick auf die Uhr, kurz nach acht. So weit ist es schon. Normalerweise meldet der Hund spätestens um sieben unmissverständlich, dass es Zeit zum Aufstehen ist. Wir sind also angekommen, in der Situation.

24-72 Stunden sollte es dauern, bis das Ergebnis vom PCR-Test kommt. Montag vormittag war der. Es ist Mittwoch. Der Liebste hätte morgen Frühschicht. Es geht ihm gut, die Symthome am Montag, dass war wohl nur eine Mischung aus Müdigkeit und nervlicher Anspannung, sagt er. Ach was, denke ich. Naja, das Ergebnis wird wohl im Lauf des Tages kommen und er macht jetzt mal einen Schnelltest, damit die Kollegen planen können. Der Schnelltest zeigt recht schnell ein beeindruckend eindeutiges Ergebnis. Positiv. Da gucken wir aber doof. Dann mache ich auch mal einen Schnelltest. Jo. Nicht ganz so schnell aber genauso eindeutig. Positiv. Es fühlt sich an, als hätte jemand bei einer Marionette die Fäden fallen gelassen. Die Kopfschmerzen kommen also nicht vom Sauerstoffmangel unter FFP2 Maske, diese bleischwere Müdigkeit ist nicht einfach Schlafmangel. Das ist alles jenseits von normal. Ich gehe jetzt aufs Sofa. Und, ganz ehrlich, ich kann heute nicht mit dem Hund. Ich überlege, wen ich anrufen kann, deswegen. Ach was, sagt der Liebste, mit dem Hund geht er selber. Man begegnet doch sonst auch nie jemandem, morgens im Feld, bei dem Wetter.

Maikind kommt rein. Die Lage hat sich geändert, wir können eventuell das Hygienekonzept weglassen, aber zuerst muss er mal einen Test machen. Maikind ist negativ. „Ähm, dann darf ich jetzt doch sicher in seinem Zimmer essen? Oder?“ Ja bitte. „Herrlich“, sagt er. „Samma, was machst du da oben eigentlich die ganz Zeit? Bist du Ironman, oder so?“, ich kann mir das nicht erklären. „Wär möglich“, murmelt er und verschwindet. Mittagessen wird in der Küche hingestellt, Maikind kommt über den Flur, nimmt sich seine Portion und geht wieder ins Zimmer. Wir anderen essen gemeinsam am Tisch. Die Töpfe holen wir, wenn wir Maikind auf der Treppe hören. „Der genießt das so richtig“, sagen die Mädels. Wahrscheinlich haben sie Recht.

Am nächsten Morgen morgen ist das Maikind auffallend blass. Er bräuchte mal eine Halstablette, sagt er. Schnelltest. Positiv. Wir können alle wieder an einem Tisch essen. Ob wir denn nicht zum PCR-Test wollen, fragt das Märzkind. Nö. Die anderen beiden warten immernoch auf ihr Ergebnis. Wir sind geboostert, es macht keinen Unterschied. Da sparen wir uns die anderhalb Stunden anstehen.

Die Außenwelt kümmert sich um uns.

Am Donnerstag, also eine Woche nach dem ersten positiven Test kommt die offizielle Quarantäne-Anweisung per Post. In gepfeffertem Amtsdeutsch steht da – etwas ganz anderes als mir am Telefon gesagt wurde. Es passt aber zu dem, was man dem Märzkind gesagt hat. Und mittlerweile ist es auch völlig in Ordnung, dass die beiden Geschwisterkinder 4 Tage länger in Quarantäne sein werden, als das positiv getestete Kind, wegen dem das Schreiben kommt. Genesenenausweis fürs Märzkind gilt von Mitte Februar bis Mitte April. Hätte sie die Booster-Impfung wahrnehmen können, wäre sie für den Rest des Jahres raus gewesen, aus dieser Nummer. Das nervt.

Am Freitag kommt eine Mail mit Mathe-Hausaufgaben für das Julikind. Der Lehrer entschuldigt sich, dass das so lange gedauert hat, die aktuelle Situation… Kein Ding. Er ist der erste. Außer dieser Mail ist rein garnichts gekommen von der Schule.

Nach 192 Stunden liegt noch kein Ergebnis des PCR-Tests vor.

Ich gebe es ungern zu, aber wir sind jetzt mental an einem Punkt, wir würden die freiwillig Ungeimpften opfern.

Die Schule schickt eine Mail. Weil das mit den PCR-Tests gerade nicht so richtig funktioniert gilt ab jetzt folgendes: Positiv getestete Kinder dürfen am 7.Tag nach dem Test wieder zur Schule kommen, wenn sie einen frischen negativ-Test aus einem anerkannten Testzentrum vorlegen können. OK. Damit kann ich arbeiten.

Der Einschlag

Dienstag Abend lag ein Schnelltest auf dem Tisch, als wir nach Hause kamen. Ungewöhnlich, an einem Dienstag. Das Mädchen, neben dem das Märzkind gestern Abend in der Fahrschule gesessen hat, hatte heute morgen einen positiven Test. Da hat sie lieber auch mal einen gemacht nur so für`s Gefühl. Negativ. Alles tutti. Die Zeiten, wo uns sowas länger beunruhigt hat sind lange vorbei.

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Donnerstag morgen um halb neun klingelt das Telefon. Märzkind sagt, sie müsse bitte von der Schule abgeholt werden. Sofort. „Positiv?“, fragt der Liebste. „Jo“, sagt das Märzkind.

Der Liebste und ich gucken uns an. Das ist er also, der Moment vor dem wir uns seit zwei Jahren fürchten. Wie machen wir das denn jetzt? Das Telefon klingelt. Der offizielle Anruf der Schule. Das Kind wurde isoliert und muss bitte abgeholt werden. Der Liebste ist quasi auf dem Weg. Ich rufe in der Schule der anderen Kinder an. Positivtest bei Geschwisterkind. Wie hätten Sie es denn gern? Das gab es so anscheind noch nicht. Ob man mich zurückrufen kann? Sicher. Anruf beim Hausarzt. PCR-Test-Termin in zwei Stunden. Anruf der Schule, am liebsten wäre es ihnen, wenn ich die Kinder abholen würde, wenn das möglich ist. Natürlich, sonst hätte ich mich garnicht gemeldet. Die Frau aus dem Sekretariat sucht die Klassenlehrer, die holen die Kinder aus den Klassenräumen. Als ich ankomme sitzen sie auf dem Flur vor dem Sekretariat. Ich soll kurz warten, die wollen mir noch was sagen. Die Frau aus dem Sekretariat guckt, wer denn da die Kinder abholt und wünscht uns alles Gute.

Die Kinder erzählen auf dem Weg zum Auto, wie das gewesen ist, aus der Klasse geholt zu werden. Erst auf dem Flur hat man ihnen gesagt was los ist. „Was machen wir denn jetzt?“ „Jetzt gehen wir erstmal mit dem Hund“. Es weht ein eiskalter Wind im Feld. Der Regen gefriert auf dem Weg, es sieht aus wie eine Miniversion der Eisköniginnen-Filmkulisse. Dazu das Gefühl, dass man eigentlich gerade in der Schule sitzen müsste. Seltsam ist das.

Zu Hause stehe ich ein paar Minuten vorm Ofen. Der Liebste telefoniert. Spätschicht. Heute. Fragezeichen. Ich ziehe mich um und fahre mit dem Märzkind zum PCR-Test beim Hausarzt. Auf dem Weg ins Städtchen beginnt sie mit ihrer Kontaktnachverfolgung. Oh shit. Von den 13 Mädels, die am Sonntag beim Chearleading waren sind heute sieben positiv getestet worden. Die Trainierin hatte letztes Jahr eine Chemo. Die trainieren erst seit ein paar Wochen wieder und waren echt vorsichtig.

Der Liebste ist negativ und fährt an die Arbeit. So richtig wohl fühlt sich aber niemand dabei. Das Hygienekonzept wird nochmal verschärft und es gibt konkrete Absprachen, wie die Schichtübergabe laufen soll.

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Der Rest des Tages ist ruhig. Die Freundlichkeit der Menschen hat mir gut getan. Anscheind hatte ich, „im Fall des Falles“ mit Fackeln und Mistgabeln gerechnet. Das Gegenteil war der Fall. Jedes einzelne Telefonat, jede erhaltene whattsapp-Nachricht war freundlich und hilfsbereit. Im Hinterkopf habe ich eine Liste mit Leuten, die parat stehen, sollte hier irgendwas von außen gebraucht werden. Das entspannt.

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Freitag morgen, Anruf der Hausarztpraxis, PCR-Test ist positiv. Gesundheitsamt wird sich melden. Alles andere hätte mich auch gewundert. Das Märzkind ist krank. Es ist ein milder Verlauf, nach Definition der WHO. Nach meiner Definition ist das krasser scheiß. So krank ist noch keines meiner Kinder jemals gewesen. Ich bin froh, über jede einzelne Impfung, die dieser Haushalt schon bekommen hat.

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Samstag morgen bekomme ich eine whatsapp vom Julikind. Ob ich ihr wohl einen Tee bringen könnte? Ohoh. Ich schaue nach. Sie liegt im Bett, die Decke bis unters Kinn gezogen, die Augen fieberglänzend, ein Tränchen kullert. Sie will kein Corona. Trösten, lüften, Fieber messen. Der Liebste nimmt die Kinder mit zum Testzentrum im Nachbarort. Er braucht sowieso einen Test für die Arbeit. Nach einer halben Stunde kommen sie wieder, alle negativ. Blick auf das Julikind. Im Leben nicht. Wir machen einen Schnelltest. Der ist so schnell und so eindeutig positiv, dass man sich ernsthaft fragt, wie die das im Testzentrum hinbekommen haben, negativ zu testen. „Naja, die haben ihr eigentlich nur ganz vorn in der Nase…“, sagt das Julikind. Der Liebste ist der netteste Kunde der Welt. Er hat Verständnis für so gut wie alles. Verbale Eskalation ist mein Resort. Aber – er ruft da jetzt an, und sagt denen, dass sie das schon ordentlich machen müssen. Uuuuhuuuuhuhu, das hab ich so auch noch nicht erlebt.

Anruf bei 116117. Das Kind müsste einen PCR-Test machen. Da wo wir wohnen gibts aber keine, am Wochenende. Tja, dann nicht.

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Die Mädels bekommen ihr Essen gebracht, der Liebste ist an der Arbeit. Maikind und ich schauen uns an. „Was ißt du denn?“ Tisch decken für zwei Personen ist gar nicht so einfach. Es ist ungewohnt leise beim Essen. Jeder nimmt sein Zeug wieder mit in die Küche, zack Tisch abgeräumt.

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Das Tragen von FFP2 Masken ist mir im Sitzen schon anstrengend. Damit arbeiten kann ich eigentlich nicht. Ich komme körperlich an Grenzen. Ich mache nur das Nötigste. Trösten und betüddeln kann man zum Glück im sitzen.

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Montag morgen meint der Liebste, Symthome zu haben. Er reiht sich zusammen mit dem Julikind in die Schlange vorm Testzentrum ein. Ich fahre einkaufen. Als ich fertig bin sind die beiden etwa 50 Meter weiter vor gerückt, das kann noch dauern. Ich habe eine Zeitung gekauft, fürs Märzkind, dann lese ich die eben. Die Inzidenz im Kreis liegt bei fast 800. Kein Wunder, dass die Schlange da so lang ist. Nach einer halben Stunde kommen die beiden aus dem Testzentrum. Sie verziehen das Gesicht. Dieser Test, der ging bis an die Kotzgrenze und dann nochmal bis ans Gehirn, das muss man wirklich nicht haben. Der Liebste hat einen Zettel bekommen, wie man sich bestmöglich isolieren sollte, nachdem man positiv getestet worden ist. Och guck, so ein Zettel hätte uns am Donnerstag auch schon geholfen. Warum bekommt man den denn nicht direkt, wenn man ein postives Kind abholt?

Montags muss Kuchen bei der Omma geholt werden. Ich habe nicht die Kraft, ihr zu erklären, warum das diese Woche keine gute Idee ist. „Rein komme ich aber auf keinen Fall, Omma“, sage ich. Das ist ihr recht. Ich klingele mit FFP2, sie übergibt Kuchen und Kräutertee für die Mädels am ausgestreckten Arm. Ich gehe drei Schritte zurück und wir führen das gleiche Gespräch wie heute morgen am Telefon nochmal in echt.

Mann muss dem Tod auch mal eine Chance geben, sonst lebt man am Ende noch ewig.

Oma Ruth, 101 Jahre (auf dem Geburtstag des Julikinds)

Mittags ruft das Gesundheitsamt an. Das Märzkind reicht mir den Hörer weiter. Man freut sich, dass wir schon von selber mit dem Julikind beim PCR-Test waren. Alle Kinder werden in Quarantäne geschickt, ab jetzt. Wir Großen nicht, wir sind geboostert. Maikind hat die Möglichkeit sich rauszutesten, beim Julikind waren wir erstmal auf das Ergebnis. Man wird sich gegebenenfalls wieder melden.

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„Das Kabuff“ ist der homeschooling/Lese-/Weihnachtsgeschenke-Einpackraum. Eine Bank und ein Tisch stehen darin. Es als Zimmer zu bezeichnen, wäre geprahlt, aber gemütlich ist es. Maikind hilft mir, die Möbel raus und den Ausklappsessel reinzutragen. Man kann den Sessel nicht ganz ausziehen, aber fast. „Also, wenn hier einer schlafen kann, dann du“, sagt das Maikind und grinst so. Da muss ich ihn aber doch mal in die Seite pieksen. Kaum ist er 5 cm größer als ich wird er frech. Einen Moment lang fühlt es sich verrückt an, hier so provisorisch zu übernachten. Dann ist es schon morgen früh.

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Dem Julikind geht es zum Glück schnell wieder besser. Märzkind wird ein ganz kleines bisschen quengelig, weil sie wieder raus will. Ein gutes Zeichen. Nachdem sie ins Badezimmer und zurückgelaufen ist, legt sie sich kommentarlos wieder hin. Das dauert noch.

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Ich danke herzlich für an die Tür gehängte Süßigkeiten und DVD`s und den seelentröstenden Kartoffelsalat. Viele liebe Nachrichten haben uns durch diese Woche getragen.

2021 war…

Schnee, Starkregen, ein schöner bunter Herbst

Lockdown, Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen, home schooling, Maskenpflicht, 3G, 2G, 2G+, Coronatests

Blinddarm-OP, Bänderriss, entzündeter Zeh, Schlafstörungen, Impfungen

Ohrwürmer Wir sind das Ruhrgebiet…., ….soon may the Wellerman come to bring us sugar and tea and rum.., BTS

definitiv vielleicht (alles immer unter Coronabedingungen)

Konfirmation, Schulabsschlussfeier, Geburtstage, eine Trauerfeier, Weihnachten, eine Rubinhochzeit

„Und wenn das schön wird?“ Weihnachten 2021

Am 23. steht noch ein Termin im Kalender. Der Liebste übernimmt die Fahrt. 10 Minuten später kommt das Pluseinskind die Haustür rein. „Märzkind ist gerade nicht da“, sage ich. Weiß er, er schreibt gerade mir ihr. Die haben ein Reh angefahren. Och nö. Müssen wir da hin? Er fragt nach. Nee. Mit dem Auto ist alles gut, nur das Reh….

Eine viertel Stunde später steht das Märzkind in der Tür, Tränen in den Augen. Sie haben ein Reh… Ich weiß. Umarmung. „Und?“, frage ich. „Alles OK“, sagt der Liebste. Er war nicht schnell. Leider hat er das Reh trotzdem erwischt. Es lebte noch, konnte aber nicht mehr aufstehen. Da hat er jemanden angerufen. Hat kaum 10 Minuten gedauert, dann war der da und hat sich um das Reh gekümmert. Das Märzkind schluchzt ganz leise, der Liebste zieht die Luft ein, zwischen zusammengebissenen Zähnen. Er habe noch versucht, sich so hinzustellen, dass das Märzkind nichts sieht, aber gehört hat sie es natürlich trotzdem, und, ganz ehrlich, es war doch klar, dass da jetzt keine Tiernotrettung kommt, oder… Ja sicher. Aber…Das Pluseinskind übernimmt das Märzkind. Der Liebste erzählt mir die Geschichte nochmal unzensiert.


Kurz vor Weihnachten gibt es frische Coronaregeln, nicht das es langweilig wird. 10 Leute sind im privaten Bereich erlaubt. Äh, wir wären zwölf, Heilig Abend. Geboosterte und Kinder unter 14 zählen nicht. OK, dann sind wir sieben, und leicht verunsichert.

Der Liebste muss eh nochmal ins Städtchen und besorgt fünf Schnelltests. War etwas komplizierter als gedacht, und die Zeiten, in denen die 85 cent gekostet haben sind definitv vorbei, aber was solls. Bevor wir anfangen, den Tisch auszuziehen und Kleinmöbel zu verräumen, versammeln wir uns am Esstisch zum Test. Ich habe das tatsächlich noch nie bei mir selber gemacht und muss angeleitet werden. Jo, ist genauso widerlich wie die offiziellen Tests. Ich verziehe die nächsten fünf Minuten das Gesicht. Die Kinder finden das lustig, sie haben ja auf dem Teil des Hirns schon Hornhaut, sagen die Mädels. Wir überlegen kurz, so ein Biohazard-Tütchen mit Test drin an den Baum zu hängen. Letztes Jahr um diese Zeit, da hatten ja wir nix. Keine Tests, keine Impfungen. Der Liebste ist gedanklich schon beim Möbel rücken und räumt mit routinierter Geste den ganzen Rumms in die Mülltonne. Auch gut.


Der Weihnachtsbaum ist natürlich doch der Schönste. Da hat das Märzkind eine Begabung. Die Mädels haben geschmückt. Alle anderen haben sich rausgehalten. Frieden auf Erden.


Das Julikind guckt vom Weihnachtsbaum zum gedeckten Tisch zu den Geschenken auf der Anrichte und seufzt. Ich erkundige mich, was los ist. „Wenn das jetzt schön wird, Mama, müssen wir dann immer hier feiern?“ Äh, hä? „Weihnachten gehört doch eigentlich zur Oma ins Haus, dachte ich“. Naja, jetzt warten wir es erstmal ab, sage ich.


Ohne Weihnachtsgottesdienst kann es nicht Weihnachten werden, sagt das Märzkind, da müssen wir alle hin. Ich versuche mich rauszureden. Weihnachtsgottesdienste sind Fokloreveranstaltungen, damit kann ich nichts anfangen. Aber, es muss nichts mehr vorbereitet werden, alles ist fertig und die Gäste kommen erst danach, also gehen wir alle. Tja.

Heilig Abend ist Gottesdienst draußen, mit Maske, für alle. Offensichtlich wurde hier viel Zeit und Herzblut investiert. Das Kirchenportal wird festlich angestrahlt, es gibt einen Weihnachtsbaum, Laternen mit Kerzen, und echte Musik. Die Darbietenden singen mit solcher Inbrunst Weihnachtslieder, das ist mir zuviel. Ich bin froh, dass die Maske und die Dunkelheit mein Grinsen verbergen.


Es folgt ein auffallend entspanntes Abendessen mit anschließender Bescherung und Gemütlichkeit.


Schnee und blauer Himmel am ersten Weihnachtstag. Das Märzkind übernimmt die Hunderunde und muss dann los, zum Essen mit Schwiegerfamilie. Maikind verschwindet hinterm Bildschirm, Julikind hinter der neuen Staffelei, der Liebste hat Männerschnupfen des Todes muss aufs Sofa. Ich räume auf und wundere mich. Das Gefühl der Erschöpfung, dass normalerweise diesen Tag überlagert, es ist nicht da.

Nachmittags immernoch Schnee und blauer Himmel. Ein Spaziergang zu dritt mit Hund. Danach wieder Plätzchen, dann Jogginghose und Sofa. Perfekt.


Am zweiten Feiertag ist der Liebste genesen. Ein Leben ohne Schnupfen, herrlich. Ähm, er war gerade mal einen Tag kränklich, merke ich an. Es hat sich länger angefühlt, sagt er. Nachmittags kommt Schwiegermutter zum Kaffee. Der Klinikaufenthalt hat sich gelohnt, es wurde einiges auf den Weg gebracht. Schon jetzt kann sie wieder aufrecht gehen, mit der Aussicht auf noch mehr Verbesserung. Das freut mich. Paten vom Julikind kommen spontan dazu, ein bisschen Dorftratsch wird ausgetauscht, alles ganz gemütlich.


„Da freut man sich so lange drauf, und dann ist es so schnell vorbei“, sagt das Julikind am Abend. Sie könnte sich vorstellen, dass wir Weihnachten ruhig nochmal hier feiern. Das war eigentlich ganz schön. Jo, fand ich auch. Ich mag die Corona-Weihnachten lieber als die normalen, so leid es mir tut.