Ich sehe ein Binnenschiff, ein Touristenschiff, eine Seilbahn, einen Güterzug, ein Flugzeug, mehrere Autos und Fahrräder und Menschen, alles auf einen Blick. Wie in so nem Wimmelbuch. Es ist interessant. Also das Gesamtbild, die Sehenswürdigkeit an sich beeindruckt mich eher weniger, aber gut, haben wir das auch mal gemacht. Danach, bestes Eis des Jahres gegessen.

Am zweiten Tag unseres Ausflugs gucken wir eine Burg an, naja, eigentlich gucken wir Menschen an, die eine Burg angucken. Anschließend würden wir was essen wollen. Die Kombination von Nahrungsmittelunverträglichkeit, Feiertag und touristischer Zielgruppe macht es ungeahnt kompliziert. Zwei Stunden später sitzen wir mit einer Schale Erdbeeren und einer Flasche Wein auf einer Parkbank an der Mosel. Sehr idyllisch. Und dieser Wein, der ist dermaßen gut, wahrscheinlich liegt es am Sonnenschein und an den Segelbooten, die da direkt vor uns so angenehm leise vorbei fahren, aber wenn der aus der Flasche schon so schmeckt, überleg mal wie das erst aus einem Glas schmecken würde… Der Fussweg vor unserer Picknick-Bank führt zu einem Maifest. Gruppen fröhlicher junger Menschen laufen stetig vorbei. Viele von ihnen haben richtige Weingläser in der Hand, oder an extra dafür gemachten Tragevorrichtungen um den Hals hängen. Ich hatte keine Ahnung, dass es sowas gibt.
Am Abend finden wir ein Restaurant und essen gut und reichlich. Vor der Eisdiele von gestern steht eine 200 Meter lange Warteschlange. Beeindruckend.
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Als wir wieder zu Hause ankommen ist Sommer. Das trifft mich unvorbereitet. Ich hole die Box vom Dachboden, räume T-Shirts und kurze Hosen in den Schrank ein und bringe Wollpullis und Winterkram ins Sommerlager. Abends wird gegrillt, danach sitzen wir mit der ganzen Familie im Garten und spielen Karten, in kurzen Klamotten, barfuss und wundern uns. Vorgestern war noch Winterjacke.
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Maikind hat die familienfreie Zeit genutzt um verschiedene Projekte mal ganz in Ruhe zu reparieren. Mit dem Scharnier an meiner Autotür ist alles in Ordnung, sagt er, die Tür ist gerissen. Naargh.
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Überraschend wurden wir zu einer Konfirmation eingeladen. Den Konfirmanden kennen wir eigentlich gar nicht, er freut sich anscheind trotzdem, dass wir da sind. Die anderen Gäste kennen sich auch nicht alle untereinander, aber wir kommen schnell ins Gespräch. Die Gastgeberin erzählt auf Nachfrage von ihrem Ausflug in die Notaufnahme, neulich. Fast wäre sie gestorben. Aber wirklich nur fast, und natürlich hat sie die Bienen noch, sagt sie, das war ja keine Allergie im eigentlichen Sinn, bei 20 Stichen auf einmal wird so ziemlich jedem schwummerig und sie ist halt ein bisschen empfindlich. „ja, aber…“ sagen die Nicht-Imker und schütteln die Köpfe. Naja, sie wird in Zukunft wohl den Schleier genauer kontrollieren, nur noch an die Bienen gehen, wenn jemand mit Führerschein zu Hause ist, und dieses Ereignis zum Anlass nehmen, sich dieses Jahr eine Norderney-Königinn zu kaufen, sagt sie und grinst. „Gute Idee“ sagen die andern Imker am Tisch, „ja, aber…“ sagen die Nicht-Imker, „ach, das war doch nicht persönlich“, sagt die Imkerin und wechselt das Thema. Einfach so. Man kann also doch noch unterschiedlicher Meinung sein, ohne sich anschließend gegenseitig doof finden zu müssen. Ein sehr entspannter sommerlicher Sonntag nachmittag im Mai- grün-bunten-Garten, mit leckerem Buffet.
Zum Abschied bekommt jeder eine Klemmbaustein-Jesusfigur geschenkt. Die steht jetzt auf dem Aquariumreinigunsmagneten und teilt das Meer. Hihi
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Regen war angesagt und wirklich nötig. Ein normaler Mairegen wäre toll gewesen, stattdessen gibts Starkregen. Wie schön, dass nichts davon bei uns in den Keller läuft, denke ich und lausche einfach dem Geräusch, beim Einschlafen.














