Flummis und Fische

In direktem Vergleich mit dem Problem ist die Lösung eine deutliche Verschlechterung. Nach der Hunderunde tut der Fuss so dermaßen weh, dass ich direkt mit Kühlpack aufs Sofa gehe. Im Grunde bin ich wieder da, wo die ganze Geschichte anfing, im Juli. Auf der Heilmittelverordnung steht die genaue medizinische Bezeichnung und, weil ich verzweifelt genug bin und gerade Zeit habe, gebe ich das bei einer Suchmaschine ein, die nicht google ist, ein. Och guck. Es handelt sich um eine gängige Sportverletzung. Nehmen wir also an, ich wolle zur nächsten Marathonsaison wieder fit sein… nach einer halben Stunde im Sportboomeruniversum habe ich eine handvoll Übungen für Heilungsphase zwei zusammengestellt, die ich dann vorläufig schonmal selber, weil ich die Schnauze sowas von voll hab und das muss echtjetzmal. Alltaaaaa, 5 Minuten später weiß ich, woher die Schmerzen genau kommen und warum. Mehr geht nicht. Aber, immer freundlich sein, im eigenen Kopf, mahnt die leise Stimme, eines Tages wird es mein warmup sein, ein Immobilieninvestment, quasi, höhö, aber schon überwiegend mimimi.

Die Physiopraxis entschuldigt sich, Termine frühestens in drei Wochen, vorher leider garnichts. Nehme ich. Sofort. Alle die ich bisher angerufen habe hatten Aufnahmestopp. Nach einem kurzen Moment von yipiiiiee fragt man sich dann, ob es Gründe gibt. Naja, vielleicht ist einfach jemand verstorben.

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Wegen Sturmwarnung findet das Fische räuchern nicht am Teich im Wald statt, sondern in der Garage am Haus. Drei Bierbankgarnituten bilden eine lange Tafel, wer neu dazu kommt setzt sich wo Platz ist, man nickt sich zu und beginnt smalltalk über Verzehrtechniken. Ein fröhlicher Mann in Outdoor-Strickjacke bestückt routiniert den Räucherofen und redet nebenher mit Gästen, ein eher schweigsamer Mann in Gummistiefeln und mit Fischermütze nimmt frei gewordene Haken mit in den Innenraum, spießt dort neue Fische auf und hängt sie an den Stahlträger des Hochregals. Würde man Großstädter bitten „Teich leer fischen“ zu illustrieren, es würde wahrscheinlich ziemlich genau so aussehen, sind wir uns einig, landlustiger gehts kaum.

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Ist das Marketing oder sowas wie ne Weihnachtsfeier? Märzkind sagt, ein bisschen von allem aber schon eine Herzensangelegenheit. Wir besuchen also Sonntag morgen mit der ganzen Familie das „Pumpen und Pumpkins“-event im Gym. Man freut sich und bringt uns Kaffee, das Buffet wurde gespendet, ist überaschend üppig und ist kostenlos. Wir kommen gerade vom Frühstück, aber eine handvoll Lose kaufen wir natürlich gern, für die gute Sache. Julikind und ich waren als einzige noch nie hier. Wir laufen ein bisschen rum. Auf der ganzen Fläche gibt es keinen einzigen Bildschirm, Laufbänder, Stepper und Ruderbank stehen vor den großen Fenstern, Blickrichtung Wiese, Feld und Wald. Die, die gerade pumpen sind hier wegen Rücken oder gegen Wampe, es entsteht kein content dabei. Sehr sympathisch. Drei Flummis, einen Wunderbaum und einen Monat Gratistraining gewonnen. Tja.

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Ich hab mich geweigert, solange es ging, aber ganz vielleicht macht es ja doch irgendeinen Sinn, wir werden sehen. Julikind erklärt mir geduldig wie diese social media Plattform funktioniert. Nicht nur die Bedienung, auch die Etikette. Damit ich nicht wirke „wie so ne Millenielmutti, die alle reels auf volle Lautstärke guckt“. Im Gegenzug erkläre ich ihr, wie man einen Haltewunsch in einem spärlich besetzten Linienbus kommuniziert und googlemaps mit der analogen Welt abgleicht. Eigentlich ganz einfach, alles.

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Wir haben uns lange nicht gesehen, und tratschen ein bisschen, morgens um kurz vor acht an der Kläranlage. Dort wurde neulich ein Schild aufgestellt, als Wegweiser für Touristen. Ob ich denn den dazugehörigen Film schon gesehen habe, fragt die Anwohnerin. Nein, ich wusste garnicht, dass es einen gibt. Doch, doch stundenlang sei das Filmteam hier überall rumgestiefelt, da darf man jetzt mal gespannt sein, wer da so kommt, Preis auf Anfrage. Jedenfalls stehen des öfteren Leute bei ihr vor der Haustür und fragen nach Kaffee und Kuchen, seitdem ein Schild mit herzlich willkommen am Ende der Auffahrt steht, erzählt sie kopfschüttelnd. Das macht man doch an anderen Häusern auch nicht, wenn auf der Fussmatte Herzlich Willkommen steht.

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Altkleidercontainer gesucht und Freizeitanlage gefunden. Im Nachbarort kann man Basketball, Tischtennis und Federball, einfach so. Ich hatte keine Ahnung.

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Das weihnachtliche Familientreffen bei Schwiegermutter wurde auf den zweiten Feiertag verlegt, somit seit Jahrzehnten gepflegte Routinen verändert. Es entstehen Dialoge wie bei Loriot. Wir haben es dann jetzt eben am ersten Feiertag gemütlich.

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Kaum geht man mal drei Jahre nicht ins Hallenbad, bauen die einfach alles um. Also, nicht alles, nur die Umkleiden. Man nutzt jetzt die vom Fitnessstudio, daraus ergeben sich andere Laufwege und die Aufnahmen der Videoüberwachung haben bestimmt Unterhaltungswert. Wie die ersten Menschen irren wir über Flure und durch Treppenhäuser. Fazit des Tages: Wenn jemand mit dem Fuss meine Schulter runterdrückt, kann ich mit den Zehen auf 3,5 m Tiefe tauchen, für eine halbe Sekunde. Raufholen könnte ich nix und niemanden.

bunter Herbst und verschiedene Strähnen

Ich habe eine Überweisung und es gäbe einen online buchbaren freien Termin, morgen früh. Man müsste nur hinfahren, ich bin mir unsicher. Ist der Fuss schlimm genug? Teambesprechung mit dem Liebsten. Nach einem kurzen Check wann denn der nächste Termin näher dran frei wäre, klingen drei Stunden Autofahrt ganz angenehm. In der städtischen Praxis läuft alles wie am Fließband, es geht westentlich schneller als gedacht. Der Liebste verschenkt die Restzeit vom Parkticket und wir fahren weiter zum Möbelschweden. Dort können wir direkt vor der Haustür parken, so früh ist es noch. Aus Nostalgie laufen wir einmal durch die Ausstellung, es hat sich vieles verändert. Aber es gibt Klassiker, ein bisschen ist es wie eine Zeitreise. Natürlich ist die Pfanne, für die wir uns nach dem ausgiebigen Studium der Beschilderung am Regal einigen die einzige, die man nur online bestellen kann. Das macht den Einkauf günstiger. Man kassiert jetzt generell selber, es gibt überhaupt kein Kassenband mehr, auf das man das ganze Geraffel auflegen kann. Ich bin froh, dass wir nur so ein paar Teile haben. Beim einladen ins Auto fällt mir auf, dass ich was geklaut habe, aus Versehen, ich fühle mich etwas unwohl, „wegen 50 cent? Arschlecken, dann sollen halt jemanden da hin setzen“, sagt der Liebste. Stimmt.

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Jemand hat ein neues Profilbild, es fällt mir nur durch Zufall auf. Anzug mit Einstecktuch, weißes Kostüm mit Strauß in der Hand, das sieht ja fast so aus als ob….? Nachfrage beim Liebsten, kann das sein? Er weiß auch nix, fragt aber direkt mal nach. Jo, es ist so, wie es aussieht, Dienstag entschieden, Freitag Standesamt. Wie cool ist das denn bitte? Wir gratulieren herzlich.

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Maikind war beim Frisör. Als er zurück kommt bellt der Hund. Die neue Frisur ist eine Typveränderung, sieht richtig gut aus und passt zu ihm. Die alte spendet er der Allgemeinheit, in der Hoffnung, dass es jemanden erreicht, der selbst keine hat. Das Ende einer Ära, im Zippbeutel verpackt.

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Eine ehemalige Kollegin hat Urlaubsbilder aus Paris im Status. Zwischen all den Sehenswürdigkeiten ein kurzes Video. Sie sitzen im Cafe, man erwartet einen einen Kameraschwenk Richtung Macarons oder so, Lebensmittelhandwerker auf Reisen halt, statt dessen geht der Blick raus aus dem Fenster. Dort sieht man mehrere Polizisten in voller Montur die Tränengas? abschießen. Rauch am Bildrand. Ok, wow. Mir wäre das unheimlich, aber sie kommt aus Ukraine.

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116 Gramm wiegt der fertige Bafög Antrag inklusive Umschlag, hab nachgewogen, wegen Porto. Ein bunter Mix an Daten auf die das Finanzamt, die Kindergeldstelle und die Uni digitalen Zugriff hätten, analog zusammengepuzzelt. Man kann jetzt verstehen, dass die Bearbeitung vorraussichtlich mehrere Monate dauern wird.

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Wenn jemand immer Glück hat, beim Arbeiten, spricht man von Können. Leider hat da anscheind jemand eine Pechsträhne. Es kommt gleich zweimal Post, bei der man nicht weiß, ob man schallend lachen oder leise weinen möchte.

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Es gluckert seltsam im Rohr, nachdem ich die Klospülung betätigt habe. Dann blubbert es und eine größere Menge Abwasser sammelt in der Badewanne. Mehr als in einem Spülkasten drin gewesen sein kann. Als Sofortmaßnahme nehme ich erstmal alle Klamotten vom Badewannenrand und mache eine Sichtkontrolle im Gästeklo. Auch dort steht das Wasser in der Keramik. Was für ein Glück, dass es in der Badewanne hochgekommen und nicht hier übergelaufen ist, auf den neuen Fussboden, denke ich, und, dass es mal Zeiten gab, in denen mich so eine Situation aufgeregt hätte.

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Wunderschöne Herbsttage sind das, ansonsten.

Die Herbstferien sind zu Ende und es ist zu leise für diese Uhrzeit. Ich öffne die Zimmertür des Julikinds, dort ist schon Licht und aber „es ist so dunkel“ murmelt sie. Eine Woche noch bis zur Normalzeit.

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Zum Schulstart fallen dann doch die Spritpreise, ein wenig, fast so als gäbe es einen Tankrabatt. Das teuerste Heizöl aller Zeiten war der Schnapper des Jahres. Nur Holz kostet noch genausoviel wie letztes Jahr, und man wundert sich darüber.

Waldhonig und Doppelmuffen

Wir sitzen auf der Treppe in der Sonne, unterhalten uns nett, jemand wirft einen Ball. Der Hund springt, fängt ihn aus der Luft und freut sich. 30 Kilo Lebensfreude landen genau mittig auf meinem nackten Fuss. Zwei Tage nachdem der offiziell rundum seine normale Farbe wieder hatte. Das wirft den Heilungsprozess zurück.

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Der Sommerhonig steht seit Wochen im Eimer herum und sieht immernoch aus, wie an dem Tag, als er geschleudert wurde. Ich fülle ihn in Gläser und klebe Waldhonig Etiketten. Damit geht eine verrückte Saison zu Ende. Meine vorsichtige Nachfrage im befreundeten Imkerhaushalt wird gern beantwortet. Farbe, Konsistenz, Erntemenge und Unsicherheit, alles genau wie hier. Gutes Gespräch, ich freue mich.

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Wenn Baumarktmitarbeiter Sachen googeln müssen ist immer schlecht. Teambesprechung am Esstisch. Der Liebste hatte ein Ersatzteil gekauft. Es passt nicht, was unmöglich sein sollte. Wir hatten es ja geahnt, aber man hofft halt immer. Nun ist sie da, die Herausforderung und will vielleicht sogar ein Problem werden, aber, noch haben wir Möglichkeiten. Ich schreibe eine Nachricht. Der Liebste glaubt nicht dran, lächelt aber tapfer. Kurze Zeit später bekomme ich eine Antwort. „Siehste“, sage ich. Normale Leute hätten mich wahrscheinlich für bescheuert gehalten. Die Freundin sagt schlicht „schick mal ein Foto“, auf die Frage, ob sie eine Dichtung für ein KG Rohr von vor 1977 vorrätig hat. Ich schicke ein Foto vom Dichtungsring. Schwer zu beurteilen, das Bildmaterial, sie ist noch im Dienst, sagt sie, im Notfall sei ihr Mann aber zu Hause. Ein Notfall ist es nicht, noch nicht.

Der Steinmetz kommt am nächsten Tag vorbei. Er hat selber gerade ein Bad saniert und weiß vielleicht Rat. Murmelnd stehen die Männer auf dem kleinen Flur. Man wird eine Seilsäge brauchen und eine Doppelmuffe, sagen sie. „Ja, nee, ist klar“, sage ich. Sie beteuern, dass es beides wirklich gibt. Es folgt ein geplanter Baumarktbesuch bei dem besagte Doppelmuffe und drei Pakete neuer Bodenbelag gekauft werden und ein ungeplanter, weil sich rausstellt, dass doch mehr nass ist, als vermutet. Wir kreuzen im imaginären Jahres-Katastrophen-Bingo die Kästchen für „Samstag kurz vor Torschluss im Baumarkt gewesen, wegen was, was man wirklich dringend braucht“ und „Wasserschaden“.

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Wir kommen später zur Party, deswegen. Es fällt nicht weiter auf. Wir essen zu zweit am Kindertisch, und sind uns einig, dass ab hier im Ernstfall alles immer normgerecht aus frischem Material verbaut wird. Unbekannte Baustoffe, die für mögliche Reperaturen in Ecken lagern können weg. Es hilft ja nix.

Sie waren schon eine ganze Weile zusammen auf der Hüpfburg, sagen die, die mit uns am Tisch sitzen. Aber, bei Erwachsenen darf leider immer nur einer, „und, man muss durch den Eingang passen“, sagt der junior Gastgeber in leicht bedauerndem Tonfall und guckt den Liebsten an dabei. Er wolle eh erstmal lieber Bier trinken, sagt der Liebste. Das zapft man sich hier selbst. Wir verbringen einen fröhlichen Abend, mit den Leuten, mit denen wir damals auf Laternenfesten Glühwein tranken.

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Es ist ungewöhlich dunkel am morgen. Einen Moment lang stehen Julikind und ich andächtig am Fenster. Es regnet. Dieses Geräusch, das Licht, der Geruch, endlich, so so schön ist das. Dann wird uns klar, dass wir da gleich raus müssen, und, das Haus verlassen bei Regen, wie macht man das nochmal?

Weintrauben, Kürbis und SterneHerzenBrezeln eingekauft und gegessen. Es ist also September. Man wundert sich.

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Im Ort findet ein Gottesdienst statt, und eigentlich könnten wir da ja mal hin, sagt Märzkind, weil, sonst geht vielleicht keiner, das wäre doch schade. Stimmt. Außerdem ist es vielleicht die letzte Gelegenheit auf einen Gottesdienst „mit garnichts“, bevor wieder dieses ganze adventliche jubilieren losgeht. Die Kirche ist voller Leute, außer uns so gut wie alle festlich gekleidet. Ähm ja, was auch immer hier los ist stand nicht im Programm und wird vermutlich sehr viel länger dauern als gedacht. Eine Stunde später hab ich schon mal eine Idee, wie wir unsere Silberhochzeit auf gar keinen Fall feiern werden. Märzkind fands toll, und darüber staunen wir beide. Fast wie an Weihnachten.

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Ich habe einen Behördengang digital erledigt. Es war tatsächlich total einfach, zwei klicks nur und fertig, genau wie man es mir gesagt hatte. Am Arsch. Der Weg dahin hat mehrere Tage und Anläufe gebraucht. Ich kann den Code meines Personalausweises jetzt auswendig. Aber – der Moment wird kommen, indem das irgendwen beeindruckt oder irgendwas einfacher macht oder schneller oder besser oder so.

Spontan ergibt sich eine Gelegenheit, meine neu gewonnene Lebenserfahrung weiterzugeben, dachte ich. Aber natürlich bekommt jeder Vorgang seine eigenen challenges. Märzkind und ich sitzen am Laptop um ein runtergeladenes Formular auszufüllen, dass dann ausgedruckt und per Post versendet werden muss, weil auf dem Bürgeramt die Passdigitalisierungscodefreischaltfunktion defekt ist und leider niemand weiß, wann das wieder repariert sein wird. Die benötigten Anlagen bitte nur als Kopie einsenden, auf keinen Fall originale, weil der gesamte Vorgang nach der Digitalisierung datenkonform geschreddert wird, steht da. Aber das versteht sich ja eigentlich von selbst in einer führenden Industrienation. Man muss es als escape game sehen.

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„Haste von der Wahl gehört, in Sachsen-Anhalt“, werde ich gefragt, mehrmals am Tag. Ja, hab ich. AfD bekommt allerdings keine Bühne im meinem Kopf, deshalb hab ich auch sonst nichts dazu zu sagen. Und der schlechteste Pisatest aller Zeiten schockt mich auch kein bisschen. Würde man im Gegenzug auch digitale Komepetenz und logisches Denken im 21. Jahrhundert bei 65 jährigen abfragen, ich bezweifele, dass die schlauer wären.

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Hab die Speisekammer aufgeräumt. Das war nötig. Sowohl in echt, als auch für mental health. Man kann einfach so reinlaufen und sofort alles finden, was kurz die Frage aufwirft, ob man drei Waffeleisen braucht, wobei, eins ist für Hörnchen, das gilt nicht und eins ist gerade verliehen. Drei sind also genau ausreichend.

Meilensteine und Premieren unterm Hitzedom

Vier Leute sitzen um den Esstisch und spielen Siedler von Catan. Wäre es Advent würde man von hygge und Gemütlichkeit sprechen. Es ist aber Juni und wir sitzen drin, weil es draußen zu heiß ist. Wirklich. Sogar für die drei von uns, die Sommer gern mögen und das ist neu. Wir erzählen uns gegenseitig was wir heute alles nicht machen, wegen Wetter und konzentrieren uns dann aufs Spiel.

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In der Kirche ist es angenehm kühl. Auffallend viele Leute tragen weiße Hemden, bei dieser Trauerfeier, einige Fächern sich Luft zu, so richtig mit Fächern, nicht provisorisch mit Notenblättern oder so. Wir folgen dem Trauerzug bis ans Grab, wer kann steht andächtig am Zaun. Alle anderen teilen sich die schattige Ecke an der Kirchenmauer. Die Urne verschwindet im Grab, Gebet, ein Moment noch, dann erste Blickwechsel. Es geht allen gleich. Wir eilen in aller Stille auseinander. Auf der anderen Seite der Kirche steht noch eine Frau unter einem Baum, sie entschuldigt sich, die Sonne, sie könne wirklich nicht da hinten, am Grab. Wir haben vollstes Verständnis. „Also, wer das mit dem Klima jetzt noch nicht verstanden hat, der hat doch den Knall nicht gehört“, sagt eine Ü-70 jährige im Vorbeilaufen. Es tue ihr leid, sie würde sich gern unterhalten, aber sie müsse dringend nach drinnen, sagt sie und gestikuliert dabei erklärend Richtung Universum. Wir nicken. Vielleicht ist 14 Uhr keine gute Zeit mehr für sowas.

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Och guck, so im direkten Vergleich kann man tatsächlich Unterschiede wahrnehmen. Innerhalb von nur 6 Stunden hab ich einen Mückenstich, einen Zeckenbiss und einen Bremsenstich abbekommen, alle in die Kniekehle, und ich kann sagen, was wo ist, ohne hinzugucken. Nnnaaargh. Trotzdem bin ich mit dieser Sammlung noch nicht König. Jemand braucht einen Arzttermin, wegen eskaliertem Mückenstich. Hatten wir so auch alles noch nicht.

Teile der Hausapotheke dürfen nicht über 25°C gelagert werden, sollen aber auch nicht in den Kühlschrank. Äääähm, tja. Es kommt auf die Liste, mit Sachen, über die wir nachdenken wollen, wenn es wieder kühler ist.

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Das Aquarium hat Luft nach oben. Ich schütte kaltes Wasser nach und wünsche den Fischen von Herzen alles Gute.

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Es sind nur noch zwei Kühe auf der Weide, beide auf dem Weg Richtung Stall. Sie gehen langsam. Uns gehts genauso, Mädels, denke ich. Wir waren früh unterwegs, der Hund und ich. Nicht früh genug, aber wo soll man anfangen, wenn es nachts kaum kühler wird? Morgens um sieben wird es allmählich zu warm für alles. Der Unwetterwarnungs-Ping von NINA kommt um kurz nach zehn.

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Ich nutze eine Wartezeit zum volltanken, der Rabatt endet nächste Woche. Danach gucke ich mir den neuen Lebensmittelladen mal an. Dort läuft arabische Musik, das passt. Ich kaufe eine Gewürzmischung.

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Johannesbeeren und Kräuter geerntet. Immerhin. Das Gewächshaus produziert eventuell direkt luftgetrocknetes Gemüse, diese Saison.

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Märzkind ist in Sorge um eine Nachbarin. Die Betreuung ist unter normalen Umständen schon nicht ganz leicht, und bei den Temperaturen wird es gefährlich. Sie habe Hilfe angefordert, damit vielleicht Grenzen überschritten, aber ach. Ich finde, sie hat das gut gemacht, sehr professionell.

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Der Arbeitgeber des Liebsten veranstaltet einen Familientag, alle haben sich darauf gefreut und den Termin freigehalten. Man zeigt uns Maschinen die Material verarbeiten, dass einem sonst nirgendwo im Leben begegnet. Als würde man mitten durch einen Beitrag für die Sendung mit der Maus laufen. Am Ende kommt ein Papier raus, dass dann woanders weiterverarbeitet wird, in Handarbeit, bis es schließlich zu einem Filter wird, den man so wahrscheinlich nie sehen wird, sagt der Mitarbeiter, und zeigt ein Endprodukt. Das neben mir stehende Maikind nickt nur. Die Dinger hat er im gesamten Betrieb wechseln müssen, damals, zu Beginn seiner Ausbildung, sagt er.

Es gibt Burger und Pommes, mehrere Sorten Grillfleisch und Gemüse und Salate, ein Traum für Teenager, man könnte mal so richtig… aber es geht halt nicht. Man schwitzt im Sitzen, im Schatten und bedauert die, die da am Grill stehen müssen. Nach dem Essen drehen wir uns einmal unter der Sprinkleranlage neben dem Sandberg mit Baggern und Schaufeln. Die kleinen Menschen wundern sich. Es wird trotzdem zu warm, wir verabschieden uns.

Auf dem Heimweg sehen wir zwei Unfälle. Der erste so heftig, dass schon weitem klar ist, dass das eine Weile dauern wird. Wir wenden und fahren einen Umweg. Der zweite so glimpflich, dass man sich fragt wie das überhaupt passieren konnte, die können doch kaum mehr als 10 km/h schnell gewesen sein. Verkehrstechnisch gesehen sollte man 35°C im Schatten so behandeln wie einen halben Meter Schnee, sind wir uns einig, „und wenn man das Gefühl hat, man packts nit, einfach zu Hause bleiben“, sagt Märzkind. Alle nicken.

Zu Hause Siesta.

Der Liebste kommt am frühen Abend nach Hause. Suchend guckt er in den Kühlschrank, er würde gern noch ein Stück von dieser Wassermelone, wo ist denn die? Ich schüttle mit dem Kopf. 15 Kilo waren das, einfach weg.

Wir haben das absolut kühlste Schlafzimmer im ganzen Haus. Leider hab ich heute morgen vergessen, das Fenster zu schließen. Es tut mir aufrichtg leid, ist aber nicht mehr zu ändern. Ich wache auf, mit dem Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, aber was? Es ist zu warm. Viel zu warm. Das geht so nicht. Ich nehme mir eine Flasche Wasser mit auf die Terasse. Draußen ist es nicht wirklich kühler, aber mit ein bisschen Wind doch angenehmer. Ich schaue der Fledermaus beim Jagen zu und denke über Terassenentsiegelung und Hängematten nach. Die Tür hab ich im Halbschlaf hinter mir zugezogen und natürlich keinen Schlüssel. Naargh. Ist aber kein Problem, Samstag morgen viertel nach zwei ist für manche noch Freitag abend, und mein Handy hab ich dabei. Julikind wundert sich, dass ich noch wach bin, aber klar, sie wird mir die Tür aufmachen. Wir unterhalten uns nett. Märzkind kommt um halb drei nach Hause und wundert sich, was denn hier bitte los sei. Im Nachbarort auf dem Sportplatz sei es gefühlte 10°C kälter gewesen, eben gerade. Fast hatte man das Gefühl einen Pulli zu brauchen. Hier nicht.

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Sonntag purzeln die Hitzerekorde von Samstag. Sind wir dann jetzt soweit, dass es egal ist?, frage ich in die Runde, denn ich hatte damals, vor dieser Wetterlage eingekauft für Ofenkartoffeln. Dazu müsste ich den Backofen anmachen. Wir sind soweit, sagt die Familie. Aber, wenn das morgen noch so sein sollte, wäre er persönlich an einem Punkt, an dem er nichts warmes mehr essen wollen würde, erklärt Maikind beim Essen. Zustimmendes Gemurmel rund um den Tisch.

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Montag morgen um fünf regnet es. Das Thermometer zeigt 18°C, einfach so. Wir reißen alle Fenster auf.

Man kann tagsüber Dinge erledigen, Sachen aufräumen, zu Ende denken. Abends wird gegrillt, bei ganz normalem Sommerwetter, zur Feier des Tages. Märzkind guckt leicht irritiert, als sie in den Garten kommt. Da lag schimmeliges Brot im Kasten, sagt sie. „Brot kann schimmeln?“ fragt Maikind. Ist bisher nie vorgekommen, wie so manches letzte Woche.

Mai, ganz normal eigentlich

Die Freundin kommt spontan vorbei, ich freue mich. Vor der Haustür klopft sie sich symbolisch den Staub aus den Klamotten, ich winke ab, einfach hinsetzen, ist heute total egal. Sie erzählt von der Baustelle. Da ist leider alles ziemlich genauso wie erwartet, was kein Vorwurf sein soll, der Mieter war Ü-80 und ein Guter. So einen werden sie wohl nicht mehr finden. Wer will schon direkt an der Bundesstraße wohnen, mit Gasheizung? De Politik tut so, als hätten Vermieter grundsätzlich einen Sack voll Geld, aber dem ist nicht so. Die Wohnung müsste mal etwas abwerfen, damit Geld für Investitionen da ist, aber, Hauptsache ist natürlich es wohnt überhaupt jemand in so alten Häusern. Es ist kompliziert.

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Zum Muttertag bekomme ich Geschenke, und freue mich sehr. Große Kinder sind toll.

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Elf Leute sitzen um den Küchentisch und lauschen angestregt.

Märzkind: „ooohhhh, das ist der, der das Tarzan-Lied singt“

ich: „stimmt, Phil Collins“

Vatta zeigt zielsicher auf zwei kleine Kärtchen, die schon auf dem Tisch liegen: „Genesis, das kommt dazwischen“, sagt er. Alle anderen staunen.

Hitster, battle of the generations (Werbung, Spiel natürlich selber gekauft), man lernt sich irgendwie nochmal anders kennen dabei.

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Bei Schichtwechsel sind kurz fast alle da, man verabschiedet mich nett. Am nachmittag ist nicht viel los. Zur Feier des Tages setzen wir uns doch einfach selber hin, sagt die Kollegin. Wir trinken Kaffee, essen Sahnetorte und unterhalten uns. Ich war gern hier und dachte, ich wäre trauriger. Aber, weil die Dinge jetzt so sind, wie sie sind, bin ich leider ein bisschen froh…schade, ist das, sind wir uns einig.

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Ein Blick auf Thermometer verrät, dass das Wetter tatsächlich so ist, wie der Blick aus dem Fenster vermuten lässt, aber nützt ja nix. Ich nehme mir also den Wintermantel, Handschuhe und Mütze, ziehe die warmen Stiefel an und gehe die morgendliche Hunderunde bei stürmischen 3°C. Das Weihnachtsbaum-Feld wurde geschreddert. Ein trauriger Anblick, aber es riecht gut. Das Wetter, der Geruch, dazu ein Gefühl von fast völlig verbrauchten Nerven- sehr adventlich. Zu Hause mache ich den Ofen an. Mir doch egal, ob Mai ist.

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Am frühen Sonntag morgen machen wir uns auf, in die Kurstadt zum Mädchenflohmarkt, das Auto ist voller Mädels. Auch dieser Flohmarkt ist ein bisschen ramschiger geworden, aber es lohnt sich noch. Vielleicht könnte man auch mal nur so hierher kommen, überlegen auf dem Rückweg. Hier gibt es noch Geschäfte und Cafes. Nicht nur Modeketten und Dönerbuden. Man fährt 45 Minuten, so weit ist das eigentlich garnicht.

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Nagut. Weil man mich so nett gefragt hat, gehe ich nachmittags kurz mit zum Brauchtumsfest. Aber wirklich nur Kaffee trinken. Ja sicher, sagen die, die gerne hin wollen. Auf dem Weg zum Eingang das Geräusch von billigen Plastiktrompeten und „bin ich froh, dass ich so einen scheiß nicht mehr kaufen muss“, sage ich zu Märzkind. Sie grinst nur. Man begrüßt uns herzlich, was kein Wunder ist, es gab hier im tagesverlauf mehrere hundert Liter Freibier. Überraschend guter Kaffee und leckerer Kuchen. People watching. Ich kenne die Kinder nicht mehr. Ein Alterungsmoment. Obwohl, wenn man da einen Moment länger hinguckt – sehen einige doch Leuten ähnlich.

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Dienstag abend sitzen wir zu dritt auf dem Sofa und schauen uns eine Sendung über Essen an. Stanley Tucci dreht die Spagetti gegen den Uhrzeigersinn, bemerkt der Liebste. Ist mir nicht aufgefallen, sage ich. Hä? sagt Julikind, das ist doch die ganz normale Richtung. Nee. Ich drehe kurz eine imaginäre Gabel, der Liebste neben mir macht das gleiche. Hää? sagt Julikind, geht an die Besteckschublade und holt eine Gabel. Sie dreht Spagetti nach links auf, ganz normal. Wenn beide Eltern die Spagetti nach rechts drehen, wie kommt es dann, dass das Kind…? Nee, nee, macht Sinn, sagt der Liebste, spiegelverkehrt.

Prüfungswoche der Realschüler. Montag Englisch, Mittwoch Deutsch, Freitag Mathe. Dazwischen Anspannung und geistiger Tiefflug gleichzeitig.

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Wir decken gemeinsam den Tisch fürs Abendbrot, alle versuchen, sich dabei so wenig wie möglich auf den Sack zu gehen, jeder hatte heute irgendwas, alle geben sich Mühe. Das Festnetztelefon klingelt, wir wundern uns kurz, denn das tut es nicht oft. Der Liebste geht ran, murmelt etwas von, da sei er leider noch nicht zu gekommen, dann schaut er mich an, und fragt, völlig ernst „Möchtest du Freitag Matjes essen?“ Ich bin gedanklich gerade woanders und antworte daher das offensichtliche, formuliere es aber intuitiv so, dass die Frage nach seiner mentalen Gesundheit mitschwingt „Nein!? Ich möchte nie Matjes essen.“ Er gibt das wortgetreu so weiter, und fügt hinzu, dass er dann alleine kommt. In dem Moment puzzelt mein Hirn die Informationen Festnetzanruf, Freitag und Matjes zusammen. Ohauahauaha. Wobei, eigentlich, war das genau die richtige Antwort, und jetzt ist es sowieso egal, aber, nur fürs Protokoll, auf die Frage „Hamburg reist schon Freitag an, möchtest du mit zum Geburtstagsessen meiner Mutter?“, hätte ich diplomatischer reagiert.

Symbolbild des Monats

Ostern, und sonst nichts, eigentlich

Das Geräusch eines Bienenstands im April, wir haben es doch vermisst. Neue Bienen ziehen auf dem alten Standplatz ein. Der Frühling kann kommen.

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Osterhasen gebacken und gemeinsam, nun ja, verziert ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, aber auf jeden Fall hat das Ergebnis fröhlich gemacht, und darum gehts ja.

Einmal Ostern mit allem: Karfreitagsgottesdienst am Nachmittag, am Samstag verschiedene Haus und Hof Tätigkeiten, abends Osterfeuer. Ostergottesdienst Sonntag morgen um sechs, anschließend Brötcheneinkauf und kleines Frühstück, Eiersuche im Garten, Rouladen essen, Spaziergang bis zur Wiese mit Großeltern und Onkel, Eierwerfen, Eier essen, im Anschluss Kaffee und Kuchen und das ein oder andere Blätterkrokantei in geselliger Runde, danach in Joggighosen auf dem Sofa sitzen. Montag ein unerwartet ruhiger Arbeitstag.

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Osterferien, die beste Gelegenheit ein Abschlussfeier-Kleid zu kaufen, alle haben Zeit. Ach ja. Ich lasse die Mädels schon mal raus, suche einen Parkplatz, kaufe mir selbst einen Pullover und gehe erst dann in die Abteilung für Abendgarderobe. Es gibt schon eine engere Auswahl und die Entscheidung fällt verhältnismäßig schnell. Es ist nur eine kleine Änderung nötig, das könnte man sofort… gut, wir warten eine Stunde im Modehaus, auf dem Rückweg isst jede noch eine Kugel Eis. Geschafft. Auffällig war die entspannte Stimmung, obwohl die Abteilung wirklich voll war.

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Endlich wieder Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen, vor dem Haus zumindest, im Garten ist es zu windig. Zu viert sitzen wir auf der Treppe und essen Beeren-Kuchen, ganz ohne Anlass, einfach weil alle heute nachmittag frei haben. Der Kuchen war schneller alle als ich gedacht hätte, daher kein Foto.

Abends auf dem Sofa Whiskey getrunken, auch ohne Anlass, das wird allerdings in Zukunft schwieriger, denn dieser Whiskey ist so dermaßen gut, „der kommt ganz hinten ins Regal“, sagt der Liebste, und lächelt „für besondere Anlässe“.

Also, wenn man die Spritpreise und die allgemeine Weltsituation mal aussen vorlässt, gehts uns richtig gut. Nagut, die Motorkontrollleuchte am gerade erst kostspielig reparierten Auto leuchtet, aber irgendwas ist ja immer.

Geburtstage und Glitzer

Beide Mädels brauchen Abendkleidung. Eine für den Schulabschluss, eine für eine Hochzeit. Wir fahren zum Abendkleider-outlet in die Stadt. Ich bin nur als Begleitung dabei und beobachte. Als erstes fällt mir auf, dass die in der Werbung erwähnten 1000 Kleider für unter 200 Euro anscheind gestern schon verkauft wurden und das, was hier hängt zwar wunderschön, aber nicht unbedingt günstig ist, andererseits, sind Leute vermutlich gern bereit für wallende Polyester-Träume viel Geld zu bezahlen. Der Weg zur Umkleide ist mit Glitzer bestreut. Vor dem Eingang Sitzgelegenheiten, Männer dürfen nicht rein. Hinter den Vorhängen ein riesiger Raum voller Kleiderständer und Spiegel, auf jedem ein Aufkleber, der darauf hinweist, dass man bitte nicht sein Spiegelbild fotografieren möge, aus Rücksicht auf alle, die da im Hintergrund mit drauf sein könnten. Faszinierend welchen Unterschied Klamotten machen. Frauen aller Alterklassen und Kleidergrößen verwandeln sich innerhalb von wenigen Minuten. Man fotografiert sich gegenseitig, hilft in aller Selbstverständlichkeit mit Reißverschlüssen und Bändern. Sehr nette Atmosphäre. Wir verlassen das Event ohne etwas zu kaufen und überlegen auf dem Rückweg, zu welcher Art von Veranstaltungen man wohl solche Roben trägt. Und – dass das Kleid, dass ich zur standesamtlichen Trauung anhatte eigentlich fast so aussieht, wie das, was Julikind gefiel und – es existiert noch. Vielleicht…

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Mit einem gemütlichen Abendessen in Gesellschaft der „Weihnachtsrunde“ Märzkind-Geburtstag gefeiert. Die Gäste stellen fest, dass man dann mit 21 wirklich groß. Sie dürfte sich jetzt eine Waffe kaufen und beschwipst Auto fahren.

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Julikind kommt normalerweise fröhlich vom Tanztraining. Heute nicht. Suizid einer 15-jährigen. Nachrichten werden hin und her geschrieben.

Stille Anteilnahme – auch mit all den anderen Familien, die im verborgenen kämpfen. Und riesengroße Dankbarkeit, dass hätte auch ganz anders laufen können, damals.

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Der Schwager hat zum Geburtstag eingeladen, das ist ungewöhnlich. Nach dem Kaffee trinken überlegen die Blagen, was man denn jetzt wohl macht, weil, sonst sind sie danach immer auf den Spielplatz gegangen und das geht ja jetzt nicht mehr. Doch, natürlich, sage ich, sie dürften jetzt sogar ganz alleine. Wir bleiben einfach sitzen und unterhalten uns. Ein schöner Nachmittag, da sind wir uns alle einig auf dem Rückweg.

Der Blick geht im vorbei fahren auf jede Tankstellen-Preistafel, jedesmal gefolgt von einem Seufzer. Stillschweigend sind wir überein gekommen nicht zu klagen, es nützt ja nix. 50 Euro mehr als normalerweise kostet es uns, jede Woche

Nur eine Stunde Fahrzeit von hier ist der Frühling schon angekommen. Es blüht in allen Farben. Nicht nur acht Osterglocken und ein sanfter Hauch von kommendem gelb in der Hecke, wie hier.

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Die Betriebswaschmaschine steht im Keller. Der Aufzug ist nicht öffentlich, man braucht einen Schlüssel. Es ist Sonntag, außer uns ist niemand im Gebäude. Ich hatte damit gerechnet, dass die Tür einfach aufgeht, als ich den Schlüssel drehe, um im Keller den Trockner anzustellen, denn außer mir, kann da ja keiner mit gefahren sein, in der Zwischenzeit. Der Aufzug kommt von ganz oben. Ein sanfter Grusel-Schauer läuft mir den Rücken herunter.

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Es war definitv die größte Beerdigung die der Ort je gesehen hat, sagt die Freundin. Nicht nur die Kirche und der Platz, wo der Lautsprecher hängt proppevoll, die Leute standen noch über den ganzen Friedhof verteilt. Abends erkundige ich mich beim Liebsten, ob er denn da schon in irgendeiner Form Anteilnahme…? Aber er ist genauso erstaunt wie ich. Zwei Haushalte sind damit beauftragt, Traueranzeigen aus der Zeitung an uns weiterzuleiten, wir sind in mehreren whatssapp Gruppen, haben in der letzten Woche auf zwei Geburtstagsfeiern länger mit vielen Leuten zusammengessen, und dennoch: Wir haben einen Trauerfall komplett verpasst.

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Mohnkuchen gebacken und gegessen, kam durchschnittlich gut an. Cookies gebacken und verschenkt. Eine Biskuitrolle gebacken, die in alter Traditon, aussah wie ein Unfall. Ein weiterer nice-try-award wurde mir verliehen.

Frühling und Pullover

Die Sonne scheint, Vögel zwitschern, es ist deutlich wärmer als noch vor ein paar Tagen, und wir haben gerade mal Anfang März. Das tut gut. Ich gehe die frühe Hunderunde und freue mich über das wunderschöne Frühlingswetter und überhaupt – im Moment sind tatsächlich alle gesund, munter und fröhlich. So schön, wenn mal so nix ist, nagut, abgesehen von einem Hausarbeits-Abgabetermin den jemand hat und Pollenflug-apokalypse, aber das ist ja normal. Einen halben Tag später ist Krieg im Nahen Osten.

Die Spritpreise gehen hoch. Sehr schnell und sehr deutlich. Freitag tanke ich für 1,80 Euro pro Liter, halb voll nur, weil, so teuer war es, glaube ich noch nie. Vier Tage später tanke ich für 1,94 Euro pro Liter und habe ein Schnäppchengefühl, weil hinter mir noch drei Autos anstanden. Julikind ruft an, sie hatte doch schon nach der 6. Stunde Schluss und es sei kein Bus gekommen, ob ich denn wohl bitte? Ja sicher. Der nächste Stadtmensch, der mir erklären will, wie man Autofahrten einspart, kann sich auf was gefasst machen.

Ich meide die Nachrichten, dann gehts.

Alle Lieferanten haben Aufträge still gelegt, und müssen Preise neu aushandeln, meldet der Liebste aus seinem Job. War klar, basiert alles auf Erdöl.

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Eine Pfanne voll Zimtschnecken gegessen, zusammen mit allen Kindern, im T-Shirt im Garten gesessen dabei.

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Die erste Stromabrechnung nach Einbau des Balkonkraftwerks. HolladieWaldfee. Sehr erfreulich.

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Man bat mich um einen Rettungsversuch einer untragbar kaputten Hose. Jetzt hätte ich ein bisschen Zeit. Ich nehme das gute Stück vom zu erledigen Stapel und suche den Schaden. Och guck. Einsatz für die Knopfsammlung. Ich nähe zwei neue Knöpfe an, bessere mit ein paar Stichen das Knopfloch aus, lasse mich feiern. Basic skills des letzten Jahrhunderts.

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Es hat ein bisschen Anlauf gebraucht, aber jetzt geht es. Ich räume Ommas Kleiderschrank aus. Wobei, Kleiderschrank stimmt eigentlich nicht, es gibt einen Schrank nur für Pullover. Die, in denen ich sie kenne, lasse ich einfach noch liegen. Alle anderen stopfe ich in Säcke. Da kommt ordentlich was zusammen. Und es dauert eine Weile, denn man findet Sachen. Antike Unterwäsche und Stofftaschentücher in Aussteuerqualität, alles orginalverpackt, Postkarten aus Zeiten, in denen man selbst keine Fotos gemacht hat, eine Zigarrenkiste voll gemischter Münzen und Scheinen, die fast aussehen wie Kunstdrucke, coupons über jeweils ein Kilo Eisen, noch gültig, steht auf dem Stempel, man fragt sich verschiedenes.

Limitierende Faktoren

Mit nur ganz wenig Fieber sitze ich auf dem Sofa. NINA schickt ein Symbol aufs Handy, dass ich noch nie gesehen habe. Man informiert mich ganz sachlich darüber, dass der Schulbusverkehr im Landkreis eingestellt wurde, morgens um 10 Uhr. Tja. Ich habe heute kein Auto, und zum Glück keine Energie um mich aufzuregen. Julikind wird wohl irgendwie wieder nach Hause kommen. Und tatsächlich ist die Strecke bis zu uns ins Dorf die einzige, die befahren wird. (Busunternehmen aus dem Nachbarort, ortskundige Fahrer und Winterreifen) Wer an der Strecke des „beste Preis“-Busunternehmens wohnt und Eltern hat, deren Lifestyle es nicht ermöglicht, Taxidienste anbieten zu können, hat schulfrei. Vier Tage lang. Wegen Schnee. Im Mittelgebirge. Anfang Februar.

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Eine erste Ladung Altkleider wurde aus Ommas Haus bis in den Container geschafft. Mehrere Personen waren daran beteiligt. Die Menge hat mich nachdenklich und entschlossen gemacht. Ich hab noch einen Sack mit meinen eigenen Klamotten zusammengetragen und gleich mit entsorgt.

Omas Vorratsschrank ausgeräumt. Die Ablaufdaten erzählen Geschichten. Danach habe ich unsere eigenen Vorräte durchgesehen, das was seit längerem eher Speisekammerdeko war radikal weggeworfen und das was neulich erst abgelaufen ist nach und nach serviert. Die Kombi Dosensauerkraut, Dosenwurst und Kartoffeln aus dem Glas war als Alltagsgericht nicht unbedingt lecker, wäre es aber in einem Krisenfall, da sind wir uns einig. Einkaufszettel geschrieben.

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Ich wollte nur „mal gerade“ die Mülltonne an die Straße ziehen, aber der erste Sonnenstrahl der Woche hat sofort Menschen nach draußen gelockt. Ob ich denn was weiß, wegen der Beerdigung erkundigt ein Spaziergänger, das Grab ist ausgehoben, hat er gerade gesehen, aber in der Zeitung stand nix. Ich gebe die Infos weiter, die der Liebste von der anderen Beerdigung mitgebracht hat, könnte mir aber vorstellen, dass die lieber ohne Leute, weil sonst hätten sie ja… Ein Nachbar wurde im engsten Kreis beigesetzt. Das ist ungewöhnlich. Aber, um ehrlich zu sein, wir mussten an dem Tag alle arbeiten, so braucht man sich für nichts entschuldigen.

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Walnusskuchen gebacken und gegessen, sah seltsam aus, kam aber sehr gut an, könnte man gerne wieder, sagen sie. Eigentlich wollte ich was davon einfrieren, aber das muss ich garnicht.

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Apfelstrudel gebacken und gegessen. Das erste mal, dass was daneben gegangen ist, geschmeckt hat es, aber ach, das nervt mich jetzt, sowas simples wie Strudelteig, ausgerechnet… murmle ich so vor mich hin. Also, er wäre durchaus bereit zweimal pro Woche ein Gebäckstück aufzuessen, sagt Maikind, „falls das der limitierende Faktor sein sollte“, fügt er kauend hinzu.

trauriger Anblick aber geschmeckt hat er

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Die Erkältung zieht sich. Könnte auch am grau kalten Nebelwetter liegen, vielleicht ist es eine Kombi, die insgesamt so ein meeeeehhhh verursacht. Alle Hunderunden voller matischigem/hart gefrorenen/rutschigen Schnee, der Nebel so dicht, dass man den nächsten Leuchtpfosten nicht sehen kann. Februar halt. Erste Kraniche über uns machen Hoffnung auf Frühling.

Geburtstagsfeiern werden geplant, einen Schulabschluss gilt es gebührend zu feiern, das „danach“ wird vorbereitet. Es tun sich Dinge in Köpfen.

Weihnachtsstimmungen, zweiter Teil

Mein umgekehrter Adventskalender hatte vielleicht schon 24 Türchen bzw Tonnen. Ich habe mehrere Kleidungsstücke in die give box getragen und einige so klein geschnitten, dass sie eine zweite Karriere als Öltücher in der Garage machen können, mehrere Bücher weitergegeben, vier Handys wurden zur passenden Entsorgungsstelle mitgenommen. Ich habe einige Kontakte aus der Telefonliste gelöscht, außerdem jede Menge emails und Fotos mit nutzlos gewordenen Informationen, eine größere Menge Altpapier vom Dachboden entsorgt und zweimal Sperrmüll bestellt, für die wirklich großen Teile. Fühlt sich gut an.

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Wir haben einen Baum gekauft und im Anschluss daran Bratwurst gegessen.

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Julikind hatte einen Teller frisch dekorierter Plätzchen in der Küche stehen lassen, damit sie trocknen können. Abends ist der Teller leer. Sie wundert sich, wie sowas sein kann? Die waren lecker, erklärt Maikind. Ob eigentlich irgend jemand eine Ahnung hat, wieviel Arbeit sowas macht? fragt sie nach. Ja sicher. Alle nicken anerkennend.

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Vom Weihnachtsoratorium wird uns wohl hauptsächlich das grelle Licht und die unbequemen Sitzmöbel in Erinnerung bleiben. Das macht nichts, denn es ging bei dieser Veranstaltung ja um die gemeinsam verbrachte Zeit. Danach waren wir noch auf dem Weihnachtsmarkt. Märzkind und Schwiegermutter genossen die Atmosphäre, Julikind und ich beobachteten das Ganze interessiert. Wir haben alle gut gegessen und ich hab sogar was gekauft. Been there, done that, got the t-shirt, quasi.

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Ich will kein Corona haben, auf keinen Fall, das wäre das letzte, was uns jetzt noch fehlt, da sind sich alle hier einig. Wir meiden also den Großelternhaushalt und besuchen nicht die Omma im Krankenhaus. Die Berichte über ihren Zustand machen allerdings nachdenklich. Und als der Liebste es laut ausspricht ist die Antwort auf einmal ganz einfach. Ich würde da schon nochmal hin wollen, und wenn das so ist, kommt er mit, sagt er. Während wir Kittel, Handschuhe, FFP2 Maske anziehen überlegen wir, wann wir diese Kombi zuletzt… ist zum Glück schon länger her, aber man erinnert sich gut. Vor zwei Wochen habe ich die Omma zuletzt gesehen. Es wirkt, als wäre es Jahre her. Alles an ihr hat sich verändert, aber mit meinem Namen kann sie was anfangen, zwei Minuten lang, dann siezt sie mich. Wir verlassen das Krankenhaus in Hoffnung auf baldige Besserung, und sind froh, dass wir da waren. Wir haben den allerbesten Tag für einen Besuch erwischt.

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Überall werden die immer gleichen Zuckerguss überzogenen Gemütlichkeitskonsum Weihnachtslieder gespielt. Ich kanns nicht mehr hören. Gerade als ich überlege, wo ich denn mal unbeobachtet mit der Stirn gegen eine Wand klopfen könnte, spielen sie doch tatsächlich „fairytail of new york“, nicht die orginal Version, aber immerhin. Die Zeile mit den Flüchen singe ich leise mit, wie andere Leute den refrain von „last christmas“. So. Es geht wieder.

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Montag vormittag ein Besuch in einer Facharztpraxis wegen der einen Sache, Montag nachmittag im Krankenhaus wegen der anderen. Danach sitzen wir bei den Eltern in der Küche. Der Adventskranz leuchtet und wir überlegen mal, nur so für den Fall des Falles, wie viele Leute denn wohl zum Trauerkaffee kommen würden. Eigentlich ein gemütliches Beisammensein. Es ist eben wie es ist, dieses Jahr.

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Der Flur soll gestrichen werden. Alle Farben der Baumarkt Farbmusterwand stehen zur Auswahl, wir müssten uns für eine entscheiden. Der Liebste schlägt gelb vor. Ich wäre für ocker oder sandfarben, markiere den Bereich in der Farbpalette und reiche das Bild zurück. Ja gut, sagt er, dann sind wir uns doch einig, denn welche Art von gelb genau ist ihm egal.

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Der Elternbeirat informiert per Sprachnachricht über eine Sachlage. Der Liebste und ich tauschen einen Blick und würdigen kurz den Augenblick, denn uns betrifft es nicht. Wir haben kein Problem. Das ist schön.