Anfang Juni

Das Märzkind schlug vor, nach dem Abendessen noch eine Runde Fahrrad zu fahren. Das Gastkind schaute mich fragend an. Sie könne natürlich mein Fahrrad benutzen, sagte ich ihr. Sie wunderte sich ein bisschen, das konnte ich sehen, aber ich verstand nicht wieso, und dann waren die beiden schon weg. Kurz vorm Dunkel werden kamen sie wieder, ich hab kein Licht am Fahrrad.

„Es ist sehr still hier, draußen“, sagte das Gastkind.

„Naja, hier ist nichts los „, entschuldigte sich das Märzkind.

„Ich finde es toll“, sagte das Gastkind und wirkte wirklich begeistert.

Das Märzkind verstand nicht wieso. Im letzten Frühjahr war sie zu Besuch beim Gastkind. Eine kleine Wohnung im sechsten Stock, vom Balkon aus konnte man die Flugzeuge gaaanz nah sehen, weil es dicht am Flughafen liegt. Öffentliche Verkehrsmittel fahren mehrmals die Stunde, überall hin, bis nach Disneyland und an den Eiffelturm… Abends alleine raus, geht man allerdings lieber nicht, einfach so. Wir haben in den letzten Wochen öfter an diese herzliche Gastfamilie gedacht.

Heute kommt kein französisches Gastkind zu uns.

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Honig schleudern ist zweimal schön. Der Moment, wenn der erste Honig an die Wand der Schleuder prasselt und der Moment, wenn man einige klebrige Stunden später frisch geduscht ein Bier aufmacht.

Ein Hoch auf das neue Rührgerät. Rechnet man die drei durchgeschmorten Bohrmaschinen zusammen, die sonst das Rührwerk angetrieben haben, war es auch fast günstig.

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Erste Elterntaxifahrt zum Training. Die Zeit dazwischen reichte genau zum Lebensmitteleinkauf.

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Lebensmitteleinkauf im gewohnten Laden. Es sind viele Menschen da, aber man wartet aufeinander und entscheidet sich zügig, wenn man bemerkt, dass jemand wartet. Sehr angenehm. Alle Regale waren voll bis zum Anschlag. Mein Einkaufswagen auch, letzte Woche hatte ich ja nur so ein bisschen. Mit einem wirklich richtig vollen Einkaufswagen wird man dann doch komisch angeguckt. Ich bräuchte mal eine Armbinde oder so, die mich als Teenagermutter ausweist. An der Kasse sitzen jetzt Männer ist mir aufgefallen. Die Damen, die da seit Februar saßen haben sich ein paar freie Tage wohl mehr als verdient.

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Auf der Seite des Landkreises lese ich nach, unter welcher Voraussetzung ich die Ferienwohnung an Touristen vermieten könnte. Es ist Pfingsten und nach einem halbem Jahr ohne Zusatzeinkommen (der Winter ist ja auch ausgefallen), wäre das ganz nett. Ähm, nein, eigentlich geht es ohne.

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Bei der Kinderübergabe kommt mir die Freundin im Auto entgegen. Wir parken kurz und unterhalten uns aus den Autofenstern. Sie kommt vom Dienst und „haste nochmal was gehört, von den systemrelevanten Pflegenden in den letzten Wochen?“. Nee, eigentlich nicht. Genau. Im Krankenhaus dürfen immernoch keine Besucher rein, das Telefon klingelt ununterbrochen. Eigentlich würde jemand gebraucht, der nur mit Angehörigen redet. Keine Personaluntergrenze heißt, es ist Wahnsinn im Moment. Natürlich wünscht man niemandem etwas schlimmes, deshalb rackern sich ja alle ab, aber, ganz heimlich habe man gehofft, dass die Welt da draußen mal sieht, wie knapp das alles immer ist.

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Elterntaxifahrt zur Bushaltestelle im Nachbarort, von da aus fährt nachmittags der Bus ins Städtchen. Am Abend berichtet ein fröhliches Maikind, man dürfe sich zum Döner essen wieder setzen. Das haben sie gemacht, zu viert um einen Tisch, das war schön. Da konnte man sich mal unterhalten, ganz normal. In der Schule geht das ja nicht, wenn da die Lehrer dauernd patrouillieren und auf Abstände achten.

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Bisher sei man gut durchgekommen, durch die Pandemie, danke, dass alle bereit waren, die Einschränkungen und Besonderheiten mitzutragen. Das war wichtig und ohne wäre es nicht gegangenen. Der Liebste bekommt vom Arbeitgeber Gutscheine, einlösbar in allen kleinen Einzelhandelgeschäften des Nachbarstädtchens, weil man möchte, dass die auch alle gut durchkommen.

Danke dafür.

Das tut gut, es war nämlich wirklich nicht normal, in den letzten Wochen. Und das hilft uns viel mehr, als die Anteile an einer Airline, die Deutschland in unserem Namen angeschafft hat.

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Nächste Woche geht’s dann los mit Klassenarbeiten. Anscheind bekomme ich doch Noten, dieses Halbjahr.

Tag 58 bis 63, Pandemie fertig

Auf einmal werden Hausaufgaben wieder rausgekramt, die wir vor langer Zeit mal auf einen „sollte der Moment kommen, vielleicht “ Stapel abgelegt hatten. Einige Lehrer haben Andeutungen gemacht, anscheind geht es dann nächste Woche doch los. Irgendwie, ein bisschen. Ich durchsuche Emails und chat-Gruppen nach Informationen und finde nichts. Nur der Kultusminister schreibt mir auf allen Wegen immer den gleichen Brief.

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Vier Seiten lang ist der Brief des Kultusministers. Vermutlich hat er den wirklich selber geschrieben. Er habe zwei Kinder, eins ist schon fertig mit der Schule, eins ist im Kindergarten, deshalb glaubt er, nachfühlen zu können, was Eltern gerade alles leisten. Er schildert mir meine Belastungen und Sorgen der letzten Wochen. Diese Sache mit dem Unterricht in der Zeit des lockdown, nun, ach, da wäre wohl noch Luft nach oben gewesen, gibt er zu. Dass die Eltern jetzt alle so laut und nörgelig sind tut ihm voll leid. Bei ihm im Haus arbeitet man daran, die Schulen zukünftig bei der Schaffung einer verbesserten „unterrichtsersetzenden Lernsituation“ zu unterstützen. Sogar mit so digitalen Sachen. Alles wird gut, und von ganzem Herzen schönen Dank auch, das wir den Arsch am kacken gehalten haben. Mit freundlichen Grüßen, Professor Doktor….

Die unterrichtsersetzende Lernsituation bin dann wohl ich, vermute ich mal. Das bin ich ja schon seit neun Jahren. Die kantinenersetzende Küchensituation übrigens auch, obwohl alle Kinder in Schulen mit Ganztags-irgendwas gehen. Das ist alles kein Problem, also, im Moment nicht. Wenn ich an meine einkommensersetzende Rentensituation denke schon. Anerkennung in Form von Rentenpunkten oder irgendeiner Art von mehr Euros auf dem Konto wären mir lieber, als blumige Ministerworte.

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Allmählich kommt Leben ins Dorf, man hört wieder Kinder draußen, es fahren mehr Autos, in der Ortsmitte sitzen die älteren Damen wieder auf der Bank. So soll das.

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Der Parkplatz vor dem Supermarkt ist ziemlich voll, es sind aber noch Einkaufswagen da. Anscheind kaufen wieder die Leute ein, die das normalerweise auch tun. Es steht niemand mehr lange nachdenklich vorm Regal und alle Anwesenden laufen intuitiv in die richtigen Richtungen. Keine Gespräche, keine Augenkontakte, es wird normaler.

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Die Monteure, die eigentlich heute angereist wären, müssen überraschend zwei Wochen Quarantäne stopp in Polen machen. Falls es den Auftrag danach noch gibt, würden sie wohl gern kommen. Kein Problem.

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Ich war beim Frisör. Die Frisur, die mir das Märzkind geschnitten hat, war gut. Allerdings wächst sie seltsam unregelmäßig nach. Um da wieder eine Richtung reinzubringen… so kurz hatte ich die Haare zuletzt auf meinem Führerscheinfoto.

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Montag also Schule. Die neuen Klassenräume und Laufrichtungen werden bekannt gegeben. „Dann muss ich jetzt alles selber mitschleppen?“ Ja, so sieht’s aus. Eigentlich gibt es ein mit Banknachbarn abgesprochenes, ausgeklügeltes System, dass an jedem Tisch eine Vollausstattung an Büchern, Tintenkillern, Geodreiecken und so sicherstellt, ohne das jeder alles dabei haben muss. Die Kinder sichten den Stundenplan, der an diesem Tag gelten, wird und packen.

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Der erste Schultag fühlt sich paradoxerweise an, wie der letzte vor den Sommerferien. Welche Anspannung in den Kindern steckte, merkt man erst jetzt. Alles war seltsam in der Schule, aber auf eine nette Art. Das morgen wieder frei ist, ist eigentlich ganz schön. Ranzen werden in die Ecke gestellt und Verabredungen für den Nachmittag gemacht. Die ersten Gäste die kommen waren auch die letzten, die vor der Kontaktbeschränkung gegangen sind. Obwohl, einer schleicht über den Flur, der war noch nie hier. Langeweile hatten wir die ganze Zeit nicht einmal.

Tag 54 bis 57, Frau Kowallik und so

Am Samstag ist herrliches Wetter zum Wäsche trocknen. 4 Maschinen voll trocknen draußen und werden direkt auf dem Gartentisch zusammengelegt, danach Bügelwäsche und Sockenmemory und alles in die Schränke verteilen. Die anderen hauswirtschaften alle im Haus, es ist wieder viel liegen geblieben, diese Woche.

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Abends sind wir alle eingeladen. Der Opa feiert seinen Geburtstag auf dem Hof. Es hat was von Außengastronomie, wir verteilen uns an mehrere Tische. Die, die systemrelevant arbeitenden versuchen, Abstand zu den vorerkrankten Omas zu halten.

Das ist aber nicht so leicht, de Omma will auf den Friedhof, Schitt ruppen (zwecks Grabpflege). Es zieht sich schon durch die ganze Woche. Der Vatta hat abgewiegelt, also ist jetzt meine Schwester an der Reihe. De Omma rutscht mit ihrem Stuhl so dicht ran, wie es geht und fragt, wann es ihr denn passt?

Das geht leider im Moment nicht, weil, man darf nur in einem Auto fahren, wenn man auch zusammen wohnt, sagt meine Schwester und zieht ihren Stuhl dabei bis zum Zaun. Ach, das glaubt de Omma aber nicht. Doch, doch sagt der Liebste, vielleicht würde es gehen, wenn sie bereit wäre im Kofferraum zu sitzen, scherzt er. Damit ist das Thema vorerst vom Tisch.

Kurz bevor de Omma nach Hause geht, setzt sie sich neben den Vatta und sagt, er muss sie auf den Friedhof fahren, morgen. Der Vatta murmelt. Das Märzkind bekommt es mit und weist ihren Opa darauf hin, dass morgen Muttertag ist, da wird er seiner Mutter doch wohl nix abschlagen. Der Vatta murmelt, das Märzkind grinst, ich auch.

De Omma ist zufrieden. „Ihr stellt euch aber auch alle an. Wegen so einem Virus. Den gibt es vielleicht im Ausland, aufs Dorf kommt der nicht.“

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Sonntag morgen erhalte ich eine mail der lange verschollenen Englischlehrerin. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich die Mappen mittlerweile. Sie bittet darum, keine weiteren mehr abzugeben. Sie habe so viel zu korrigieren, es wird daher eine Weile dauern, dafür haben wir ja sicher Verständnis, und, wenn da jetzt noch mehr Mappen kämen, wäre das für den Ablauf hinderlich, die lassen sich nicht so komfortabel stapeln.

Nun, sie hatte vor den Osterferien eine Mappe in Auftrag gegeben. Seit letzter Woche gibt es die Möglichkeit zur Abgabe, die haben anscheind einige genutzt. Selbstverständlich habe ich Verständnis dafür, und entnehme die Blätter aus der Mappe, die ich extra auf dem Dachboden gesucht hatte, aus dem vom Maikind sorgfältig beschrifteten Register und tackere sie zusammen. Allerdings tackere ich auch einen Zettel mit an, auf dem ich handschriftlich mitteile, wie viel Verständnis ich genau habe.

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Och, wo ich gerade eh dabei bin, schreibe ich noch eine Mail an die Deutschlehrerin. Leider weiß ich nicht ob, und wie sie bearbeitete Aufträge entgegen nehmen will, ich schicke ihr Fotos und teile mit, dass ich die Originale in der Schule abgeben werde. Es wird allerdings schwierig, das Kind zu weiteren Aufgaben zu motivieren, da ja seit Wochen gar keine Reaktion komme, füge ich hinzu.

Eine viertel Stunde später klingelt das Telefon. Die Deutschlehrerin. Sie habe sich schon gewundert, dass von uns nichts kam und hätte heute sowieso mal angerufen. Ob ich denn nicht in der Whatsapp Gruppe von Frau Kowallik sei? Nein, ich kenne gar keine Frau Kowallik. Aber, da leite sie doch die Arbeitsaufträge drüber weiter. Die Frau Kowallik habe gesagt, es wären alle da. Ich nicht. Vermutlich weiß Frau Kowallik nicht, dass ich existiere, und konnte mein Fehlen nicht bemerken. Naja, nun ist es eben so. Wir sind uns einig, dass es im Moment an vielen Stellen nicht optimal läuft obwohl sich wirklich viele Leute viel Mühe geben. Es ist eigentlich ein nettes Gespräch. Ich hab eine Rückmeldung und sie kann jemanden von der Liste der unerreichbaren streichen.

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Ein Lesetagebuch wurde soeben beendet. Unter anderem musste jedes der 28 Kapitel kurz zusammengefasst werden. Die letzte Seite ist nicht mehr zu finden. Ich suche konzentriert nach der Datei und bemerke das Drama erst, als es schon ein Schluchzen ist. “ Das ist nicht weg“, versuche ich zu beruhigen, es nützt nur nicht viel. Ein Buch, das eigentlich sogar gern gelesen wurde, endet kurz vorm Nervenzusammenbruch. Lesetagebücher sind wie Dementoren.

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Montag morgen holen wir einen Stapel Kopien in der Grundschule ab, hauptsächlich um mal zu schauen, wie es da denn aussieht. Der Gruppentisch wurde entfernt, die anderen Tische verteilt. An jedem Tisch ein Namensschild und das Unterrichtsmaterial steht auf dem Platz, der frei sein wird. Die Lehrerin begrüßt mit Maske und erklärt kurz, wie es dann Montag laufen wird.

Es sieht nicht so aus, wie sie gedacht hätte, sagt das Julikind, dann freut sie sich doch.

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In der anderen Schule lasse ich mir die Abgabe der Englischaufgaben im Sekretariat quittieren. Alle anderen Stapel legen wir einfach in den jeweiligen Bereich ab. Obwohl das Maikind und ich aufmerksam und mehrmals gucken, finden wir keinen Arbeitsauftrag zum Thema Indianer, den die Deutschlehrerin hier ablegen wollte. Dann. Eben. Nicht. Fertig.

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Als wir das Gebäude verlassen weht uns ein kalter Wind Schneegrisel ins Gesicht. Was soll das denn? Wir haben doch vorgestern noch abends um neun im T shirt draussen gesessen?

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Hausaufgaben, Hausaufgaben, Hausaufgaben, Hausaufgaben, aufräumen, kochen, aufräumen, Hausaufgaben

Mal eine halbe Stunde, in der ich nichts soll und mich niemand anspricht, das wäre schön.

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Dienstag morgen kommt der neue Stundenplan für die vierten Klassen. Montags 1.-4. Stunde Unterricht, dienstags Heimarbeit, mittwochs 1.-4. Stunde Unterricht, donnerstags Heimarbeit, freitags online Unterricht, zwei Schulstunden. Beide Klassengruppen werden vom gleichen Lehrerteam unterrichtet. Ich verstehe jede einzelne Überlegung, die dahinter steht. Es ist wirklich die bestmögliche Lösung für alle.

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Natürlich bin ich bereit, den Bildungsauftrag in Heimarbeit zu übernehmen. Es handelt sich dabei um qualitativ hochwertige, systemrelevante care-Arbeit, die ich in diesem Umfang natürlich nicht ehrenamtlich leisten kann. Dafür hat der Steuerzahler sicher Verständnis.

In diesem Sinne: Seid frech und wild und wunderbar!

Tag 49 bis 53, lockerer lockdown

Sonntag Vormittag ging ich joggen, dann wurden zwei Elterntaxifahrten verlegt. Die fallen im Moment weg. Ich gehe also Sonntag Vormittag joggen, nicht weit und nicht schnell, ein bisschen für die Gesundheit, hauptsächlich um den Kopf frei zu bekommen. Um diese Zeit hat man die Welt für sich alleine. Auf der Strecke sind mir im ganzen letzten Jahr zwei Radfahrer begegnet. Da ich alleine laufe und nicht oft, trage ich dabei eine Sofasitzhose, die mir vor Jahren als Jogginghose verkauft wurde, dazu das ganze Frühjahr über das gleiche Langarmshirt, solange, bis Tshirt Wetter ist, dann kommt es in die Wäsche. Die Schuhe sind deluxe und fast neu, leider erkennt man das aufgrund der Staubschicht nicht.

Das erste Teilstück verläuft an der Hauptstraße. Es kommt uns genau ein Auto entgegen. Der Hund läuft hier lässig und entspannt an der Leine. Im Feld mache ich ihn los.

Im tiefsten Wald begegnet uns mit ein mittelaltes Pärchen mit Hund. Ich rufe den Hund, leine ihn an. Sie erkundigen sich nach dem Weg, denn sie sind einfach mal auf gut Glück… ist alles richtig, schönen Sonntag.

Hund los, weiter geht’s. Nach 200 Metern begegnen mir Fahrradfahrer. Hund rufen, anleinen. Ein guter Freund des Maikinds ist unter den Radfahrern. Ob er denn den Hund mal streicheln dürfte, fragt er aus der Distanz. Sicher. Wir kommen schnell ins Gespräch. Schule läuft bei ihm auch eher so mittel und das Baumhaus ist eigentlich fertig, gut, zu tun gibt’s da immer was aber irgendwie… Vielleicht könnte man sich ja mal verabreden, liebe Grüße ins Tal, Grüße auf den Berg.

Einen Moment sind wir alle ratlos, weil ein weiterer Jogger in beachtlichem Tempo auf uns zu kommt. Auf dem Pfad mit Bächlein links und hohem Gras rechts bilden wir eine Gasse, um die Abstandsregeln umzusetzen. Wir schmunzeln alle, man kommt sich blöd vor, der Jogger nickt dankend. Schönen Sonntag euch allen.

Hund los, weiter geht’s. Hinter der nächsten Kurve sehe ich zwei Wanderer. Hund rufen, anleinen, Distanz halten auf schmalem Waldweg, weiter geht’s mit angeleintem Hund, damit ich einfach mal ein paar Meter laufen kann. Der Hund versteht die Welt nicht mehr. Eigentlich wollte er durch den Bach toben, während ich hier langlaufe, und all die schönen Stöcke, die man hier mitnehmen kann, sollen einfach so liegen bleiben? Joggen mit Junghund an der Leine im Wald ist ähnlich wie ein Spaziergang mit Kleinkind. Aber es nützt nichts. Ein Spaziergänger ist in Sicht. Danach noch zwei und noch zwei und noch zwei.

Das Shirt hab ich in die Wäsche getan und nächste Woche ziehe ich diese stylische Laufhose an.

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Montag ein Besuch beim Hausarzt und ein Großeinkauf in nur zwei Stunden erledigt. Das hätte sonst den ganzen Vormittag gedauert. Das Städtchen fast ohne Menschen ist ganz angenehm.

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Immernoch keine Hefe. Klopapier steht wieder im Regal. Man hat die Auswahl zwischen Ökokratz und 5-lagig, ich hätte gern das dreilagige Standard Papier. Ein paar Tage kommen wir noch hin.

Statt dessen kaufe ich „das Kochbuch für Notfall und Krise nach Empfehlungen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“. Der Titel gefiel mir und auf dem Cover ist eine Dose. Kochen ohne Wasser wird bestimmt das nächste große Ding.

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Dass sich beim Märzkind wieder Lehrer um den Unterricht kümmern, entlastet mich enorm. Beim Maikind ist regelmäßiger Kontakt zur Mathelehrerin entstanden, ein Abgabetermin mit Rückmeldung macht vieles leichter. In Englisch fehlen Grundlagen. Wir haben uns vorgenommen, daran zu arbeiten, vielleicht wird es dann weniger nervig. Die Deutschlehrerin lebt noch. Grundschule läuft, da muss ich nur anwesend sein. Wobei das auch zeitintensiv ist, aber, unter Vorbehalt würde ich sagen, dass aus dem Hausaufgaben-Marathon allmählich so etwas wie home schooling wird.

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Es wird entschieden, dass jedes Bundesland für sich entscheiden darf, wann was in welcher Form gelockert wird. Wer schon mal versehentlich an Allerheiligen im Städtchen war kann da nur mit dem Kopf schütteln. (NRW hat Feiertag, Hessen nicht).

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Eventuell geht für alle Schüler ab der vierten Klasse ab 18. Mai der Unterricht wieder teilweise los, in eingeschränkter Form. Danke für diese Information.

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Das Julikind hat eine Freundin zu Gast. Die beiden machen die Dorfralley, die der örtliche Kindergärten organisiert hat.

Das Märzkind macht eine Fahrradtour mit einer Freundin. Picknick am Edersee.

Das Maikind guckt den neuen Star wars Film auf DVD.

Der Liebste holt 0,8 Kubikmeter Rindenmulch und verteilt ihn auf Beeten. 0,2 Kubikmeter fehlen noch.

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Es ist erstaunlich wie verschieden Gesichter sind. Ich habe bestimmt schon 5 Rotzbremsen genäht, die keinem passen. Drei Modelle können in Serie gehen, sobald die coolen Stoffe versendet werden können und es wieder Gummiband gibt.

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Lob und Anerkennung erhielt ich für eine weitergegebene Rotzbremse. Die passt perfekt. Kollegen seien neidisch, das vom Amt gestellte Modell passt nämlich niemandem und erinnert an Boxershorts. Ich freue mich.

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Ab neunten Mai darf mit sich wieder mit Personen aus einem anderen Haushalt treffen. Das passt, der Vatta hat Geburtstag und läd den ganzen Haushalt zu Gulaschsuppe ein.

Vorfreude als wäre morgen Weihnachten.

Tag 46 bis 48, es regnet

Endlich Regen, vorerst eine Sorge weniger. Der Wald riecht wieder nach Wald, es macht ein Geräusch, wenn der Hund auf die Wiese rennt um die Frisbee zu fangen, weil das Gras auf einmal so lang ist. Die Rapsfelder sind grell gelb und auch nach acht Wochen bringt mich die Fernsicht noch zum Staunen.

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Grundschule läuft. Das Material war etwas anders, weil ja beinah Schule gewesen wäre, aber kein Problem.

Online Unterricht war in der letzten Woche fast genauso blöd wie gar kein Unterricht. Es ist in dieser Form hoffentlich noch in der Findungsphase.

Beim Maikind wollte schon die zweite Woche in Folge eine Mathelehrerin Ergebnisse haben. Sie meldet sich auch mit Korrekturen schnell zurück. In diesem Kurs sitzen normalerweise 31 Kinder. Das wirft natürlich die Frage auf, was aus den anderen Lehrern geworden ist. Die verschollene Englischlehrerin hat von sich aus eine nette mail geschickt. Einige der Informationen hätten mir vier Wochen früher noch mehr geholfen, aber immerhin. Man liegt anscheind gut in der Zeit, weil in diesem Jahr ja sonst nichts mehr stattfinden wird (Klassenfahrt, Sportfest….). Ihr wäre es auch wichtig, dass die Kinder in dieser Situation glücklich sein können, daher erstmal kein Termindruck. Das Kind sagt, am glücklichsten wäre es ganz ohne Englischaufgaben. Wir finden einen Kompromiss. In Deutsch kamen bis jetzt nur zwei umfangreiche Aufgaben. Da auf den ersten, nur zum Teil geschafften Auftrag, bisher keine Reaktion erfolgt ist, wurde die Arbeit am zweiten vorsichtshalber noch nicht angefangen. Die Lehrerin ist normalerweise sehr zuverlässig und organisiert, aber „wenn die tot ist, kontrolliert das doch sonst eh keiner.“ Was soll ich dazu sagen? Der Junge hat recht.

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In der Speisekammer habe ich zwei Gläser Stachelbeeren gefunden, die in 2016 abgelaufen sind. Leider hat die sensorische Überprüfung das bestätigt, es gab Pflaumenkuchen.

Ich dachte, damit sei ich die Königin der Chaoten, aber meine Schwester besitzt eine Dose Erbsen und Möhren, die schon beim Einzug in die Wohnung (vor acht Jahren) abgelaufen war. Ob die schlecht ist, wird man dann sehen. Respekt.

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Zwei Ameisen laufen über die Arbeisplatte neben der Spüle. Es sind immer nur zwei und sie sind sehr klein. Unmöglich zu sagen, woher sie kommen oder was ihre Mission ist. Ich habe sie schon den Abguss runter gespült, mit dem Biomüll rausgetragen und eingesaugt. Ich bleibe dran, die planen doch irgendwas.

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Der Kleiderschrank des Maikindes sah aus… Wir haben ihn einmal komplett ausgeräumt und bei der Aktion direkt alles draußen gelassen, was nicht mehr passt.

„5 Tshirts? Wenn die Läden öffnen müssen wir dann mal einkaufen.“

„Hää? Wieso? Eins ist in der Wäsche, eins liegt im Bad, eins hab ich an, sind doch noch zwei im Schrank.“

Auch gut. Ich nehme mir vor, diese Tshirts einfach immer zu waschen, egal bei welcher Farbe. Mit Maske Klamotten kaufen ist blöd und bestellen geht nicht, weil das Kind gerade keine Normgröße hat.

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Die Mädels finden auf dem Dachboden eine Kiste Klamotten, die alle noch top sind, weil das Märzkind auch so schnell gewachsen ist. Das Julikind freut sich. Der Kleiderschrank wird auch neu sortiert.

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Bei solchen Aktionen altere ich schneller als an Geburtstagen.

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Die Hausarztpraxis hat mich angerufen und um einen Termin gebeten. Seltsam, ich hoffe das heißt nix. Das ist schon der zweite Eintrag im Kalender für Mai.

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Ich schreibe eine Trauerkarte. Es ist schon die zweite Trauerfeier im lockdown. Bei Geburtstagen haben wir mittlerweile eine Routine, da gilt die Parole „alles wird gut“. Worte zu finden, für Leute, die alleine trauern müssen fällt mit schwer.

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Nächste Woche werden wir Möglichkeiten finden, das die Kinder Freunde treffen können. Vielleicht nur einzelne Freunde und nicht so lange und draußen, irgendwie, irgendwo, aber jetzt.

Tag 41 bis 45, hat Ihnen diese Information weitergeholfen?

Samstag morgen, kurz nach acht. Der Liebste und ich sitzen am Esstisch, der noch kein Frühstückstisch ist. Es wäre die Gelegenheit, mal ein normales Gespräch zu führen. Aber, wir sind zu müde. Erstmal Kaffee. Nach dem ersten Kaffee werden kurze Sätze möglich. Der Alltag macht uns fertig, stellen wir fest.

Dass das Julikind am Montag wieder zur Schule hätte gehen sollen, hat zwar allen ein komisches Gefühl gegeben, es war aber auch eine Perspektive. Das ist uns erst aufgefallen, als es abgesagt wurde. Im Klartext bedeutet dass, es wird vor den Sommerferien keine Normalität mehr geben. Die Kinder sind da schon selbst drauf gekommen. Das ihnen das niemand offiziell mal sagt, macht es nicht besser. Die Osterferien waren nicht wahrnehmbar, vor lauter Hausaufgaben, ein Wochenende hatten wir auch schon lange nicht. Die home office Mütter sprechen da immernoch von „einer Herausforderung, die eine Umstrukturierung des Alltags erfordert“. Ich persönlich neige allmählich dazu, die Situation als suboptimal zu bezeichnen, möchte aber nicht die erste sein, die jammert. Das macht müde.

Der Liebste managt auf der Arbeit das Abwasser. Der Betrieb entnimmt Wasser aus einem Flüsschen und leitet es ein paar Meter weiter wieder ein. Da gibt es strenge Auflagen, die zu erfüllen die meiste Zeit kein Problem ist. Im Moment hat das Flüsschen aber so wenig Wasser, dass alles ganz genau kontrolliert und dokumentiert werden muss, ständig. Schlimmstenfalls muss dann ein Anruf getätigt werden, „Maschine stopp“. Das war im letzten Sommer schon anstrengend, als man sich noch mit Kollegen austauschen konnte. Dürre und Pandemie macht müde.

Nach und nach tauchen die Kinder zum frühstücken auf. Heute hat niemand Lust, über Hausaufgaben zu reden, jeder pickt sich seine Aufgaben aus der Haus- und Hoftag-Liste. Wenn fünf Personen gleichzeitig Präsenz-hausarbeiten stellen sich schnell vorher/nachher Effekte ein. Das tut gut.

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Am Sonntag Rückenschmerzen des Todes beim Liebsten.

Die Tante und wie-ein-Onkel kommen auf ihrer Fahrradtour bei uns vorbei. Wir trinken einen distanzierten Kaffee. Abstandsregeln können in unserem Esszimmer eingehalten werde, es fühlt sich seltsam an.

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Montag morgen möchte ich einen Anruf tätigen, über Festnetz, weil in unserem Haus der Mobilfunkempfang schlecht ist. Kein tuut. Vielleicht haben die geschlossen? Ein Blick ins Internet, ähm, ich bin offline? Router ausschalten, Router einschalten, immernoch offline. Eine halbe Stunde vor Beginn des online Unterrichtes ist das nicht gut. Ich gehe also vors Haus und rufe die Störungsstelle an. Während ich mich durch das Menü klicke, kommt das Märzkind dazu, sie ist offline, weiß ich doch, bin dran. Sie setzt sich auf die Treppe und amüsiert sich über meine Unterhaltung mit dem Algorithmus. Nach einigen Minuten erfahren wir:

„Ihr Anschluss ist von einer Störung betroffen, wir arbeiten bereits an diesem Problem. Hat Ihnen diese Information weitergeholfen?“

“ N E I N!!“, sage ich sehr laut und sehr deutlich. Das Märzkind guckt irritiert, normalerweise bin ich nett am Telefon. Na gut, ein bisschen hat es geholfen, ich muss jetzt nicht panisch nach dem Fehler suchen. Allerdings kann ich auch sonst nichts.

Sind Sie gerade so richtig angepisst, drücken Sie die 2.

Möchten Sie uns Kraftausdrücke Ihrer Wahl aufs Band sprechen, drücken Sie die 3.

Möchten Sie sich unter die Kellertreppe setzen und heulen, drücken Sie die 4

Möchten Sie ein Glas Rotwein und eine Schachtel Pralinen dazu, drücken Sie die 5

Ich hätte gerne eine Wahlmöglichkeit, aber der Algorithmus hat das „Gespräch“ schon beendet.

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„Hä? Haben wir jetzt kein Internet? Wie lange denn? Dann kann ich nicht in den online Unterricht?“

„Nö. Keine Ahnung. Nö. Hat Ihnen diese Information weitergeholfen?“

Wir lachen, noch.

Dann schreibt sie ihrer Freundin schnell ne Whatsapp, dass die Bescheid sagt. Whatsapp läuft über WLAN. Ah so, dann ne Email. Für Emails braucht man Internet. Stimmt. Dann ruft sie halt an. Festnetz geht nicht. Das Märzkind geht an die Stelle, an der mobil telefonieren möglich.

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Zusammenfassend kann ich sagen, dass keine Schule und keine Freizeitaktivitäten und keine Freunde treffen und kein Internet selbst für die tapfersten Kinder der Welt zu viel ist.

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Auf nichts davon Einfluss nehmen zu können ist schwer fürs Mutterherz.

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Dienstag Mittag gegen halb eins ist die Störung behoben. Die Erleichterung ist sofort spürbar. Es dauert eine ganze Weile, bis sich das Chaos sortiert, aber die Freunde können jetzt wieder helfen.

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Das Mutterherz braucht den ganzen Mittwoch zur Regeneration. Aus Erschöpfung wird wieder Müdigkeit. Es geht bergauf.

Tag 39 und 40

Ein kurzer Blick auf den Kalender, ja, es waren tatsächlich nur zwei Tage.

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Hausaufgaben liefen beim Julikind gestern sehr zäh. Vor lauter Vorschul-kribbeln fühlt sie sich unvorbereitet, weiß nicht, womit anfangen, was ist am dringendsten, was wird abgefragt werden? GAR NICHTS! Sie glaubt nicht dran, kann sich auch keine Vorstellung vom Ablauf machen. Ich erkläre was ich weiß.

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Bei der Krankengymnastik stellen wir fest, dass selbstgenähte Masken auch nicht passen können. Die Pysiotherapeutin näht auch für die Verwandschaft, im Moment und kennt das. Wir fachsimpeln ein bisschen, sie kopiert uns ihren Schnitt.

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Das Märzkind installiert jede Menge Zeug. Heute morgen gab es eine Einweisung ins online Klassenzimmer. Montag morgen um neun geht das dann los. Ob das eine Verbesserung wird, werden wir sehen. Wir hatten immer erst um zehn angefangen.

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Die Mathelehrerin des Maikindes ruft an, um mal zu hören, wie es denn klappt. Es könnten jetzt bearbeitete Blätter abfotografiert oder hochgeladen werden, wenn Korrektur gewünscht ist. Lösungen seien in der Email, falls Eltern da lieber selbst… „Nein, nein, wenn Sie das machen wäre mir sehr geholfen.“ Mathe ist ein Selbstläufer in diesem Fall, siebte Klasse könnte ich zwar, aber wenn ich nicht muss… Selbstverständlich, deswegen meldet sie sich ja. Herzliche Grüsse ans Kind.

Das Kind strahlt. „Das sich mal jemand dafür interessiert, wie es bei uns so läuft, das ist aber schön“. Tatsächlich hänge er an einer Stelle, wenn er da was schicken soll, dann müssten wir mal. Nach zwei Minuten ist das Problem gelöst und ein frisch motivierter Schüler macht eben den Rest noch fertig.

Es war tatsächlich das erste mal, das sich jemand nach dem Verlauf erkundigt hat, in Woche vier des Hausaufgaben-Marathons. Das ist mir in dem ganzen Gewusel bisher nicht aufgefallen.

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Die Grundschulklassenlehrerin schickt Informationen zum Schulbeginn und eine aktualisierte Schulordnung. Mundschutz wird dringend empfohlen, ist aber keine Pflicht. Bitte unterschrieben am Montag mitgeben.

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Zeitgleich erreicht mich eine Nachricht im Elternchat, ob wir denn gehört hätten? Montag keine Schule für die Viertklässler.

Hä? Ich vermute einen Scherz. Aber anscheinend hat man schon gehört.

Es ist zwanzig vor eins, kurzentschlossen rufe ich im Sekretariat an und komme durch. Die Dame seufzt. Sie hat noch keine Infos, solange nichts offizielles ankommt, ist Schule.

Um eins ist man sich im Radio schon sicher, definitiv keine Grundschule. Irgendeine Vierklässlerin hat geklagt, weil es die totale Ungleichbehandlung von Grundschülern wäre, wenn die einen gehen müssen und die anderen nicht. Bäm! Ich find’s cool, weil ich in der komfortablen Lage bin, mir das leisten zu können. Wer am Montag mit vier Stunden Betreuung kalkuliert hat ist jetzt gekniffen.

Hin und wieder macht man sich Gedanken um die Hartz4 Kinder, dass es auch Grundschüler gibt, die seit Wochen nur von Akademikern umgeben sind, hatte ich nicht bedacht. Da kann der DFB nur hoffen, dass von den Blagen keiner Handballfan ist, oder Eishockey, oder Basketball.

Die Webseite der Schule bleibt dabei, Montag ist Unterricht für die Abschlussklassen und die vierten.

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Kochen, Wäsche aufhängen, essen

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Die erste Elterntaxifahrt zum Spass, seit Wochen. Das Märzkind trifft sich mit einer Freundin. Spazieren gehen. Große Freude.

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Wenn ich dann eh im Städtchen bin, kann ich auch einkaufen. Zum vorerst letzten Mal ohne Maske.

Ich wüßte nicht, das ich jemals ein Haar im Mund gehabt hätte, beim Einkaufen, vor Corona. Jetzt, wo ich mir auf keinen Fall ins Gesicht fassen will, schon das dritte mal.

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Während ich weg war haben die Kinder gesaugt und die Spülmaschine ausgeräumt. Jeder muss jetzt jeden Tag „was für die Allgemeinheit machen“. Das ist unterm Strich keine Zeitersparnis, weil ich dauernd irgendwas suche, was normalerweise einen Platz hat, und in guter Absicht aufgeräumt würde, aber ich plane da längerfristig.

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Wo sie einmal dran sind, tragen mir die Kinder noch den Einkauf rein. Ich räume und räume und räume, an verschiedene Orte im Haus.

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Die Kinder nehmen den Hund mit zum Opa, der will den Gartenschlauch in Betrieb nehmen. Ein Freizeit Highlight.

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Ich sehe einen Moment der Ruhe am Horizont, dann fällt mir auf, dass ich vergessen habe, das Maikind zum Konfirmandenunterricht anzumelden. Normalerweise hätte es da einen Elternabend gegeben. Drei Sätze auf einen AB gesprochen und fertig.

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De Omma ruft an, erzählt von ihren Gartenarbeiten und von ihrem Spaziergang. Dabei fällt mir ein, dass ich doch für heute eigentlich zum Streiken angemeldet war, Klima ist ja auch noch. Mist, da bin ich gar nicht zu gekommen.

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Die Vertretungplan app meldet eine neue Nachricht. Sieht auf den ersten Blick aus wie die alte Nachricht, nur zwei Sätze wurden aktualisiert. Am nächsten Montag findet Unterricht für die Abschlussklassen statt. Die vierten Klassen und alle anderen bleiben zu bitte zu Hause.

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Für 18 Kinder waren zwei Räume und fünf Lehrerinnen eingeplant. Den Rest können wir uns zusammenreimen.

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Märzkind im Städtchen abholen, Tisch decken, essen, aufräumen, Spätburgunder