zuckerfrei

Früher, da musste ich sonntags schon um halb neun mit dem Hund raus. Um kurz vor zehn musste der Konfirmand zum Gottesdienst gefahren werden. Danach war ich gerade so rechtzeitig zu Hause, um das Märzkind zum Training ins Städtchen zu fahren. Dann zurück und irgendwas kochen, wieder hin um das Kind abzuholen, essen und wieder mit dem Hund raus. Ich mag die Lockdown-Sonntage.

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Gefühlt kommen sehr viel mehr Kraniche wieder, als ich Richtung Süden habe fliegen sehen.

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Das Maikind wird am Telefon verlangt. Das ist ungewöhnlich. Gleich kommt die Tante vorbei um seinen Nintendo abzuholen, sagt er. Ich wundere mich, die Konsole gehört eigentlich zum Allerheiligsten. Der große Cousin ist in Quarantäne, erfahre ich. „Und, wenn der schon übers Festnetz hier anruft, dann braucht der die echt.“

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Ich klettere so halb den Hang hoch und angele nach der Hunde-Frisbee. Ratsch. Meine Jeans reißt. Das kann doch wohl nicht sein. Abends stelle ich mich zum ersten Mal seit Ewigkeiten auf die Waage. Oh. Die Jeans hatte recht.

Wieviel Süßkram ich wirklich gegessen habe fällt mir erst auf, als ich versuche ohne klar zu kommen.

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Kopiergeld soll sie mitbringen, sechs Euro, sagt das Julikind. Vier Präsenztage Schule waren das, bis jetzt, dieses Jahr. Mir war so, als hätte ich in der übrigen Zeit die Kopien gemacht. Aber natürlich zahle ich gern. Die Bildug der Kinder liegt uns ja allen am Herzen. Nicht wahr?

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Stadt/Land/Einhorn ist tatsächlich eine intelektuelle Herausforderung. Ich kenne so gut wie keine Flüsse und gar keine Influencer. Städte und Länder fallen mir schon ein, aber so einfach ist es natürlich nicht. „Honduras ist kein Land, man darf sich doch nicht einfach irgendwas ausdenken“. Das Julikind ist entrüstet. „Günther??? Also Mama echt jetzt, Günther ist doch kein Einhornname.“ Ja, nee, ist klar.

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Das Maikind wirft seit Tagen einen kleinen Ball gegen seine Zimmerwand, so leise es geht, aber stundenlang. Es nervt ein bisschen. Völlig unerwartet hört das Klopfgeräusch auf. Er kommt aus dem Zimmer, setzt sich an den Esstisch und erklärt mir wie Bitcoin-Mining funktioniert. Ich bin ehrlich beeindruckt. Er backt dann jetzt Schokoladenkuchen, sagt er.

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Anderen beim Backen zuzuschauen ist faszinierend.

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Eine Geburtstagsfeier für das Märzkind? Schwierig, die Kontaktbeschränkungen werden dann immernoch gelten. Es dürfen sich maximal 5 Leute aus zwei Haushalten treffen. Paare gelten als ein Haushalt. Was heißt das denn wohl? Sind das Märzkind und pluseins damit ein Haushalt. Die Freundin hat einen besten Freund, die sind zwar kein Paar, aber das kann doch niemand wissen, oder? Ich bewundere im Stillen ihren Ehrgeiz, die Regeln einzuhalten. 5 Personen haben wir erlaubt, in der Hoffnung, dass da einfach niemand so genau nachfragt. Beim zweiten Lockdown-Geburtstag ist nachfeiern keine Option mehr.

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Wir bereiten uns aber schon mal auf Lockdown-Osterfeuer vor. Der Liebste räumt Altholzvorräte aus der Garage immer schön nach vorne. Wir werden wohl die ganze Nacht an der Feuertonne stehen.

Ich weiß es doch auch nicht

Vor Ostern, wenn die Skigäste durch sind und es draußen warm genug zum Wäsche trocknen ist, mache ich normalerweise eine Grundreinigung in der Ferienwohnung. Skigäste gab es keine, Ostergäste wird es auch nicht geben. Ich vermisse das Bettzeug und Gardinen- und Geschirrchaos. Es ist seltsam, ich mochte es nie. Den Weihnachtsstern könnte ich mal abnehmen.

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Wir bringen ein Auto zum Wanderparkplatz zwei Orte weiter und laufen ein Stück auf diesem Premiumwanderweg, der quasi vor der Haustür anfängt. Wir müssen hier alle mal raus. Das Julikind wollte nicht mit, zu Hause bleiben aber auch nicht. Nach einer halben Stunde führt der Weg durch die Wildnis und sie wird fröhlicher. Früher, als er klein war, musste er auch wandern, mit seinen Eltern, sagt der Liebste, sie waren in Bayern, in Österreich und so. Aber hier, hier ist er noch nie lang gelaufen.

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Vor zwei Wochen hatte ich eine Matratze bestellt und bezahlt. Seitdem nichts mehr davon gehört. So langsam müsste die geliefert werden. Oder auch nicht. Nach zwanzig Minuten in einer nervtötenden Warteschleife, habe ich eine Dame am Telefon, die mir nur sagen kann, das auf meiner Zahlungsbestätigung eine falsche Nummer steht, und der Auftrag vermutlich deswegen „irgendwie durchgerutscht“ ist, leider könne sie da nichts für mich tun, ihr Job ist es nur, ans Telefon zu gehen, so leid es ihr tut. Ich storniere.

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„Der Mathewettbewerb, nächste Woche, findet der statt?“, fragt das Maikind im vorbeigehen. Ähm, gute Frage. Anruf im Sekretariat der Schule. Gute Frage, man wird mich gleich zurückrufen. Der findet tatsächlich statt, so halb digital. Das Maikind soll bitte Mittwoch in die Schule kommen. Jackpot! Mittwoch ist der einzige Tag der Woche, der pickepackevoll mit online-Unterricht ist. Leider wird verlangt, dass er ab der sechsten Stunde zu Hause wieder teilnehmen muss. Man fasst es kaum, sagt das Maikind. Hätte der Wettbewerb im Städtchen stattgefunden, wäre er für diesen Tag freigestellt worden. Ähm, ich sag lieber nix.

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Samstag morgen um halb acht ist es wirklich leise im Ort. Etwas weiter unten am Hang knackt ein Ast. Weil es das einzige Geräusch ist, schaue ich in die Richtung und bleibe verwundert stehen. Eine Hirschkuh, anscheind auf dem Weg zum Altglascontainer. Hund und Hirsch gucken mich aus verschiedenen Richtungen leicht verwirrt an. „Expecto patronum“, murmele ich. Die Hirschkuh dreht sich um und geht.

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Die geistige Freizeit, die sich durch zwei Tage Präsenzunterricht ergibt, füllt sich schnell von selber.

Man müsste mal: Familien-Verwaltungssachen erledigen, Arzttermine machen für ganz normale Kontrollsachen, Sperrmüll bestellen, Konfirmationseinladungen, zu klein gewordenes aus dem Kleiderschrank des Julikindes räumen, Wäsche, Fenster putzen.

Der Liebste nimmt die Kinder mit zum Fahrrad fahren. Eine Stunde bin ich allein zu Hause. Es ist herrlich. Mit einer Tasse Kaffe stehe ich am Fenster und mache nichts, sowas von garnichts, eine ganze Stunde, weil ich es kann. Früher hätte ich eine Woche Urlaub machen müssen, um einen gleichwertigen Erholungswert zu erlangen. Nach einem Jahr Pandemie reicht eine Stunde.

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Die Blagen haben die Tüte mit Osterschnucke gefunden. Ganz hinten ganz unten in einem Schrank, in dem nur hauswirtschaftlicher Kram lagert, den ausser mir eigentlich nie jemand sucht. Als würde man mit einem Schwarm Heuschrecken zusammen wohnen…

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Auf der Danksagung steht hinten handschriftlich drauf, wie sehr man sich über unsere Karte gefreut habe. Ich stelle fest, dass ich die Frau auf dem Bild wirklich nicht kenne. Der Liebste freut sich, denn er mochte diese Tante aus der Gemeinde richtig gern, und, hat er doch gewusst, das ich da die richtigen Worte finde. Das widerum freut mich, weil ich lieber Karten schreibe als Holz trage. Ein win-win Situation.

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Das Praktikum findet statt, da muss ich dann mal anrufen, sagt mir das Maikind im Vorbeigehen. „Moment, ich kann doch da nicht einfach anrufen und sagen, das Praktium findet statt, da brauch ich ein Datum.“ Augenrollen. Der Außendiestler habe doch gesagt, das ginge, egal wann. „Das ist richtig, aber wann genau müssen die ja dann trotzdem wissen. Sag der Fachlehrerin, ich will eine Email.“ Kurze klare Sätze.

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„Wann ist wieder Kickboxen?“, fragt das Julikind. Ich weiß es leider nicht. Aber die Frisöre machen doch auf. Ich glaube, das heißt nichts. Machen die Gartencenter nicht auch auf? Ich habe keine Ahnung. „Aber, die werden doch wohl nicht die Gartencenter aufmachen, bevor alle wieder zur Schule können?“, das Märzkind ist irritiert. Ich fürchte, genau das wird passieren. „Aber, in Gartencentern kaufen doch nur alte Leute. Wieso immer nur die Alten? Die werden geimpft und dürfen wieder einkaufen, ganz normal, und wir? Nix.“ „Die Rentner dürfen wählen, ihr nicht.“ „Aber das ist doch scheiße“, sagt das Märzkind. „Richtig“, sage ich. PoWi im homeschooling.

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De Omma hat das Beet im Vorgarten gejätet und mit der Hacke schon mal kleine Löcher reingegraben, um die genaue Anzahl der benötigten Stiefmütterchen zu ermitteln. Ein bisschen wartet sie noch, es ist nachts noch ziemlich kalt nachts, sagt sie.

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In deutscher Gründlichkeit wurde eine Art Öffnungsstrategie entworfen. Ich versuche, dieser Tabelle einen Sinn zu entnehmen. Es ist schwierig. Meine Öffnungsstrategie sieht daher folgerdermaßen aus: Wir planen, und dann geht das entweder oder nicht. Das schreibe ich in die Einladung. Problem gelöst.

Frühling im Februar

In der letzten Woche waren abends, nach der 10 Minuten Runde mit dem Hund meine Schnürsenkel als Schleife festgefroren und gingen schlecht auf. Diese Woche können das Julikind und ich barfuss auf dem Hof laufen und Kreidebilder malen. Der Schnee ist weg und es ist 30°C wärmer.

Zwei Tage bin ich müde und gereizt, bis ich darauf komme, meine Allergiemedikamente der Wetterlage anzupassen. Frühling also.

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Rückenschmerzen, Neurodermitisprobleme, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Heuschnupfen, verschiendene Arten von Schlafstörungen, jeder von uns hat irgendwas. Eine unübersichtliche Menge an Hausaufgaben muss immernoch auf verschiedensten Wegen zu der jeweils richtigen Zeit an die Lehrkräfte geschickt werden. Online Unterricht, ach, zu dem Thema kann man auch einfach schweigen.

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Der Garten sieht ohne Schnee traurig aus. Man müsste da mal, mindestens die Wege fegen, alte Sachen rausrupfen, neues vorbereiten. Die „man müsste mal-Liste“ ist lang.

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Donnerstags läuft Germanys next Top Modell. Das Märzkind ist nachmittags schon ganz raschelig. Ob es heute wohl das große Umstyling geben wird? Sehr wahrscheinlich wird diese Eine rausfliegen, das wäre zwar schade, die ist eigentlich total süß, aber leider ist die schlecht gelaufen. Schlecht gelaufen? Ich habe mir zwei Wochen lang Mühe gegeben. Aber dieses quieksige „Oh!Mein!Gott! „, es ist nicht meine Welt. Sorry, ich finde diese Designerin sehr unhöflich und dieses mega-stylische outfit, das ist Lego auf einer umgedrehten Regenronne, oder?

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Wir wollten Englisch machen, nach dem Abendessen. Um halb zehn sitzen das Julikind und ich zu Tränen gerührt am Esstisch. Es ist aber auch wirklich schön. Irgendwie sind wir auf Youtube gelandet und schauen uns Videos davon an, wie amerikanische Militärangehörige nach monatelangen Einsätzen wieder nach Hause kommen und von ihren Kindern begrüßt werden.

Wir haben beide keine Lust mehr auf diese außerschulische Lernsituation.

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„Ach, Corona, so langsam reicht es, sollen sie doch einfach alles wieder aufmachen. So schlimm wird das schon nicht, oder, hast du in den letzen Wochen nochmal was gehört, dass es irgenwer hatte?“, mein Gesprächspartner ist merklich angenervt von dieser Situation. Das kann ich richtig gut verstehen, erschrecke mich aber trotzdem ein bisschen. „In meinem Bekanntenkreis sind vier daran gestorben, in den letzen Wochen“. „Oh“, sagt er.

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Das Märzkind hat einen Praktikumsplatz. Den, den sie am allerliebsten wollte. Da kullert mehr als nur ein Stein vom Herzen. Kurz wird die Stimmung getrübt von der Erkenntnis, dass sie dann dieses Jahr nur drei Wochen Sommerferien haben wird. Aber, eigentlich ist das wahrscheinlich auch egal, in diesem Jahr. Dann muss sie sich jetzt wenigstens keine Sorgen mehr machen, über diesen zermürbend provisorischen Präsenzunterricht.

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Ich lese keine Tageszeitung, ich tratsche am Küchentisch. Es könnte also sein, das meine Informationen, aufgrund der aktuellen Situation, veraltet sind. Aber wenn sie stimmen, dann muss innerhalb der Gemeinde eine Kläranlage neu gemacht werden. Muss, im Sinne von echt jetzt, weil anders geht es nicht mehr, egal wer gewinnt. Das wird leider richtig teuer, ohne das irgendwer, irgendeinen Mehrwert davon hat. Man kann sich aber aussuchen, ob das wirtschaftlich/gut für die Umwelt/ein Gewinn an Lebensqualität im ländlichen Raum/eine nachhaltige Investition sein soll.

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Der Onkel kommt um halb drei, sagt das Märzkind, wegen Haare schneiden. Der Onkel ist über das Wochende bei den Eltern. Die kommen mit. Sechs Stühle stehen ja immer am Tisch, einen siebten haben wir auch schnell organisiert, aber wo ist eigentlich der achte? Wann haben das letzte mal acht Leute am Tisch gesessen? Überhaupt noch nie, seit wir umgeräumt haben. Es geht aber. Ganz gut sogar. Einen Moment schauen alle leicht verwundert, man muss sich kurz an diese Situation gewöhnen. „Legal ist das nicht“, sagt der Vatta. Aber shutdown tut uns allen nicht mehr gut.

„Das war aber richtig schön, heute“, sagt das Maikind abends.

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Zwei Tage Schule hatte das Julikind in dieser Woche. Einerseits freut mich das, es hat sich angefühlt wir Urlaub. Andererseitshttps://www.zdf.de/comedy/noch-nicht-schicht/noch-nicht-schicht-210223-102.html

Halbzeit Februar

Ich bin anscheind der einzige Mensch, der im Wald spazieren geht. Die Hunderunde, die ich sonst in 40 Minuten laufe dauert anderthalb Stunden. Auf der ganzen Strecke liegen durchgängig 30cm Schnee, ich komme bei -10°C ins schwitzen, während zeitgleich meine Haare einfrieren.

Mir begegnen immer mal Tiere hier, aber wie viele wirklich unterwegs sind, das sieht man jetzt erst. Die Rehe haben schon Pfade auf dem Weg und es gibt mehr Hasen, als ich gedacht hätte. Eine Spur wird von Pfotenabdrücken gekreuzt und ein paar Meter weiter kann man deutlich sehen, wo der Fuchs dem Hasen gute Nacht gesagt.

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Vielleicht geht er einfach nicht mehr hin, zum online Unterricht, sagt das Maikind. Da wird 10 Minuten lang was erklärt und anschließend eine Stunde lang darüber geredet. Er stellt dann auf stumm und erledigt er die Aufgaben, die beim nächsten Mal online kontrolliert werden sollen. Die Hausaufgaben macht er nicht, das ist „6 Seiten lang immer die gleiche Aufgabe nur mit anderen Zahlen“, die Lehrerin schickt Freitags die Lösungen zur Selbstkontrolle, das muss man dann nur abschreiben.

Was soll ich da sagen? Er hat gelernt, eine sinnfreie Tätigkeit zu rationalisieren. Das ist was Gutes.

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Eine Lehrkraft meldet sich per mail, mitten in der Woche. Der Wochenplan sei ja bekannt, für die nächste online Stunde solle bitte noch das Arbeitsblatt aus dem Anhang bearbeitet werden. Die Email hat keinen Anhang. „Hast du ein leeres Blatt, oder soll ich dir eins geben?“, frage ich das Maikind. Er hat eins. Immer top vorbereitet, das Kind, da muss ich aber mal loben. Wir sind an einem Punkt, wo wir darüber lachen können.

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Auf dem Englisch-Wochenplan des Julikinds steht etwas von „wenn wir uns nächste Woche wieder sehen“. Hä?

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Der Minister schreibt uns Eltern. Tatsächlich, ab nächster Woche Wechselunterricht für die Klassen 1-6, weiterhin dieser die-ganze-Klasse-geteilt-in-zwei-Räumen-zeitgleich-mit-ein und derselben Lehrkraft-Unterricht für die Abschlussklassen, und für die Klassen 7-9 ist man voller Hoffnung, dass, soweit es das Infektionsgeschehen erlaubt, eines Tages ebenfalls, irgendwas. Bla.

Das Maikind freut sich. „Das klingt nicht so, als müsste ich vor den Osterferien noch, oder?“. Nö.

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Die Saison neigt sich dem Ende und Kunden gab es keine. Ein Modehaus bietet Überraschungspakete an. Ich brauche Klamotten und kann mir sowieso nicht vorstellen, mit FFP2 Maske einkaufen zu gehen. Es passt tatsächlich alles, was in dem Paket war. Einiges davon hätte ich im Laden nicht ausgesucht, aber alle Kleidungsstücke passen zusammen. Es ergeben sich Möglichkeiten, auf die wäre ich nicht gekommen. Ich könnte wieder unter Menschen.

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Das Märzkind wird eingeladen, eine Woche Campingurlaub mit einer Freundin. Eine Mutterkollegin hat gebucht und würde, wegen der aktuellen Situation, ein paar Freunde der Tochter mitnehmen. Alle freuen sich und beginnen mit der Planung. 10 Minuten, nachdem alle Probleme gelöst scheinen ruft die Mutterkollegin an. Osterurlaube sollen vermutlich nicht gestattet werden, es wurde alles wird abgesagt. Alle sind traurig, man sagt sich die üblichen Coronafloskeln. Ist halt so.

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Das Märzkind fragt nach Geburtstagsfeier- Möglichkeiten. Ich kann da leider gar nichts versprechen. Der aktuelle shutdown soll am 7.März enden. Man weiß nicht, was das heißt, oder was danach kommt. Eine Uroma hat den zweiten Impftermin drei Tage vorher, die könnten wir auf jeden Fall einladen. Was eine Feier mit Freunden angeht, da müssen wir abwarten, wie viele dann erlaubt sind und was geöffnet hat. Wir überlegen Miniparty-Möglichkeiten. Peinlich darf es unter keinen Umständen werden, langweilig auch nicht, wenn es nur so wenige Leute sind, dann ist es auch wichtig, dass die sich leiden können. Ach, es ist kompliziert. Es ist seit langem mal wieder ein Gespräch das wir geführt haben ohne uns anzuzicken, stellen wir am Ende verwundert fest. Eigentlich – nochmal kurz nachdenken- nee, wir haben uns den ganzen Tag noch nicht angeraunzt. „Hast du im Zimmer das Fenster auf und die Heizung auf vier?“, frage ich nach. „Nee“, sagt das Märzkind, „nichtmal das“.

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Das Julikind kommt morgens in Jeans und Pulli zum Frühstück. Ich wundere mich. „Haste gesehen, Mama, ich hab mich mal normal angezogen?“ Sicher, das habe ich gesehen. Das waren 90 Tage in Jogginghosen.

Langsam wird`s unheimlich.

Schule zu Hause, Woche 2

Montag stehe ich zur gewohnten Uhrzeit auf. Die Kinder müssen erst etwas später zum online Unterricht, aber ich hätte gern einen Überblick, bevor alles wieder alles auf einmal gebraucht wird. Es läuft alles schon recht routiniert. Nach anderthalb Stunden ist alles ausgedruckt und den einzelnen Fächern der jeweiligen Kinder zugeordnet. Läuft doch. Denkste.

Ein Druckauftrag läuft quälend langsam. Ist das ein Papierstau? Nee, der versucht ein Foto zu drucken, ganzseitig, Abbruch. Was ist da los? Eine Lehrkraft hat ein Foto einer Buchseite geschickt.

Eine Audiodatei lässt sich nicht abspielen.

Das Kind möge bitte die Aufgaben aus dem Workbook auf ein loses Blatt abschreiben, das erleichtert die Korrektur, später, wenn das eingesammelt wird. Nein. Das workbook gehört uns. Außerdem besitzt dieser Haushalt ein Cuttermesser.

Da haben sie jetzt 10 Minuten gewartet, aber der Lehrer ist nicht gekommen, zum online Unterricht, nur dass ich bescheid weiß, er macht dann jetzt was anderes, sagt das Maikind. OK.

Die Aufgaben dieser Woche bitte nicht so abgeben wie die der letzen Woche. Es wurde eine neue Mailadresse angelegt, extra nur dafür, das erleichtert die Korrektur.

Hä? Woher kommt denn dieser Arbeitsauftrag? Der war doch Montag noch nicht da.

Abgabetermin Donnerstag, keine Zeitabgabe. Abends um acht werden die Aufgaben fertig, wir könnten sie hochladen. Leider gibt es keinen Abgabe-Button für dieses Fach. Dann packen wir das einfach in einen Email-Anhang und schicken es – ähm – nein, leider wurde keine Mailadresse mitgeteilt. Eine Mutterkollegin mir weiterhelfen. Sie hat noch ihre Notizen vom Elternabend 2019.

Eigentlich gilt der Abgabetermin bis Montag, folgende Aufgaben aber bitte schon Freitag einreichen.

Man kann sich nicht einwählen, in die online Sitzung. Das Kind hat schon alles probiert, ich probiere trotzdem alles nochmal. Es geht nicht. Das Kind wurde für die Teilnahme an dieser Sitzung extra geweckt und ist stinksauer.

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Wenn das Schwimmbad wieder aufmacht, dann sind wir die ersten, die da hinfahren. Gleich morgens. Die Badesachen ziehen wir drunter. Leider ist unsere Geldkarte leer, wir werden also klingeln und auf die Bademeisterin warten müssen. Während wir warten ziehen wir uns schon aus und knüddeln unsere Klamotten so, dass man sie im Vorbeigehen in einen Spint werfen kann. Drei Minuten, wird das dauern, ungefähr, vom Drehkreuz bis zum besten Platz vor der Sprudeldüse. Von da aus kann man die anderen Leute sehen, die rein kommen. Die sind dann leider alle zu spät, der Platz vor der Sprudeldüse ist schon besetzt. Und wenn das Schwimmbad am gleichen Tag aufmacht, wie die Schulen? Ach, dann sagen wir, das haben wir nicht gewusst und ich schreibe dir eine Entschuldigung, beruhige ich das Julikind.

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Eine Anfrage, ob ich denn dieses Frühjahr eherenamtlich so einmal die Woche, im letzen Jahr musste ja alles ausfallen und es wäre schade, so wie immer geht natürlich nicht, aber es wäre doch schön, wenn man alternativ etwas im kleineren Rahmen, dafür braucht es nur mehr Leute, also, was kann ich denn anbieten? Die mail ist schnell beantwortet. Nix.

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Ich weiß nicht mehr, wie die Frage aufkam, aber wir diskutieren ausführlich und ernsthaft, nach dem Abendessen darüber: Wenn man in der Schwerelosigkeit furzt, wie verteilt sich das? Und, nur mal angenommen, man müsste im Weltall keinen Raumanzug tragen und würde einfach so ins Universum pupsen, könnte man das sehen? Ich bin im naturwissenschaftlichen Bereich schnell raus, der Liebste übernimmt.

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Märzkind hat mündliche Prüfung. Alles läuft super. Die ganze Familie freut sich aus vollem Herzen mit.

Schriftliche Prüfungen wurden drei Wochen nach hinten geschoben, irgendwann im Juni dann. Da ist es ja total gut, dass keine Abschlussfahrt und auch sonst nichts stattfinden soll. Sonst würde das gar nicht gehen. Der einzige Komfort, den dieser Jahrgang noch gehabt hätte, wäre das Gefühl gewesen, ein wenig eher Ferien zu haben als alle andern. Tja.

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Gerade haben wir uns in die Küche gesetzt, da bekommt de Omma einen Anruf. Sie hält sich den Hörer ans Ohr, der Lautsprecher ist allerdings auch an. „Haste dann jehort? Der Zeitungszusteller ist gestürzt?“ De Omma fällt aus allen Wolken, das wußte sie noch garnicht. Ich nicke, weil, ich wußte das schon. Ich weiß sogar, welcher Art die Verletzungen sind und wie die OP gelaufen ist. Das wußte die Frau am Telefon anscheind nicht. Irritiert hakt sie nach, woher ich das denn wisse. Ich will nicht angeben, aber diese Informationen habe ich aus allererster Hand. „Och, ja dann, schönen Abend noch“, die Frau legt auf. Wer war das denn, erkundige ich mich? Dann muss ich der Omma alles nochmal erzählen, in der Aufregung hat sie ja garnicht richtig nachgefragt. Gerne doch, etwas vor Winters Frieda zu wissen, das passiert einem wahrscheinlich nur einmal im Leben.

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Hundespaziergang bei windigen null Grad und Schneegestöber. Als ich wieder rein komme stehen drei Kinder um den Esstisch. Die Kiwis wurden gerade geliefert. 6kg so in einem Karton, das sieht man nicht alle Tage. Sehr lecker.

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Lockdownverschärfungen also. Was heißt das für uns? Einkaufen und Busfahren geht ab jetzt nur noch mit medizinischen Masken. Schulen bleiben generell geschlossen bis 14. Februar, wenn ich das richtig verstanden habe eher bis Ostern, ohne das es jemand so sagt. Der ganze Rest wird so angeordnet, wie wir das seit November schon handhaben. Allmählich frage ich mich…

20,21,22,23 Dezember

Ab Montag wird eine Ausgangssperre gelten, zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr. Der Hund darf aber noch, wenn er muss. Ansonsten will man um die Zeit sowieso nichts mehr draußen. Wobei, abends nach neun noch mit Glühwein durch den Ort laufen, gerade fällt mir auf, dass man das ja könnte. Sonst will ich das nie, aber wenn ich es morgen nicht mehr darf, dann tut es mir vielleicht leid. Und, ich wollte sowieso noch eine Karte einwerfen. Da mache ich jetzt aber mal Glühwein heiß, kommt jemand mit? In nebligem Nieselregen trinken wir Glühwein und Cola auf dem Dorfplatz und laufen eine Runde durch die Altstadt, also, den unteren Teil vom Dorf. Alles ist so schön beleuchtet, das sieht man garnicht, wenn man sich nach 18 Uhr immer nur drin aufhält.

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Nach dem Abendessen spielen wir noch irgendwas. Alle zusammen. Irgendwer nörgelt immer. Es geht hier aber auch nicht um Spass, sondern darum, irgendeine Art von Shutdown-Ritual zu finden, das den Abend einläutet.

Dieses Spiel ist ganz einfach, man braucht nur einen Würfel. Man darf so oft Würfeln wie man will, die Zahl der Augen wird addiert. Würfelt man eine drei, setzt das alles, was in dieser Runde bis jetzt erwürfelt wurde auf null und der nächste ist dran. Wer zuerst hundert erreicht gewinnt. 4,9,13,16nnaaargh Mist!

Ohne Absicht verbringen wir einen schönen Familienabend.

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Die Brille des Maikinds hat einen Knacks. Noch hält sie, aber keiner weiß für wie lange. Anruf beim Optiker, Termin ist kein Problem. Das Julikind bekommt auch gleich einen, sie sieht schon länger verschwommen. Wenn es jetzt die Möglichkeit gäbe, mal unter Menschen zu kommen, muss sie aber mal ganz dringend in dm, sagt das Märzkind. Der Liebste übernimmt die tour – alle verlassen das Haus. Ungewohnt. Mein Hirn spielt weihnachtliche Musik ein.

Haaaaallelujaaaaah, halelujah, halelujah, halelujah, haleeeeheeluujaaaah.

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Weihnachtsplätzchen sollen verschenkt werden. Der Gedanke kam mir Anfang November, etwas besseres ist mir bisher nicht einfallen, also ist das jetzt der Moment, in dem die gebacken werden müssen. Teig ist schnell gemacht. Ausrollen, ausstechen, rein in den Ofen, raus aus dem Ofen- ähm, da wo im letzten Jahr der Esstisch stand steht jetzt das Sofa. Um die Plätzchen sicher zwischenzulagern muss ich einmal halb durch die Bude. Aber wenn es einmal läuft, dann läuft es.

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Das Auto fährt vor, Kinder mit Einkaufstüten queren meine Laufrichtung. Blick auf den Plätzchenberg „du hast noch nicht gekocht, vermute ich mal?“ Nee, habe ich nicht… Einkaufstüten werden mitten in der Küche abgestellt. Das ist gerade ungünstig… Der Liebste berichtet mir im Vorbeigehen, er habe den Umschlag eingeworfen. Welchen Umschlag?, erkundige ich mich, während ich versuche mit dem heißen Blech durchzukommen, ohne jemanden zu verletzen. Na den einen, hatte ich doch gesagt, er solle den mitnehmen. Ach den, ja stimmt, ich hatte gesagt, wenn der fertig ist. Da fehlte doch noch die Karte, und die dazugehörige Geschenktüte….Chaos mit Zuckerglasur…

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Kurzer Schreckmoment. Hatten wir Kontakt zu den aktuellen Coronafällen? Nein. Obwohl – hatten wir Kontakt zum Kontakt? Ja, aber nein, alles gut.

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Lebensmitteleinkauf am 23. Dezember. Das war so eigentlich nicht geplant, aber nützt ja nichts. Ich ziehe den dicken Mantel an, falls ich auf einen freien Einkaufwagen warten muss. Auf dem Supermarktparkplatz stehen aber kaum Autos. Es gibt jede Menge Einkaufswagen. Alle Regale sind voll bis zum Anschlag, die Angestellen sind fröhlich, die Kassen alle geöffnet. Großeinkauf am Tag vor Weihnachten in 45 Minuten erledigt. Beim einräumen ins Auto überlege ich, ob ich mich freuen oder gruseln soll.

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Sich nicht zu treffen ist irgendwie auch nicht einfacher. Dieses Weihnachten macht mich auf seine ganz eigene Art müde.

Welche Geschenke müssen zusammen in eine Tüte um dann wann von wem wohin mitgenommen zu werden? Ich verliere die Übersicht. Vielleicht hilft es, alle Geschenke, die das Haus verlassen sollen, einmal auf einen Tisch zu packen. Tatsächlich. So findet sich schnell eine logische Anordnung nach Haushalten. Murmeld stehe ich davor, im Keller steht noch was, im Auto auch… „Wow“, flüstert das Julikind, und bleibt im Türrahmen stehen. Stimmt eigentlich. Das hatte ich so gar nicht wahrgenommen.

Spoileralarm!

Ich wünsche euch allen von Herzen das bestmögliche Weihnachtsfest!

eingeschränkt besinnlich

Die Möglichkeiten, diese Nerf umzubauen sind vielfältig. Je nachdem wofür man sich entscheidet kann man schneller, weiter, lauter, mehr. Ich kenne mich da mittlerweile ein bisschen aus. So richtig springt der Funke allerdings nicht über, es mangelt mir an Leidenschaft bei diesem Thema. Das Maikind sollte eigentlich Übernachtungsbesuch bekommen, dieses Wochenende. Jemanden, der sich ernsthaft dafür interessiert und in der Lage ist, den Aufbau einer Nerf über mehrere Stunden im Detail zu diskutieren. „Luka, kommt nicht, der hat die Pumpe (Insulin) verstopft“, das Maikind ist geknickt. Mist. Also, ist mir schon lieber, dass das noch zu Hause passiert ist, aber, warum heute?

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Das Märzkind sitzt an einer Präsentation und verzweifelt. Mit all den anderen Aufgaben, die sonst noch übers Wochenende mitgegeben wurden hat sie noch nicht mal angefangen. Ich falle in den homeschooling Modus und versuche ihr zuzuarbeiten.

Dschibuti ist geografisch gesehen das Holland von Afrika. Es hat weniger Einwohner als Köln. 94 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, gesprochen wird offiziell französisch und arabisch aber auch somali. Überlandfahrten macht man da am besten tagsüber und im Konvoi, empfiehlt das auswärtige Amt. Trinkwasser und Treibstoffreserven sollte man dabei haben. Es ist nämlich heiß und die Infrastruktur nicht so doll, die gehört aber sowieso den Chinesen, eigentlich. Kleidung und Decken sollte man vor Gebrauch schütteln, es gibt giftige Tiere.

Ich weiß nicht, ob man bei dieser googelei was lernt.

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Eine Joggingrunde mit dem Liebsten durchs Feld. Es ist neblig. Man hat die ganze Strecke immer nur ein und dasselbe Bild. Nebel. Dafür ist es aber nicht so kalt. Irgendwann verliere ich die Orientierung. Trotzdem, es zieht sich. Sind wir bald da? Tatsächlich, am Ende der Geraden steht das Auto. Er habe da ein bisschen geschummelt, sagt der Liebste. Ich hatte ja gesagt, so 6 Kilometer würde ich mitkommen, das waren gerade 7,5 km, ging aber doch gut, ne?

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Weihnachtsbäume gibt es ab 15 Uhr. Beide Mädels stehen fertig angezogen vor dem Haus. Ich hatte angedroht selber einen auszusuchen. Auf dem Weg zum Baumverkauf versuchen sie es ein letztes Mal: Der Baum sollte zwei Meter haben, wirklich. Eigentlich mehr, aber das gibt die Deckenhöhe ja leider nicht her. Zwei Meter sind durchaus üblich und angemessen. Nein. Wir haben Glück. Als wir ankommen bemängelt gerade ein Ehepaar, das „die mittlere Größe überhaupt nicht da ist“. Es gibt also nur normale Weihnachtsbäume und ein paar, die man in Wintergärten oder Kirchen aufstellen könnte. Ich richte alle normalen Weihnachtsbäume der Reihe nach auf, die Kinder laufen murmelnd drumrum und suchen den besten aus. Ins Haus holen wir ihn am 23. vorher nicht. Er könnte aber solange im Garten stehen, vom Küchenfenster aus könnte man sich dann schon mal freuen. Das würde gehen. „Aber nicht, dass da jetzt noch ein Vogel draufkackt“, sagt das Märzkind.

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Das Maikind kommt rein. Im Klassenchat haben sie gerade gesagt, ab Mittwoch schließen die Schulen, er wollte nur fragen, ob das stimmt. Ich weiß es nicht, halte es aber für möglich.

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Hausaufgaben- Verzweiflung. Ich ziehe die Notbremse und schreibe eine Mail an die Klassenlehrerin. „Ja, das kann man. Wenn du den Fuss verstaucht hättest würde niemand erwarten, dass du die 800 Meter läufst.“ Ich hoffe, dass der Vergleich mit dem verstauchten Fuss noch hinkommt.

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Der Vatta schickt ein Foto an die Enkel. Er hat den Baum schon geschmückt und feiert ab jetzt, wer weiß, was da noch kommt.

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Heißt dass, wir können garnicht Weihnachten feiern? Große Verunsicherung bei allen Kindern. Ich versuche die neuen shutdown- Regeln, die dann wohl ab Mittwoch gelten sollen, zu verstehen. Es ist nicht ganz einfach. Schulen werden schließen oder die Präsenzpflicht aussetzen, man darf sich an den Weihnachtstagen mit bis zu vier Personen treffen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, aber in direkter Linie verwandt sind, Kinder unter 14 werden nicht mitgerechnet, keine Böller zu Sylvester, Geschäfte, ausser Lebensmittel/Apotheken/Tierbedarf schließen.

Was heißt in direkter Linie verwandt? Man könnte Omas in beliebigen hotspots besuchen aber die Patentante aus dem homeoffice im Nachbarort darf nicht vorbeikommen? Wer will das denn kontrollieren?

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Es ist gerade mal halb elf an diesem dritten Advent und wir sind alle nervlich am Anschlag. Es braucht ein bisschen Struktur, damit wir einigermaßen heil durch den Rest des Tages kommen. „Schmorbraten gibt es in einer Stunde, danach gehen wir alle diesen Sternweg zur lebendigen Krippe und haben es scheiß besinnlich“ schreibe ich ihn die Familiengruppe. Niemand kommt augenrollend rein, kein kotzendes emoji, nichts. Die Lage ist ernster als ich dachte.

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Offiziell ersetzt der Sternweg den Gottesdienst und startet deshalb an der Kirche, wo ein Wunschbaum aufgestellt ist. Die Leute wünschen sich schöne Sachen, normale Sachen, und Dinge, die wir ganz selbstverständlich haben. Das verschiebt den Blickwinkel etwas.

„Schantalle, tu dat mä ma ei“, fällt mir dazu ein. „Schhhhhh“, sagt das Märzkind, aber sie kann wieder lachen. Deswegen waren wir ja hier.

Empfindlich?

Der Biergarten wurde schon im letzten Jahr leicht vergrößert, das hatte sich so ergeben, Altbauten entscheiden manchmal Sachen. In diesem Jahr wurden Bambus Windschutzmatten rund rum gebaut. Es gibt unterschiedlich große Tische unter riesigen Sonnenschirmen, die Bestuhlung ist nicht einheitlich.

„Habt ihr gut hingekriegt, sieht fast nach Strandbar aus“, sage ich zum Wirt.

„Och jo, findste?“ Der Wirt wirkt überrascht.

„Jo, schon. Also, wenn man mal vom Spießbraten-Bräter im Eingangsbereich absieht.“

„Weißte“, sagt der Wirt, „am wichtigsten ist, das man im Vorbeifahren nicht so ganz genau alles sieht, diesen Sommer.“

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Die Arme werden ausgebreitet, um das Märzkind zu knuddeln. Sie zögert, guckt mich fragend an. Das wird bemerkt und falsch verstanden. „Seid ihr empfindlich, oder was?“, es klingt fast etwas ruppig. Ich zucke mit einer Schulter, wir umarmen alle nacheinander die Risikogruppe.

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Nach einer Hunderunde in schwüler Hitze machen wir Halt bei den Großeltern. Da kann sich der Hund unter dem Gartenschlauch abkühlen, alle anderen, die daneben stehen, auch. Das Märzkind klingelt, die Oma öffnet und bleibt in der Tür stehen.

„Wie geht es Dir?“ Das Kind denkt, es sei eine Anspielung auf die Camper-müdigkeit und lacht. „Alles supi“. Die Oma meint es aber ganz im Ernst, sie darf dieses Virus einfach nicht kriegen. Punkt. „Kein Halskratzen, Fieber….?“ „Neee, natürlich nicht!“

„Also, wir waren in den letzten Tagen viel unter Leuten, die 1,5m können wir ruhig einhalten“, entscheide ich. Hier wurde eine zweite Bank für den Hof angeschafft. Wir sitzen auf der einen, die Großeltern auf der anderen.

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Bei der Omma im Garten wurde mit dem Aufsitzmäher über das Efeu gemäht, das da den Zugang zum Nebeneingang zuwuchert. Das hatte sie erst gar nicht gesehen. Hätte sie es gesehen gehabt, hätte sie dem Mähenden aber gleich gesagt wie sie das findet. Also, wirklich. Wie sieht das denn aus? Wenn einem jemand seit Jahren den Rasen mäht, kann man doch wohl erwarten, dass da ein bisschen sorgfältig gearbeitet wird. Jetzt ist da so eine Dreckecke. Es wird wohl den ganzen nächsten Vormittag dauern, da wieder so einigermaßen Struktur rein zu bekommen. Ach was, wenn man ehrlich ist, ist es wohl für immer verdorben. Man muss sich ernsthaft fragen, was der Mähende sich wohl dabei gedacht hat. Das wird sie auch tun, das kann ich aber ruhig glauben, sobald der aus dem Urlaub zurück ist, kriegt er was erzählt.

Und bis dahin muss ich es mir anscheind anhören.

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Zur Feierabendzeit liegen in der Selbstbedienungs-Brötchen-und-so-Theke des Supermarkts auffallend viele Donuts, mindestens vier verschiedene Farben, gefüllte und ungefüllte…

„Kann ich einen?“, fragt das Julikind.

„Ja. Einen.“

„Dann nehm ich für die anderen auch einen mit?“

Eine kurze Hochrechnung ergibt, das zu Hause noch fünf Kinder sind, und der Papa. So ein Donut kostet 90 Cent, und ist schnell weg gesnäckt.

„Nee, nimm dir einen und iß den gleich heimlich im Auto“, sage ich.

Als ich den Einkauf verstaut habe, ist der Donut schon angebissen und wird eine Weile hin und her gedreht. Dann tippt das Julikind irgendwas auf dem Handy und beißt wieder ab.

„Was machst Du?“, frage ich, nur aus Interesse.

„Hab den Donut fotografiert, für meinen Status.“

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In Berlin demonstrieren Impfgegener, Rechtsradikale, Chemtrail-Leute und werweißwer dafür, dass Deutschland auch eine richtige Corona-Welle bekommt, das wird man ja noch sagen dürfen.

Sicher darf man, das ist ja das geile an Demokratie. Man darf alles sagen, auch auf der Strasse und in Kameras.

Ich schäme mich für jeden einzelnen, der da so fröhlich auf alle Regeln pfeift. Hoffentlich sehen die Leute in Bergamo und NewYork und so diese Bilder nicht.

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„Braucht ihr eigentlich neue Sportschuhe?“

Sportschuhe, wofür? Die Kinder überlegen, ach so, ja, sicher, also wenn denn dann…lieber nochmal abwarten.

Ich bestelle uns einen WLan Router, der laut Beschreibung in der Lage ist, gutes Internet für mehrere Personen gleichzeitig zu produzieren.

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Ferienakademie:

Das Märzkind kann jetzt Kronkorkenverschlüsse mit Hilfe einer anderen Flasche oder einem Feuerzeug öffnen.

„Gütersloh“ bringt bei Stadt/Land/Einhorn leider nur läppische 5 Punkte.

„Beste Leben, Digga!“ heißt übersetzt „Alter, wie geil ist das denn?“

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Wegen sommerlichen Temperaturen drehen wir eine Hunderunde am späten Abend. Ich mag diesen Flugzeug freien Himmel und diese Sonnenuntergänge in HD. Da sieht man jetzt noch schemenhaft Berge hinter den Bergen. Richtig schön! Leider kein Foto

Juli, Halbzeit

Ein Fernseher war übrig und das Maikind hat begeistert „hier“ gerufen. Es gibt jetzt also eine Möglichkeit zum zocken auf angemessen großem Bilschirm und DVD gucken im Kinderzimmer. Bis auf weiteres…

Für’s Aquarium wurden Garnelen angeschafft. Die lieben es, sich zu verstecken, hatte die Verkäuferin gesagt. Man steht vor der Scheibe und fragt sich, wieso man 40 Euro für unsichtbare Tiere ausgibt?

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Eine Freundin des Märzkinds ist letzten Sommer umgezogen. Das Hessenticket ist noch zwei Wochen gültig und so kann sie ohne Elterntaxi bis zu uns fahren. Große Wiedersehensfreude beim Märzkind, ein Gefühl von “ wir-hatten-ja-nichts-damals “ bei mir.

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Der einzige Geburtstagswunsch des Julikinds war, normal feiern zu können. Das heißt in diesem Fall, mit 28 Leuten. Zu Hause geht das auf keinen Fall, Grillhütten und Sportplätze kann man nicht anmieten, im Moment, also Plan B, zweimal halb normal, oder so.

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Ein großer Eimer Kirschen durfte in Nachbars Garten geerntet werden. Danke dafür! Sehr lecker, etwa die Hälfte wurde sofort gegessen, der Rest eingekocht. Als Erinnerung an den Sommer und im Gedenken an eine Omma mit legendärem Talent zur Vorratshaltung.

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Garten mit Aussicht

Arbeitsbeginn um 7.30 Uhr. Wenn die Schaufel voll genug ist, wird kurz gehupt, dann abtransportiert. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, aber manche Leute beneiden uns. Wir haben überlegt, Liegestühle an Eltern im Kindergartenalter zu vermieten.

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Das so gut wie niemand in den Urlaub fährt ist ein ganz neues Feriengefühl. Es hat immer irgendwer Zeit. An manchen Tagen fühlt man sich wie im Taubenschlag, ein stetiges kommen und gehen. Elterntaxifahrten auf Zuruf…

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Hunderte liegen gebliebener Kleinigkeiten… allmählich bilden sich Stapel, die man zuordnen kann. Ein bisschen fehlt noch, damit sich die Sperrmüllabfuhr lohnt.

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Eine eingeschränkte Trauerfeier mit Hygienekonzept. Normalerweise würde man Hände schütteln oder umarmen. Die trauernde Familie besteht aus hochbetagten, Selbstständigen und medizinischem Personal, ich wurschtele mich durch, ohne zu kondolieren, und meine es nett.

Ach, wo ich herkomme müssen sie nicht fragen, das kann man ja sehen, wie es denn gewesen sei, erkundigen sich die Damen, die auf der Bank in der Ortsmitte sitzen, vorsichtig. “ Eigentlich schön, soweit man das unter diesen Umständen sagen darf. Wir haben draußen gesessen, mit viel Abstand und Maske, naja, ein bißchen seltsam schon, aber feierlich.“ Dann ist es ja gut, die Damen schweigen einen Moment, wirken aber erleichtert.

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Die Touristen, die da probehalber nach Mallorca geflogen wurden haben sich übrigens benommen, wie ganz normale Touristen auf Mallorca. Der deutsche Gesundheitsminister ist enttäuscht.

Im Nachbarkreis gibt es einen kleinen Corona Hotspot. Keine Sorge, das Haus wurde abgeriegelt, die Bewohner werden vom THW versorgt.

Eine Stimme in meinem Hinterkopf fragt sich, ganz leise, ob das wohl was wird? Mit dem ganz normalen Schulbetrieb nach den Ferien?

Bemerkungen: -keine-

Das Märzkind bekam bereits am Donnerstag ihr Zeugnis. Darauf das Datum von Freitag und der Hinweis, dass “ das Betriebspraktikum aus Gründen, die die Schülerin nicht zu vertreten hatte, nicht stattfinden konnte.“

Für die Woche nach den Ferien wurde eine Mathearbeit angekündigt. Es wurde darauf verzichtet, Aufgaben über die Ferien aufzugeben, aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Schulbetrieb danach normal weitergeht und die Abschluss-Hausarbeit nebenher geschrieben werden muss, Abgabe der Gliederung zur Genehmigung durch die Schulleitung eine Woche nach den Ferien.

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Das Maikind hat einen Klassenlehrer verabschiedet und ist mit dem, der danach kommt zufrieden.

Er war seit 53 Tagen nicht in fortnite, stellt er erschrocken fest. Nach den ganzen Hausaufgaben konnte man sich ja auf nichts mehr konzentrieren. Naja, so wurde wenigstens das ganze Lego mal abgestaubt. Aber jetzt…

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Grundschulzeugnis-Abschlusszeremonie entfiel wegen Krankheit der Klassenlehrerin. Die letzten Grundschultage wurden von unbekannten, aber sehr netten Vertretungslehrern übernommen.

Ein Brief und ein Geschenk der Klassenlehrerin für das Kind und einen Elternbrief.

Die neue Schule lädt herzlich zur Einschulungsfeier am Mittwoch nach den Ferien. Jede Klasse bekommt eine eigene kleine Feier, jedes Kind darf zwei Personen mitbringen, die sich vorher namentlich anmelden müssen und am Tag der Veranstaltung bitte ihren unbedenklichen Gesundheitszustand schriftlich erklären. Verschiedene Zettel für alles liegen bei.

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Alle Zeugnisse waren gut. Ich gebe zu, besser als ich erwartet hatte. Anscheind habe ich während des Hausaufgabenmarathons gar nicht mitbekommen, dass vieles auch von alleine gut lief. Irgendwo gab es immer ein Problem, mindestens eins.

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Dieses Schuljahr war ein wenig anders als die anderen, aber vielleicht war es auch nur mein persönliches Empfinden. In den Zeugnissen steht jedenfalls nichts davon.

Die Elternbriefe sprechen von einem turbulenten Jahr, dass einige Herausforderungen mit sich brachte. Ist klar. Ihr mich auch.

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Fast volle Hefte werden zerlegt, Ordner und Schnellhefter entleert. Ein Schmierzettelblock für’s nächste Schuljahr wird zusammengestellt und der Rest kommt feierlich in die Tonne.

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Eine Joggingrunde ganz alleine. Es fühlt sich an wie Urlaub.

Statt in Sofasitzhose und T-Shirt lief ich in extra für diese Sportart entwickelter, farblich zueinander passenden Funktionskleidung. Diesmal ist mir natürlich niemand begegnet.

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Wir haben Honig geschleudert und uns über den Ertrag gefreut. Zwischen den beiden Bienenständen liegen nur 3 Kilometer. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich der Honig geworden ist.

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Müde. Wir sind alle müde. Sogar die kleine Eule ist Abends um 11 schon im Bett. Im stillen bin ich ein bisschen froh, dass ich kein Auto beladen werden muss, und keine Urlaubsort erkundet werden will.

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Alle Freizeit Einrichtungen haben verschiedene, teilweise seltsame Hygieneregeln. Manche schränken derart ein, dass ich schon vom Lesen keine Lust mehr habe. Halber Spass zum vollen Preis, quasi.

Ich bitte alle Kinder eine Liste mit Sachen zusammenzustellen, die sie in den Ferien gern machen würden.

Viele verschiedene Freunde möchten Sie sehen, einige Übernachtungen wurden schon geplant. Boot fahren, Trampelboot fahren, im Zelt schlafen, schwimmen, chinesisch essen, Döner essen, Eis essen, Pizza essen, pulled pork essen, grillen und Burger bestellen. Ich erkenne da eine Richtung.