746g Sommer

Ich stehe mitten im Wald, mit einem Fuss auf dem Weg, dem anderen im Hang. Den einen Arm strecke ich so weit ich kann, da die dicksten Himbeeren natürlich oben wachsen. Die Kunst besteht darin, die, die schon in dem kleinen Schälchen, dass ich in der anderen Hand halte drin sind, dabei nicht zu verlieren. Waldhimbeeren sind winzig im Vergleich zu denen, die man an den Buden kaufen kann.

Es ist gerade mal elf Uhr aber schon ziemlich warm. Meine Sonnenbrille rutscht und meine Hose klebt. Der rechte Arm streift eine Brennnessel und in den linken T-Shirt Ärmel läuft gerade eine Ameise.

Drei Meter weiter kommt der Liebste aus dem Strauch. Erstmal was trinken! Seine Wohlfühltemeratur liegt normalerweise bei etwa 18 Grad. Er ist aber freiwillig hier, denn die Ernte gehört zum Marmelade-Genuss irgendwie dazu.

Himbeermarmelade kochen will ich schon seit drei Sommern. Vor vier Jahren wurde extra dafür ein Himbeerstrauch gepflanzt. Da wachsen auch Himbeeren, allerdings sind die echt lecker. Noch nie hat es eine einzige Beere bis in die Küche geschafft.

Schweigend machen wir eine Trinkpause. Eine Etage höher im Hang hören wir Schritte rascheln. Langsam von rechts nach links. Kurz überlege ich, welche gefährlichen Tiere hier wohl das Hausrecht auf den Himbeerstrauch anmelden könnten. „Wahrscheinlich ein Reh“, murmelt der Liebste und schleicht ein paar Meter, um nachzuschauen. Aber man sieht nichts. Die Schritte bleiben einfach stehen, es ist zu heiß für fluchtartige Bewegungen.

Der Liebste schaut ins Erntekörchen und dann auf den Hang voller Himbeeren. Ein bißchen was müssen wir noch, na dann….

Nach etwa einer Stunde brechen wir ab, das muss reichen. Als wir zu Hause ankommen zeigt das Thermometer 33°C im Schatten.

Aber so soll das. Es sind nämlich nicht nur die Himbeeren die ich heute Abend als Marmelade im Keller einlagere. Es ist auch die Erinnerung an diesen heißen Sommertag. Und über die freuen wir uns mindestens genauso, wenn wir an einem dunklen, nebligen, kalten Sonntag morgen im Februar ein Glas öffnen. Die Brennnesseln, Ameisen und Zecken sind dann längst vergessen.

Nicht ganz 800g ergeben vier sehr kleine Gläser.
Geschmacklich sind die aber, ich zitiere: “ Whooaaa!“

Vor-Ferien

Im Mai waren wir Gastgeber einer Konfirmationsfeier und eines Geburtstagskaffees, außerdem waren wir Gäste auf einer Konfirmationsfeier und zwei Geburtstagen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Schenker.

Der Alltag wartet ja nicht, bis man mit dem Feiern durch ist. Das hauswirtschaftliche stapelt sich einfach. Und musste dann in großen Portionen abgearbeitet werden.

Als kleine Bonusaktion habe ich in der letzten Woche den Keller rund um die Öltanks und den Bereich hinter der Waschmaschine frisch gewischt. Das Wasser dafür kam im Rahmen eines Starkregen-Ereignisses von draußen. Da Draußen-Sachen in den Hauswirtschaftsbereich des Liebsten fallen, ist der eine Weile murmelnd ums Haus gelaufen und hat dann eine kleine Flutmauer errichtet. Wenn der Wetterbericht stimmt, steht heute Nachmittag ein Testlauf bevor…

Im Garten wurden doch noch ein paar Pflanzen gesetzt. Außerdem Rasen gemäht. Zum zweiten Mal und damit schon jetzt doppelt so oft wie im letzten Jahr. Ich freue mich über das Grün und die vielen Farben. Mir war gar nicht bewußt, das ich das vermisst habe im Dürresommer.

Wir hatten eine erste Honigernte wie man sich das wünscht. Ohne besondere Vorkommnisse, bei normaler Zimmertemperatur einfach so, von der Wabe bis ins Glas. Die vorangegangenen beiden Jahre haben mich das schätzen gelehrt. Die Verteilung auf den wartenden Freundeskreis läuft an.

Die letzten Wochen vor den Sommerferien sind traditionell vollgestopft mit Elterntaxifahrten. Es werden jede Menge Kindergeburtstage gefeiert und es wurde verstärkt für Auftritte trainiert.

aufgeräumtes Sportgerät
über Poms stolpert man aber angenehmer als über floorball-Schläger, konnte ich feststellen

An dieser Stelle noch ein Dankeschön an alle geduldigen Mitmenschen. Die Allergien haben Hauptsaison. Ist gar nicht so schlimm. Allerdings gibt es ab einer gewissen Dosierung der Medikamente doch spürbare Nebenwirkungen, also, für die anderen.

Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist, nur die anderen müssen damit zu Recht kommen. Genauso ist das, wenn man dumm ist.

Der Countdown läuft: Noch vier Tage Schule und einen Zeugnis-Freitag. Es zieht sich. Die Ferien-Vorfreude ist viel größer als die Motivation. Tschaka!