Julischnipsel 2026

Die Hitze ist vorbei. Wir dachten wohl alle, wenn es kühler wird machen wir einfach normal weiter. Statt dessen fühlen sich alle irgendwie wärmeverkatert, mental dehydriert und froh, dass es vorbei ist. Gibt`s schon ein Wort für diesen Zustand?

Das Vogelfutterhaus hat sich verzogen, der Gartentisch auch, in der Auffahrt ist Asphalt gerissen, sämtliche Werbegeschenks- und Souvenirladen-Fächer die wir vorrätig hatten sind durch. Bewährt haben sich die mutmaßlich vietnamesischen Palmblattfächer, die ich während der Haushaltsräumung auf Ommas Dachboden gefunden hatte. Die wurden offensichtlich für Dauerbetrieb bei hohen Temperaturen konstruiert.

Die Waschmaschine funktioniert wieder. Bei Temperaturen über 35°C ließ sie sich zu nichts überreden. Touchscreen ist viel besser als Drehknöpfe haben sie gesagt, total einfach zu bedienen haben sie gesagt.

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Märzkind und ich pflücken Sauerkirschen. Das Sommergefühl wird mit eingekocht, man wird es brauchen, eines Tages, wenn wieder Schnee liegt und der Wind pfeift… unvorstellbar.

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Alle haben sich Zeit genommen, ich fühle mich geehrt. Wir im Haus weil der Wind zu kalt ist, um draußen zu sitzen. Man trägt Strickjäckchen und wundert sich darüber. Traditionell werden am Geburtstag Fotos mit Eltern gemacht, um den Verlauf der Zeit zu dokumentieren. Weil sonst niemand mit in den Garten gekommen ist, machen wir ein Dreipersonenselfie. Vatta erzählt, mit wem er wo heute vor 44 Jahren schon was getrunken hatte. Damals musste man ja noch zu Leuten hin, um Ihnen was zu erzählen, wir hatten ja nix.

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Beide Mädels haben Auftritte auf dem Altstadtfest. Lustigerweise zu genau den gleichen Zeiten wie letztes Jahr. Überhaupt ist dieses ganze Fest genauso wie immer. Die gleichen Buden an den gleichen Stellen, die gleiche Musik auf denselben Bühnen. Nur mit weniger Leuten, wegen Ferien wahrscheinlich. Der Raum vor der Bühne füllt sich, wir finden uns und schauen den Auftritt des Julikinds in einer größeren, locker verteilten Gruppe. Die, die immer dabei sind, nicken anerkennend. Diejenige von ihren Freundinnen, die zum ersten Mal zuschaut, ist ganz aus dem Häuschen. Ich bekomme viel Lob, und freue mich natürlich, aber… ehrlich gesagt, fahre ich nur gelegentlich das Auto zum Training, also… Neee, also wirklich soso toll ist das, sagt sie.

Märzkind ist erst viel später dran. Weil niemand Lust hat auf Kultur bei Kirmesfeeling, fahren wir ins nächst gelegene Freibad, in der Hoffnung, dass man da noch einen Platz frei hat, für uns. Der Mann an der Kasse freut sich, dass wir kommen. Ausser uns sind noch drei andere Badegäste im Bad. Die gesamte Liegewiese ist frei, alles ist blitzeblank sauber, man hört das sanfte Wellenplatschen am Beckenrand – an einem Sonntag nachmittag im Juli, während der Sommerferien, wie kann das sein?

Nach zwei Stunden Urlaubsgefühl fahren wir zurück und bewundern den zweiten Auftritt des Tages. Es gab Nachwuchs in diesem Verein, das ist schön, aber ich hatte so zwei oder drei Momente Nervenflattern, weil ich dachte, jemand könnte stürzen. Nix passiert. Ab hier beginnt dann eigentlich traditionell der Sommer, überlegen wir, während wir zurück zum Auto laufen. „Aber mit Sommer meint man ja was anderes, nicht wie letzte Woche“, sagt Julikind. Recht hat sie.

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Der Twizzy bremst wieder. So gut, dass er sogar TÜV bekommt. Wir freuen uns, weil er erstens gebraucht wird, als Sommerfahrzeug und zweitens, weil diese Reperatur ungefähr 3000 Euro günstiger war, als die Vertragswerkstatt kalkuliert hatte, selbst wenn man die Ersatzteilkosten und Werkzeuganschaffungen ehrlich zusammenrechnet, sagen die Herren. Naja, die investierten Wochenenden und Nerven verbuchen sie dabei als Gewinn von Lebenserfahrung.

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Frisch Getratschtes: Ich dachte, die USA Reisenden hätten Tickets für die Achtelfinale, und wüssten halt nur nicht, wer spielt. Im Pauschalangebot dieser Fussballreise waren aber nur die Tickets für Deutschland-Achtelfinals inklusive, alternativ optional eben keine Tickets. Wer hätte gedacht, dass Leute für sowas Geld bezahlen würden? Die beste Geschäftsidee, seit jemand unsichtbare Stoffe für des Kaisers neue Kleider gewoben hat. Respekt. Aber man darf natürlich nicht lachen, es wird dauern, bis das lustig ist, falls überhaupt. Die große Schwester des Investors schickt ein Foto vom Einkaufen.

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Innerhalb von wenigen Tagen bekommen alle Halskratzen und Schnupfnasen, dazu ein Gefühl von müden Knochen. Hitzeerschöpfung, Freibad-Erkältung, Klimaanlagen- Temperaturschwankungs-rotz oder vielleicht ein Hauch von Sommercovid? Man weiß es nicht. Mich streift die Erkältung nur, Glück gehabt. Dafür verknackse mir den Fuss, beim Spaziergang. Nichts geht mehr. Na toll. Ich hab die Schnauze voll und verfalle kurz in mimimi.

Bis das Telefon klingelt. Zwei Verkehrsunfälle sind im Bekanntenkreis passiert. Einer heute, der war blöd. Es gibt einen Schaden und Verletzungen, die mich aufhören lassen über einen bunten Fuss zu jammern, aber nicht so schlimm, dass man sich sorgen muss. Der andere ist wohl schon etwas länger her. Die Nachricht ist Teil einer Antwort auf die Geburtstagseinladung des Liebsten, und wird am Ende zusammengefasst mit, es bestehe keine Lebensgefahr mehr, aber man könne derzeit leider nichts im Voraus planen und deshalb noch nicht zusagen.

Ich nehme mir ein Buch, setze mich in den neuen Sessel, wickle den Fuss in Eis und genieße das Leben.

Meilensteine und Premieren unterm Hitzedom

Vier Leute sitzen um den Esstisch und spielen Siedler von Catan. Wäre es Advent würde man von hygge und Gemütlichkeit sprechen. Es ist aber Juni und wir sitzen drin, weil es draußen zu heiß ist. Wirklich. Sogar für die drei von uns, die Sommer gern mögen und das ist neu. Wir erzählen uns gegenseitig was wir heute alles nicht machen, wegen Wetter und konzentrieren uns dann aufs Spiel.

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In der Kirche ist es angenehm kühl. Auffallend viele Leute tragen weiße Hemden, bei dieser Trauerfeier, einige Fächern sich Luft zu, so richtig mit Fächern, nicht provisorisch mit Notenblättern oder so. Wir folgen dem Trauerzug bis ans Grab, wer kann steht andächtig am Zaun. Alle anderen teilen sich die schattige Ecke an der Kirchenmauer. Die Urne verschwindet im Grab, Gebet, ein Moment noch, dann erste Blickwechsel. Es geht allen gleich. Wir eilen in aller Stille auseinander. Auf der anderen Seite der Kirche steht noch eine Frau unter einem Baum, sie entschuldigt sich, die Sonne, sie könne wirklich nicht da hinten, am Grab. Wir haben vollstes Verständnis. „Also, wer das mit dem Klima jetzt noch nicht verstanden hat, der hat doch den Knall nicht gehört“, sagt eine Ü-70 jährige im Vorbeilaufen. Es tue ihr leid, sie würde sich gern unterhalten, aber sie müsse dringend nach drinnen, sagt sie und gestikuliert dabei erklärend Richtung Universum. Wir nicken. Vielleicht ist 14 Uhr keine gute Zeit mehr für sowas.

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Och guck, so im direkten Vergleich kann man tatsächlich Unterschiede wahrnehmen. Innerhalb von nur 6 Stunden hab ich einen Mückenstich, einen Zeckenbiss und einen Bremsenstich abbekommen, alle in die Kniekehle, und ich kann sagen, was wo ist, ohne hinzugucken. Nnnaaargh. Trotzdem bin ich mit dieser Sammlung noch nicht König. Jemand braucht einen Arzttermin, wegen eskaliertem Mückenstich. Hatten wir so auch alles noch nicht.

Teile der Hausapotheke dürfen nicht über 25°C gelagert werden, sollen aber auch nicht in den Kühlschrank. Äääähm, tja. Es kommt auf die Liste, mit Sachen, über die wir nachdenken wollen, wenn es wieder kühler ist.

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Das Aquarium hat Luft nach oben. Ich schütte kaltes Wasser nach und wünsche den Fischen von Herzen alles Gute.

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Es sind nur noch zwei Kühe auf der Weide, beide auf dem Weg Richtung Stall. Sie gehen langsam. Uns gehts genauso, Mädels, denke ich. Wir waren früh unterwegs, der Hund und ich. Nicht früh genug, aber wo soll man anfangen, wenn es nachts kaum kühler wird? Morgens um sieben wird es allmählich zu warm für alles. Der Unwetterwarnungs-Ping von NINA kommt um kurz nach zehn.

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Ich nutze eine Wartezeit zum volltanken, der Rabatt endet nächste Woche. Danach gucke ich mir den neuen Lebensmittelladen mal an. Dort läuft arabische Musik, das passt. Ich kaufe eine Gewürzmischung.

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Johannesbeeren und Kräuter geerntet. Immerhin. Das Gewächshaus produziert eventuell direkt luftgetrocknetes Gemüse, diese Saison.

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Märzkind ist in Sorge um eine Nachbarin. Die Betreuung ist unter normalen Umständen schon nicht ganz leicht, und bei den Temperaturen wird es gefährlich. Sie habe Hilfe angefordert, damit vielleicht Grenzen überschritten, aber ach. Ich finde, sie hat das gut gemacht, sehr professionell.

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Der Arbeitgeber des Liebsten veranstaltet einen Familientag, alle haben sich darauf gefreut und den Termin freigehalten. Man zeigt uns Maschinen die Material verarbeiten, dass einem sonst nirgendwo im Leben begegnet. Als würde man mitten durch einen Beitrag für die Sendung mit der Maus laufen. Am Ende kommt ein Papier raus, dass dann woanders weiterverarbeitet wird, in Handarbeit, bis es schließlich zu einem Filter wird, den man so wahrscheinlich nie sehen wird, sagt der Mitarbeiter, und zeigt ein Endprodukt. Das neben mir stehende Maikind nickt nur. Die Dinger hat er im gesamten Betrieb wechseln müssen, damals, zu Beginn seiner Ausbildung, sagt er.

Es gibt Burger und Pommes, mehrere Sorten Grillfleisch und Gemüse und Salate, ein Traum für Teenager, man könnte mal so richtig… aber es geht halt nicht. Man schwitzt im Sitzen, im Schatten und bedauert die, die da am Grill stehen müssen. Nach dem Essen drehen wir uns einmal unter der Sprinkleranlage neben dem Sandberg mit Baggern und Schaufeln. Die kleinen Menschen wundern sich. Es wird trotzdem zu warm, wir verabschieden uns.

Auf dem Heimweg sehen wir zwei Unfälle. Der erste so heftig, dass schon weitem klar ist, dass das eine Weile dauern wird. Wir wenden und fahren einen Umweg. Der zweite so glimpflich, dass man sich fragt wie das überhaupt passieren konnte, die können doch kaum mehr als 10 km/h schnell gewesen sein. Verkehrstechnisch gesehen sollte man 35°C im Schatten so behandeln wie einen halben Meter Schnee, sind wir uns einig, „und wenn man das Gefühl hat, man packts nit, einfach zu Hause bleiben“, sagt Märzkind. Alle nicken.

Zu Hause Siesta.

Der Liebste kommt am frühen Abend nach Hause. Suchend guckt er in den Kühlschrank, er würde gern noch ein Stück von dieser Wassermelone, wo ist denn die? Ich schüttle mit dem Kopf. 15 Kilo waren das, einfach weg.

Wir haben das absolut kühlste Schlafzimmer im ganzen Haus. Leider hab ich heute morgen vergessen, das Fenster zu schließen. Es tut mir aufrichtg leid, ist aber nicht mehr zu ändern. Ich wache auf, mit dem Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, aber was? Es ist zu warm. Viel zu warm. Das geht so nicht. Ich nehme mir eine Flasche Wasser mit auf die Terasse. Draußen ist es nicht wirklich kühler, aber mit ein bisschen Wind doch angenehmer. Ich schaue der Fledermaus beim Jagen zu und denke über Terassenentsiegelung und Hängematten nach. Die Tür hab ich im Halbschlaf hinter mir zugezogen und natürlich keinen Schlüssel. Naargh. Ist aber kein Problem, Samstag morgen viertel nach zwei ist für manche noch Freitag abend, und mein Handy hab ich dabei. Julikind wundert sich, dass ich noch wach bin, aber klar, sie wird mir die Tür aufmachen. Wir unterhalten uns nett. Märzkind kommt um halb drei nach Hause und wundert sich, was denn hier bitte los sei. Im Nachbarort auf dem Sportplatz sei es gefühlte 10°C kälter gewesen, eben gerade. Fast hatte man das Gefühl einen Pulli zu brauchen. Hier nicht.

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Sonntag purzeln die Hitzerekorde von Samstag. Sind wir dann jetzt soweit, dass es egal ist?, frage ich in die Runde, denn ich hatte damals, vor dieser Wetterlage eingekauft für Ofenkartoffeln. Dazu müsste ich den Backofen anmachen. Wir sind soweit, sagt die Familie. Aber, wenn das morgen noch so sein sollte, wäre er persönlich an einem Punkt, an dem er nichts warmes mehr essen wollen würde, erklärt Maikind beim Essen. Zustimmendes Gemurmel rund um den Tisch.

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Montag morgen um fünf regnet es. Das Thermometer zeigt 18°C, einfach so. Wir reißen alle Fenster auf.

Man kann tagsüber Dinge erledigen, Sachen aufräumen, zu Ende denken. Abends wird gegrillt, bei ganz normalem Sommerwetter, zur Feier des Tages. Märzkind guckt leicht irritiert, als sie in den Garten kommt. Da lag schimmeliges Brot im Kasten, sagt sie. „Brot kann schimmeln?“ fragt Maikind. Ist bisher nie vorgekommen, wie so manches letzte Woche.

Stolz und Hitze

Julikind ist auf Klassenfahrt, ihr Zimmer die ganze Woche frei, das ist die Gelegenheit eine Baustelle zu beginnen. Ich schiebe die Matratzen über den Flur, rücke Möbel und reiße Tapeten ab. Natürlich ist alles genauso kompliziert, wie wir angenommen hatten. Der Liebste und ich schlafen ab Woche zwei in der Ferienwohnung. Es hat ein bisschen was von Campingplatz, wenn man so morgens um viertel nach sechs im Schlafanzug durch den Garten läuft.

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Unwetterwarnung wegen Hitze ist irgendwie fies. Draußen scheinbar wunderschönes Sommerwetter, aber man kann nix. Der Triathlet meldet kaum noch Wasser an der nächstgelegenen Badestelle. Somit waren wir dieses Jahr genau einmal da schwimmen. Freibad im Städtchen hat geschlossen, Freibad der Nachbargemeinde wird um diese Zeit keine Schattenplätze mehr haben und sich bei 35°C mitten auf die Wiese zu legen kommt nicht in Frage. Also verbringen wir das Wochenende in abgedunkelten Räumen und freuen uns über die dicken Wände. Wohnen im Altbau hat durchaus auch Vorteile.

Hab die Winterjacken auf den Dachboden getragen.

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Fristende ist alle Jahre wieder die Gelegenheit, dieses Zettelfach im Regal zu leeren. Ein Jahresrückblick in Rechnungen quasi. Zwei Stunden lang suchen und heften wir, um dann festzustellen, das nachgezahlt werden muss. Naaarrgh.

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Zwei Bienenköniginnen wurden geliefert und müssen dem Veterinäramt gemeldet werden. Das geht per mail und ist schnell erledigt. Da wir in keinem Imkerverein mehr sind, wird allerdings noch die Tierseuchenkassennummer gebraucht, teilt das Amt in der Antwortmail mit, praktischerweise gibt es einen link. Ich hole einmal tief Luft und wappne mich für Behördenkontakt. Es ist aber überraschend einfach. Man wählt aus, wegen welchem Tier man hier ist, und bekommt Auswahlmöglichkeiten. Ich möchte einen Bienenstand melden, das Flurstück, auf dem der steht hat eine Adresse und – ich denke kurz drüber nach – wir machen definitiv weniger als 50 Mio Euro Umsatz im Jahr. Kurz darauf bekomme ich eine Nachricht mit der Nummer, teile die dem Amt mit und das wars.

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Nachdem wir im letzten Jahr die ersten Gäste waren und mit Applaus begrüßt wurden, kommen wir in diesem Jahr erst fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung an, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Allerdings heißt Beginn hier anscheind, dass es wirklich genau dann anfängt, das war uns nicht klar. Es wird schon anmoderiert. Wir bleiben einen Moment in der Tür stehen und suchen nach zwei freien Plätzen. „Es kommen noch Leute, wie schön, herzlich willkommen“, sagt der Moderator, ganz vorn seien noch Plätze wir mögen doch bitte durchkommen. Julikind seufzt.

Dr Jekyll und Mr Hyde. Wir sitzen in der ersten Reihe und werden zwei Stunden lang gut unterhalten. So gut, dass wir uns ab und zu angucken und voll Bewunderung nicken. Auf der Rückfahrt sind sind wir uns sicher, eines Tages werden wir sagen können, die haben wir schon live gesehen, damals, 26, auf der Theaterbühne. Leider gabs kaum Sauerstoff in der sommerlichen Aula. Aber irgendwas ist ja immer.

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Die Bio-Heuwiese sieht so schön aus. Hüfthoch wächst das Gras, es summt und zirpt und raschelt. Aus einem Bullerbü-Gefühl heraus fange ich an Blumen zu pflücken, von jedem eine. Es kommt ein richtiger Strauß zusammen. Auf der konventionell betriebenen Grasfläche gleich nebenan blüht zeitgleich genau ein Löwenzahn.

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Endlich ist er da, der große Tag. Die Schulentlassungsfeier wurde zeitlich so gelegt, dass sie mit dem Unterrichtsschluss sämtlicher Schülerinnen kollidiert und sich 10 Minuten lang alle gegenseitig im Weg sind, so ist es Traditon. Die Aula ist schön kühl, wenn man von draußen kommt, es wird nicht lange halten. Es gibt einen Musikbeitrag, eine Tanzdarbietung, Reden und endlich Zeugnisse. Nach zwei Stunden sind wir alle nass geschwitzt und froh, nach draußen zu kommen. Keine Wehmut, keine Nostalgie. Draußen werden Fotos gemacht, man unterhält sich kurz, dann zieht es alle erstmal nach Hause.

Auf dem Weg zur Abendveranstaltung sammeln wir die Freundin des Julikinds ein. Die beiden feiern sich gegenseitig. So stolz sind sie aufeinander. Hach, es ist so ein Moment… Ich bin auch stolz, und ein bisschen gerührt.

In der Festhalle ist es angenehm kühl, noch. 150 Leute sind zum Essen gemeldet, im Nebenraum halten 15 Rechauds das Essen über offener Flamme warm. Nach dem Essen beginnt der DJ mit seinem Unterhaltungsprogramm und die Menge teilt sich, in die, die tanzen können und wollen und die, die im Sitzen schwitzen.

Nachts dann beeindruckendes Gewitter.

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Ich schaue ein halbes Fussballspiel mit an und gehe dann ins Bett. Irgendwie springt da kein Funke über.

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Wir fahren ins Städtchen, reichen das Zeugnis bei der weiterführenden Schule ein und kaufen ein. Ein Hitzedom wurde vorhergesagt, aber 15 Kilo Wassermelone sollten wohl reichen, bis zum Wochenende. Nachmittags ist Julikind mit der Nachbarin verabredet, und, keine Ahnung, wann sie nach Hause kommt, ne? Ist gut. Ferienbeginn

Mai, ganz normal eigentlich

Die Freundin kommt spontan vorbei, ich freue mich. Vor der Haustür klopft sie sich symbolisch den Staub aus den Klamotten, ich winke ab, einfach hinsetzen, ist heute total egal. Sie erzählt von der Baustelle. Da ist leider alles ziemlich genauso wie erwartet, was kein Vorwurf sein soll, der Mieter war Ü-80 und ein Guter. So einen werden sie wohl nicht mehr finden. Wer will schon direkt an der Bundesstraße wohnen, mit Gasheizung? De Politik tut so, als hätten Vermieter grundsätzlich einen Sack voll Geld, aber dem ist nicht so. Die Wohnung müsste mal etwas abwerfen, damit Geld für Investitionen da ist, aber, Hauptsache ist natürlich es wohnt überhaupt jemand in so alten Häusern. Es ist kompliziert.

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Zum Muttertag bekomme ich Geschenke, und freue mich sehr. Große Kinder sind toll.

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Elf Leute sitzen um den Küchentisch und lauschen angestregt.

Märzkind: „ooohhhh, das ist der, der das Tarzan-Lied singt“

ich: „stimmt, Phil Collins“

Vatta zeigt zielsicher auf zwei kleine Kärtchen, die schon auf dem Tisch liegen: „Genesis, das kommt dazwischen“, sagt er. Alle anderen staunen.

Hitster, battle of the generations (Werbung, Spiel natürlich selber gekauft), man lernt sich irgendwie nochmal anders kennen dabei.

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Bei Schichtwechsel sind kurz fast alle da, man verabschiedet mich nett. Am nachmittag ist nicht viel los. Zur Feier des Tages setzen wir uns doch einfach selber hin, sagt die Kollegin. Wir trinken Kaffee, essen Sahnetorte und unterhalten uns. Ich war gern hier und dachte, ich wäre trauriger. Aber, weil die Dinge jetzt so sind, wie sie sind, bin ich leider ein bisschen froh…schade, ist das, sind wir uns einig.

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Ein Blick auf Thermometer verrät, dass das Wetter tatsächlich so ist, wie der Blick aus dem Fenster vermuten lässt, aber nützt ja nix. Ich nehme mir also den Wintermantel, Handschuhe und Mütze, ziehe die warmen Stiefel an und gehe die morgendliche Hunderunde bei stürmischen 3°C. Das Weihnachtsbaum-Feld wurde geschreddert. Ein trauriger Anblick, aber es riecht gut. Das Wetter, der Geruch, dazu ein Gefühl von fast völlig verbrauchten Nerven- sehr adventlich. Zu Hause mache ich den Ofen an. Mir doch egal, ob Mai ist.

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Am frühen Sonntag morgen machen wir uns auf, in die Kurstadt zum Mädchenflohmarkt, das Auto ist voller Mädels. Auch dieser Flohmarkt ist ein bisschen ramschiger geworden, aber es lohnt sich noch. Vielleicht könnte man auch mal nur so hierher kommen, überlegen auf dem Rückweg. Hier gibt es noch Geschäfte und Cafes. Nicht nur Modeketten und Dönerbuden. Man fährt 45 Minuten, so weit ist das eigentlich garnicht.

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Nagut. Weil man mich so nett gefragt hat, gehe ich nachmittags kurz mit zum Brauchtumsfest. Aber wirklich nur Kaffee trinken. Ja sicher, sagen die, die gerne hin wollen. Auf dem Weg zum Eingang das Geräusch von billigen Plastiktrompeten und „bin ich froh, dass ich so einen scheiß nicht mehr kaufen muss“, sage ich zu Märzkind. Sie grinst nur. Man begrüßt uns herzlich, was kein Wunder ist, es gab hier im tagesverlauf mehrere hundert Liter Freibier. Überraschend guter Kaffee und leckerer Kuchen. People watching. Ich kenne die Kinder nicht mehr. Ein Alterungsmoment. Obwohl, wenn man da einen Moment länger hinguckt – sehen einige doch Leuten ähnlich.

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Dienstag abend sitzen wir zu dritt auf dem Sofa und schauen uns eine Sendung über Essen an. Stanley Tucci dreht die Spagetti gegen den Uhrzeigersinn, bemerkt der Liebste. Ist mir nicht aufgefallen, sage ich. Hä? sagt Julikind, das ist doch die ganz normale Richtung. Nee. Ich drehe kurz eine imaginäre Gabel, der Liebste neben mir macht das gleiche. Hää? sagt Julikind, geht an die Besteckschublade und holt eine Gabel. Sie dreht Spagetti nach links auf, ganz normal. Wenn beide Eltern die Spagetti nach rechts drehen, wie kommt es dann, dass das Kind…? Nee, nee, macht Sinn, sagt der Liebste, spiegelverkehrt.

Prüfungswoche der Realschüler. Montag Englisch, Mittwoch Deutsch, Freitag Mathe. Dazwischen Anspannung und geistiger Tiefflug gleichzeitig.

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Wir decken gemeinsam den Tisch fürs Abendbrot, alle versuchen, sich dabei so wenig wie möglich auf den Sack zu gehen, jeder hatte heute irgendwas, alle geben sich Mühe. Das Festnetztelefon klingelt, wir wundern uns kurz, denn das tut es nicht oft. Der Liebste geht ran, murmelt etwas von, da sei er leider noch nicht zu gekommen, dann schaut er mich an, und fragt, völlig ernst „Möchtest du Freitag Matjes essen?“ Ich bin gedanklich gerade woanders und antworte daher das offensichtliche, formuliere es aber intuitiv so, dass die Frage nach seiner mentalen Gesundheit mitschwingt „Nein!? Ich möchte nie Matjes essen.“ Er gibt das wortgetreu so weiter, und fügt hinzu, dass er dann alleine kommt. In dem Moment puzzelt mein Hirn die Informationen Festnetzanruf, Freitag und Matjes zusammen. Ohauahauaha. Wobei, eigentlich, war das genau die richtige Antwort, und jetzt ist es sowieso egal, aber, nur fürs Protokoll, auf die Frage „Hamburg reist schon Freitag an, möchtest du mit zum Geburtstagsessen meiner Mutter?“, hätte ich diplomatischer reagiert.

Symbolbild des Monats

Ostern, und sonst nichts, eigentlich

Das Geräusch eines Bienenstands im April, wir haben es doch vermisst. Neue Bienen ziehen auf dem alten Standplatz ein. Der Frühling kann kommen.

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Osterhasen gebacken und gemeinsam, nun ja, verziert ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, aber auf jeden Fall hat das Ergebnis fröhlich gemacht, und darum gehts ja.

Einmal Ostern mit allem: Karfreitagsgottesdienst am Nachmittag, am Samstag verschiedene Haus und Hof Tätigkeiten, abends Osterfeuer. Ostergottesdienst Sonntag morgen um sechs, anschließend Brötcheneinkauf und kleines Frühstück, Eiersuche im Garten, Rouladen essen, Spaziergang bis zur Wiese mit Großeltern und Onkel, Eierwerfen, Eier essen, im Anschluss Kaffee und Kuchen und das ein oder andere Blätterkrokantei in geselliger Runde, danach in Joggighosen auf dem Sofa sitzen. Montag ein unerwartet ruhiger Arbeitstag.

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Osterferien, die beste Gelegenheit ein Abschlussfeier-Kleid zu kaufen, alle haben Zeit. Ach ja. Ich lasse die Mädels schon mal raus, suche einen Parkplatz, kaufe mir selbst einen Pullover und gehe erst dann in die Abteilung für Abendgarderobe. Es gibt schon eine engere Auswahl und die Entscheidung fällt verhältnismäßig schnell. Es ist nur eine kleine Änderung nötig, das könnte man sofort… gut, wir warten eine Stunde im Modehaus, auf dem Rückweg isst jede noch eine Kugel Eis. Geschafft. Auffällig war die entspannte Stimmung, obwohl die Abteilung wirklich voll war.

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Endlich wieder Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen, vor dem Haus zumindest, im Garten ist es zu windig. Zu viert sitzen wir auf der Treppe und essen Beeren-Kuchen, ganz ohne Anlass, einfach weil alle heute nachmittag frei haben. Der Kuchen war schneller alle als ich gedacht hätte, daher kein Foto.

Abends auf dem Sofa Whiskey getrunken, auch ohne Anlass, das wird allerdings in Zukunft schwieriger, denn dieser Whiskey ist so dermaßen gut, „der kommt ganz hinten ins Regal“, sagt der Liebste, und lächelt „für besondere Anlässe“.

Also, wenn man die Spritpreise und die allgemeine Weltsituation mal aussen vorlässt, gehts uns richtig gut. Nagut, die Motorkontrollleuchte am gerade erst kostspielig reparierten Auto leuchtet, aber irgendwas ist ja immer.

Geburtstage und Glitzer

Beide Mädels brauchen Abendkleidung. Eine für den Schulabschluss, eine für eine Hochzeit. Wir fahren zum Abendkleider-outlet in die Stadt. Ich bin nur als Begleitung dabei und beobachte. Als erstes fällt mir auf, dass die in der Werbung erwähnten 1000 Kleider für unter 200 Euro anscheind gestern schon verkauft wurden und das, was hier hängt zwar wunderschön, aber nicht unbedingt günstig ist, andererseits, sind Leute vermutlich gern bereit für wallende Polyester-Träume viel Geld zu bezahlen. Der Weg zur Umkleide ist mit Glitzer bestreut. Vor dem Eingang Sitzgelegenheiten, Männer dürfen nicht rein. Hinter den Vorhängen ein riesiger Raum voller Kleiderständer und Spiegel, auf jedem ein Aufkleber, der darauf hinweist, dass man bitte nicht sein Spiegelbild fotografieren möge, aus Rücksicht auf alle, die da im Hintergrund mit drauf sein könnten. Faszinierend welchen Unterschied Klamotten machen. Frauen aller Alterklassen und Kleidergrößen verwandeln sich innerhalb von wenigen Minuten. Man fotografiert sich gegenseitig, hilft in aller Selbstverständlichkeit mit Reißverschlüssen und Bändern. Sehr nette Atmosphäre. Wir verlassen das Event ohne etwas zu kaufen und überlegen auf dem Rückweg, zu welcher Art von Veranstaltungen man wohl solche Roben trägt. Und – dass das Kleid, dass ich zur standesamtlichen Trauung anhatte eigentlich fast so aussieht, wie das, was Julikind gefiel und – es existiert noch. Vielleicht…

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Mit einem gemütlichen Abendessen in Gesellschaft der „Weihnachtsrunde“ Märzkind-Geburtstag gefeiert. Die Gäste stellen fest, dass man dann mit 21 wirklich groß. Sie dürfte sich jetzt eine Waffe kaufen und beschwipst Auto fahren.

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Julikind kommt normalerweise fröhlich vom Tanztraining. Heute nicht. Suizid einer 15-jährigen. Nachrichten werden hin und her geschrieben.

Stille Anteilnahme – auch mit all den anderen Familien, die im verborgenen kämpfen. Und riesengroße Dankbarkeit, dass hätte auch ganz anders laufen können, damals.

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Der Schwager hat zum Geburtstag eingeladen, das ist ungewöhnlich. Nach dem Kaffee trinken überlegen die Blagen, was man denn jetzt wohl macht, weil, sonst sind sie danach immer auf den Spielplatz gegangen und das geht ja jetzt nicht mehr. Doch, natürlich, sage ich, sie dürften jetzt sogar ganz alleine. Wir bleiben einfach sitzen und unterhalten uns. Ein schöner Nachmittag, da sind wir uns alle einig auf dem Rückweg.

Der Blick geht im vorbei fahren auf jede Tankstellen-Preistafel, jedesmal gefolgt von einem Seufzer. Stillschweigend sind wir überein gekommen nicht zu klagen, es nützt ja nix. 50 Euro mehr als normalerweise kostet es uns, jede Woche

Nur eine Stunde Fahrzeit von hier ist der Frühling schon angekommen. Es blüht in allen Farben. Nicht nur acht Osterglocken und ein sanfter Hauch von kommendem gelb in der Hecke, wie hier.

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Die Betriebswaschmaschine steht im Keller. Der Aufzug ist nicht öffentlich, man braucht einen Schlüssel. Es ist Sonntag, außer uns ist niemand im Gebäude. Ich hatte damit gerechnet, dass die Tür einfach aufgeht, als ich den Schlüssel drehe, um im Keller den Trockner anzustellen, denn außer mir, kann da ja keiner mit gefahren sein, in der Zwischenzeit. Der Aufzug kommt von ganz oben. Ein sanfter Grusel-Schauer läuft mir den Rücken herunter.

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Es war definitv die größte Beerdigung die der Ort je gesehen hat, sagt die Freundin. Nicht nur die Kirche und der Platz, wo der Lautsprecher hängt proppevoll, die Leute standen noch über den ganzen Friedhof verteilt. Abends erkundige ich mich beim Liebsten, ob er denn da schon in irgendeiner Form Anteilnahme…? Aber er ist genauso erstaunt wie ich. Zwei Haushalte sind damit beauftragt, Traueranzeigen aus der Zeitung an uns weiterzuleiten, wir sind in mehreren whatssapp Gruppen, haben in der letzten Woche auf zwei Geburtstagsfeiern länger mit vielen Leuten zusammengessen, und dennoch: Wir haben einen Trauerfall komplett verpasst.

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Mohnkuchen gebacken und gegessen, kam durchschnittlich gut an. Cookies gebacken und verschenkt. Eine Biskuitrolle gebacken, die in alter Traditon, aussah wie ein Unfall. Ein weiterer nice-try-award wurde mir verliehen.

Weihnachtsstimmungen, zweiter Teil

Mein umgekehrter Adventskalender hatte vielleicht schon 24 Türchen bzw Tonnen. Ich habe mehrere Kleidungsstücke in die give box getragen und einige so klein geschnitten, dass sie eine zweite Karriere als Öltücher in der Garage machen können, mehrere Bücher weitergegeben, vier Handys wurden zur passenden Entsorgungsstelle mitgenommen. Ich habe einige Kontakte aus der Telefonliste gelöscht, außerdem jede Menge emails und Fotos mit nutzlos gewordenen Informationen, eine größere Menge Altpapier vom Dachboden entsorgt und zweimal Sperrmüll bestellt, für die wirklich großen Teile. Fühlt sich gut an.

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Wir haben einen Baum gekauft und im Anschluss daran Bratwurst gegessen.

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Julikind hatte einen Teller frisch dekorierter Plätzchen in der Küche stehen lassen, damit sie trocknen können. Abends ist der Teller leer. Sie wundert sich, wie sowas sein kann? Die waren lecker, erklärt Maikind. Ob eigentlich irgend jemand eine Ahnung hat, wieviel Arbeit sowas macht? fragt sie nach. Ja sicher. Alle nicken anerkennend.

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Vom Weihnachtsoratorium wird uns wohl hauptsächlich das grelle Licht und die unbequemen Sitzmöbel in Erinnerung bleiben. Das macht nichts, denn es ging bei dieser Veranstaltung ja um die gemeinsam verbrachte Zeit. Danach waren wir noch auf dem Weihnachtsmarkt. Märzkind und Schwiegermutter genossen die Atmosphäre, Julikind und ich beobachteten das Ganze interessiert. Wir haben alle gut gegessen und ich hab sogar was gekauft. Been there, done that, got the t-shirt, quasi.

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Ich will kein Corona haben, auf keinen Fall, das wäre das letzte, was uns jetzt noch fehlt, da sind sich alle hier einig. Wir meiden also den Großelternhaushalt und besuchen nicht die Omma im Krankenhaus. Die Berichte über ihren Zustand machen allerdings nachdenklich. Und als der Liebste es laut ausspricht ist die Antwort auf einmal ganz einfach. Ich würde da schon nochmal hin wollen, und wenn das so ist, kommt er mit, sagt er. Während wir Kittel, Handschuhe, FFP2 Maske anziehen überlegen wir, wann wir diese Kombi zuletzt… ist zum Glück schon länger her, aber man erinnert sich gut. Vor zwei Wochen habe ich die Omma zuletzt gesehen. Es wirkt, als wäre es Jahre her. Alles an ihr hat sich verändert, aber mit meinem Namen kann sie was anfangen, zwei Minuten lang, dann siezt sie mich. Wir verlassen das Krankenhaus in Hoffnung auf baldige Besserung, und sind froh, dass wir da waren. Wir haben den allerbesten Tag für einen Besuch erwischt.

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Überall werden die immer gleichen Zuckerguss überzogenen Gemütlichkeitskonsum Weihnachtslieder gespielt. Ich kanns nicht mehr hören. Gerade als ich überlege, wo ich denn mal unbeobachtet mit der Stirn gegen eine Wand klopfen könnte, spielen sie doch tatsächlich „fairytail of new york“, nicht die orginal Version, aber immerhin. Die Zeile mit den Flüchen singe ich leise mit, wie andere Leute den refrain von „last christmas“. So. Es geht wieder.

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Montag vormittag ein Besuch in einer Facharztpraxis wegen der einen Sache, Montag nachmittag im Krankenhaus wegen der anderen. Danach sitzen wir bei den Eltern in der Küche. Der Adventskranz leuchtet und wir überlegen mal, nur so für den Fall des Falles, wie viele Leute denn wohl zum Trauerkaffee kommen würden. Eigentlich ein gemütliches Beisammensein. Es ist eben wie es ist, dieses Jahr.

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Der Flur soll gestrichen werden. Alle Farben der Baumarkt Farbmusterwand stehen zur Auswahl, wir müssten uns für eine entscheiden. Der Liebste schlägt gelb vor. Ich wäre für ocker oder sandfarben, markiere den Bereich in der Farbpalette und reiche das Bild zurück. Ja gut, sagt er, dann sind wir uns doch einig, denn welche Art von gelb genau ist ihm egal.

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Der Elternbeirat informiert per Sprachnachricht über eine Sachlage. Der Liebste und ich tauschen einen Blick und würdigen kurz den Augenblick, denn uns betrifft es nicht. Wir haben kein Problem. Das ist schön.

Weihnachtsstimmung oder so

Mit vereinten Kräften wurden die Fische über die Hitzetage im Sommer gerettet, rückblickend war das schon ein ziemlicher Aufwand, man wird sich da vielleicht was überlegen müssen, für die Zukunft, sagt der, dem der Teich gehört, aber alles in allem hat es sich gelohnt. Also, für uns auf jeden Fall. In netter Atmosphäre essen wir die Fische heute, frisch geräuchert, und unterhalten uns dabei mit den anderen am Tisch darüber, dass es schon ein bisschen verrückt ist, Mitte November im Garten zu sitzen, aber schöner wars im Sommer auch nicht.

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Ich hatte was bestellt, im Möbelladen. Die fröhliche Frau hinter dem Tresen erinnert sich an unser Telefonat und macht sich auf den Weg ins Lager. Ich frage mich währenddessen, ob ich sie von irgendwoher kennen müsste. Nein. Das selbtverständliche duzen scheint hier Teil der Firmenidentität zu sein, und wirkt eigentlich ganz sympathisch. Vorname und Du finde ich OK, Vorname und Sie oder Nachname und Sie auch. Nachname und Du, wie es in meinem letzten Job üblich war, fand ich die ganz über irgendwie doof, und das fällt mir gerade erst richtig auf, während ich so rumstehe und warte.

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Es hätte mich schon mal interessiert, andererseits, brauche ich das wirklich? Für irgendwas? Nachdem ich zwei apps installiert habe, mich per Personalausweis identifiziert, meine email-Adresse verifiziert und den code eingegeben habe, den man mir per Post an meine Wohnadresse schickte, stellt die App sich dumm. Irgendwas hat nicht funktioniert. Es ist mir ein Rätsel. Ich verfüge über digitale Grundkenntnisse, spreche fließend deutsch, kann sinnerfassend lesen, bin durchschnittlich intelligent, aber offensichtlich nicht in der Lage meine elektronische Patientenakte einzusehen. Dann eben nicht.

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Der Liebste darf wieder ganz ohne Krücke laufen. Juhu!

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Die Oma aus dem Städtchen ist gestürzt, liegt im Krankenhaus, meldet der Familienchat. Es gehe schon wieder ganz gut, sagt de Mutta, sie sind über den Flur gelaufen, niemand versteht, warum die Oma so lange dort bleiben soll. Zwei Tage später ist de Mutta krank, Corona. Der Vatta zieht wenige Tage später nach. Sehr milder Verlauf, aber es ist ihr erstes Mal und sie sind doch erstaunt wie man sich so fühlt, dabei.

Mein Auto macht ein Geräusch vorne rechts. Nach jedem noch so kleinen Schlagloch rechne ich mit einem Achsbruch. Der Liebste nimmt es mit in die Werkstatt, die auf seinem Arbeitsweg liegt. Wir machen einen Plan, zum Rücktransport, nur für den Fall… Die Werkstatt entfernt ein Stück abgebrochener Feder, funktioniert auch so, bis das Ersatzteil da ist und jemand Zeit hat.

De Omma möchte üblicherweise sofort nach dem Abendessen ins Bett, aber eigentlich möchte sie vielleicht heute lieber noch im Sessel sitzen, sagt sie. Soll mir recht sein. Ich hole eine Wärmflasche aus dem Bett, lege sie neben die Oma in den Sessel, reiche eine Wolldecke und lasse mir die einzig wahre Methode des zudeckens erklären. Das Gespräch des Tages besteht aus ungefähr 6 Sätzen, und spielt in drei verschiedenen Jahrzehnten.

Julikind hat da was, es wird schlimmer, Sonntag morgen fährt der Liebste mit ihr zum hausärztlichen Notdienst, abends holen wir sie im Krankenhaus wieder ab, frisch operiert. Einen leicht restsedierten Verwandten 24 Stunden lang zu überwachen gehört ja zu jedem Jahr dazu.

Der Advent darf jetzt gerne langweilig werden, bitte.

Ziellinien in Sicht

Ein nettes Gespräch über jahreszeitlich bedingte Verletzungen. Ich hab mir ein Stück Maronenschale unter den Fingernagel des rechten Daumens gerammt, bis ins Blut natürlich. Maikind ist beim Radmuttern nachziehen ein bisschen abgerutscht. Ist halt so. Für November erwarten wir irgendeine Schramme aus der Kategorie „bisschen paddelig gewesen beim Holz holen“ , und dann schon die ersten Schlürfwunden von winterlichen Heißgetränken.

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Die Weihnachtsmänner sind angekommen im Lebensmittelladen. Ich gehe einmal um die Pappaufsteller-Regal-Insel und sichte das Angebot. Eigentlich kaufe ich ja nix, wo Weihnachten drauf steht, aber ich kenne jemanden der sowohl Weihnachten als auch diese Schokolade gerne mag und sein Geschenk ist noch nicht komplett, da könnte man vielleicht eine Ausnahme… Ich nehme also Weihnachtsmann. Nach zwei Metern Weg hat mein Hirn die Informationen des Preisschildes verarbeitet, ich drehe mich wieder um und stelle den Weihnachtsmann zurück. Auf der anderen Seite der Regalinsel tut eine Frau zeitgleich genau dasselbe. Unsere Blicke begegnen sich. Wir schütteln beide mit dem Kopf, müssen dann ein bisschen grinsen, weil diese Situation so fast filmreif verrückt ist, stellen dabei fest, das wir uns ja kennen und unterhalten uns kurz, über Schokoladenpreise zu Weihnachten und dass man das alternativ auch einfach weglassen kann. Schön war das. Grüße an Team Grinch.

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Der Raumausstatter kommt auf einen Kaffee vorbei, weil er gerade in der Gegend war und der Liebste krank geschrieben ist und keine Zeit zum Telefonieren war. Schön war das.

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Der Liebste bekommt zwei Wochen Verlängerung, darf aber wieder mit halber Belastung, immerhin.

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Der Steinmetz trägt eine letzte Schicht Lehmputz auf die Wand auf, um die entstandenen Risse zu füllen. Wenn die dann trocken ist, wird gestrichen und vielleicht haben wir bis Weihnachten wieder eine ganz normale Wand.

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Eine halbe Stunde mit der Oma in der Küche gesessen, Stollenkonfekt gegessen und fünf mal hintereinander das gleiche kleine Gespräch geführt. Es war gemütlich und passte gut zu meinem mentalen Zustand.

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Der letzte Arbeitstag ist einerseits so herzlich, dass ich um ein Haar rührselig geworden wäre, andererseits ein guter Tag zum Abgewöhnen. Ich verlasse das Gebäude mit einer Tasche voll Blumen und Geschenken und mit pochenden Kopfschmerzen und klingeln in den Ohren. Hach.

Am frühen Abend dann Korrektur lesen der Abschluss-Prüfungs-Hausarbeit des Julikinds. Die Oma druckt alles aus und damit ist der schriftliche Teil zur Abgabe bereit. Juhu!

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Der erste Arbeitstag im neuen Job ist so ganz anders. Ich bin fix und alle, aber eigentlich auch fröhlich.

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Märzkind kommt vorbei und hätte wohl Zeit, Weihnachtskarten zu basteln, sagt sie. Das ist gut, weil alleine hätte ich keine Lust. Wir überlegen, wer denn alles eine bekommen soll, suchen Material zusammen und breiten alles auf dem Esstisch aus. Der Liebste hilft beim Zuschnitt und klebt mit halbherzigem Engament Flitterkram auf. Märzkind bemängelt das, ich grinse. Sie beschwert sich, dass wir das garnicht richtig ernst nehmen, dabei ist es doch so schön weihnachtlich. Dialoge wie bei Loriot, alle Jahre wieder.

Herbst

Herbstferien und ein paar freie Tage für mich. Alle noch übrigen Urlaubstage und Überstunden müssen ja jetzt weg. Der Plan fürs Jahresende war ein anderer, aber nun ist es eben so. Erledigung von liegen gebliebem und aufgeschobenem, es fühlt sich gut an, wieder auf der Höhe der Zeit angekommen zu sein.

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Auch in den Herbstferien gab es weniger Postkarten-ersetzende- Statusmeldungen als in den letzten Jahren. Insgesamt dieses Jahr: viele Bilder von Wanderungen, Strand, Berge, Sportevents und essen, deutliche Tendenz Richtung Norden, wenige bis gar keine Standard-Touristen-Hotspot-Fotos.

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Ob es wohl an meiner eigenen Gemütsverfassung liegt, am Wetter oder ist vielleicht der Zeitpunkt erreicht, an dem plötzlich alle Redebedarf haben? Man erzählt mir verschiedene Coronageschichten, einfach so, alle in nur einer Woche.

Die Musik zum Erntedank-Gottesdienst wird per Lautsprecher eingespielt. Es war für heute einfach kein Organist zu bekommen, der Pfarrer bittet, dies zu entschuldigen. Es ist eben leider wie es ist – und es ist ja nun nicht so, als hätten wir das noch nie gemacht, vor nicht allzu langer Zeit… freuen wir uns also einfach darüber, dass wir singen dürfen – ohne Masken, nebeneinander sitzend…

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Damals, solange ist es eigentlich noch garnicht her, hat er ein Schreiben der Dienststelle und seinen Personalausweis an der Kasse vorlegen müssen um mehrere Packungen Klopapier kaufen zu dürfen. Man kann es sich garnicht mehr vorstellen. Als die alte Dame hinter ihm dann anfing, dass das „ja wohl eine Frechheit sei“, musste er der guten Frau leider mal in aller Deutlichkeit sagen, dass er dienstlich, quasi zum Wohle aller, 60 Kinderärsche abzuwischen hat, und dass es ihrerseits eine Frechheit sei, ohne Kenntnis der Sachlage hier die Leute anzumachen. Da war dann Ruhe.

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Beim Spaziergang begegnet mir ein älterer Herr, wir wechseln drei Sätze über das schöne Herbstwetter, ich beschleunige, in der Absicht, ihn zu überholen. Er hält Schritt und erzählt mir von seiner Gesundheit und von der seines Sohnes, der ist nämlich krank, seit er sich damals gegen Corona hat impfen lassen. 500 Meter lang höre ich mir feinstes Impfgegnergeschwurbel an. Es wirkt irgendwie aus der Zeit gefallen. Ich schweige und stelle fest, dass mich das nur ganz wenig Nerven kostet. Surviving of the fittest.

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Meine Friseurin hat heute vormittag ihre Coronahilfen zurückgezahlt. Den gesamten Betrag. Vielleicht hätte sie etwas davon behalten dürfen, aber ach, sie möchte sich nicht nochmal einlesen und nochmal genau nachrechnen. Es reicht, sagt sie.

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De Omma hat direkt hinter der Haustür einen kleinen Raum. Dort steht die Waschmaschine. Außerdem gibt es eine Garderobe und Ablagefläche von Haushalts-Dingen „für draußen“, Gummistiefel, Alltagsjacken und Vogelfutter sowas in der Art. Die Familien-whatsapp Gruppe für Besonderheiten in Seniorenhaushalten meldet, de Omma habe heute morgen mit der Winterfütterung der Vögel begonnen. Leider hat sie statt Vogelfutter Waschpulver verwendet. Knapp daneben. Ein Meilenstein.

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Beim Spaziergang im Nachbarort am Wegesrand einen Jutebeutel voll Äpfel gesammelt. Eigentlich wollte ich nur ein paar, aber es gab so viele verschiedene Sorten… bio, regional und kostenlos. Eigentlich schade, dass die so rumliegen.

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Alle Autos brauchen neue Winterreifen. Man träumt kurz von öffentlichem Nahverkehr.

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Maikind saugt das obere Stockwerk mit drei Staubsaugern gleichzeitig und freut sich darüber, wie unglaublich effektiv das ist. Ich mich auch.

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Zum ersten mal in dieser Saison ist es stockdunkel, als Julikind und ich nach ihrem Training nach Hause fahren. War nicht vorhin noch Sommer? Nächste Woche wird die Uhr umgestellt, und in zwei Monaten ist Weihnachten, in acht Wochen also, und das ist gar nicht mehr lange, stellen wir fest. Sie wundert sich, wie kann sowas sein, früher, da hat es immer eeeeewig gedauert bis Weihnachten.