Schule zu Hause, Woche 2

Montag stehe ich zur gewohnten Uhrzeit auf. Die Kinder müssen erst etwas später zum online Unterricht, aber ich hätte gern einen Überblick, bevor alles wieder alles auf einmal gebraucht wird. Es läuft alles schon recht routiniert. Nach anderthalb Stunden ist alles ausgedruckt und den einzelnen Fächern der jeweiligen Kinder zugeordnet. Läuft doch. Denkste.

Ein Druckauftrag läuft quälend langsam. Ist das ein Papierstau? Nee, der versucht ein Foto zu drucken, ganzseitig, Abbruch. Was ist da los? Eine Lehrkraft hat ein Foto einer Buchseite geschickt.

Eine Audiodatei lässt sich nicht abspielen.

Das Kind möge bitte die Aufgaben aus dem Workbook auf ein loses Blatt abschreiben, das erleichtert die Korrektur, später, wenn das eingesammelt wird. Nein. Das workbook gehört uns. Außerdem besitzt dieser Haushalt ein Cuttermesser.

Da haben sie jetzt 10 Minuten gewartet, aber der Lehrer ist nicht gekommen, zum online Unterricht, nur dass ich bescheid weiß, er macht dann jetzt was anderes, sagt das Maikind. OK.

Die Aufgaben dieser Woche bitte nicht so abgeben wie die der letzen Woche. Es wurde eine neue Mailadresse angelegt, extra nur dafür, das erleichtert die Korrektur.

Hä? Woher kommt denn dieser Arbeitsauftrag? Der war doch Montag noch nicht da.

Abgabetermin Donnerstag, keine Zeitabgabe. Abends um acht werden die Aufgaben fertig, wir könnten sie hochladen. Leider gibt es keinen Abgabe-Button für dieses Fach. Dann packen wir das einfach in einen Email-Anhang und schicken es – ähm – nein, leider wurde keine Mailadresse mitgeteilt. Eine Mutterkollegin mir weiterhelfen. Sie hat noch ihre Notizen vom Elternabend 2019.

Eigentlich gilt der Abgabetermin bis Montag, folgende Aufgaben aber bitte schon Freitag einreichen.

Man kann sich nicht einwählen, in die online Sitzung. Das Kind hat schon alles probiert, ich probiere trotzdem alles nochmal. Es geht nicht. Das Kind wurde für die Teilnahme an dieser Sitzung extra geweckt und ist stinksauer.

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Wenn das Schwimmbad wieder aufmacht, dann sind wir die ersten, die da hinfahren. Gleich morgens. Die Badesachen ziehen wir drunter. Leider ist unsere Geldkarte leer, wir werden also klingeln und auf die Bademeisterin warten müssen. Während wir warten ziehen wir uns schon aus und knüddeln unsere Klamotten so, dass man sie im Vorbeigehen in einen Spint werfen kann. Drei Minuten, wird das dauern, ungefähr, vom Drehkreuz bis zum besten Platz vor der Sprudeldüse. Von da aus kann man die anderen Leute sehen, die rein kommen. Die sind dann leider alle zu spät, der Platz vor der Sprudeldüse ist schon besetzt. Und wenn das Schwimmbad am gleichen Tag aufmacht, wie die Schulen? Ach, dann sagen wir, das haben wir nicht gewusst und ich schreibe dir eine Entschuldigung, beruhige ich das Julikind.

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Eine Anfrage, ob ich denn dieses Frühjahr eherenamtlich so einmal die Woche, im letzen Jahr musste ja alles ausfallen und es wäre schade, so wie immer geht natürlich nicht, aber es wäre doch schön, wenn man alternativ etwas im kleineren Rahmen, dafür braucht es nur mehr Leute, also, was kann ich denn anbieten? Die mail ist schnell beantwortet. Nix.

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Ich weiß nicht mehr, wie die Frage aufkam, aber wir diskutieren ausführlich und ernsthaft, nach dem Abendessen darüber: Wenn man in der Schwerelosigkeit furzt, wie verteilt sich das? Und, nur mal angenommen, man müsste im Weltall keinen Raumanzug tragen und würde einfach so ins Universum pupsen, könnte man das sehen? Ich bin im naturwissenschaftlichen Bereich schnell raus, der Liebste übernimmt.

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Märzkind hat mündliche Prüfung. Alles läuft super. Die ganze Familie freut sich aus vollem Herzen mit.

Schriftliche Prüfungen wurden drei Wochen nach hinten geschoben, irgendwann im Juni dann. Da ist es ja total gut, dass keine Abschlussfahrt und auch sonst nichts stattfinden soll. Sonst würde das gar nicht gehen. Der einzige Komfort, den dieser Jahrgang noch gehabt hätte, wäre das Gefühl gewesen, ein wenig eher Ferien zu haben als alle andern. Tja.

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Gerade haben wir uns in die Küche gesetzt, da bekommt de Omma einen Anruf. Sie hält sich den Hörer ans Ohr, der Lautsprecher ist allerdings auch an. „Haste dann jehort? Der Zeitungszusteller ist gestürzt?“ De Omma fällt aus allen Wolken, das wußte sie noch garnicht. Ich nicke, weil, ich wußte das schon. Ich weiß sogar, welcher Art die Verletzungen sind und wie die OP gelaufen ist. Das wußte die Frau am Telefon anscheind nicht. Irritiert hakt sie nach, woher ich das denn wisse. Ich will nicht angeben, aber diese Informationen habe ich aus allererster Hand. „Och, ja dann, schönen Abend noch“, die Frau legt auf. Wer war das denn, erkundige ich mich? Dann muss ich der Omma alles nochmal erzählen, in der Aufregung hat sie ja garnicht richtig nachgefragt. Gerne doch, etwas vor Winters Frieda zu wissen, das passiert einem wahrscheinlich nur einmal im Leben.

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Hundespaziergang bei windigen null Grad und Schneegestöber. Als ich wieder rein komme stehen drei Kinder um den Esstisch. Die Kiwis wurden gerade geliefert. 6kg so in einem Karton, das sieht man nicht alle Tage. Sehr lecker.

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Lockdownverschärfungen also. Was heißt das für uns? Einkaufen und Busfahren geht ab jetzt nur noch mit medizinischen Masken. Schulen bleiben generell geschlossen bis 14. Februar, wenn ich das richtig verstanden habe eher bis Ostern, ohne das es jemand so sagt. Der ganze Rest wird so angeordnet, wie wir das seit November schon handhaben. Allmählich frage ich mich…

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