Anfang September

In normalen Zeiten wäre es einfach ein „FauchiBauchi“ gewesen, ein Laie hätte drei Tagen Pfefferminztee und Ruhe verordnet, danach wäre es wieder gegangen. Nicht so richtig gut, aber gut genug. Jetzt, muss es aber richtig gut gehen, damit das Maikind wieder zur Schule kann. Er bleibt also die ganze Woche zu Hause, mit Attest.

Da ja noch zwei Geschwisterkinder auf die gleiche Schule gehen, sollte es kein Problem sein, Bücher und Arbeitsblätter nach Hause zu bekommen, dachte ich. Der Klassenkamerad, der das übernehmen wollen würde, darf allerdings keinesfalls die Bücher eines Mitschülers berühren. Selbst wenn er sie rausschmuggeln könnt, gäbe es ein Problem mit der Übergabe. Die Geschwister des Maikinds gehen in andere Jahrgangsstufen und haben deswegen andere Pausenhofabteile. Einfach so bei einer anderen Klasse vorbeigehen soll man nicht, macht ja alles Sinn, theoretisch. Blöderweise ist der Klassenkamerad männlich und fährt mit einer anderen Buslinie, Bus und Toilette sind also keine geeigneten Übergabeorte.

Der Klassenkamerad schickt Fotos von seinen eigenen Schulbüchern, über sein privates Internet.

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Ein Elternabend wird angekündigt. Da muss ich doch beim Lesen schon schmunzeln. Punkt drei der Tagesordnung: Ablauf des online Unterrichts. Nach meiner Erfahrung gibt es da zwei Möglichkeiten. Läuft oder läuft nicht.

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Die Adventszeit hat begonnen, sagt der Einzelhandel. Nach vereinzelten Spritzgebäck und Spekulatius Sichtungen in der letzten Woche ist endlich das volle Sortiment eingetroffen. Ich laufe routiniert drumrum.

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Lebensmitteleinkauf diese Woche zweimal in klein, weil ich eh auf dem Weg war, und einmal etwas größer. In der Nachbargemeinde geht das erfreulich schnell, da kaufen hauptsächlich Camper ein, die brauchen nicht viel. Auf dem Rückweg werde ich ungewollt Teil einer Hochzeit. Der Autokorso wird angeführt von einem großen Traktor, den man auf der kurvigen Strecke durch den Wald nicht überholen kann. 10 km bei 30km/h.

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Abends um neun ist es schon dunkel, ich möge bitte auf die andere Seite der Turnhalle kommen, sagt das Märzkind, da gibt es eine Laterne und der Weg ist in diese Richtung viel weniger gruselig.

Weil es nicht nur dunkel sondern auch kühl ist, mache ich im Auto die Filmmusik vom Grinch an. „Dein Ernst?“ , werde ich begrüßt. Nee, natürlich nicht. Aber vielleicht ist es das einzige mal, das ich Lust auf Weihnachtslieder habe, dieses Jahr. 300m weiter wird fröhlich mitgesungen, als wir durch den Nachbarort kommen, fragen wir uns, ob die denn ihr Bushäuschen dieses Jahr gar nicht schmücken wollen. Wobei, ein bisschen Zeit ist ja noch…

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Erinnerung an eine Kehlkopfentzündung, kein Gesang mehr, diese Woche.

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Das Märzkind plant, später nach Hause zu kommen. Sie würden einfach laufen. Der Weg an der Straße lang… Also, mir wäre lieber, ihr geht durch den Wald, sage ich. An der Straße lang, da weißte nie, wer da angetrunken nach Hause fährt…außerdem ist der Weg 6km kürzer. Als ich ihr eine Taschenlampe mitgeben will guckt sie mich fragend an. Ist doch noch fast Vollmond.

Dorfkind.

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Ich habe ein Schnitzelbuffet bestellt, für 13 Uhr, am 16.Mai. Details besprechen wir dann im Januar, hat die Frau vom Catering gesagt.

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25 Nachrichten in einer Whatsappgruppe mit dem Titel „Festausschuss“.

Hä? Die Festhalle ist am Freitag vor den Sommerferien schon vermietet, erfahre ich, es muss Ersatz gefunden werden. Aha.

Es geht um die Schulabschlussfeier des Märzkindes, reime ich mir zusammen. Hatte ich nicht kürzlich erst den ganzen Abend Glitzersteine und Federn an eine Feen- Schultüte geklebt?

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An der Schule in der Nachbargemeinde, die letzte Woche geschlossen war, sind drei Kinder positiv auf Covid19 getestet worden. Das ist irgendwie blöd, da hätte ich gerne mehr Infos gehabt, oder weniger.

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Uns erreichen Grüße aus dem Krankenhaus, die spektakuläre Geschichte der letzten Woche ist den Umständen entsprechend gut ausgegangen.

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