Wiedereinstieg in den Alltag

Zwei Minuten nachdem ich geschrieben hatte, dass immernoch kein Testergebnis vorliegt, kam die Post. Darin die Quarantäneanweisung für das Julikind, genauso wie wir sie schon hatten nur mit Genesennachweis. Bedeutet das, der Test vom Liebsten war negativ? Anruf beim Gesundheitsamt. Und, anscheind läufts heute, schon beim dritten Versuch kommt er durch. Nee, nee, sagt die Frau am Telefon, sein Test sei auch positiv. Das wurde bereits einen Tag danach übermittelt. Warum da nichts gekommen ist weiß niemand. Er muss in Quarantäne, noch bis einschließlich morgen. Zwei Tage später kommt der Brief. Darin eine Quarantäneanweisung und eine Beschreibung, wen man jetzt benachrichtigen muss und welche Kontakte sich ebenfalls in Quarantäne begeben sollen. Auf Papier gedruckte Links zu den entsprechenden Infos auf den Seiten des RKI, man weiß nicht ob man lachen oder weinen möchte. Kein Genesen-Nachweis, warum auch immer, ist aber auch egal, der Booster gilt ja eh länger. Adressiert wurde „an die Erziehungberechtigten des Kindes Name des Liebsten„. Er schiebt mir den Brief zu. Danke, aber, ich finde, er ist alt genug, seine Kollegen vom vorletzen Wochenende selber darüber informieren, dass ihre Quanrantäne gestern endet. Auf sicher schickt er seiner Mama noch ein Bild von dem Schreiben. Die Personalabteilung amüsiert sich auch, aber, da war es doch gut, dass sie das alles so gehandhabt haben. Hätte man da erst auf ein Ergebnis gewartet, wäre es vielleicht nicht witzig geworden. Am nächsten Morgen bekommt der Liebste eine SMS. Der Coronatest war positiv. Läuft mit der Digitalisierung. Nur so zum Spaß probiert er auch nochmal, was die Corona-Warnapp heute sagt. Rot, er wurde positiv getestet und soll sich in Isolation begeben. Die App ist ein Idiot. Löschen.

„Es fühlt sich ein bisschen so an, als dürfte man eigentlich nicht da sein“, sagt Märzkind nach dem ersten Arbeitstag „danach“. Die Leute haben sich Mühe gegeben, aber man konnte doch merken, dass es ihnen nicht ganz geheuer war.

Ich hatte mir ein bisschen Sorgen gemacht, dass die Kinder, nachdem sie zwei volle Wochen ganz ohne Aufgaben zu Hause waren vielleicht den Anschluss verpasst haben. Ich sah mich Nachmittage lang home schoolend am Esstisch sitzen. Das scheint nicht nötig. Es wurde nicht wirklich viel gemacht, in den zwei den Wochen. Tja. Das ist gut – oder schlecht – oder egal, man weiß es nicht.

Zum Glück hat der Liebste letzten Woche einen Praktikumsplatz für das Maikind organisieren können. Diese Arbeitslehre-Lehrerin, die das Praktikum betreut, die hat sich eine Methode überlegt, wie sie die, die noch keinen Platz gefunden haben, daran erinnert, dass das jetzt aber mal erledigt werden muss. Maikind ist entsetzt, und das heißt was. Ich schreibe der Lehrerin eine Email. Freundlich aber bestimmt. Sicher handelt es sich um ein Missverständis, ansonsten wäre ich gesprächsbereit.

Freitag nur drei Stunden, wegen Zeugnissen. Die sind alle richtig gut. Wir freuen uns. Das Zeugnis vom Märzkind wurde vom vom Schulleiter und vom Klassenlehrer unterschrieben. Die Stelle für „Erziehungsberechtigter“ ist noch frei. Ich glaube es hackt. „Erziehungsberechtigter*innen“ muss das doch wohl heißen, das kann der Liebste unterschreiben. Bei den anderen Zeugnissen haben die Schulleiterin und der Klassenlehrer unterschrieben, ich unterschreibe bei „Elternteil“.

In einer perfekten Welt würden wir dieses Wochenende einen vierzigsten feiern. Ein Gedenk-Moment.

Beim Mittagessen am Samstag stellen wir fest, dass niemand etwas vor hat, heute. Als wären wir immernoch in Quarantäne. Man könnte vielleicht eine Runde mit den Großeltern spazieren gehen, schlägt Märzkind vor, der Onkel ist auch da, dieses Wochenende. Wir verabreden uns für den Nachmittag. Sieben Menschen und zwei Hunde, das ist ungewohnt, aber schön. Nach anderthalb Stunden sind wir alle total durchgefroren aber fröhlich. Essen. Sofa. Mehr geht eigentlich auch noch nicht.

Montag ist beweglicher Ferientag, und, ach übrigens, Mittwoch Winterwandertag. In diesem Jahr, haben die Kinder wegen der Situation keine Wahlmöglichkeit. Man bleibt im Klassenverband zusammen und hat sich für Skifahren entschieden. Wir sind keine Wintersportfamilie. Zu dritt brauchen wir eine Stunde, um ein Skioutfit für das Julikind zusammenzusuchen. Sie wäre viel lieber Schlittschuhlaufen gegangen. Die Magie dieses Winterwandertages bestand darin, dass die ganz Schule am gleichen Tag nach Willigen fährt, dort jeder das macht, was man am liebsten möchte und sich die Jahrgänge mischen. Naja, besser als nichts ist es auf jeden Fall.

Einmal die Restmülltonne vollgepackt mit Altlasten vom Dachboden. Der Plan ist, dass jetzt alle vier Wochen so zu machen, bis nichts mehr nachrutscht. Damit Platz in der Tonne ist, haben wir wieder angefangen, Müll zu trennen. Gut, dass ich die gelben Säcke nicht entsorgt habe. Gelbe Säcke sind gerade schwer zu bekommen, erfahre ich, die Lieferkette hängt. Bei uns in der Garage stapeln sie sich. Wir verschenken zwei Rollen.

Der Termin, der seit drei Jahren auf Donnerstag, 16 Uhr liegt hat sich auf Dienstag, 17 Uhr verschoben. Der dienstags, 18 Uhr Termin findet jetzt freitags um 19 Uhr statt. Eine Herausforderung.

Maikind hat „Heimstudientag“. Die politisch korrekte Umschreibung für „es sind halt nicht genug Vertretungslehrer da und dieser Jahrgang ist alt genug, mal einen Vormittag allein zu Hause zu verbringen“. Mit jedem Heimstudientag wird Schule ein bisschen egaler.

Ab dieser Woche wird 2G im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzt. Die Genesennachweise hinter denen wir so lange hertelefoniert haben braucht man nicht mehr. Einkaufen war für mich mit medizinischer Maske schon grenzwertig. Somit bin ich jetzt eine dreifach geimpfte, genesene online Einkäuferin. Naja, die Kinder können sich wieder unabhängig vom Impfstatus der Freunde gemeinsam durch die Stadt bewegen, das ist gut.

So. Wie war es denn? Das „Corona haben“? Die Frage kam oft, diese Woche. Tja. Wie im Fernsehen war es nicht. Aber wir waren alle so krank, dass wir es durchaus bemerkt haben, über mehrere Tage. Frische Impfung war auf jeden Fall besser als eine von August. Insgesamt würde ich sagen, wenn man die Chance hat, es nicht zu bekommen, einfach weglassen.

Dunkelziffern

Die Hundenase stupst sanft gegen mein Kissen, ein Blick auf die Uhr, kurz nach acht. So weit ist es schon. Normalerweise meldet der Hund spätestens um sieben unmissverständlich, dass es Zeit zum Aufstehen ist. Wir sind also angekommen, in der Situation.

24-72 Stunden sollte es dauern, bis das Ergebnis vom PCR-Test kommt. Montag vormittag war der. Es ist Mittwoch. Der Liebste hätte morgen Frühschicht. Es geht ihm gut, die Symthome am Montag, dass war wohl nur eine Mischung aus Müdigkeit und nervlicher Anspannung, sagt er. Ach was, denke ich. Naja, das Ergebnis wird wohl im Lauf des Tages kommen und er macht jetzt mal einen Schnelltest, damit die Kollegen planen können. Der Schnelltest zeigt recht schnell ein beeindruckend eindeutiges Ergebnis. Positiv. Da gucken wir aber doof. Dann mache ich auch mal einen Schnelltest. Jo. Nicht ganz so schnell aber genauso eindeutig. Positiv. Es fühlt sich an, als hätte jemand bei einer Marionette die Fäden fallen gelassen. Die Kopfschmerzen kommen also nicht vom Sauerstoffmangel unter FFP2 Maske, diese bleischwere Müdigkeit ist nicht einfach Schlafmangel. Das ist alles jenseits von normal. Ich gehe jetzt aufs Sofa. Und, ganz ehrlich, ich kann heute nicht mit dem Hund. Ich überlege, wen ich anrufen kann, deswegen. Ach was, sagt der Liebste, mit dem Hund geht er selber. Man begegnet doch sonst auch nie jemandem, morgens im Feld, bei dem Wetter.

Maikind kommt rein. Die Lage hat sich geändert, wir können eventuell das Hygienekonzept weglassen, aber zuerst muss er mal einen Test machen. Maikind ist negativ. „Ähm, dann darf ich jetzt doch sicher in seinem Zimmer essen? Oder?“ Ja bitte. „Herrlich“, sagt er. „Samma, was machst du da oben eigentlich die ganz Zeit? Bist du Ironman, oder so?“, ich kann mir das nicht erklären. „Wär möglich“, murmelt er und verschwindet. Mittagessen wird in der Küche hingestellt, Maikind kommt über den Flur, nimmt sich seine Portion und geht wieder ins Zimmer. Wir anderen essen gemeinsam am Tisch. Die Töpfe holen wir, wenn wir Maikind auf der Treppe hören. „Der genießt das so richtig“, sagen die Mädels. Wahrscheinlich haben sie Recht.

Am nächsten Morgen morgen ist das Maikind auffallend blass. Er bräuchte mal eine Halstablette, sagt er. Schnelltest. Positiv. Wir können alle wieder an einem Tisch essen. Ob wir denn nicht zum PCR-Test wollen, fragt das Märzkind. Nö. Die anderen beiden warten immernoch auf ihr Ergebnis. Wir sind geboostert, es macht keinen Unterschied. Da sparen wir uns die anderhalb Stunden anstehen.

Die Außenwelt kümmert sich um uns.

Am Donnerstag, also eine Woche nach dem ersten positiven Test kommt die offizielle Quarantäne-Anweisung per Post. In gepfeffertem Amtsdeutsch steht da – etwas ganz anderes als mir am Telefon gesagt wurde. Es passt aber zu dem, was man dem Märzkind gesagt hat. Und mittlerweile ist es auch völlig in Ordnung, dass die beiden Geschwisterkinder 4 Tage länger in Quarantäne sein werden, als das positiv getestete Kind, wegen dem das Schreiben kommt. Genesenenausweis fürs Märzkind gilt von Mitte Februar bis Mitte April. Hätte sie die Booster-Impfung wahrnehmen können, wäre sie für den Rest des Jahres raus gewesen, aus dieser Nummer. Das nervt.

Am Freitag kommt eine Mail mit Mathe-Hausaufgaben für das Julikind. Der Lehrer entschuldigt sich, dass das so lange gedauert hat, die aktuelle Situation… Kein Ding. Er ist der erste. Außer dieser Mail ist rein garnichts gekommen von der Schule.

Nach 192 Stunden liegt noch kein Ergebnis des PCR-Tests vor.

Ich gebe es ungern zu, aber wir sind jetzt mental an einem Punkt, wir würden die freiwillig Ungeimpften opfern.

Die Schule schickt eine Mail. Weil das mit den PCR-Tests gerade nicht so richtig funktioniert gilt ab jetzt folgendes: Positiv getestete Kinder dürfen am 7.Tag nach dem Test wieder zur Schule kommen, wenn sie einen frischen negativ-Test aus einem anerkannten Testzentrum vorlegen können. OK. Damit kann ich arbeiten.

Der Einschlag

Dienstag Abend lag ein Schnelltest auf dem Tisch, als wir nach Hause kamen. Ungewöhnlich, an einem Dienstag. Das Mädchen, neben dem das Märzkind gestern Abend in der Fahrschule gesessen hat, hatte heute morgen einen positiven Test. Da hat sie lieber auch mal einen gemacht nur so für`s Gefühl. Negativ. Alles tutti. Die Zeiten, wo uns sowas länger beunruhigt hat sind lange vorbei.

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Donnerstag morgen um halb neun klingelt das Telefon. Märzkind sagt, sie müsse bitte von der Schule abgeholt werden. Sofort. „Positiv?“, fragt der Liebste. „Jo“, sagt das Märzkind.

Der Liebste und ich gucken uns an. Das ist er also, der Moment vor dem wir uns seit zwei Jahren fürchten. Wie machen wir das denn jetzt? Das Telefon klingelt. Der offizielle Anruf der Schule. Das Kind wurde isoliert und muss bitte abgeholt werden. Der Liebste ist quasi auf dem Weg. Ich rufe in der Schule der anderen Kinder an. Positivtest bei Geschwisterkind. Wie hätten Sie es denn gern? Das gab es so anscheind noch nicht. Ob man mich zurückrufen kann? Sicher. Anruf beim Hausarzt. PCR-Test-Termin in zwei Stunden. Anruf der Schule, am liebsten wäre es ihnen, wenn ich die Kinder abholen würde, wenn das möglich ist. Natürlich, sonst hätte ich mich garnicht gemeldet. Die Frau aus dem Sekretariat sucht die Klassenlehrer, die holen die Kinder aus den Klassenräumen. Als ich ankomme sitzen sie auf dem Flur vor dem Sekretariat. Ich soll kurz warten, die wollen mir noch was sagen. Die Frau aus dem Sekretariat guckt, wer denn da die Kinder abholt und wünscht uns alles Gute.

Die Kinder erzählen auf dem Weg zum Auto, wie das gewesen ist, aus der Klasse geholt zu werden. Erst auf dem Flur hat man ihnen gesagt was los ist. „Was machen wir denn jetzt?“ „Jetzt gehen wir erstmal mit dem Hund“. Es weht ein eiskalter Wind im Feld. Der Regen gefriert auf dem Weg, es sieht aus wie eine Miniversion der Eisköniginnen-Filmkulisse. Dazu das Gefühl, dass man eigentlich gerade in der Schule sitzen müsste. Seltsam ist das.

Zu Hause stehe ich ein paar Minuten vorm Ofen. Der Liebste telefoniert. Spätschicht. Heute. Fragezeichen. Ich ziehe mich um und fahre mit dem Märzkind zum PCR-Test beim Hausarzt. Auf dem Weg ins Städtchen beginnt sie mit ihrer Kontaktnachverfolgung. Oh shit. Von den 13 Mädels, die am Sonntag beim Chearleading waren sind heute sieben positiv getestet worden. Die Trainierin hatte letztes Jahr eine Chemo. Die trainieren erst seit ein paar Wochen wieder und waren echt vorsichtig.

Der Liebste ist negativ und fährt an die Arbeit. So richtig wohl fühlt sich aber niemand dabei. Das Hygienekonzept wird nochmal verschärft und es gibt konkrete Absprachen, wie die Schichtübergabe laufen soll.

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Der Rest des Tages ist ruhig. Die Freundlichkeit der Menschen hat mir gut getan. Anscheind hatte ich, „im Fall des Falles“ mit Fackeln und Mistgabeln gerechnet. Das Gegenteil war der Fall. Jedes einzelne Telefonat, jede erhaltene whattsapp-Nachricht war freundlich und hilfsbereit. Im Hinterkopf habe ich eine Liste mit Leuten, die parat stehen, sollte hier irgendwas von außen gebraucht werden. Das entspannt.

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Freitag morgen, Anruf der Hausarztpraxis, PCR-Test ist positiv. Gesundheitsamt wird sich melden. Alles andere hätte mich auch gewundert. Das Märzkind ist krank. Es ist ein milder Verlauf, nach Definition der WHO. Nach meiner Definition ist das krasser scheiß. So krank ist noch keines meiner Kinder jemals gewesen. Ich bin froh, über jede einzelne Impfung, die dieser Haushalt schon bekommen hat.

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Samstag morgen bekomme ich eine whatsapp vom Julikind. Ob ich ihr wohl einen Tee bringen könnte? Ohoh. Ich schaue nach. Sie liegt im Bett, die Decke bis unters Kinn gezogen, die Augen fieberglänzend, ein Tränchen kullert. Sie will kein Corona. Trösten, lüften, Fieber messen. Der Liebste nimmt die Kinder mit zum Testzentrum im Nachbarort. Er braucht sowieso einen Test für die Arbeit. Nach einer halben Stunde kommen sie wieder, alle negativ. Blick auf das Julikind. Im Leben nicht. Wir machen einen Schnelltest. Der ist so schnell und so eindeutig positiv, dass man sich ernsthaft fragt, wie die das im Testzentrum hinbekommen haben, negativ zu testen. „Naja, die haben ihr eigentlich nur ganz vorn in der Nase…“, sagt das Julikind. Der Liebste ist der netteste Kunde der Welt. Er hat Verständnis für so gut wie alles. Verbale Eskalation ist mein Resort. Aber – er ruft da jetzt an, und sagt denen, dass sie das schon ordentlich machen müssen. Uuuuhuuuuhuhu, das hab ich so auch noch nicht erlebt.

Anruf bei 116117. Das Kind müsste einen PCR-Test machen. Da wo wir wohnen gibts aber keine, am Wochenende. Tja, dann nicht.

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Die Mädels bekommen ihr Essen gebracht, der Liebste ist an der Arbeit. Maikind und ich schauen uns an. „Was ißt du denn?“ Tisch decken für zwei Personen ist gar nicht so einfach. Es ist ungewohnt leise beim Essen. Jeder nimmt sein Zeug wieder mit in die Küche, zack Tisch abgeräumt.

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Das Tragen von FFP2 Masken ist mir im Sitzen schon anstrengend. Damit arbeiten kann ich eigentlich nicht. Ich komme körperlich an Grenzen. Ich mache nur das Nötigste. Trösten und betüddeln kann man zum Glück im sitzen.

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Montag morgen meint der Liebste, Symthome zu haben. Er reiht sich zusammen mit dem Julikind in die Schlange vorm Testzentrum ein. Ich fahre einkaufen. Als ich fertig bin sind die beiden etwa 50 Meter weiter vor gerückt, das kann noch dauern. Ich habe eine Zeitung gekauft, fürs Märzkind, dann lese ich die eben. Die Inzidenz im Kreis liegt bei fast 800. Kein Wunder, dass die Schlange da so lang ist. Nach einer halben Stunde kommen die beiden aus dem Testzentrum. Sie verziehen das Gesicht. Dieser Test, der ging bis an die Kotzgrenze und dann nochmal bis ans Gehirn, das muss man wirklich nicht haben. Der Liebste hat einen Zettel bekommen, wie man sich bestmöglich isolieren sollte, nachdem man positiv getestet worden ist. Och guck, so ein Zettel hätte uns am Donnerstag auch schon geholfen. Warum bekommt man den denn nicht direkt, wenn man ein postives Kind abholt?

Montags muss Kuchen bei der Omma geholt werden. Ich habe nicht die Kraft, ihr zu erklären, warum das diese Woche keine gute Idee ist. „Rein komme ich aber auf keinen Fall, Omma“, sage ich. Das ist ihr recht. Ich klingele mit FFP2, sie übergibt Kuchen und Kräutertee für die Mädels am ausgestreckten Arm. Ich gehe drei Schritte zurück und wir führen das gleiche Gespräch wie heute morgen am Telefon nochmal in echt.

Mann muss dem Tod auch mal eine Chance geben, sonst lebt man am Ende noch ewig.

Oma Ruth, 101 Jahre (auf dem Geburtstag des Julikinds)

Mittags ruft das Gesundheitsamt an. Das Märzkind reicht mir den Hörer weiter. Man freut sich, dass wir schon von selber mit dem Julikind beim PCR-Test waren. Alle Kinder werden in Quarantäne geschickt, ab jetzt. Wir Großen nicht, wir sind geboostert. Maikind hat die Möglichkeit sich rauszutesten, beim Julikind waren wir erstmal auf das Ergebnis. Man wird sich gegebenenfalls wieder melden.

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„Das Kabuff“ ist der homeschooling/Lese-/Weihnachtsgeschenke-Einpackraum. Eine Bank und ein Tisch stehen darin. Es als Zimmer zu bezeichnen, wäre geprahlt, aber gemütlich ist es. Maikind hilft mir, die Möbel raus und den Ausklappsessel reinzutragen. Man kann den Sessel nicht ganz ausziehen, aber fast. „Also, wenn hier einer schlafen kann, dann du“, sagt das Maikind und grinst so. Da muss ich ihn aber doch mal in die Seite pieksen. Kaum ist er 5 cm größer als ich wird er frech. Einen Moment lang fühlt es sich verrückt an, hier so provisorisch zu übernachten. Dann ist es schon morgen früh.

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Dem Julikind geht es zum Glück schnell wieder besser. Märzkind wird ein ganz kleines bisschen quengelig, weil sie wieder raus will. Ein gutes Zeichen. Nachdem sie ins Badezimmer und zurückgelaufen ist, legt sie sich kommentarlos wieder hin. Das dauert noch.

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Ich danke herzlich für an die Tür gehängte Süßigkeiten und DVD`s und den seelentröstenden Kartoffelsalat. Viele liebe Nachrichten haben uns durch diese Woche getragen.

01/22, Halbzeit

Der Schulkiosk schließt aus wirtschaftlichen Gründen. Man möge den Blagen ausreichend Frühstück eintuppern, sagt die Elternmail, natürlich nicht in diesem Wortlaut. Kein Problem. Der Kiosk hatte Preise, da haben wir schon von selber ans Pausenbrot gedacht. Sollte es aber jemals wieder Nachmittagsunterricht oder AG´s geben wird die Cafetria vielleicht doch fehlen.


Mir ist kalt und das kann eigentlich nicht sein. Ich habe alles doppelt an und der Ofen läuft, die Raumtemperatur ist eher höher als normal. Der Liebste kommt nach Hause. Er trägt seine Winterjacke über einem Pullover, das ist ungewöhnlich. Eigentlich reicht ihm ein „Winter- T-Shirt“ plus normaler Jacke. Der Pullover kommt nur bei höheren Minusgraden zum Einsatz. Das muss eine verspätete Nebenwirkung sein, sagt der Liebste. Daran hatte ich garnicht gedacht. Drei Tage dauert die Moderna-Kälte und verschwindet genauso plötzlich wie sie gekommen ist.


„Warst du schon mit dem Hund?“, frage ich die Freundin. Nee, war sie nicht. Bei ihr hat heute morgen um viertel vor sechs das Telefon geklingelt und sie hat spontan eine Frühschicht übernommen. Der Tag ist sowieso gelaufen, sie zieht sich nur gerade was an, dann kommt sie mit. Eigentlich wollten wir nur ein paar Meter ins Feld. Aber der Himmel ist blau, die Felder weiß verschneit und zu Hause warten Teenager-Launen. Wir gehen die große Runde und trinken danach noch einen Kaffee. Ein hervorragend genutzer Nachmittag. Die Wäsche läuft ja nicht weg.

Als ich nach Hause komme steht das Märzkind hinterm Bügelbrett. Sie hatte eigentlich gedacht, ich komme gleich, weil hier alles noch so stand. Naja, jetzt ist sie fast fertig. Große Kinder sind toll, meistens.


Ein Schwimmbadbesuch mit dem Julikind und einer Freundin. Beim letzen Mal kam jemand von den Bademeistern raus, zum kontrollieren. Diesmal werde ich schon vor dem Kassenautomaten angesprochen. So einfach könne man da aber nicht rein. Ähm, wusste ich, ich wollte gerade klingeln. Nee, nee, erstmal Impfnachweis bitte. Ich gucke fragend, dann sehe ich, dass die Dame, die da so saß, als wäre sie eine wartende Schwimmkurs-Oma, ein T-Shirt der Bäderbetriebe unter ihrer Strickjacke trägt. Die Freundin des Julikinds hatte gestern vergessen ihr Testheft unterschreiben zu lassen und war eben noch ganz frisch beim offiziellen Test. Sie zeigt den Zettel, „sehr schön“, sagt die Dame. Das Testheft des Julikinds ist schon ziemlich zerfleddert. So geht das nicht, den Namen muss die Dame schon sehen können, und dieses Testheft, das muss aber mal neu, zeitnah. Sicher, ich richte es dem Land Hessen aus. Impfstatus und Personalausweis braucht sie von mir. Beides wird ausgiebig geprüft. Dann dürfen wir zum Kassenautomaten gehen.

Die Mädels toben und tauchen und springen. Ich schwimme Bahnen und sitze vor Nackenmassagedüsen. Beim Rausgehen ist die Dame wesentlich entspannter, sie hat einen halben Socken gestrickt, während wir drin waren. Ob es denn Spaß gemacht habe, erkundigt sie sich. „Ja sehr“, sagen die Mädels, „richtig schön war das.“


Schwimmen hat nicht geholfen. Dieser Schmerz in der Schulter, was das wohl ist. Google sagt, eine Operation sei nicht notwendig. Das ist erfreulich. Leider wird das jetzt ein halbes Jahr lang immer schlimmer werden, dann wird das Schultergelenk für etwa ein halbes Jahr ganz steif werden und dann wird der Körper diese Fehlfunktion von selber abbauen. In etwa anderthalb Jahren sollte alles wieder tutti sein. Ähm, jo. Ich versuchs mal mit Sportsalbe und hole mir eventuell eine Zweitmeinung.


Eine Freundin des Julikinds wird abgeholt. Ich öffne die Haustür. Davor steht eine junge Frau, mit Autoschlüssel in der Hand. Wir begrüßen uns fröhlich und unterhalten uns kurz. Sie ist im Moment das Familientaxi. Es ist noch garnicht so lange her, da ist sie bei mir mitgefahren, zu Fussballtrainings und Kindergeburtstagen. Ich komme mir uralt vor.


Anruf beim Hausarzt, Auffischungsimpfung für die großen Kinder wäre schön. Hausarzt sagt, machen sie nicht, weil die Stiko sagt, ist nicht nötig. Ähm, in der Sozialwesen-Klasse mischen sich die Praktikant*innen so ziemlich aller Einrichtungen des Landkreises. Ich halte Impfschutz an dieser Stelle durchaus für sinnvoll und möchte nicht warten, bis der Stiko-Opa da in Ruhe fertig drüber nachgedacht hat. NRW boostert Menschen ab 12. Dann fahren wir eben die 30km und stellen uns in eine Warteschlange. Ich suche Impftermine raus. Das Maikind sagt, ein Klassenkamerad sei im örtlichen Impfzentrum geboostert worden. Ich erkundige mich bei seiner Mutter. Jo, die sagen das zwar nicht auf der Internetseite, aber möglich ist es. Dann brauchen wir nicht so weit zu fahren. Am gleichen Abend befindet die Stiko, dass Auffrischungsimpfungen für Kinder eine gute Sache sind. Anruf beim Hausarzt, Termin nächste Woche. Der Countdown läuft.

2G+ gilt ab dieser Woche fast überall. Das Märzkind ist angefressen. An der Arbeit dürfen sie keine Testbescheinigungen mehr ausstellen. Das heißt man wird getestet, kann den Test aber nach der Arbeit für nichts mehr nutzen. Das Testzentrum hat blöde Öffnungszeiten und liegt nicht auf dem Weg. Im Freundeskreis sind einige schon über 18, andere kommen aus NRW. Die sind fertig geimpft. Jetzt ist sie wieder die, die nix darf. Das Mutterherz seufzt innerlich. Es geht bei der Impferei nicht mehr ums Virus. Es geht darum, ohne großen Aufwand Dinge tun zu können, die vor zwei Jahren ganz selbstverständlich waren.


Wir sind eingeladen zur Überraschungsparty anlässlich einer Petersilienhochzeit. „Aber, Hochzeitstag? Wir haben doch im Sommer…? Hätte ich das gewußt, ich hätte was zu Trinken gekauft.“ Das Petersilienbrautpaar hatte diesen Anlass nicht auf dem Schirm, die Überraschung ist gelungen. Die Gäste haben alles dabei. Es ist nur der engeste Freundeskreis und Familie, man kennt sich aus. Die Autos müssen unterm Carport raus, jemand holt die Biergarnitur aus der Scheune und Strom für den Gulaschsuppenbehälter, auf dem Hof wird ein mitgebrachtes Schwedenfeuer entzündet. Man hat schon gewisse Routinen im distanzierten outdoor feiern entwickelt. Zwei Stunden stehen wir in großen Kreisen und unterhalten uns, dann wird es frisch und manche haben noch Nachschicht. Die Party wird zusammengeräumt. Schön war das. Heute in zwölfeinhalb Jahren kommen wir wieder, wegen Silberhochzeit. Vielleicht fangen wir dann aber schon nachmittags an. Kaffee und Likörchen. Wir werden ja älter.

KW 01/22

An Sylvester hat das Julikind diesen Schnupfen, den wir uns hier rumreichen. Das Märzkind ist weg, da findet doch tatsächlich so eine Art Party statt. Eine Gruppe feiert im Jugendraum, eine andere Gruppe direkt daneben „im Schützen“. Keiner wird danach fragen, ob sich die Gruppen eventuell begegenen, im Lauf des Abends. Dorfjugend, die fahren sowieso alle in den gleichen Bussen, und es ist verdammtnochmal schon das zweite Corona-Sylvester. Niemand will ein Rudel Teenager im Haus.

Zu viert spielen ausgiebig Mensch ärgere dich nicht, in verschiedenen Versionen, und haben zu unser aller Überraschung tatsächlich Spaß. Danach stellen wir fest, dass es immernoch zwei Stunden sind, bis Mitternacht. Ganz kurz überlegen wir, ob es sich überhaupt lohnt, solange wach zu bleiben, weil es ja kein Feuerwerk geben wird, entscheiden uns natürlich für wach bleiben, aber jeder selber. So kommt es, dass der Liebste und ich den Sylvesterabend vor dem Fernseher verbringen. Das passt. Es war anstrengend, dieses Jahr.

Um kurz vor zwölf stellen wir den Fernseher ziemlich laut und gehen in den Garten. Vielleicht hat ja doch noch jemand Alt-Raketen von vor zwei Jahren gefunden. Im letzten Jahr gabs ja auch schon keine. Es ist schöne klare Luft, man kann richtig weit gucken. Ich staune. Das Feuerwerk ist nicht mit normalen Zeiten zu vergleichen, aber doch sehr viel mehr als nichts. Die Niederländer haben anscheind was mitgebracht. Kurz mal gucken, was der Hund macht. Alles gut, der wundert sich nur. Die Kinder kommen auch raus. Nach einer halben Stunde ist es wieder leise im Ort. Das ist dann doch seltsam. Kurz nach Mitternacht begegnet man sich eigentlich auf der Straße oder ruft Neujahrwünsche über den Gartenzaun. Das das eine ganz eigene Geräuschkulisse ist, fällt mir gerade erst auf. Egal, willkommen 2022!

Ich habe da eine Liste mit Wünschen und Erwartungen, (nagut, sagen wir Hoffnungen) in die Sylvester-Zeitkapsel gelegt. An 2021 hatte ich keine Erwartungen gestellt, weil 2020 so war, dass ich dachte, 2021 wird in jedem Fall besser. Passiert mir nicht wieder.


Sie wollen das neue Jahr mit einer schönen Nachricht beginnen. Hochzeit. Save the date. Jawoll, so soll das!


Ich habe dann wohl diesen Schnupfen. Ausser Niesen geht garnichts mehr. Kopf zu.


Morgens um acht müsste der Liebste eigentlich wieder da sein. Ich bin total erkältet, denken ist anstrengend gerade. Das Auto ist da, der Hund nicht. Also ist er mit dem Hund draußen, da müsste er aber um diese Zeit auch schon wieder da sein. Das ist nicht gut, vielleicht. Handy suchen. Ein Notruf steht in der Familiengruppe. Der Hund meiner Eltern wurde angefahren und ist in Panik geflüchtet, alle verfügbaren Kräfte werden gebeten, beim Suchen zu helfen. Kurzes Telefonat mit dem Liebsten, er ist in der näheren Umgebung unterwegs. Ich fahre Feldwege ab. Es hat über Nacht ein bisschen geschneit. Würde hier irgendwo ein flauschiger weißer Hund liegen, man könnte ihn leicht übersehen. Nach einer Stunde breche ich ab. Ich muss aufs Sofa, das hat so keinen Zweck. Alle anderen suchen. Nicht nur Familie, sämtliche Hundebesitzer halten die Augen offen, teilen die Suchmeldung und hoffen auf gute Nachrichten. Am späten Nachmittag ist die Stimmung gedrückt. Es gibt keinen Ort mehr, der nicht abgesucht wurde. Niemand traut sich, es laut zu sagen, aber es steht ein Gedanke im Raum.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fällt dem Landwirt auf, dass die Rinder auf der Weide irgendwie komisch stehen. Zum Glück findet er es seltsam genug, um da mal genauer zu gucken. Sie stehen um einen Hund herum, und den Hund, den kennt er und bringt ihn nach Hause. Freude und Dankbarkeit! Ein Bild vom friedlich schlafenden Hund, eingemummelt in Wolldecken wird geteilt. Alles ist gut. Sonst hätte wohl keiner von uns schlafen können, heute Nacht.


Diese Erkältung dauert ja nur drei Tage, damit bin ich pünktlich zum booster-Termin wieder soweit fit. Über die erste Impfung hatte ich mich richtig gefreut, die zweite hab ich immernoch gerne genommen, aber jetzt nach dem dritten mal anderthalb Tage Impfkater, gebe ich ehrlich zu, lässt meine Begeisterung merklich nach.


Ab Montag wieder Schule. Das ist gut, wahrscheinlich. Wir werden sehen.

2021 war…

Schnee, Starkregen, ein schöner bunter Herbst

Lockdown, Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen, home schooling, Maskenpflicht, 3G, 2G, 2G+, Coronatests

Blinddarm-OP, Bänderriss, entzündeter Zeh, Schlafstörungen, Impfungen

Ohrwürmer Wir sind das Ruhrgebiet…., ….soon may the Wellerman come to bring us sugar and tea and rum.., BTS

definitiv vielleicht (alles immer unter Coronabedingungen)

Konfirmation, Schulabsschlussfeier, Geburtstage, eine Trauerfeier, Weihnachten, eine Rubinhochzeit

„Und wenn das schön wird?“ Weihnachten 2021

Am 23. steht noch ein Termin im Kalender. Der Liebste übernimmt die Fahrt. 10 Minuten später kommt das Pluseinskind die Haustür rein. „Märzkind ist gerade nicht da“, sage ich. Weiß er, er schreibt gerade mir ihr. Die haben ein Reh angefahren. Och nö. Müssen wir da hin? Er fragt nach. Nee. Mit dem Auto ist alles gut, nur das Reh….

Eine viertel Stunde später steht das Märzkind in der Tür, Tränen in den Augen. Sie haben ein Reh… Ich weiß. Umarmung. „Und?“, frage ich. „Alles OK“, sagt der Liebste. Er war nicht schnell. Leider hat er das Reh trotzdem erwischt. Es lebte noch, konnte aber nicht mehr aufstehen. Da hat er jemanden angerufen. Hat kaum 10 Minuten gedauert, dann war der da und hat sich um das Reh gekümmert. Das Märzkind schluchzt ganz leise, der Liebste zieht die Luft ein, zwischen zusammengebissenen Zähnen. Er habe noch versucht, sich so hinzustellen, dass das Märzkind nichts sieht, aber gehört hat sie es natürlich trotzdem, und, ganz ehrlich, es war doch klar, dass da jetzt keine Tiernotrettung kommt, oder… Ja sicher. Aber…Das Pluseinskind übernimmt das Märzkind. Der Liebste erzählt mir die Geschichte nochmal unzensiert.


Kurz vor Weihnachten gibt es frische Coronaregeln, nicht das es langweilig wird. 10 Leute sind im privaten Bereich erlaubt. Äh, wir wären zwölf, Heilig Abend. Geboosterte und Kinder unter 14 zählen nicht. OK, dann sind wir sieben, und leicht verunsichert.

Der Liebste muss eh nochmal ins Städtchen und besorgt fünf Schnelltests. War etwas komplizierter als gedacht, und die Zeiten, in denen die 85 cent gekostet haben sind definitv vorbei, aber was solls. Bevor wir anfangen, den Tisch auszuziehen und Kleinmöbel zu verräumen, versammeln wir uns am Esstisch zum Test. Ich habe das tatsächlich noch nie bei mir selber gemacht und muss angeleitet werden. Jo, ist genauso widerlich wie die offiziellen Tests. Ich verziehe die nächsten fünf Minuten das Gesicht. Die Kinder finden das lustig, sie haben ja auf dem Teil des Hirns schon Hornhaut, sagen die Mädels. Wir überlegen kurz, so ein Biohazard-Tütchen mit Test drin an den Baum zu hängen. Letztes Jahr um diese Zeit, da hatten ja wir nix. Keine Tests, keine Impfungen. Der Liebste ist gedanklich schon beim Möbel rücken und räumt mit routinierter Geste den ganzen Rumms in die Mülltonne. Auch gut.


Der Weihnachtsbaum ist natürlich doch der Schönste. Da hat das Märzkind eine Begabung. Die Mädels haben geschmückt. Alle anderen haben sich rausgehalten. Frieden auf Erden.


Das Julikind guckt vom Weihnachtsbaum zum gedeckten Tisch zu den Geschenken auf der Anrichte und seufzt. Ich erkundige mich, was los ist. „Wenn das jetzt schön wird, Mama, müssen wir dann immer hier feiern?“ Äh, hä? „Weihnachten gehört doch eigentlich zur Oma ins Haus, dachte ich“. Naja, jetzt warten wir es erstmal ab, sage ich.


Ohne Weihnachtsgottesdienst kann es nicht Weihnachten werden, sagt das Märzkind, da müssen wir alle hin. Ich versuche mich rauszureden. Weihnachtsgottesdienste sind Fokloreveranstaltungen, damit kann ich nichts anfangen. Aber, es muss nichts mehr vorbereitet werden, alles ist fertig und die Gäste kommen erst danach, also gehen wir alle. Tja.

Heilig Abend ist Gottesdienst draußen, mit Maske, für alle. Offensichtlich wurde hier viel Zeit und Herzblut investiert. Das Kirchenportal wird festlich angestrahlt, es gibt einen Weihnachtsbaum, Laternen mit Kerzen, und echte Musik. Die Darbietenden singen mit solcher Inbrunst Weihnachtslieder, das ist mir zuviel. Ich bin froh, dass die Maske und die Dunkelheit mein Grinsen verbergen.


Es folgt ein auffallend entspanntes Abendessen mit anschließender Bescherung und Gemütlichkeit.


Schnee und blauer Himmel am ersten Weihnachtstag. Das Märzkind übernimmt die Hunderunde und muss dann los, zum Essen mit Schwiegerfamilie. Maikind verschwindet hinterm Bildschirm, Julikind hinter der neuen Staffelei, der Liebste hat Männerschnupfen des Todes muss aufs Sofa. Ich räume auf und wundere mich. Das Gefühl der Erschöpfung, dass normalerweise diesen Tag überlagert, es ist nicht da.

Nachmittags immernoch Schnee und blauer Himmel. Ein Spaziergang zu dritt mit Hund. Danach wieder Plätzchen, dann Jogginghose und Sofa. Perfekt.


Am zweiten Feiertag ist der Liebste genesen. Ein Leben ohne Schnupfen, herrlich. Ähm, er war gerade mal einen Tag kränklich, merke ich an. Es hat sich länger angefühlt, sagt er. Nachmittags kommt Schwiegermutter zum Kaffee. Der Klinikaufenthalt hat sich gelohnt, es wurde einiges auf den Weg gebracht. Schon jetzt kann sie wieder aufrecht gehen, mit der Aussicht auf noch mehr Verbesserung. Das freut mich. Paten vom Julikind kommen spontan dazu, ein bisschen Dorftratsch wird ausgetauscht, alles ganz gemütlich.


„Da freut man sich so lange drauf, und dann ist es so schnell vorbei“, sagt das Julikind am Abend. Sie könnte sich vorstellen, dass wir Weihnachten ruhig nochmal hier feiern. Das war eigentlich ganz schön. Jo, fand ich auch. Ich mag die Corona-Weihnachten lieber als die normalen, so leid es mir tut.

eine Prise Chaos

Märzkind wurde von der Arbeit nach Hause geschickt, sagt sie am Telefon. Ohoh. Nee, der Test war negativ, heute morgen, aber so ein bisschen Schnupfen hat sie schon. Die Hausarztpraxis fragt Symthome ab und schreibt für zwei Tage krank, ohne den Schnupfen gesehen zu haben. Bauchfreie Pullis im Dezember, ich hatte es ja gesagt.


Das Maikind hat Damenbesuch. Eine Freundin. Nicht seine Freundin. Ich hätte das so direkt gar nicht gefragt, aber gut, weiß ich bescheid. Als ich von der Hunderunde zurück komme sitzen die beiden im Esszimmer und spielen ein Brettspiel. Ungewohnt, aber erfreulich. Das Maikind wohnt seit Wochen nur in seinem Zimmer vor sich hin.


Jetzt hat er nicht nur alle Telefonnummern von seinem Chef, sondern auch die vom Chef vom Chef. Der Liebste murmelt. Normalerweise hätte er zwischen den Jahren frei gehabt. Normal wurde abgeschafft. Liegen bleiben kann da nichts, bis nächstes Jahr, die sind gerade kritische Infrastruktur. Dienstplan-Mikado. Zwei Schichten werden es unter dem Strich. Das hätte schlimmer kommen können.


Ich gucke ja gern mal einen Märchenfilm mit. Mal. Einen. „Da hatte der Niklaus echt ne gute Idee“, sagt das Julikind mit einem wissenden Lächeln. Cinderella und die Schöne und das Biest, als Doppel-DVD hat er gebracht, die Spielfilme mit den tollen Ballkleidern, nicht die Disneyversionen, die nach knapp 90 Minuten zu Ende sind. Wir schauen beide, Samstag Abend und Sonntag vormittag. Am Nachmittag guckt das Märzkind Cinderella im Wohnzimmer, sie war heute morgen nicht da und hat keinen DVD-Spieler. Der Nikolaus überlegt, am Abend Machine Gun Preacher zu gucken, für´s innere Gleichgewicht.


Vierter Advent schon? Das ging aber schnell dieses Jahr. Der Liebste kocht. Aber so richtig. Vier Stunden ist der Vogel im Ofen, wir essen mit Genuss. Danach vorweihnachtliche Fressstarre.


Der Liebste und das Märzkind besorgen ein Baum. „Und? Ist es denn der Schönste?“, frage ich das Kind. Sie macht ein Geräusch und winkt ab. In Anbetracht der Umstände ist es der schönstmögliche, sagt der Liebste. Wir haben nun mal keinen Wintergarten und keine Galerie….und es sollen 12 Leute sitzen können, Heilig Abend, wenn denn dann.


Ein lang erwarteter Arzttermin mit dem Julikind. Hoffnung auf Besserung ist realistisch. Freude und Dankbarkeit.


Ach, übrigens, er holt dann morgen seine Mutter aus der Klinik wieder ab, sagt der Liebste. Das waren drei Tage weniger, als ursprünglich angenommen. Erfreulich, hoffentlich.


Ich probiere ein Plätchenrezept aus dem hundert Jahre alten Flohmarkt-Kochbuch aus. Die Angaben sind etwas schwammig formuliert. Ich bin mir unsicher, ob das so hinkommt und reiche dem Märzkind eine kleine Portion rohen Teig. „Booaar, das brauchst du nicht zu backen, das ess ich so“. OK. Ich backe sie trotzdem, bei mittlerer Hitze, bis sie braun sind. Nach Belieben, quasi.

Kalorienangaben gibt es keine, in dem alten Buch. Man geht davon aus, dass die Leute danach sowieso Holz hacken müssen, oder so.


Es ist kälter geworden. Aber dafür wird es morgens merklich heller. Sonne, blauer Himmel! Ich hatte schon fast vergessen wie sich das anfühlt, nach den vielen, vielen Hunderunden durch dichten Nebel.


Die Schultage sind mit Maske eh schon anstrengend, die letzten Wochen waren zusätzlich noch vollgepackt mit Arbeiten in so ziemlich allen Fächern. Die Kinder sind ferienreif. Bis zum letzten Tag waren die Schulen auf. Hätte ich nicht gedacht. Sie sollen eine große Tasche mitbringen, „damit sie über die Ferien alles mit nach Hause nehmen können“. Die politsch korrekte Umschreibung für „niemand rechnet ernsthaft damit, dass es im Januar einfach so wieder los geht“.


Wenn der Dorftratsch stimmt, lesen zwei Quarantänehaushalte mit. Herzliche Grüße! Wir drücken euch die Daumen! Ich habe leider zum Glück keine Ahnung, welche wir Hilfe anbieten könnten. Morgen muss ich auf jeden Fall nochmal ins Städtchen…

Schöne Ferien, euch allen!

Dritte Adventswoche, im Nebel

Eine Elterntaxifahrt in der Dämmerung. Von rechts kommt ein Reh aus der Wiese, läuft vor uns über die Straße und auf der anderen Seite den Hang hoch. Kommentar vom Beifahrersitz aus: „Vorsicht. Weitere Einzeltiere können folgen“ Fahrschülerin an Bord.


„Mama, schnell“, ruft das Märzkind. Ich habs gesehen. Kurz nachdem sie der Haustür raus war, ist der Bus vorbeigefahren. Vier Minuten eher als üblich. Ich schnappe mir den Autoschlüssel und rufe nach oben, dass ich kurz nicht da bin. An der Bushaltestelle laden noch zwei ein, die auch zu spät waren, heute kommt kein Bus mehr. Leider steht im nächsten Ort niemand an der Haltestelle und der Bus fährt durch. Auf der schmalen Landstraße kann man keinen Bus überholen. Im nächsten Ort stehen zum Glück ein paar Leute. Ich halte, die drei Mädels bedanken sich herzlich und rennen los. Ich wende und fahre so schnell es geht durch den dichten Nebel wieder zurück. Wenn mir jetzt was vors Auto laufen würde, ich habe kein Handy dabei. Auch keine Jacke, und wenn ich so drüber nachdenke, ich hab Hausschuhe an.

Juhu, die anderen Kinder waren ausreichend geweckt und ziehen sich gerade die Jacken an als ich zu Hause ankomme. Ich hatte mich schon auf eine zweite Tour eingestellt.

Der Bus fährt ab jetzt vier Minuten früher. Es gab eine Fahrplanänderung. Die erste seit – schon immer. Ein Hinweis-Zettel im Bus wäre hilfreich gewesen.


Der Liebste fährt seine Mutter in die Klinik. Zwei bis drei Wochen wird das dauern. Weihnachten müssen wir dann mal sehen, ob und wann und wer und wie und wo.


Ich habe um neun einen Termin, normalerweise hätte jemand die Hunderunde übernommen. Normal wurde abgeschafft, scheint mir. Um halb acht ist es im Feld noch dunkel. Das macht aber eigentlich nichts, denn es ist so dermaßen neblig, da könnte man im Hellen auch nicht mehr sehen. Der Hund läuft zwanzig Meter vor und ist verschwunden. Ich hab schlecht geschlafen und für Kaffee war noch keine Zeit. Dieses Wetter, es ist wie in dem Buch, das ich heute nacht gelesen habe. Eigentlich um müde genug zum weiterschlafen zu werden, hat aber nicht funktioniert. Im Buch kamen die Hungernden aus dem Nebel. Eine Art Zombie-Vampire, die sehen aus wie Menschen, naja, wie tote Menschen, mit roten Augen, Klauen und Reißzähnen um den Lebenden das Fleisch von den Knochen… Drei Meter hinter mir springt etwas aus dem Graben. Da bin ich doch tatsächlich am eigenen Hund vorbeigelaufen, ohne es zu bemerken. Jetzt bin ich wach.


Am Eingang wird kurz ein Blick auf meinen QR-Code geworfen. Danke, alles super, bitte hier. Nachdem letzte Woche im Bastelladen mein Code gescannt und mit Perso abgeglichen wurde, scheint mir diese Kontrolle etwas lasch, aber egal. Es gilt sowieso FFP2-Masken-Pflicht. Einmal waschen, schneiden, föhnen dauert 40 Minuten und kostet 43,50 Euro. Gefühlte Inflation. Ich war allerdings auch schon länger nicht beim Frisör.


Ich lese ein bisschen was über die Omikron Variante und ergänze den Einkaufszettel. Hundefutter, Klopapier, Rotwein, Chips, Schokolade, Tiefkühlschnitzel, Frikadellen in Dosen. Ich will nicht wieder angeguckt werden wie der apokalyptische Hamster, wenn ich für mehrfach-Teenager-Haushalt mit geschlossener Kantine einkaufe. Vorräte verstecke ich im Keller, da vermuten die Blagen nichts Leckeres.


Der Klassenlehrer des Maikinds bittet alle, die bisher noch ohne sind, über die Ferien nochmal über eine Impfung nachzudenken, es gäbe erste Hinweise, dass Schule vielleicht, irgendwann nach den Ferien 2G werden könnte. „Das heißt, ich geh dann nicht mehr hin, oder was?“, erkundigt sich das Julikind, und freut sich schon. „Keine Ahnung“, knurrt das Maikind.


De Omma gibt mir ihr Rezept für Honigkuchen und ruft zwei Tage später an, um zu fragen, wie sie denn geworden sind. Bin ich noch nicht zu gekommen. Was? Wieso das denn nicht? Wegen Sachen. So kurz vor Weihnachten, da müsse man aber schon Prioritäten setzen, sagt de Omma.

Meilensteine im Dezember

Meine Schwester bringt zwei Stühle, die bestellten Möbel sind tatsächlich angekommenund die Stühle sind jetzt übrig. Plätzchenteller auf den Tisch, Kerze an, zack Advent. Wie wird das denn dann Heilig Abend? Erkundigen sie sich. Ich habe keinen ausgefeilten Plan und werde auch keinen machen. Es gibt Essen, es gibt Süßigkeiten, es gibt Geschenke und einen Baum. Das klingt doch recht weihnachtlich.


Wieso bitte, ist diese Antwort denn falsch? Hä, das macht doch wohl keinen Sinn, wieso sollte das jemand wollen? Das Kind links neben mir übt für die Führerschein-Theorie- Prüfung, das Kind rechts neben mir wandelt unechte Brüche in Dezimalzahlen um. Mir raucht der Kopf, ich kann weder das eine noch das andere richtig erklären.

Spaßeshalber bearbeite ich auch mal einen Führerscheinbogen. Wie lange darf man Bushaltestellen halten? Solange, bis man jemanden vom Ordnungsamt kommen sieht, würde ich sagen, aber diese Antwortmöglichkeit gibt es nicht. Man hätte gerne eine Angabe in Minuten. Gut, dann sag ich mal 5. Fünf Minuten parken ist ziemlich kurz. 3 Minuten wären richtig gewesen. Damit ist meine Antwort falsch. Dicht dran gibt es nicht. Ich erwische natürlich ausgerechnet den Bogen, wo diese ganzen Rechenaufgaben-Fragen dran kommen. Bremswege berechnen konnte ich vor zwanzig Jahren schon nicht. 30 Fehlerpunkte, auf einem Bogen, mööp, Rekord.


Das Maikind baut Lego ab. Bespielt wurde das schon länger nicht, aber als Teil der Kinderzimmerdeko gehörte es irgendwie zum Raum dazu. Zipbeutel stehen jetzt dort, wo einst Ninjagodrachen-Krieger in Formation standen. Ein Meilenstein.


Telefonat mit einem Patenonkel. Das Geschenk ist da und ist auch wirklich schön. Aber – „sonst wünscht sie sich nichts?“ „Nee, die Liste war kurz dieses Jahr. Das – und das Corona aufhört.“ Der Patenonkel seufzt.


Der Bürgermeister bringt tatsächlich Kinogutscheine. Das Julikind freut sich wie Bolle. Da geht sie dann aber echt mit ihren Freundinnen.


Einmal muss ich noch in diesen Bastelladen, dann ist Weihnachten offiziell eingetütet. Zu zweit warten wir vorm Laden, weil ich durch die Scheibe sehen kann, dass schon drei Leute drin sind. Impfnachweis und Personalausweis an der Kasse zeigen, dann wünscht uns die Verkäuferin einen schönen Einkauf. Ich suche was ich brauche zusammen, bezahle und wieder raus. Also, das war jetzt einerseits ein gefühlter VIP- Status, andererseits hat mir der Einlass viel zu lange gedauert. Da muss ich schon wissen, dass ich aus dem Laden was brauche. Für nur so, um mal zu gucken, ob ich vielleicht was finde, das wäre mir zu doof. Für den Einzelhandel bedeutet das allerdings keinen Verlust. Ich meide adventliche Fussgängerzonen generell. „Da sind Zuckerbuden aufgebaut“, sagt das Märzkind, „wenn wir sowieso in die Richtung…ohhh das Karusell fährt…guck mal, wie schön…“

Ein Kind sitzt drauf. Es gibt eine Zuckerbude und einen Crepes-Stand. Alle anderen Buden sind geschlossen. Es ist ein bisschen gespenstisch. Und das liegt nicht an meiner Grinchigkeit.


Der neue Entsorgungsdienstleister bietet mir an, für 20,99 Euro im Jahr einen Einlagerungsbehälter für unsere gelben Säcke zu mieten. Darin könnten wir sie kompakt und hygienisch aufbewahren und sie wären vor aufreißen, Verwehungen und Wildverbiss geschützt. Danke für dass Angebot. Ehrlich gesagt nutzen wir die gelben Säcke garnicht. Wir bewahren unseren Plastikmüll aus den genannten Gründen in dem Einlagerungsbehälter für Restmüll auf.


Ich erkläre mich einverstanden damit, dass das nicht volljährige Kind an digital-technisch unterstütztem Fernunterricht mittels Videokonferenz teilnehmen darf.


Nebelschwaden steigen auf, aus dem leicht verschneiten Wald. Schön sieht das aus, von Weitem. Es liegt zwar Schnee, aber es nicht wirklich kalt. Der Boden darunter ist nicht gefroren. Eigentlich ist es nur kalter Matsch, sobald man drauf tritt. Diese Schuhe waren mal richtig teuer. Leider scheinen sie für innerstädtische outdoor-Abenteuer produziert worden zu sein. Sollte ich mir hier, mitten im Wald, morgens um neun den Fuss verstauchen, es würde eine Weile dauern, bis mich jemand vermisst. So geht das nicht. Ich brauche neue Schuhe. Ist ja bald Weihnachten.


Am Nikolausabend brodelt im Dorf normalerweise die völlig überzuckerte Weihnachtsvorfreude aller Einwohner zwischen 5 und ungefähr 12 Jahren. Süßigkeiten-Sammeltag. Klingeln, Spruch oder Weihnachtsgedicht aufsagen, Tüte hinhalten, nächstes Haus. Bis man heiser ist und druchgefroren, oder, aber das wurde nur ein einziges Mal geschafft, wenn ich mich richtig erinnere, alle Häuser durch hat.

Keins der Kinder möchte rumgehen. Ein Meilenstein.

Vier kleine Nikoläuse kommen vorbei. Mit zwanzig hatte ich gerechnet. Der Bär war auch nicht da.


„Wir haben jetzt einen Mann als Kanzlerin“, sagt das Julikind.


Weihnachtskarten wurde gebastelt und verteilt, Adventskalender bestückt, die Geschenke sind besorgt und versteckt, Gebäckzutaten eingekauft, Nikolausstiefel gefüllt. Das wäre dann jetzt die Zeit, wo man ständig irgendwen auf Weihnachtsfeiern fährt, Dinge für Mitbringbuffets vorbereitet, sich Aufführungen ansieht oder sonstwie gesellig ist. Nichts von dem findet statt. Im Edeka sind die Schokonikoläuse und die Lebkuchen reduziert. Die sind durch, mit Weihnachten, soll mir recht sein.


Nur so da sitzen, Kaffee trinken und gucken, welche Vögel ans Futterhaus kommen. Reicht mir völlig an Unterhaltung, gerade. Eine kleine Pause, bevor die nächste Runde eingeläutet wird.

Omikron. Soweit wollte ich das griechische Alphabet garnicht lernen.