Julikind ist auf Klassenfahrt, ihr Zimmer die ganze Woche frei, das ist die Gelegenheit eine Baustelle zu beginnen. Ich schiebe die Matratzen über den Flur, rücke Möbel und reiße Tapeten ab. Natürlich ist alles genauso kompliziert, wie wir angenommen hatten. Der Liebste und ich schlafen ab Woche zwei in der Ferienwohnung. Es hat ein bisschen was von Campingplatz, wenn man so morgens um viertel nach sechs im Schlafanzug durch den Garten läuft.
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Unwetterwarnung wegen Hitze ist irgendwie fies. Draußen scheinbar wunderschönes Sommerwetter, aber man kann nix. Der Triathlet meldet kaum noch Wasser an der nächstgelegenen Badestelle. Somit waren wir dieses Jahr genau einmal da schwimmen. Freibad im Städtchen hat geschlossen, Freibad der Nachbargemeinde wird um diese Zeit keine Schattenplätze mehr haben und sich bei 35°C mitten auf die Wiese zu legen kommt nicht in Frage. Also verbringen wir das Wochenende in abgedunkelten Räumen und freuen uns über die dicken Wände. Wohnen im Altbau hat durchaus auch Vorteile.
Hab die Winterjacken auf den Dachboden getragen.
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Fristende ist alle Jahre wieder die Gelegenheit, dieses Zettelfach im Regal zu leeren. Ein Jahresrückblick in Rechnungen quasi. Zwei Stunden lang suchen und heften wir, um dann festzustellen, das nachgezahlt werden muss. Naaarrgh.
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Zwei Bienenköniginnen wurden geliefert und müssen dem Veterinäramt gemeldet werden. Das geht per mail und ist schnell erledigt. Da wir in keinem Imkerverein mehr sind, wird allerdings noch die Tierseuchenkassennummer gebraucht, teilt das Amt in der Antwortmail mit, praktischerweise gibt es einen link. Ich hole einmal tief Luft und wappne mich für Behördenkontakt. Es ist aber überraschend einfach. Man wählt aus, wegen welchem Tier man hier ist, und bekommt Auswahlmöglichkeiten. Ich möchte einen Bienenstand melden, das Flurstück, auf dem der steht hat eine Adresse und – ich denke kurz drüber nach – wir machen definitiv weniger als 50 Mio Euro Umsatz im Jahr. Kurz darauf bekomme ich eine Nachricht mit der Nummer, teile die dem Amt mit und das wars.
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Nachdem wir im letzten Jahr die ersten Gäste waren und mit Applaus begrüßt wurden, kommen wir in diesem Jahr erst fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung an, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Allerdings heißt Beginn hier anscheind, dass es wirklich genau dann anfängt, das war uns nicht klar. Es wird schon anmoderiert. Wir bleiben einen Moment in der Tür stehen und suchen nach zwei freien Plätzen. „Es kommen noch Leute, wie schön, herzlich willkommen“, sagt der Moderator, ganz vorn seien noch Plätze wir mögen doch bitte durchkommen. Julikind seufzt.
Dr Jekyll und Mr Hyde. Wir sitzen in der ersten Reihe und werden zwei Stunden lang gut unterhalten. So gut, dass wir uns ab und zu angucken und voll Bewunderung nicken. Auf der Rückfahrt sind sind wir uns sicher, eines Tages werden wir sagen können, die haben wir schon live gesehen, damals, 26, auf der Theaterbühne. Leider gabs kaum Sauerstoff in der sommerlichen Aula. Aber irgendwas ist ja immer.
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Die Bio-Heuwiese sieht so schön aus. Hüfthoch wächst das Gras, es summt und zirpt und raschelt. Aus einem Bullerbü-Gefühl heraus fange ich an Blumen zu pflücken, von jedem eine. Es kommt ein richtiger Strauß zusammen. Auf der konventionell betriebenen Grasfläche gleich nebenan blüht zeitgleich genau ein Löwenzahn.

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Endlich ist er da, der große Tag. Die Schulentlassungsfeier wurde zeitlich so gelegt, dass sie mit dem Unterrichtsschluss sämtlicher Schülerinnen kollidiert und sich 10 Minuten lang alle gegenseitig im Weg sind, so ist es Traditon. Die Aula ist schön kühl, wenn man von draußen kommt, es wird nicht lange halten. Es gibt einen Musikbeitrag, eine Tanzdarbietung, Reden und endlich Zeugnisse. Nach zwei Stunden sind wir alle nass geschwitzt und froh, nach draußen zu kommen. Keine Wehmut, keine Nostalgie. Draußen werden Fotos gemacht, man unterhält sich kurz, dann zieht es alle erstmal nach Hause.
Auf dem Weg zur Abendveranstaltung sammeln wir die Freundin des Julikinds ein. Die beiden feiern sich gegenseitig. So stolz sind sie aufeinander. Hach, es ist so ein Moment… Ich bin auch stolz, und ein bisschen gerührt.
In der Festhalle ist es angenehm kühl, noch. 150 Leute sind zum Essen gemeldet, im Nebenraum halten 15 Rechauds das Essen über offener Flamme warm. Nach dem Essen beginnt der DJ mit seinem Unterhaltungsprogramm und die Menge teilt sich, in die, die tanzen können und wollen und die, die im Sitzen schwitzen.
Nachts dann beeindruckendes Gewitter.
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Ich schaue ein halbes Fussballspiel mit an und gehe dann ins Bett. Irgendwie springt da kein Funke über.
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Wir fahren ins Städtchen, reichen das Zeugnis bei der weiterführenden Schule ein und kaufen ein. Ein Hitzedom wurde vorhergesagt, aber 15 Kilo Wassermelone sollten wohl reichen, bis zum Wochenende. Nachmittags ist Julikind mit der Nachbarin verabredet, und, keine Ahnung, wann sie nach Hause kommt, ne? Ist gut. Ferienbeginn
„Applaus“ für die stattgefundenen Ereignisse, das Einkaufen, das Zeugnis und so. Herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank, liebe Grüße