Weihnachtsstimmungen, zweiter Teil

Mein umgekehrter Adventskalender hatte vielleicht schon 24 Türchen bzw Tonnen. Ich habe mehrere Kleidungsstücke in die give box getragen und einige so klein geschnitten, dass sie eine zweite Karriere als Öltücher in der Garage machen können, mehrere Bücher weitergegeben, vier Handys wurden zur passenden Entsorgungsstelle mitgenommen. Ich habe einige Kontakte aus der Telefonliste gelöscht, außerdem jede Menge emails und Fotos mit nutzlos gewordenen Informationen, eine größere Menge Altpapier vom Dachboden entsorgt und zweimal Sperrmüll bestellt, für die wirklich großen Teile. Fühlt sich gut an.

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Wir haben einen Baum gekauft und im Anschluss daran Bratwurst gegessen.

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Julikind hatte einen Teller frisch dekorierter Plätzchen in der Küche stehen lassen, damit sie trocknen können. Abends ist der Teller leer. Sie wundert sich, wie sowas sein kann? Die waren lecker, erklärt Maikind. Ob eigentlich irgend jemand eine Ahnung hat, wieviel Arbeit sowas macht? fragt sie nach. Ja sicher. Alle nicken anerkennend.

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Vom Weihnachtsoratorium wird uns wohl hauptsächlich das grelle Licht und die unbequemen Sitzmöbel in Erinnerung bleiben. Das macht nichts, denn es ging bei dieser Veranstaltung ja um die gemeinsam verbrachte Zeit. Danach waren wir noch auf dem Weihnachtsmarkt. Märzkind und Schwiegermutter genossen die Atmosphäre, Julikind und ich beobachteten das Ganze interessiert. Wir haben alle gut gegessen und ich hab sogar was gekauft. Been there, done that, got the t-shirt, quasi.

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Ich will kein Corona haben, auf keinen Fall, das wäre das letzte, was uns jetzt noch fehlt, da sind sich alle hier einig. Wir meiden also den Großelternhaushalt und besuchen nicht die Omma im Krankenhaus. Die Berichte über ihren Zustand machen allerdings nachdenklich. Und als der Liebste es laut ausspricht ist die Antwort auf einmal ganz einfach. Ich würde da schon nochmal hin wollen, und wenn das so ist, kommt er mit, sagt er. Während wir Kittel, Handschuhe, FFP2 Maske anziehen überlegen wir, wann wir diese Kombi zuletzt… ist zum Glück schon länger her, aber man erinnert sich gut. Vor zwei Wochen habe ich die Omma zuletzt gesehen. Es wirkt, als wäre es Jahre her. Alles an ihr hat sich verändert, aber mit meinem Namen kann sie was anfangen, zwei Minuten lang, dann siezt sie mich. Wir verlassen das Krankenhaus in Hoffnung auf baldige Besserung, und sind froh, dass wir da waren. Wir haben den allerbesten Tag für einen Besuch erwischt.

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Überall werden die immer gleichen Zuckerguss überzogenen Gemütlichkeitskonsum Weihnachtslieder gespielt. Ich kanns nicht mehr hören. Gerade als ich überlege, wo ich denn mal unbeobachtet mit der Stirn gegen eine Wand klopfen könnte, spielen sie doch tatsächlich „fairytail of new york“, nicht die orginal Version, aber immerhin. Die Zeile mit den Flüchen singe ich leise mit, wie andere Leute den refrain von „last christmas“. So. Es geht wieder.

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Montag vormittag ein Besuch in einer Facharztpraxis wegen der einen Sache, Montag nachmittag im Krankenhaus wegen der anderen. Danach sitzen wir bei den Eltern in der Küche. Der Adventskranz leuchtet und wir überlegen mal, nur so für den Fall des Falles, wie viele Leute denn wohl zum Trauerkaffee kommen würden. Eigentlich ein gemütliches Beisammensein. Es ist eben wie es ist, dieses Jahr.

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Der Flur soll gestrichen werden. Alle Farben der Baumarkt Farbmusterwand stehen zur Auswahl, wir müssten uns für eine entscheiden. Der Liebste schlägt gelb vor. Ich wäre für ocker oder sandfarben, markiere den Bereich in der Farbpalette und reiche das Bild zurück. Ja gut, sagt er, dann sind wir uns doch einig, denn welche Art von gelb genau ist ihm egal.

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Der Elternbeirat informiert per Sprachnachricht über eine Sachlage. Der Liebste und ich tauschen einen Blick und würdigen kurz den Augenblick, denn uns betrifft es nicht. Wir haben kein Problem. Das ist schön.

Advent, Halbzeit

Als ich abends nach Hause komme, steht das Sofa vor weiß gestrichener Wand, der Fernseher gegenüber. Auf dem Sofa sitzt Julikind und lächelt. Gemeinsam staunen wir einen Moment darüber, wie groß dieser Raum eigentlich ist, und wie gemütlich das alles aussieht. Es fehlen noch zwei Leisten und die Bilder an der Wand, aber dann ist alles wieder so, wie es mal war, vor 18 Monaten, als diese ausserplanmäßige Renovierung begann.

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Das Kind braucht einen Facharzttermin sagt die Hausärztin für morgen, spätestens übermorgen. Wir verlassen die Praxis mit einer Überweisung. Am Abend des nächsten Tages sind der Liebste und ich beide mental erschöpft aber, zusammenfassend kann man sagen, sie hat einen Termin für den übernächsten Tag bekommen.

Es brauchte nur drei Telefonate mit der Fachpraxis, die Anmeldung in einem Medizinportal über das man theoretisch ein Foto hätte übersenden können, eine Fahrt ins Städtchen zum Foto zeigen auf Mobiltelefon am Tresen der Facharztpraxis, ein Telefonat mit dem Krankenhaus zwecks Ausstellung eines Arztbriefes und die Abholung des Arztbriefes am Tresen der Notaufnahme, wo die ganze Geschichte vor 10 Tagen begann (auf Papier naürlich, denn es zu diesem Zeitpunkt nicht weitergeholfen den an die Haussarztpraxis zu faxen, denn gebraucht wurde er in der Facharztpraxis) Alles ist gut, sie hat zur richtigen Zeit bekommen was sie brauchte, und darüber sind wir froh und dankbar. Aber, man fragt sich ernsthaft, wie man das hätte regeln sollen, wenn der Liebste nicht zufällig frei gehabt hätte. Beim nächsten Hausarztbesuch ist der Arztbrief da, war heute in der Post, sagen sie. (Post im Sinne von Papier in Briefumschlag). Tja.

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De Omma ist krank und muss ins Krankenhaus. Dort würde man sie nach wenigen Tagen gern entlassen, eine Geschichte gegen die unser Erlebnis wie Ponyreiten im Sonnenuntergang aussehen lässt.

Veränderungen stehen an, zum Guten wahrscheinlich, aber erstmal ist es eben wie es ist.

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Weihnachtsmusik der krassesten Sorte schallt aus der Küche. Der Liebste und ich tauschen einen leicht gequälten Blick als wir gewhamt werden, aber wir sind tapfer. Die Kinder haben es „schön adventlich“, backen Plätzchen, alle zusammen und räumen danach sogar auf. Große Kinder sind toll.

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Je mehr Weihnachtsbäume mir im adventlichen Alltag begegnen, desto weniger erinnere ich dieses ultimative Weihnachtsgefühl der früheren Heilig Abende, dass ich sonst damit verbunden habe, was eigentlich schade ist.

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An einem Nachmittag kommen drei verschiedene Versanddienstleister. Pakete, Pakete, Pakete. Ich staple sie nach an verschiedenen Orten.

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Nikolaustag hat sich verändert. Ich habe Geschenke von Kolleginnen bekommen, schöne Geschenke, mit Liebe, obwohl ich gerade mal 6 Wochen da arbeite, und mich ehrlich gefreut. Ich mag die auch alle gern, hatte aber natürlich nix dabei, weil – ich hatte ja keine Ahnung. Vormittags kam ein Nikolaus und hat die Gäste beschenkt. Es war sprichwörtlich froh und munter. Ich hab gestaunt, wie viele Erwachsene ein Foto mit Nikolaus machen wollten. Schön war das.

Abends kamen null kleine Nikoläuse zum Süßigkeiten sammeln. Könnte am Regenwetter gelegen haben, oder Halloween hat gewonnen, man weiß es nicht.

Der Bär sah von der Haustür aus betrachtet aus, wie ein 2 Meter großes Gummibärchen, hat mir gut gefallen.

Weihnachtsstimmung oder so

Mit vereinten Kräften wurden die Fische über die Hitzetage im Sommer gerettet, rückblickend war das schon ein ziemlicher Aufwand, man wird sich da vielleicht was überlegen müssen, für die Zukunft, sagt der, dem der Teich gehört, aber alles in allem hat es sich gelohnt. Also, für uns auf jeden Fall. In netter Atmosphäre essen wir die Fische heute, frisch geräuchert, und unterhalten uns dabei mit den anderen am Tisch darüber, dass es schon ein bisschen verrückt ist, Mitte November im Garten zu sitzen, aber schöner wars im Sommer auch nicht.

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Ich hatte was bestellt, im Möbelladen. Die fröhliche Frau hinter dem Tresen erinnert sich an unser Telefonat und macht sich auf den Weg ins Lager. Ich frage mich währenddessen, ob ich sie von irgendwoher kennen müsste. Nein. Das selbtverständliche duzen scheint hier Teil der Firmenidentität zu sein, und wirkt eigentlich ganz sympathisch. Vorname und Du finde ich OK, Vorname und Sie oder Nachname und Sie auch. Nachname und Du, wie es in meinem letzten Job üblich war, fand ich die ganz über irgendwie doof, und das fällt mir gerade erst richtig auf, während ich so rumstehe und warte.

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Es hätte mich schon mal interessiert, andererseits, brauche ich das wirklich? Für irgendwas? Nachdem ich zwei apps installiert habe, mich per Personalausweis identifiziert, meine email-Adresse verifiziert und den code eingegeben habe, den man mir per Post an meine Wohnadresse schickte, stellt die App sich dumm. Irgendwas hat nicht funktioniert. Es ist mir ein Rätsel. Ich verfüge über digitale Grundkenntnisse, spreche fließend deutsch, kann sinnerfassend lesen, bin durchschnittlich intelligent, aber offensichtlich nicht in der Lage meine elektronische Patientenakte einzusehen. Dann eben nicht.

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Der Liebste darf wieder ganz ohne Krücke laufen. Juhu!

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Die Oma aus dem Städtchen ist gestürzt, liegt im Krankenhaus, meldet der Familienchat. Es gehe schon wieder ganz gut, sagt de Mutta, sie sind über den Flur gelaufen, niemand versteht, warum die Oma so lange dort bleiben soll. Zwei Tage später ist de Mutta krank, Corona. Der Vatta zieht wenige Tage später nach. Sehr milder Verlauf, aber es ist ihr erstes Mal und sie sind doch erstaunt wie man sich so fühlt, dabei.

Mein Auto macht ein Geräusch vorne rechts. Nach jedem noch so kleinen Schlagloch rechne ich mit einem Achsbruch. Der Liebste nimmt es mit in die Werkstatt, die auf seinem Arbeitsweg liegt. Wir machen einen Plan, zum Rücktransport, nur für den Fall… Die Werkstatt entfernt ein Stück abgebrochener Feder, funktioniert auch so, bis das Ersatzteil da ist und jemand Zeit hat.

De Omma möchte üblicherweise sofort nach dem Abendessen ins Bett, aber eigentlich möchte sie vielleicht heute lieber noch im Sessel sitzen, sagt sie. Soll mir recht sein. Ich hole eine Wärmflasche aus dem Bett, lege sie neben die Oma in den Sessel, reiche eine Wolldecke und lasse mir die einzig wahre Methode des zudeckens erklären. Das Gespräch des Tages besteht aus ungefähr 6 Sätzen, und spielt in drei verschiedenen Jahrzehnten.

Julikind hat da was, es wird schlimmer, Sonntag morgen fährt der Liebste mit ihr zum hausärztlichen Notdienst, abends holen wir sie im Krankenhaus wieder ab, frisch operiert. Einen leicht restsedierten Verwandten 24 Stunden lang zu überwachen gehört ja zu jedem Jahr dazu.

Der Advent darf jetzt gerne langweilig werden, bitte.

Ziellinien in Sicht

Ein nettes Gespräch über jahreszeitlich bedingte Verletzungen. Ich hab mir ein Stück Maronenschale unter den Fingernagel des rechten Daumens gerammt, bis ins Blut natürlich. Maikind ist beim Radmuttern nachziehen ein bisschen abgerutscht. Ist halt so. Für November erwarten wir irgendeine Schramme aus der Kategorie „bisschen paddelig gewesen beim Holz holen“ , und dann schon die ersten Schlürfwunden von winterlichen Heißgetränken.

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Die Weihnachtsmänner sind angekommen im Lebensmittelladen. Ich gehe einmal um die Pappaufsteller-Regal-Insel und sichte das Angebot. Eigentlich kaufe ich ja nix, wo Weihnachten drauf steht, aber ich kenne jemanden der sowohl Weihnachten als auch diese Schokolade gerne mag und sein Geschenk ist noch nicht komplett, da könnte man vielleicht eine Ausnahme… Ich nehme also Weihnachtsmann. Nach zwei Metern Weg hat mein Hirn die Informationen des Preisschildes verarbeitet, ich drehe mich wieder um und stelle den Weihnachtsmann zurück. Auf der anderen Seite der Regalinsel tut eine Frau zeitgleich genau dasselbe. Unsere Blicke begegnen sich. Wir schütteln beide mit dem Kopf, müssen dann ein bisschen grinsen, weil diese Situation so fast filmreif verrückt ist, stellen dabei fest, das wir uns ja kennen und unterhalten uns kurz, über Schokoladenpreise zu Weihnachten und dass man das alternativ auch einfach weglassen kann. Schön war das. Grüße an Team Grinch.

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Der Raumausstatter kommt auf einen Kaffee vorbei, weil er gerade in der Gegend war und der Liebste krank geschrieben ist und keine Zeit zum Telefonieren war. Schön war das.

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Der Liebste bekommt zwei Wochen Verlängerung, darf aber wieder mit halber Belastung, immerhin.

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Der Steinmetz trägt eine letzte Schicht Lehmputz auf die Wand auf, um die entstandenen Risse zu füllen. Wenn die dann trocken ist, wird gestrichen und vielleicht haben wir bis Weihnachten wieder eine ganz normale Wand.

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Eine halbe Stunde mit der Oma in der Küche gesessen, Stollenkonfekt gegessen und fünf mal hintereinander das gleiche kleine Gespräch geführt. Es war gemütlich und passte gut zu meinem mentalen Zustand.

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Der letzte Arbeitstag ist einerseits so herzlich, dass ich um ein Haar rührselig geworden wäre, andererseits ein guter Tag zum Abgewöhnen. Ich verlasse das Gebäude mit einer Tasche voll Blumen und Geschenken und mit pochenden Kopfschmerzen und klingeln in den Ohren. Hach.

Am frühen Abend dann Korrektur lesen der Abschluss-Prüfungs-Hausarbeit des Julikinds. Die Oma druckt alles aus und damit ist der schriftliche Teil zur Abgabe bereit. Juhu!

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Der erste Arbeitstag im neuen Job ist so ganz anders. Ich bin fix und alle, aber eigentlich auch fröhlich.

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Märzkind kommt vorbei und hätte wohl Zeit, Weihnachtskarten zu basteln, sagt sie. Das ist gut, weil alleine hätte ich keine Lust. Wir überlegen, wer denn alles eine bekommen soll, suchen Material zusammen und breiten alles auf dem Esstisch aus. Der Liebste hilft beim Zuschnitt und klebt mit halbherzigem Engament Flitterkram auf. Märzkind bemängelt das, ich grinse. Sie beschwert sich, dass wir das garnicht richtig ernst nehmen, dabei ist es doch so schön weihnachtlich. Dialoge wie bei Loriot, alle Jahre wieder.

Ende September

Sommer war angesagt und ist eingetroffen. Am Nachmittag sitze ich in kurzer Hose und T-Shirt im Garten, alleine natürlich, allen anderen ist zu warm. Ich finds toll. Bunte Blätter fallen dann und wann neben mir auf den Boden und man hört Sägegeräusche im aus verschiedenen Richtungen. Brennholz wird geschnitten, wie sich das für einen Samstag nachmittag Ende September gehört. Die gefühlte Jahreszeit passt nicht zur gehört und gesehenen.

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SterneHerzenBrezeln aus dem September-Lebkuchen Sortiment haben meine persönliche Preisgrenze erreicht. Ich kaufe jeweils eine Packung in Zartbitter und Vollmilch und wer jetzt noch welche will, muss selber investieren.

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Es ist kalt. Nicht frisch oder herbstlich, Winterjacken kalt, ist es, als ich früh morgens die Hunderunde gehe. Frost auf den Wiesen und auf Autoscheiben, im Wald röhrt der erste Hirsch. Vorgestern war doch noch Sommer. Es gibt keine Übergänge mehr.

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Der Liebste hat ein Geschäftsessen. Er wird über kurz oder lang ein weiteres Hemd kaufen müssen, sage ich. Ach was, sagt er, aber ich hab recht.

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Maikind kauft kaputte Elektrogeräte, um sie zu reparieren. Vom Esstisch aus steuert er seinen aktuellen Patienten übers Handy, weil man das kann, bei einem Saugroboter dieser Preisklasse, also wenn denn dann – aber anscheind funktioniert wieder alles. Das Problem besteht aktuell nur darin, dass Julikind eine Zimmertür geschlossen hat und ein Planquadrat deshalb nicht erreichbar ist, „sag ihm doch, er soll Julikind ne whatsapp schicken“, schlage ich vor „naargh, dass kann er leider nicht“, sagt Maikind, „obwohl“, murmelt er, „man könnte den google-Verlauf so einstellen…“ und verlässt in Gedanken versunken den Raum. Es sollte eigentlich nur ein Scherz sein.

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Das sieht nicht aus wie ein normales Stauende. LKWs blockieren die ganze Fahrbahn, als hätten die sich abgesprochen, nur eine kleine Lücke zur nächsten Abfahrt ist frei, die wir nach nach kurzem Überlegen dann auch nehmen. Pferde auf der Autobahn, sagt die Stimme im Radio. Oh, wie gut, dass wir da nicht die ersten waren. Auf kleinen Straßen und durch dunkle Wohngebiete erreichen wir das Krankenhaus genau pünktlich. Im Foyer sammeln sich Menschen mit Rollkoffern, Taschen und Begleitpersonen, ein bisschen wie Klassenfahrt, nur leiser. Um Punkt sieben Uhr kommt eine Krankenschwester und begrüßt die Anwesenden. Bitte alle einmal die Treppe hoch in den ersten Stock, wer laufen kann, möge das tun, der Fahrstuhl ist hier. Oben an der Treppe gestikuliert sie wie eine routinierte Reiseleiterin stationäre OPs links, ambulante rechts bitte. Nach wenigen Minuten Wartezeit bekommen die Patienten ihre Zimmertüren zugewiesen, und die Begleitpersonen Infos zum Wiedersehen. Ich mache noch ein Nickerchen im Auto, frühstücke aus der Brotdose, gehe eine Weile in die Stadt, bestaune die Weihnachtsexplosion in den Ramschläden, gucke mir eine Kirche an, google den Verlauf des Pilgerwegs, für den dort ein Stempel ausliegt, esse die Reste vom Vortagsmittagessen aus einer anderen Brotbox und freue mich dabei über meine Weitsicht einfach alles eingetuppert zu haben, heute morgen um vier, denn das Angebot dieser Krankenhaus-Kantine… man weiß nicht ob man lachen oder weinen möchte. Dann sind fünf Stunden Wartezeit schon um. Der Liebste ist blass aber hungrig. Ich fahre nochmal zum einkaufen, da das Mittagessen ja schon durch ist und man hier so spontan kein Abendessen für Nahrungsmittelunverträglichkeiten anbieten können wird. Macht nix, wenigstens haben sie es bemerkt.

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Mein gerade erst verlängerter Arbeitsvertrag wird, wegen eintreten des Befristungsgrunds dann doch enden, teilt man mir mit, ob zum Ende dieses Monats oder erst im nächsten vermag aber niemand zu sagen. Ich hatte im Stillen damit gerechnet, bin aber trotzdem überrascht. Alle anderen auch.

Der Liebste kommt nach Hause, wir freuen uns, bis hierher ist alles gut gelaufen. 6 Wochen Sofa und Krücken werden folgen.

Im Gäste-WC riecht es nach nassem Laminat- Fussboden, eine schnelle Sichtkontrolle ergibt, genau was ich befürchtet hatte, da tropft Wasser, wo keines sein sollte. Man müsste mal. Ich schmeiße einen Lappen auf dem Boden und erkläre dem Raum, dass das leider alles ist, was ich im Moment tun kann. Dann ziehe ich mir eine Jogginghose an und gucke zwei Stunden lang youtube-Videos ohne Sinn und Zusammenhang.

Da fallen einem all die schönen Lockdown-Formulierungen von den Herausforderungen und Besonderheiten wieder ein.

Sommersachen mit Urlaub

Ein neuer Stromzähler wurde eingebaut. Bis eben lief das Zählerrädchen einfach rückwarts, wenn mehr Strom reinkam als verbraucht wurde. Ab jetzt müssen wir den Strom fangfrisch selber verbrauchen, damit es sich lohnt. Das verändert routinierte Haushalts-Abläufe.

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Innerhalb von nur zwei Tagen geben drei Leute im Bekanntenkreis zu, in diesem Jahr garnicht zu verreisen, zu voll überall, zu warm, zu umständlich und eigentlich dafür dann unterm Strich zu teuer für zu wenig Erholung und ach, wir habens doch auch schön hier. Verstehe ich sehr gut, aber dieses Jahr haben wir was vor.

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Es tun sich Sachen an Arbeitsstellen. Gute Sachen, aber ein bisschen umständlich. Zeiten verschieben sich, Abläufe und Pläne damit auch. Aber irgendwann ist dann tatsächlich Urlaub.

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Seit gestern sei offiziell Niedrigwasser, wir müssten also mit zwei Kanus fahren, hatte der Mann am Telefon gesagt. Kein Problem. Bis kurz vor dem Einstieg überlegen wir, was das denn heute wohl für Wetter sein will? Sonnenbrille?Lange Ärmel? Nach kurzer Einweisung geht es los. Julikind stimmt fröhlich das Lied aus dem Pocahontas-Film und – „ach guck – deswegen also diese Melodie“, nach fünf Sekunden paddeln wir im gleichen Takt. Problem ist nur, dass wir nicht im selben Boot sitzen und die Jungs, die jeweils hinter uns sitzen noch technische Details besprechen. Es dauert etwas, bis wir wirklich in die geplante Richtung fahren. Die Eder sieht vom Wasser aus nochmal ganz anders auch. Ein schöner Ferientag.

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„Tja äh“, sage ich zum freundlich lächelnden Mann hinter dem Museumstresen, „wir sind eine Familie, 5 Leute über 18, eine davon Studierende, plus eine Schülerin und wir hätten gern den bestmöglichen Preis.“ „Tja, äh“, sagt der Mann und guckt auf seinen Monitor. Am besten wäre es wohl, wenn wir ein Familienticket plus zwei Erwachsene… ich schaue mich nach hinten um, die Reisegruppe nickt. Ist günstiger als zwei Kleinfamilientickets. Dann machen wir das so. „und? Sie sind wirklich alle eine Familie?“, fragt der Mann ehrlich erstaunt nach, während die Eintrittskarten gedruckt werden. Jo. „ah der Studierendenausweis“, sagt Märzkind und fängt an in ihrer Tasche zu kramen, „nee, nee braucht er nicht“, sagt der Mann und reicht fröhlich einen halben Meter Eintrittskarten rüber.

Urlaub zu sechst bei herrlichem Sommerwetter. Baden im See, Wasserballspiele, bisschen Kultur und viel gutes Essen. Abends sitzen wir lange draußen, in T-shirts und kurzen Hosen, das hatten wir die ganzen Ferien noch nicht. Es riecht nach Mückenspray und Sonnencreme. Am Ende der Woche sind wir fast ein bisschen erstaunt, wie gut das alles geklappt hat.

Zu Hause war es währenddessen nicht nur warm sondern heiß. Die ersten Bäume sind erkennbar gelb geworden in den paar Tagen. Am nächsten Morgen dann Hunderunde durch dichten Nebel bei 10°C und mit Gedanken an Handschuhe und Spekulatius. Gestern um diese Zeit war ich schwimmen im See. Es gibt keine Übergange mehr.

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Der Lehmputz trocknet immernoch vor sich hin.

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Zack. Sechs Wochen Sommerferien rum. Schulstart mit nur einem großen Schulkind läuft völlig stressfrei. Drei Schnellhefter müssen besorgt und zwei Bücher eingeschlagen werden, irgendwann im Lauf der ersten Woche. Kurz bin ich in Gedanken bei all denen, die heute nachmittag da raus müssen um Kieserblöcke in Lineatur zwei und sonstigen Kram zu besorgen, dann gehe ich in den Garten und freue mich über einen freien Nachmittag.

Sommersachen

Zwischen den Tanz-Auftritten der beiden Mädels liegen vier Stunden Zeit, es ist warm. Wir wechseln vom Altstadtfest in die Eisdiele und sind nicht die einzigen. Preise und Portionsgrößen an den Fressbuden sind dann jetzt so, dass man lieber woanders hingeht, zum essen.

Beide Auftritte sind toll und wir staunen, was sich da im letzten Jahr getan hat.

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Hitzewelle. Gleich montags wird für die ganze Woche hitzefrei ab der fünften Stunde bekannt gegeben, erzählt Julikind, und fügt hinzu, dass alles andere ja auch wirklich keinen Sinn machen würde. Die letzte Schulwoche vor den Ferien zieht sich trotzdem wie Kaugummi. Ich mag warmes Sommerwetter. Aber das hier ist selbst mir ein bisschen zu viel. Morgens um viertel vor sechs bin ich viel zu warm angezogen. Das ist mir vielleicht noch nie passiert. Es wäre Zeit für eine größere Hunderunde gewesen, aber so nicht. Als wir eine halbe Stunde später zu Hause ankommen, trinkt der Hund seinen Napf auf ex und lässt sich dann seufzend auf die kalten Fliesen im Flur fallen. Den größten Teil des Tages verbringen alle im Haus.

Über Nacht dann 15°C weniger, einfach so.

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Openair Kinoabend im Nachbardorf. Beginn der Veranstaltung sollte um 20.30 Uhr sein, alle nehmen Platz und warten, vom Gefühl könnte es jeden Moment losgehen. Tut es aber nicht. Um viertel vor zehn holen Julikind und ihre Freundin das vierte Mal Popkorn und ich überlege ernsthaft, ob ich nicht lieber nach Hause möchte. Dann geht es endlich los. Der Film ist gut, aber es wird allmählich kalt und, wie gesagt, ich bin eigentlich viel zu müde, um bis Mitternacht auf dem Sportplatz zu sitzen. Höhepunkt des Abends war eine kleine Fledermaus, die ganz sanft meine Frisur gestreift hat. Ein Gruselmoment, aber nur weil ich am Abend vorher mit dem Liebsten diesen Seuchenfilm geguckt hatte, wo ein Fledermaus- und ein Schweinevirus sich auf tödlichste Art begegenen.

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Es wird viel Schokolade gegessen bei uns, im Moment. Eine Tafel ist so dermaßen schnell weg, das kann doch eigentlich garnicht sein. Zufällig sehe ich bei der Entsorgung der leer gefutterten Folie, dass da nur noch 250g drin sind. 50g weniger als normal und die kleinen Tafeln haben nur noch 90g statt 100. Das erklärt einiges. Frischkäse war auch schneller alle als gewöhnlich, in den letzten Tagen und ich habe den Verdacht – jawoll, wenn man genau hinsieht steht es sogar drauf, auf der Packung. Es ist jetzt weniger drin. „Kleinere Menge, weniger food waste“, steht da allen Ernstes. Ein nett gemeinter Service aber ich kauf dann lieber irgendeine andere Marke. Foodwaste ist in einem Haushalt mit Teenagern nämlich so gar kein Problem.

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Die Freundin und ich nennen diese Strecke „eine Runde durchs Tal laufen“, und tragen dabei ganz normale Klamotten, wie zum Gassi gehen halt. Auf einem schmalen Waldweg schließt eine kleine Gruppe von Wanderern zu uns auf. 3 Leute in outdoor-Vollausstattung mit gut gefüllten Tagesrucksäcken und ein Hund, der ziemlich genau so aussieht wie meiner, nur etwas kleiner. Das ist ganz lustig, weil man einen Moment wirklich nicht sagen kann welcher Hund wohl auf wen hören wird. Die Freundin und ich lassen uns zurück fallen. An der nächsten Abzweigung steht die Wandergruppe murmelnd unter einem Wegweiser. Es gibt kein Internet hier, noch nicht mal Handyempfang, für sie beginnt hier das Abenteuer.

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Steuererklärung erledigt, ohne besondere Vorkommnisse. Juhu.

Sommerliche Tauschgeschäfte und die ersten „einmal im Jahr- Einkäufe“ markieren den Beginn der zweiten Jahreshälfte. Julikind und der Liebste pflücken Kirschen in Nachbars Garten, mit Erlaubnis natürlich Herzlichstes Dankeschön dafür

Wir feiern Geburtstage, mehrere.

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Die kleine Kirche ist eigentlich schon voll, wir bleiben draußen stehen, ist ja schönes Wetter. Diese Trauerfeier hat sich länger angekündigt und fällt in die Kategorie „für ihn ist es am Besten so“, man unterhält sich leise über ganz normale Sachen. Genau als der Pfarrer mit getragener Stimme den Nachruf beginnt dreht im Nachbarhaus jemand die Musik voll auf, könnte Elektrosound sein, irgendwas instrumentales mit viel Bass wummert über den Friedhof. Die an der Kirchenmauer stehende Gemeinde tauscht Blicke. Zwei Minuten später geht jemand, klingelt und klopft am Nachbarhaus, kommt zurück und zuckt mit den Schultern. Alle versuchen, die Musik zu ignorieren, aber ein bisschen stört es schon, wenn man ehrlich ist. „Das kann doch wohl nicht sein“, sagt die Dame neben mir und schreitet entschlossen Richtung Friedhofstor. Kurz darauf hört man sie laut rufen „Haaaallloooo?“, untermalt von einem Geräusch, das klingt wie Faustschläge auf Holzhaustür, lang andauernd. Dann wird es still im Nachbarhaus. Die Trauergemeinde schmunzelt. Als die Dame zurück kommt zeigen alle wieder angemessen ernste Gesichter und Daumen hoch. „Geht doch“, sagt sie, als wäre es die normalste Sache der Welt.

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Handwerker im Haus zu haben, die Freunde sind, stört eigentlich gar nicht. Abgesehen davon, dass wir mal wieder den Hauptraum des Hauses nicht nutzen können. Der Liebste rührt in der Garage Putz an, wuchtet das Speisfass die Treppe rauf, fährt es auf Möbelrollern bis ins Wohnzimmer und der Steinmetz wirft alles schwungvoll gegen die Wand. Stundenlang, bis ihnen klar wird, die großzügig kalkulierten 20 Säcke nicht reichen werden, es müsste nochmal jemand fahren. Jetzt, denn der einzige Baumarkt, der Lehmputz führt schließt in 30 Minuten. Äh, man braucht 20 Minuten bis ins Städtchen und ein Sack wiegt 25kg, Maikind müsste bitte mal mitfahren, sonst haut das nicht hin. Sprichwörtlich um fünf vor 12 stehen wir am Baumarkttresen. Hier sind alle vom Fach, es gibt keine Dudelmusik und keine Deko. Man nennt die Betriebskontonummer, sagt was man will, bekommt einen Lieferschein, fährt an die Ausgabe und während ich einer Frau dabei helfe eine unhandliche Gasflasche ins Auto zu heben laden Maikind und der Gabelstaplerfahrer 10 Säcke Lehmputz in unseren Kofferraum. Drei Minuten nach 12 sind wir fertig. Spoileralarm, insgesamt wurden 31 Säcke gebraucht. Die Wand trocknet jetzt so vor sich hin.

übertroffene Erwartungen

Morgens um halb sechs ist es schon hell uns sonnig, so macht die frühe Hunderunde Spaß.

Oooooh wie süüüüß. Kurz muss ich mich zusammennehmen, um es nicht laut zu sagen. Hundert Meter vor uns, auf der Biowiese übt ein Fuchswelpe Mäuse fangen, so konzentriert, dass er uns nicht kommen sieht. Ich halte einen Moment an, um zuzuschauen, bis seine Mama mich bemerkt, der Hund wundert sich. Hinter der nächsten Kurve halten wir wieder an, Mutter Reh zeigt ihrem Kitz, was zu tun ist, wenn Spaziergänger mit Hund kommen. Ich liebe Juni, das meiste zumindest.

Heuernte, nachmittags Lockdown für Allergiker, quasi.

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Ach, übrigens, sie habe uns da angemeldet, teilt Märzkind Mittwoch nachmittag so nebenbei mit. Gut zu wissen. Samstag morgen treffen wir uns also auf dem Sportplatz im Städtchen, dort finden Kubb-Meisterschaften statt, wir sind eine Mannschaft, zu viert, Maikind hatte keine Lust, wegen Wetter. Der gesamte Sportplatz liegt in der Sonne und es ist morgens um 10 schon ziemlich warm, aber was solls, wir sind ja zum Spaß hier. Zumindest solange, bis klar wird, dass wir besser sind, als erwartet. Strategiebesprechungen aus denen man ein Bullshit-Bingo machen könnte. „Der Anfang ist das Ziel“ Am Ende werden wir dritter, nach tiebreak. Jippijeiyeah.

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Die Abende des langen Fronleichnamswochenendes verbringen wir am Edersee. Jeden Tag ist weniger Wasser als da am Tag zuvor. Es könnte ruhig mal regnen.

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Man könnte jetzt gut einfach hier am Badesee sitzen bleiben, aber wir müssen los. Jemand, den wir eigentlich kaum kennen hat einen neuen Grill bekommen und herzlich eingeladen. Wird es dort Schatten geben? Kommen da noch andere Leute? Was zieht man an? Es ist zu warm für klare Gedanken und so groß ist die Auswahl in der Kategorie sauber und gebügelt ehrlich gesagt gerade sowieso nicht, außerdem wollen wir ja eh nicht allzu lange bleiben. Irgendwann wird es dunkel. Das war ein richtig schöner Abend, gestehen wir uns auf der Rückfahrt ein, gutes Essen, nette Gespräche und das Ambiente so gemütlich, dass wir versackt sind, ohne es zu bemerken. „Nur so- Einladungen“ von Leuten, die sich gern sozialisieren sind eine feine Sache, in homöopathischen Dosen, zumindest.

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Eine Freundin des Julikinds ist in der Theater-AG. Die jährliche Jahresabschlussaufführung steht an und es gäbe noch freie Plätze, wenn wir wollen würden…?, sagt sie. Ja sicher wollen wir. Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn kommen wir dort an, wie gewünscht. Der Parkplatz ist noch fast leer. Ich wundere mich. Julikind bemerkt, dass wir ja sonst immer nur zur gigantischen Weihnachtsshow hier sind und heute weniger Leute erwartet werden. Genaugenommen sind wir gerade die einzigen, die sich auf den Weg Richtung Schulportal machen. Julikind zweifelt an meiner Ortskenntnis, aber am Eingang stehen Leute. Die Darsteller begrüßen ihr Publikum mit Applaus, eine junge Frau begleitet uns bis zu den reservierten Plätzen in der Aula, „samma, sind wir V.I.P.?“, erkundige ich bei Julikind, „ein wahrgewordener Alptraum“, murmelt sie. In der Aula ist es warm, sehr warm. Wir falten Fächer aus unseren Platzreservierungsschildern und überlegen, ob nochmal jemand ans Auto geht, um die Flasche Wasser zu holen, aber dann beginnt die Aufführung. Das Stück ist unterhaltsam und die Schauspielenden sind richtig gut. Vielleicht stehen da gerade spätere Berühmtheiten, dann können wir sagen, weißte noch damals, diese Schulaufführung, wo es so warm war… man schwitzt im Sitzen und das ist eigentlich schade, denn so richtig genießen kann man das ganze so nicht.

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Klamotten und Schuhe in der echten Welt gekauft. Rückblickend hätte ich das mal ruhig gleich so machen sollen, aber es hat mehrere Rücksendungen gebraucht, bis ich verstanden hatte, dass man Sachen, die vor Jahren gekauft wurden nicht einfach durch nachfolge Modelle ersetzten kann. Gibt übrigens gerade Rabattaktionen überall, anscheind ist der Sommer schon durch, im Einzelhandel.

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Tag der offenen Tür beim Kickboxen. Auch in der Sporthalle ist es sehr warm, allerdings bewegt sich hier die Luft, das ist angenehmer als in der Aula neulich. Der Liebste und ich essen Käsekuchen und haben einen kurzen nostalgischen Moment, als die Kindergruppe ihr Können vorführt und – ich hatte ehrlich keine Ahnung wie erfolgreich dieser Verein eigentlich ist. Ich hab noch nie soviele schwarze Gurte auf einmal gesehen.

Da standen auffallend viele nicht selbst gebackene Kuchen/Brezeln/Berliner auf dem Mitbringbuffet, fällt mir auf. „Also früher, da hätte man sich das nicht getraut, oder?“ sagt der Liebste und deutet auf zwei Miniberliner, die Julikind sich geholt hat. Stimmt. Aber, das macht es nicht unbedingt schlechter. Er nickt, allemal besser als halbgare Backmischungsmuffins.

Nachmittags noch kurz bei der jährlichen Sportveranstaltung im Nachbarort vorbeigeschaut. Aber mehr aus Traditon und wegen Elterntaxifahrt, der Bedarf Veranstaltungen bei 30°C ist eigentlich erstmal gedeckt.

Geburtstage und frühsommerliches

Die neue Spülmaschine hat ihren ersten Spülgang beendet. Die Tür wird von einem weißen Plastikteil einen Spaltbreit offen gehalten, oder geschlossen, je nachdem. Wir schauen uns fragend an, jeder zieht mal vorsichtig an der Tür, man will nicht gleich was kaputt machen. Die Bedienungsanleitung sagt, es handelt sich um einen energiesparenden Trockungsvorgang, man solle kräftig ziehen, wenn das Display anzeigt, das die Zeit abgelaufen ist, na dann. Mit einem mechanischen Geräusch verschwindet das weiße Plastikteil in der Maschine und ich ahne, was an diesem Gerät als allererstes kaputt gehen wird.

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Der Dorftratsch meldet einen Todesfall im erweiterten Familienkreis. Das kann nicht sein, sage ich, es gibt whatsapp Gruppen, das wüsste ich. Es ist aber tatsächlich so und das ist so merkwürdig, dass meine Mutter sich erkundigt, ob meine Schwester und ich uns denn wohl einigen können würden, wenn da mal was kritsches entschieden werden müsste. Ich denke schon, sage ich. Sie verfügt mündlich, dass wir bei Uneinigkeit eine Münze werfen.

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Der Nachbarort möchte ein Ortssippenbuch erstellen. Man sammelt Daten von ortsansässigen Familien. Es ist ein bisschen kompliziert, weil es sich um nicht googlebares Wissen handelt, und sich jeder persönlich schriftlich damit einverstanden erklären, dass die gefundenen Daten veröffentlicht werden dürfen. Auf Schwiegermutters Geburtstagskaffee werden entsprechende Formulare verteilt. Julikind bestaunt gemeinsam mit ihrer Cousine den Stammbaum, den Schwiegermutter in Lockdownzeiten aus den in den Schränken der Oma lagernden Informationen zusammenngestellt hatte. Ein gemeinsamer 8-mal-Ur-Opa hat am 21. Mai 1687 geheiratet. Das ist beeindruckend lange her, solche Daten kennt man sonst eher aus Geschichtsbüchern, dass die mal Wirklichkeit waren, wird ihnen gerade erst klar.

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Die Honigernte läuft total entspannt ab, im Vergleich zum letzten Jahr. Die Bienen wurden vermisst, von Nachbarn, das ist schön und schade gleichzeitig.

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Der lang ersehnte Geburtstag des Maikinds ist endlich da. Leider fällt er auf einen Wochentag, an dem alle erst später kommen, macht aber eigentlich nichts. Wir verabreden uns zum Geburtstagskaffee im kleinsten Kreis. Märzkind ruft an, sie habe natürlich den Anschlussbus verpasst, es müsste bitte jemand. Maikind grinst, „dann fahr ich mal gerade“, sagt er und zieht den Schuh, den er gerade ins Regal stellen wollte direkt wieder an. Die erste Fahrt ganz alleine im Auto – ein Fest.

Zur Geburtstagsfeier am Wochenende hat er die ganze Familie und alle Fahrgemeinschaften eingeladen. Die Planung läuft irgendwie nicht so voll automatisch, wie damals, als wir noch regelmäßig Familienfeiern ausgerichtet haben. Dauernd fragen wir uns wieviel wohl von was wann eingekauft werden muss, um dann wo genau zu lagern?

Der zentrale Sammelplatz für Geschirr, Deko und Sonstiges ist voll, wir brechen auf um schon „mal gerade“ eine Ladung ins Sportlerheim zu fahren, und, welch ein Glück, das es noch so früh ist. Das Sportlerheim sieht nämlich orginal so aus, wie man es sich an einem Samstagmorgen vorstellt, Rasenschnitt und Scherben auf klebrigem Fussboden, Sportzubehör, Aschenbecher…. Zu dritt brauchen wir anderthalb Stunden um das Ambiente soweit herzustellen, dass hier Omas am Tisch sitzen können. Das war so nicht geplant und das Zeitmanagment fühlt sich daraufhin eine ganze Weile so an, als hätte man verschlafen. Mittags kommen die ersten Gäste, Maikind freut sich sehr, alle anderen auch. Wir haben uns auf seiner Konfirmation das letzte Mal gesehen. Abends dann gemütliche Party bei ständig wechselndem Wetter.

Nach-Party-Überlegungen: Erdbeerbowle kam überraschend gut an, das hätte mehr sein können, aber wer ahnt denn sowas. / Wir spielen Kubb seit ungefähr 15 Jahren auf jeder Sommerparty nach den falschen Regeln, es hat wohl einfach nie jemand die Anleitung gelesen. / Bisher galt immer die unausgesprochene Party-AGB wer nicht absagt kommt, das scheint sich irgendwie verändert zu haben. / Niemand hat Fotos gemacht.

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Breakdancer gefahren im Regen und dann eine Weile staunend unter dem größten fahrbaren freefall-Tower Europas gestanden, in dem Julikind mit einer Freundin saß, vorher-nachher Fotos gemacht. Ansonsten faule Pfingsten genossen.

Eier und Gesang

In der Woche vor Ostern haben drei von fünf Leuten frei. Einkäufe werden erledigt, kleinere Projekte abgeschlossen, der Haushalt auf normal-Zustand gebracht und ausgeschlafen. So. Nach einem durchwachsenen ersten viertel Jahr sind wir jetzt vielleicht auf der Höhe der Zeit angekommen. .

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Ein Gottesdienstbesuch zum Karfreitag mit der ehemaligen Konfirmandin. Kaum zu glauben, dass in drei Wochen schon die nächsten dran sind, sagt sie, ein Jahr hat sich sonst länger angefühlt.

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Acht Leute wollen zum Osterfeuer, drei werden von dort wieder nach Hause fahren. Es wird nur ein Auto gebraucht, irgendwer wird die Strecke bis zum Sportplatz also laufen müssen. Einen Moment lang gucken sich alle gegenseitig fragend an. Der Vorschlag war eigentlich ein Scherz, aber die andern finden den spontan gut und sind so schnell auf dem Weg zum Auto, dass ich garnicht mehr dazu komme, den Kindern bescheid zu geben, naja, werden sie schon merken, sagt die Freundin. Vier Erwachsene fahren einfach so los, ohne Kinder, hihihi.

Die lieben Kleinen kommen etwas später an, als wir (augenrollendes Nicken einfügen) die Stimmung ist aber gut, denn das kulinarische Angebot wurde erweitert. Statt nur Bratwurst im Brötchen gibts jetzt auch Pommes, Currywurst, Mantaplatte und Butterbrezeln. Man plant die Speisenfolge des Abends. Gegen elf sind alle Erwachsenen müde genug für nach Hause. Um halb zwei werde ich halb wach, wegen ungewöhnlicher Geräuschkulisse im Haus: Treppe, Küchentür, Speisenkammertür, Stille, Küchentür in leise, Treppe in noch leiser, Zimmertür normal, dann gegiggel. Julikind hat einen Übernachtungsgast, anscheind waren die Snacks ausgegangen

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Ich hatte gesagt, ich hole sie ab. Wir sind beide auf die Minute pünktlich und wundern uns selber darüber. Vor der Kirche sind auffallend viele Parkplätze frei, so viele, das man sich fragt….? war klar, wir stehen natürlich vor der falschen. Aber, selbst vor der richtigen Kirche gibt es noch freie Parkplätze, als wir dort ankommen. Eine gut gelaunte Dame steigt aus dem Auto neben uns. Sie kennen sich hier garnicht aus und seien uns einfach mal hinterher gefahren, sagt sie, und „Frohe Ostern und ihr linkes Rücklicht funktioniert nicht“. Wir wünschen ebenfalls frohe Ostern und danken für den Hinweis, das Problem ist bekannt, und leider hartnäckig.

Das Kirchenportal ist angelehnt, ab hier wird man automatisch leise, denn drin ist es dunkel. Nach 5 Minuten haben sich die Augen daran gewöhnt und die wenigen Kerzen auf dem Fussboden wirken wie Scheinwerfer, wenn man direkt darauf guckt. Irgendwann beginnt die Kantorei zu singen, ein Gänsehautmoment, alle Jahre wieder.

Gemütliches Osterfrühstück zu Hause, anschließend Eiersuche im Garten. Die Eier wurden gut versteckt, schließlich sind die Blagen schon groß. Wie immer sind zwei Eier unauffindbar. Der Liebste möchte die Suche trotzdem nur ungern beenden, weil er immer derjenige ist, der diese Eier dann später im Jahr findet, und man sich über faule Eier weniger freut. Noch einmal werden die gefundenen Eier gezählt und mööööglicherweise wurden die beiden fehlenden bereits gestern Abend entnommen, als das Körbchen noch in der Speisekammer stand, sagt jemand, wir haben sie also alle.

Am frühen Nachmittag sind wir zum Eierwerfen verabredet. Entgegenkommende Spaziergänger schauen uns verwundert an. Wahrscheinlich ist es eher selten, dass 10 Leute gemeinsam spazieren gehen, überlegen wir. Am Eierwerfplatz ist schnell eine Reihenfolge festgelegt und der erste Werfer beginnt. Neun Leute rufen laut „ooohhhh“, als bei der Landung ein Feuerwerk aus hart gekochtem Ei zu sehen ist. Noch nie sind so viele Eier kaputt gegangen, wie in diesem Jahr, außerdem wurden einige garnicht wieder gefunden. Die Siegereier werden am Ende aufgegessen. Fast ohne Salz, weil es windig war und das hätte man einkalkulieren müssen, beim kippen des Salzstreuers.

Dann Kaffee und Kuchen bei den Eltern.

Dann sitzen am Küchentisch bei Schwiegermutter, bei Wasser und Apfelschorle. Alle sind gut satt.

Abends steht ein Rudel aus Schokoladenhasen auf der Anrichte.

Es war richtig schön, dieses Ostern so mit allem. Alle gesund, keine Baustelle im Haus, fließendes Wasser in dichten Leitungen, kein Lockdown, Wetter jahreszeitlich angemessen, früher war sowas ja ganz normal, heute weiß man es zu schätzen.

Ostermontag ist aber zum Glück ein Sofasitztag. Sozialkontakte-Kater.

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Auf dem Weg vom Esstisch in die Küche kommt man jetzt wieder am Sofa vorbei, begegnet also hin und wieder zufällig, anderen Familienmitgliedern, tauscht Neuigkeit, verteilt gute Ratschläge oder macht im vorübergehen Fratzen. Das hat gefehlt.

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In der Ansprache zur Trauerfeier für die Großtante ist der, ich zitiere „legendäre Heilige Abend“ in ihrem Elternhaus ein großes Thema. Es ist das Haus, in dem wir jetzt wohnen, ich kenne die Geschichten und muss fast Grinsen. Es wurde viel gesungen, das stimmt, wunderschön können die alle singen, zweistimmig mit Melodievariationen und auswendig natürlich. Funfact: Teil der Legende sind etliche Kästen Bier und es wurde nicht, wie der Pfarrer dieser Gemeinde offensichtlich annimmt, „zur Lobpreisung unseres Herrn“ gesungen, sondern schlicht zur Deeskalation. Zwei Schwager sind sich gegenseitig so dermaßen auf den Sack gegangen, dass es jederzeit zu ernsteren Streitigkeiten hätte kommen können. Der hauseigene Opa hatte das im Auge und unter den Schwestern gab es ein Abkommen, dass, wann auch immer der Opa sagt, jetzt wir singen mal ein Lied, sofort alle einstimmen. Hat die Oma erzählt, an Weihnachten.

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Maikind hat die Zwischenprüfung hinter sich, Julikind die Präsentation abgegeben. Man kann sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten wieder ganz normal unterhalten. Schön ist das.

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Eigentlich wollte ich nochmal grüne Soße machen, mit übrig gebliebenen Ostereiern, aber, äh, es gibt keine Reste. Mit nachlassender nervlicher Anspannung ist der Apetit wohl wieder zurück. 50 Eier waren das.