Ende September

Sommer war angesagt und ist eingetroffen. Am Nachmittag sitze ich in kurzer Hose und T-Shirt im Garten, alleine natürlich, allen anderen ist zu warm. Ich finds toll. Bunte Blätter fallen dann und wann neben mir auf den Boden und man hört Sägegeräusche im aus verschiedenen Richtungen. Brennholz wird geschnitten, wie sich das für einen Samstag nachmittag Ende September gehört. Die gefühlte Jahreszeit passt nicht zur gehört und gesehenen.

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SterneHerzenBrezeln aus dem September-Lebkuchen Sortiment haben meine persönliche Preisgrenze erreicht. Ich kaufe jeweils eine Packung in Zartbitter und Vollmilch und wer jetzt noch welche will, muss selber investieren.

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Es ist kalt. Nicht frisch oder herbstlich, Winterjacken kalt, ist es, als ich früh morgens die Hunderunde gehe. Frost auf den Wiesen und auf Autoscheiben, im Wald röhrt der erste Hirsch. Vorgestern war doch noch Sommer. Es gibt keine Übergänge mehr.

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Der Liebste hat ein Geschäftsessen. Er wird über kurz oder lang ein weiteres Hemd kaufen müssen, sage ich. Ach was, sagt er, aber ich hab recht.

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Maikind kauft kaputte Elektrogeräte, um sie zu reparieren. Vom Esstisch aus steuert er seinen aktuellen Patienten übers Handy, weil man das kann, bei einem Saugroboter dieser Preisklasse, also wenn denn dann – aber anscheind funktioniert wieder alles. Das Problem besteht aktuell nur darin, dass Julikind eine Zimmertür geschlossen hat und ein Planquadrat deshalb nicht erreichbar ist, „sag ihm doch, er soll Julikind ne whatsapp schicken“, schlage ich vor „naargh, dass kann er leider nicht“, sagt Maikind, „obwohl“, murmelt er, „man könnte den google-Verlauf so einstellen…“ und verlässt in Gedanken versunken den Raum. Es sollte eigentlich nur ein Scherz sein.

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Das sieht nicht aus wie ein normales Stauende. LKWs blockieren die ganze Fahrbahn, als hätten die sich abgesprochen, nur eine kleine Lücke zur nächsten Abfahrt ist frei, die wir nach nach kurzem Überlegen dann auch nehmen. Pferde auf der Autobahn, sagt die Stimme im Radio. Oh, wie gut, dass wir da nicht die ersten waren. Auf kleinen Straßen und durch dunkle Wohngebiete erreichen wir das Krankenhaus genau pünktlich. Im Foyer sammeln sich Menschen mit Rollkoffern, Taschen und Begleitpersonen, ein bisschen wie Klassenfahrt, nur leiser. Um Punkt sieben Uhr kommt eine Krankenschwester und begrüßt die Anwesenden. Bitte alle einmal die Treppe hoch in den ersten Stock, wer laufen kann, möge das tun, der Fahrstuhl ist hier. Oben an der Treppe gestikuliert sie wie eine routinierte Reiseleiterin stationäre OPs links, ambulante rechts bitte. Nach wenigen Minuten Wartezeit bekommen die Patienten ihre Zimmertüren zugewiesen, und die Begleitpersonen Infos zum Wiedersehen. Ich mache noch ein Nickerchen im Auto, frühstücke aus der Brotdose, gehe eine Weile in die Stadt, bestaune die Weihnachtsexplosion in den Ramschläden, gucke mir eine Kirche an, google den Verlauf des Pilgerwegs, für den dort ein Stempel ausliegt, esse die Reste vom Vortagsmittagessen aus einer anderen Brotbox und freue mich dabei über meine Weitsicht einfach alles eingetuppert zu haben, heute morgen um vier, denn das Angebot dieser Krankenhaus-Kantine… man weiß nicht ob man lachen oder weinen möchte. Dann sind fünf Stunden Wartezeit schon um. Der Liebste ist blass aber hungrig. Ich fahre nochmal zum einkaufen, da das Mittagessen ja schon durch ist und man hier so spontan kein Abendessen für Nahrungsmittelunverträglichkeiten anbieten können wird. Macht nix, wenigstens haben sie es bemerkt.

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Mein gerade erst verlängerter Arbeitsvertrag wird, wegen eintreten des Befristungsgrunds dann doch enden, teilt man mir mit, ob zum Ende dieses Monats oder erst im nächsten vermag aber niemand zu sagen. Ich hatte im Stillen damit gerechnet, bin aber trotzdem überrascht. Alle anderen auch.

Der Liebste kommt nach Hause, wir freuen uns, bis hierher ist alles gut gelaufen. 6 Wochen Sofa und Krücken werden folgen.

Im Gäste-WC riecht es nach nassem Laminat- Fussboden, eine schnelle Sichtkontrolle ergibt, genau was ich befürchtet hatte, da tropft Wasser, wo keines sein sollte. Man müsste mal. Ich schmeiße einen Lappen auf dem Boden und erkläre dem Raum, dass das leider alles ist, was ich im Moment tun kann. Dann ziehe ich mir eine Jogginghose an und gucke zwei Stunden lang youtube-Videos ohne Sinn und Zusammenhang.

Da fallen einem all die schönen Lockdown-Formulierungen von den Herausforderungen und Besonderheiten wieder ein.

Man wundert sich

Im Einkaufswagen liegen Weintrauben, Spekulatius und der erste Kürbis, kulinarischer Jahreszeitenwechsel.

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Passend dazu eine herbstliche Hunderunde am frühen morgen, durch Nebel im dunkeln, immerhin ist es nicht kalt. Der Hund bleibt stehen, das macht er so, wenn er Rehe sieht. Ich schaue mich um, mein Hirn braucht zwei Sekunden und fasst dann mehrere gleichzeitig gedachte Gedanken zusammen: Keine! Chance! Der schwarze Fleck da, zwanzig Meter vor uns auf dem Stoppelfeld ist ein richtig großes Wildschwein und es hat uns auch gesehen. Es grunzt einmal kurz warnend und die zwei kleineren schwarzen Flecken verschwinden sofort im angrenzenden Maisfeld, die große Sau läuft hinterher, und es sind wohl auch schon einige andere da drin. Ein Geräusch, wie wenn im Jurassic Park die Raptoren kommen. Ich bin wach. Siehste, sage ich zum Hund, deswegen werfen wir nie den Ball ins Maisfeld…

Am nächsten Morgen fahre ich ein Stück ins Feld, dahin, wo uns eigentlich nie Wild begegnet. Heute ohne Nebel und im Dämmerlicht. Ich werfe den Ball auf die Wiese. „Haaalloooo??“, ruft es laut von irgendwo. Och nö. Ich möchte bitte nicht morgens um viertel vor sechs einen dementen Opi im Feld finden, oder so, denke ich, während ich mich suchend im Kreis drehe. Da ist niemand. Es bleibt still. Merkwürdig, aber soll mir recht sein. Hundert Meter weiter meldet sich die Stimme wieder „Halllloooo? Würden Sie BITTE MAL den HUND FEST machen?“ Ok, ich bin verwirrt, mache den Hund fest und gehe weiter. Hinter der Hecke steht ein Auto, unter dem Hochsitz und jetzt kann ich es erkennen, auf dem Hochsitz sitzt jemand. Ich hebe grüßend die Hand und sage laut, dass ich erleichtert bin, ihn zu sehen, weil ich nämlich dachte, ich höre Stimmen. „Tjaaa, er wollte ja eigentlich hier, aber das ist jetzt rum“, murmelt der Jäger, der direkt unter dem Hochsitz parkt. Tjaa, sorry, not sorry, denke ich, und lasse den Hund hinter der nächsten Wegbiegung wieder laufen.

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Im Wald wurde ein Weg markiert. An jeder Abzweigung drei hellgelbe Pfeile auf den Boden gesprüht, Flatterband am nächsten Baum in Sichthöhe und Pfeile mit Reflektorband an Pfosten, eindeutiger gehts nicht, man fragt sich… ah – Wanderabenteuer. Die Freundin hat es auch gesehen, auf ihren Hunderunden und während wir Spekulatius essend am Tisch sitzen machen wir uns Gedanken. Die Streckenführung geht den Eselspfad hoch, im Ort einmal über die Straße und auf der anderen Seite zurück in den Wald und über einen ausgespülten Kiesweg wieder runter. Der Eselspfad heißt nicht ohne Grund so, das ist ein Trampelpfad im Wald mit vielen Höhenmeter. Keine richtig gute Idee da lang zu laufen, abends um zehn, wenn es stockduster ist, würde man meinen, zumal man ja wenige hundert Meter die Straße runter und über einen Teerweg geradeaus laufen könnte, um genau da anzukommen, wo der Kiesweg wieder rauskommt. Aber – wenn es 80 Euro kostet und man ein T-Shirt bekommt, finden die Leute das offensichtlich toll. Warum sind wir da nicht drauf gekommen?

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Irgendwas scheint an der Grillhütte los zu sein, meldet der Liebste nach der letzten Hunderunde. Allerdings ohne Musik und nur spärlich beleuchtet, klingt nach einer Anwohner-freundlichen Abendveranstaltung, da kann man sich ruhig mal drüber freuen. Am nächsten Morgen meldet der Dorfchat, dass die Feuerwehr einen Baum gepflanzt habe. Man wundert sich. Die Auflösung kommt wenige Tage später, es läuft irgendeine Challenge, bei der Firmen und Vereine sich gegenseitig nominieren. Die Nominierten müssen dann innerhalb von 48 Stunden einen Baum pflanzen oder der örtlichen Kita Eis spendieren. Schöne Sache.

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Vor uns fährt ein Traktor auf die Straße. Ein für heutige Verhältnisse sehr kleiner, mit einem Ladewagen dahinter, den man vom Auto aus einsehen kann. Auf der Ladefläche stehen fünf Bratpfannen in haushaltsüblichen Größen. Drei davon gestapelt, zwei jeweils einzeln daneben. Sonst nichts. Fragt man sich, woher, wohin und wieso wohl…

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Dinge tun sich an Arbeitsplätzen, verschiedene, aber natürlich an allen Arbeitsplätzen zur gleichen Zeit und wo wir schon dabei sind – Schulentlassungsfeier Anfang Juni steht in der Elternpost, vorher natürlich noch Abschlussfahrt und alles andere, zum ersten Mal bemerken wir, wie kurz dieses Schuljahr sein wird. Man wappnet sich innerlich.

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Die Frage war noch halb scherzhaft gemeint, aber da hat tatsächlich jemand schon einen Weihnachtswunsch. Wie gut, dass ich gefragt habe, denn auf sowas wäre ich in hundert Jahren nicht von selber gekommen. Geklickt, bestellt, geliefert, an die Haustür, genau an dem Tag, der angesagt war. Kein Vergleich zum Einkauf im Advent. Und wegen des großen Erfolgs im letzen Jahr gleich noch Karten für ein vorweihnachtliches Kulturerlebnis- Geschenk geordert. Ich liege sowas von gut in der Zeit dies Jahr.

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„Ah ja, Bürgermeisterwahl, das ist ja heute, stimmt. Der S. hat gestern schon geflucht, dass er da am Sonntag rumsitzen muss…“ sagt Maikind, als wir uns auf den Weg machen, zum Wahllokal. „Der S. macht Wahlhelfer?“ wundere ich mich, „der wirkt garnicht so politisch interessiert.“ „Ist er auch nit“, sagt Maikind. Aber der Nachbarort verlost die Ehre des Wahlhelfertums unter allen wahlberechtigen Einwohnern, „und der S. hat eben gewonnen, höhöhö“, sagt er.

Sommersachen

Zwischen den Tanz-Auftritten der beiden Mädels liegen vier Stunden Zeit, es ist warm. Wir wechseln vom Altstadtfest in die Eisdiele und sind nicht die einzigen. Preise und Portionsgrößen an den Fressbuden sind dann jetzt so, dass man lieber woanders hingeht, zum essen.

Beide Auftritte sind toll und wir staunen, was sich da im letzten Jahr getan hat.

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Hitzewelle. Gleich montags wird für die ganze Woche hitzefrei ab der fünften Stunde bekannt gegeben, erzählt Julikind, und fügt hinzu, dass alles andere ja auch wirklich keinen Sinn machen würde. Die letzte Schulwoche vor den Ferien zieht sich trotzdem wie Kaugummi. Ich mag warmes Sommerwetter. Aber das hier ist selbst mir ein bisschen zu viel. Morgens um viertel vor sechs bin ich viel zu warm angezogen. Das ist mir vielleicht noch nie passiert. Es wäre Zeit für eine größere Hunderunde gewesen, aber so nicht. Als wir eine halbe Stunde später zu Hause ankommen, trinkt der Hund seinen Napf auf ex und lässt sich dann seufzend auf die kalten Fliesen im Flur fallen. Den größten Teil des Tages verbringen alle im Haus.

Über Nacht dann 15°C weniger, einfach so.

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Openair Kinoabend im Nachbardorf. Beginn der Veranstaltung sollte um 20.30 Uhr sein, alle nehmen Platz und warten, vom Gefühl könnte es jeden Moment losgehen. Tut es aber nicht. Um viertel vor zehn holen Julikind und ihre Freundin das vierte Mal Popkorn und ich überlege ernsthaft, ob ich nicht lieber nach Hause möchte. Dann geht es endlich los. Der Film ist gut, aber es wird allmählich kalt und, wie gesagt, ich bin eigentlich viel zu müde, um bis Mitternacht auf dem Sportplatz zu sitzen. Höhepunkt des Abends war eine kleine Fledermaus, die ganz sanft meine Frisur gestreift hat. Ein Gruselmoment, aber nur weil ich am Abend vorher mit dem Liebsten diesen Seuchenfilm geguckt hatte, wo ein Fledermaus- und ein Schweinevirus sich auf tödlichste Art begegenen.

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Es wird viel Schokolade gegessen bei uns, im Moment. Eine Tafel ist so dermaßen schnell weg, das kann doch eigentlich garnicht sein. Zufällig sehe ich bei der Entsorgung der leer gefutterten Folie, dass da nur noch 250g drin sind. 50g weniger als normal und die kleinen Tafeln haben nur noch 90g statt 100. Das erklärt einiges. Frischkäse war auch schneller alle als gewöhnlich, in den letzten Tagen und ich habe den Verdacht – jawoll, wenn man genau hinsieht steht es sogar drauf, auf der Packung. Es ist jetzt weniger drin. „Kleinere Menge, weniger food waste“, steht da allen Ernstes. Ein nett gemeinter Service aber ich kauf dann lieber irgendeine andere Marke. Foodwaste ist in einem Haushalt mit Teenagern nämlich so gar kein Problem.

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Die Freundin und ich nennen diese Strecke „eine Runde durchs Tal laufen“, und tragen dabei ganz normale Klamotten, wie zum Gassi gehen halt. Auf einem schmalen Waldweg schließt eine kleine Gruppe von Wanderern zu uns auf. 3 Leute in outdoor-Vollausstattung mit gut gefüllten Tagesrucksäcken und ein Hund, der ziemlich genau so aussieht wie meiner, nur etwas kleiner. Das ist ganz lustig, weil man einen Moment wirklich nicht sagen kann welcher Hund wohl auf wen hören wird. Die Freundin und ich lassen uns zurück fallen. An der nächsten Abzweigung steht die Wandergruppe murmelnd unter einem Wegweiser. Es gibt kein Internet hier, noch nicht mal Handyempfang, für sie beginnt hier das Abenteuer.

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Steuererklärung erledigt, ohne besondere Vorkommnisse. Juhu.

Sommerliche Tauschgeschäfte und die ersten „einmal im Jahr- Einkäufe“ markieren den Beginn der zweiten Jahreshälfte. Julikind und der Liebste pflücken Kirschen in Nachbars Garten, mit Erlaubnis natürlich Herzlichstes Dankeschön dafür

Wir feiern Geburtstage, mehrere.

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Die kleine Kirche ist eigentlich schon voll, wir bleiben draußen stehen, ist ja schönes Wetter. Diese Trauerfeier hat sich länger angekündigt und fällt in die Kategorie „für ihn ist es am Besten so“, man unterhält sich leise über ganz normale Sachen. Genau als der Pfarrer mit getragener Stimme den Nachruf beginnt dreht im Nachbarhaus jemand die Musik voll auf, könnte Elektrosound sein, irgendwas instrumentales mit viel Bass wummert über den Friedhof. Die an der Kirchenmauer stehende Gemeinde tauscht Blicke. Zwei Minuten später geht jemand, klingelt und klopft am Nachbarhaus, kommt zurück und zuckt mit den Schultern. Alle versuchen, die Musik zu ignorieren, aber ein bisschen stört es schon, wenn man ehrlich ist. „Das kann doch wohl nicht sein“, sagt die Dame neben mir und schreitet entschlossen Richtung Friedhofstor. Kurz darauf hört man sie laut rufen „Haaaallloooo?“, untermalt von einem Geräusch, das klingt wie Faustschläge auf Holzhaustür, lang andauernd. Dann wird es still im Nachbarhaus. Die Trauergemeinde schmunzelt. Als die Dame zurück kommt zeigen alle wieder angemessen ernste Gesichter und Daumen hoch. „Geht doch“, sagt sie, als wäre es die normalste Sache der Welt.

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Handwerker im Haus zu haben, die Freunde sind, stört eigentlich gar nicht. Abgesehen davon, dass wir mal wieder den Hauptraum des Hauses nicht nutzen können. Der Liebste rührt in der Garage Putz an, wuchtet das Speisfass die Treppe rauf, fährt es auf Möbelrollern bis ins Wohnzimmer und der Steinmetz wirft alles schwungvoll gegen die Wand. Stundenlang, bis ihnen klar wird, die großzügig kalkulierten 20 Säcke nicht reichen werden, es müsste nochmal jemand fahren. Jetzt, denn der einzige Baumarkt, der Lehmputz führt schließt in 30 Minuten. Äh, man braucht 20 Minuten bis ins Städtchen und ein Sack wiegt 25kg, Maikind müsste bitte mal mitfahren, sonst haut das nicht hin. Sprichwörtlich um fünf vor 12 stehen wir am Baumarkttresen. Hier sind alle vom Fach, es gibt keine Dudelmusik und keine Deko. Man nennt die Betriebskontonummer, sagt was man will, bekommt einen Lieferschein, fährt an die Ausgabe und während ich einer Frau dabei helfe eine unhandliche Gasflasche ins Auto zu heben laden Maikind und der Gabelstaplerfahrer 10 Säcke Lehmputz in unseren Kofferraum. Drei Minuten nach 12 sind wir fertig. Spoileralarm, insgesamt wurden 31 Säcke gebraucht. Die Wand trocknet jetzt so vor sich hin.

übertroffene Erwartungen

Morgens um halb sechs ist es schon hell uns sonnig, so macht die frühe Hunderunde Spaß.

Oooooh wie süüüüß. Kurz muss ich mich zusammennehmen, um es nicht laut zu sagen. Hundert Meter vor uns, auf der Biowiese übt ein Fuchswelpe Mäuse fangen, so konzentriert, dass er uns nicht kommen sieht. Ich halte einen Moment an, um zuzuschauen, bis seine Mama mich bemerkt, der Hund wundert sich. Hinter der nächsten Kurve halten wir wieder an, Mutter Reh zeigt ihrem Kitz, was zu tun ist, wenn Spaziergänger mit Hund kommen. Ich liebe Juni, das meiste zumindest.

Heuernte, nachmittags Lockdown für Allergiker, quasi.

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Ach, übrigens, sie habe uns da angemeldet, teilt Märzkind Mittwoch nachmittag so nebenbei mit. Gut zu wissen. Samstag morgen treffen wir uns also auf dem Sportplatz im Städtchen, dort finden Kubb-Meisterschaften statt, wir sind eine Mannschaft, zu viert, Maikind hatte keine Lust, wegen Wetter. Der gesamte Sportplatz liegt in der Sonne und es ist morgens um 10 schon ziemlich warm, aber was solls, wir sind ja zum Spaß hier. Zumindest solange, bis klar wird, dass wir besser sind, als erwartet. Strategiebesprechungen aus denen man ein Bullshit-Bingo machen könnte. „Der Anfang ist das Ziel“ Am Ende werden wir dritter, nach tiebreak. Jippijeiyeah.

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Die Abende des langen Fronleichnamswochenendes verbringen wir am Edersee. Jeden Tag ist weniger Wasser als da am Tag zuvor. Es könnte ruhig mal regnen.

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Man könnte jetzt gut einfach hier am Badesee sitzen bleiben, aber wir müssen los. Jemand, den wir eigentlich kaum kennen hat einen neuen Grill bekommen und herzlich eingeladen. Wird es dort Schatten geben? Kommen da noch andere Leute? Was zieht man an? Es ist zu warm für klare Gedanken und so groß ist die Auswahl in der Kategorie sauber und gebügelt ehrlich gesagt gerade sowieso nicht, außerdem wollen wir ja eh nicht allzu lange bleiben. Irgendwann wird es dunkel. Das war ein richtig schöner Abend, gestehen wir uns auf der Rückfahrt ein, gutes Essen, nette Gespräche und das Ambiente so gemütlich, dass wir versackt sind, ohne es zu bemerken. „Nur so- Einladungen“ von Leuten, die sich gern sozialisieren sind eine feine Sache, in homöopathischen Dosen, zumindest.

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Eine Freundin des Julikinds ist in der Theater-AG. Die jährliche Jahresabschlussaufführung steht an und es gäbe noch freie Plätze, wenn wir wollen würden…?, sagt sie. Ja sicher wollen wir. Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn kommen wir dort an, wie gewünscht. Der Parkplatz ist noch fast leer. Ich wundere mich. Julikind bemerkt, dass wir ja sonst immer nur zur gigantischen Weihnachtsshow hier sind und heute weniger Leute erwartet werden. Genaugenommen sind wir gerade die einzigen, die sich auf den Weg Richtung Schulportal machen. Julikind zweifelt an meiner Ortskenntnis, aber am Eingang stehen Leute. Die Darsteller begrüßen ihr Publikum mit Applaus, eine junge Frau begleitet uns bis zu den reservierten Plätzen in der Aula, „samma, sind wir V.I.P.?“, erkundige ich bei Julikind, „ein wahrgewordener Alptraum“, murmelt sie. In der Aula ist es warm, sehr warm. Wir falten Fächer aus unseren Platzreservierungsschildern und überlegen, ob nochmal jemand ans Auto geht, um die Flasche Wasser zu holen, aber dann beginnt die Aufführung. Das Stück ist unterhaltsam und die Schauspielenden sind richtig gut. Vielleicht stehen da gerade spätere Berühmtheiten, dann können wir sagen, weißte noch damals, diese Schulaufführung, wo es so warm war… man schwitzt im Sitzen und das ist eigentlich schade, denn so richtig genießen kann man das ganze so nicht.

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Klamotten und Schuhe in der echten Welt gekauft. Rückblickend hätte ich das mal ruhig gleich so machen sollen, aber es hat mehrere Rücksendungen gebraucht, bis ich verstanden hatte, dass man Sachen, die vor Jahren gekauft wurden nicht einfach durch nachfolge Modelle ersetzten kann. Gibt übrigens gerade Rabattaktionen überall, anscheind ist der Sommer schon durch, im Einzelhandel.

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Tag der offenen Tür beim Kickboxen. Auch in der Sporthalle ist es sehr warm, allerdings bewegt sich hier die Luft, das ist angenehmer als in der Aula neulich. Der Liebste und ich essen Käsekuchen und haben einen kurzen nostalgischen Moment, als die Kindergruppe ihr Können vorführt und – ich hatte ehrlich keine Ahnung wie erfolgreich dieser Verein eigentlich ist. Ich hab noch nie soviele schwarze Gurte auf einmal gesehen.

Da standen auffallend viele nicht selbst gebackene Kuchen/Brezeln/Berliner auf dem Mitbringbuffet, fällt mir auf. „Also früher, da hätte man sich das nicht getraut, oder?“ sagt der Liebste und deutet auf zwei Miniberliner, die Julikind sich geholt hat. Stimmt. Aber, das macht es nicht unbedingt schlechter. Er nickt, allemal besser als halbgare Backmischungsmuffins.

Nachmittags noch kurz bei der jährlichen Sportveranstaltung im Nachbarort vorbeigeschaut. Aber mehr aus Traditon und wegen Elterntaxifahrt, der Bedarf Veranstaltungen bei 30°C ist eigentlich erstmal gedeckt.

Hallo April

Wir haben ein neues Auto. Wenige Wochen nach der Entscheidung, das Alte nochmal durch den TÜV zu bringen, zwei Wochen nach einer entsprechenden Reperatur… klingelte morgens um fünf das Festnetztelefon. Der Liebste hatte einen Wildunfall, garnicht weit von zu Hause. Das kaputte Auto blieb im nächsten Feldweg stehen, er fuhr mit dem anderen an die Arbeit. Ich verbrachte meinen freien Tag mit Resten des Adrenalienspiegels, den ich immer habe, nach solchen Anrufen. Nur das Auto… es war nur das Auto…

In mir unbegreiflicher Geschwindigkeit hat er ein „neues“ gefunden, Probe gefahren, gekauft, zugelassen und das Alte weiterverkauft. Zu einem Preis, der fast so hoch war, wie die letzte Reperatur und die neuen Reifen gekostet haben.

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Bei windigen 5°C steht die Nachbarin im Garten. Das ist schön, ich habe sie lange nicht gesehen, und oh. Anstatt zu grüßen beobachte ich einen Moment die Situation. Vielleicht müsste ich da mal – irgendwas? Nö, eigentlich alles OK. Fröhlich summend arbeitet sie mit der Gartenschere an einem Blumenbeet. Sie trägt einen Bademantel über etwas, dass von hier aus aussieht wie ein Pyjama. Ich bin mir ziemlich sicher, diese Erkenntnis wäre ihr peinlich.

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In einer fünfer Gruppe laufen wir die wegen Bauarbeiten gesperrte Straße ab bis ins Tal und über Wanderwege durch den Wald wieder zurück zum Ort. Eigentlich hatten wir nicht damit gerechnet, viel Müll zu finden, schließlich ist „allmählich Grund drin“, wie man sich alle Jahre wieder zum Start dieses Aktionstages sagt. Als wir am Brunnen ankommen sind wir uns ziemlich sicher, wir werden König, heute: beide Müllsäcke voll, plus ein bröseliger Altreifen. Weit gefehlt. Eine Mutterkollegin zeigt ein frisch in die Gruppe gestelltes Foto rum, die Herren haben tatsächlich einen ganzen Autoanhänger voll gesammelt.

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Eier färben geht total schnell, wenn man es quasi alleine macht. Die Mädels sitzen am Tisch und wir unterhalten uns nett, aber das mit der Farbe und so, dass kann ich ruhig selber, sagen sie. Vielleicht bin ich dann im nächsten Jahr alt genug, fertig gefärbte Eier zu kaufen.

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Eigentlich wollte ich verschiedene Dinge einkaufen, in der echten Welt. Leider gibt es entweder die Läden nicht mehr oder nicht mal annähernd das, was ich gesucht hatte. Nach anderthalb Stunden gebe ich auf und verlasse die Fussgängerzone nur mit zwei Glückwunschkarten. Eine Kugel Eis in der Waffel kostet 1,60 Euro diese Saison, lese ich im Vorbeigehen. Tja, da bin ich dann raus.

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Ähm, ich würde mal davon ausgehen, dass sich die Heimwerker-Baustelle in den kommenden Wochen eher nicht verändern wird? frage ich vorsichtig nach. Damit läge ich richtig, sagt der Liebste. Dann könnten wir ja vielleicht die Möbel wieder so hinstellen, wie es ursprünglich mal war? Sicher. Die Männer legen mal gerade die Verkabelungen passend hin, holen Möbel aus der Garage, Julikind geht auf den Dachboden und holt Sachen, um sie in Regale zu stellen. Ich stehe mittendrin und frage mich, wieso ich diese Frage nicht schon vor Wochen gestellt habe.

Nach monatelangem Suchen, abwägen und diskutieren haben wir dann einfach so ein Sofa gekauft. Maikind und der Liebste holen es noch am gleichen Tag ab. Ein Filmabend auf dem Sofa. Herrlich! Nach 8 Monaten provisorischer Möblierung hat das fast Event-Charakter.

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Auffallend wenig Urlaubs-Status-Meldungen bisher.

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Cannabis-Dünger wird jetzt im Gartencenter verkauft. Nachdenklich stehen wir vorm Regal. Entweder der Hype hat sich gelegt oder es gehört jetzt zum normalen Gartensortiment. Letztes Jahr um diese Zeit musste man das Zeug suchen wie Klopapier im Lockdown.

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Eine Geburtstagskarte, Konfirmationskarten und eine Trauerkarte geschrieben, hintereinander weg, wenn man einmal dran ist.

Ach komm, geh weg

Morgens ist Julikind leicht verschnupft. Am Nachmittag ist das Kind schon eindeutig krank.

Ein ruhiges Wochenende in beinahe wohnlichem Ambiente. Nur ein paar Pakete Fussboden, Leisten und ein Baustelleneimer stehen neben dem Esstisch, ansonsten sieht es normal aus – gut, die Bruchsteinwand ist immer noch ohne alles, aber da ist längst Gewöhnung eingetreten.

Mehrere Teile Flickwäsche erledigt und mich darüber gefreut, dass ich das Nähzeug aufgeräumt hatte.

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Ich bin erst leicht, dann eindeutig verschnupft, fühle mich aber gut dabei. Das ändert sich im Lauf der Nacht. So krank war ich noch nie. Jedenfalls nicht, solange ich mich erinnern kann. Zwischendurch einzelne Momente, in denen es besser geht, so dermaßen gut, ich könnte mal bis ans Vogelfutterhaus gehen, denke ich. Auf dem Weg nach draußen fällt mir auf, dass ich einen Becher voll Hundefutter in der Hand halte. Ich habe mich überschätzt.

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Der Handwerker kommt „zum Endspurt“, wie er es nennt. Nach zwei Stunden sind alle Leisten angebracht und alltagstauglich befestigt. Die Jungs stellen das Aquarium wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück. Ich stehe mehrmals am Tag nachdenklich vor dem Toaster. Gestern stand da noch das Brennholz. Der Liebste dreht sich beim Abendessen routiniert um, hält eine Scheibe Toastbrot vors Aquarium, „ääähhhmja“, sagt er. Alle nicken. Das Haus fühlt sich anders an. Wir hatten dieses Eckregal leer geräumt um unsere Teller reinstellen zu können, die stehen längst wieder in der Küche, aber was genau stand vorher hier drin? Niemand erinnert sich. Erstaunlich, wieviel entbehrlichen Kram man so einlagert.

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Der Liebste teilt das Krankenlager für drei Tage mit mir, dann ist er wieder fit. Fit im Sinne von, er geht Sonntag Nacht zum Superbowl und bleibt bis zum Ende. Julikind kommt quietschfidel vom Tanztraining, als wäre nie was gewesen. Ich halte beim Aufstehen immernoch meinen Kopf mit beiden Händen fest, damit mir nicht davonkullert. Maikind ist ein wenig verschnupft, hustet leicht und ist wenige Stunden danach so richtig krank. Irgendwann ist es schlimm genug für einen Test, mittlerweile haben wir welche vorrätig. Influenza B.

Reicht dann auch eigentlich schon für dies Jahr. Ein großes Dankeschön an alle, die geholfen haben, den Alltag aufrecht zu halten

Was man so macht

Der Virus kommt ungelegen. Drei wichtige Arzttermine liegen in dieser Woche. Solange noch zwei gesund sind, können wir uns durchwurschteln. Bis Donnerstag müssen sie noch kommen, ermuntern sich die Gesunden, danach wäre es egal, nur bis Donnerstag… Der Termin am Mittwoch klappt und es gibt gute Nachrichten. Es ist nicht eine Krankheit sondern drei verschiedene. Keine davon so schlimm, dass die Kosten für Medikamente übernommen werden. Man freut sich entsprechend, was solls. Sie gehen nach nebenan um sich etwas zu kochen, bieten an, etwas mit rüber zu bringen. Nicht nötig.

Mittwochabend haben es dann alle. Der Handwerker, der währenddessen die Küche renoviert hat völlig freie Bahn. Eine Packung Salzstangen, ein halbes Glas Apfelmus und ein paar Löffel Haferflocken, dazu einige Liter Tee – mehr wird nicht verzehrt in drei Tagen.

Arzttermine verschoben – auf Ende April. Dann ist es eben so.

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Am Abend ist der Küchenboden fertig, die Wand auch. Wir hatten Sekt gekauft, um diesen Moment gebührend zu feiern. Man könnte jetzt die Möbel wieder reinstellen, aber ohne dass es jemand laut sagt, ist allen klar. Heute nicht. Statt dessen stehen wir alle andächtig eine Weile im Raum, nicken, laufen ein bisschen hin und her, ein ungewohntes Gefühl, so auf Fussboden. Schön ist das geworden, richtig schön. Es war allerdings auch lange richtig scheiße, vorher.

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Sonntag wieder fit genug für einen kurzen Besuch bei der Omma. Sie freut sich, dass „mal jemand guckt“, wie sie es nennt, bedankt sich für mitgebrachtes Essen. Ich freue mich, dass sie sich freut, aber es ist bemerkenswert ungewöhnlich. Sie verändert sich von Woche zu Woche.

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Eine Wartezeit mit einem Besuch im Baumarkt überbrückt, dort murmelnd vor Wandpaneele gestanden, festgestellt, dass heute nicht der Tag der Entscheidung ist und statt dessen nach Falttüren gefragt. Was man so macht.

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Märzkind schickt Urlaubsbilder, Palmen, strahlender Sonnenschein, lachende Gesichter, so soll das.

Maikind zählt die Tage bis zur Zwischenprüfung, die eigentlich schon Teil der Abschlussprüfung ist.

Ich altere bei sowas.

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Der Januar lag vor uns wie ein Berg. Wir habens geschafft, bis hierher. Die dunkelste Zeit vorbei ist, Restlicht um 17.30 Uhr und ganze Tage ohne Nebel, man hatte beinahe vergessen, wie sich sowas anfühlt… Ganz vorsichtig machen wir erste Pläne für das weitere Jahr, Urlaubstage, Geburtstagsfeiern….

Sonst war nichts. Ist auch mal schön.

Willkommen in 2025

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch allen!

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Silvesterbesucher am letzten Nachmittag des Jahres. Brüderchen sieht blass aus und trägt den Arm in einer Schiene, ruhig gestellt bis fast an die Schulter. Mitleid möchte er nicht, also bekommt er auch keins. Wir tauschen Geschenke aus und haben es noch ein bisschen Restweihnachtlich. Die Freundin kommt, um einen guten Rutsch zu wünschen … und danke dass ihr die Kinder hier… da nicht für, das Konzept hat sich bewährt.

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Gegen halb elf am Silvesterabend sind wir, wenn wir ehrlich sind, zu müde für ein weiteres Denk- oder Strategiespiel und für tiefschürfende Gespräche auch. Jemand schlägt vor, Mensch ärgere dich nicht zu spielen, das würde gehen, zu sechst. Gut sogar. Als das nächste Mal jemand auf die Uhr schaut ist es schon Zeit sich anzuziehen. Das neue Jahr begrüßen wir draußen im Garten. Maikind feiert mit Freunden nebenan, sie haben das Feuerwerk schon hingestellt, die Glocken beginnen zu läuten, es kann gezündet werden. Richtig schönes Feuerwerk haben sie ausgesucht. Dann ein Schreckmoment, alle bleiben wie eingefroren stehen und lachen dann erleichert los. "Was hab ich denn da gekauft?", fragt sich jemand laut. Ein außergewöhnlich schauerliches Silvesterquietschgeräusch war das. Es ist kalt und windig. Das Feuerwerk ist schnell zu Ende, wir gehen zurück ins Haus, beantworten Neujahrswünsche und weiter gehts. Die Partie Mensch ärgere dich nicht zieht sich über Jahre, um halb zwei steht ein Sieger fest. Und erst da fällt auf, dass wir jetzt gar keinen Sekt… vielleicht zum Frühstück.

Jeder schreibt seine Wünsche für das neue Jahr und auf einen Zettel, so ist es Tradition. Die Zettel lagern in der Zeitkapsel auf dem Dachboden, bis zum nächsten Silvester. Dann wird abgerechnet. Im letzten Jahr hatte niemand Lust darauf. 2024 fehlt, aber das passt.

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Der Hund und ich sind offensichtlich die allerersten, die hier heute unterwegs sind. Eine geschlossene Schneedecke liegt auf Bürgersteig und Straße, geht nahtlos in weiß verschneiten Wald über, malerisch. Obwohl? Es ist Freitag morgen halb neun. Kurz frage ich mich, wann ich eigentlich zuletzt Nachrichten geguckt habe, ist heute Zombieakolypse angesagt?

Als ich eine Stunde später wieder komme sieht man ersten Fahrspuren, geräumt ist noch nichts – außer dem Fussweg an der Bushaltestelle natürlich, das macht der Nachbar. Wir unterhalten uns einen Moment, darüber, wie schön das alles aussieht, und das der Bus tatsächlich wieder den Berg hoch gekommen ist. Tja, ich hatte ehrlich gesagt gehofft, es würde jemand kommen, zum räumen, sage ich, aber dann muss ich wohl auch mal… was sollen die Leute denken, wenn alle Ü70 den öffentlichen Raum vor ihren Haustüren schon freigeschaufelt haben und wir nicht…. nein, doch nicht, der Liebste ist schon dabei. Glück gehabt.

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An einem Morgen die Hunderunde in kompletter Winterausstattung gegangen, Kapuze über die Mütze gezogen, und auf halber Strecke entschieden, den gleichen Weg wieder zurück zu gehen, weil das Stapfen durch tiefen Schnee doch anstrengend war – am nächsten Morgen sind es neun Grad, der Wind, der gestern eindeutig eisig war, fühlt sich frühlingshaft an. Sterbewetter.

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Ich schmücke den Weihnachtsbaum ab und trage ihn raus. Es war ein wirklich schöner Baum, dies Jahr. Weihnachtsdeko ist schnell eingesammelt und verstaut. Das war das.

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Gemeinsam räumen wir die Schränke wieder in Baustellenmodus, die halbe Küche wird rausgetragen, die andere Hälfte mit Hilfe von Wagenheber und Kanthölzern soweit höher gestellt, dass es gerade noch nutzbar ist, Wohnzimmer und Essbereich zusammengelegt. Zwei Zimmer sind leer, die anderen unpraktisch und ungemütlich eingerichtet. Ein Arzttermin wird nötig, zwei Winterreifen müssen neu, heute und irgendwo unter dem Schnee muss eine Scherbe gelegen haben, der Hund hat sich mal wieder die Pfote übelst aufgeschnitten. Willkommen 2025.

Rund um Weihnachten 2024

Am letzten Schultag hole Julikind ab und wir fahren ins Nachbarstädtchen. Das war vielleicht nicht die klügste Entscheideung, wenn wir jetzt so drüber nachdenken. Die Straßen sind voll. Wir stehen quasi im Stau. Aber ist auch egal, es ist die erste und letzte Gelegenheit und die Einkaufsliste ist noch ziemlich lang. Der Advent war zäh, dies Jahr. Dieses jetzt oder nie, es macht entscheidungsfreudig. Wir finden was wir suchen, sogar in schön und sind ehrlich gesagt überrascht. Julikind denkt laut darüber nach, ob das zum neuen Konzept werden könnte, einfach vier Tage vor Weihnachten, Sachen in zu Geschäften kaufen, dann mit Tüten durch Fussgängerzonen laufen, das hat ihr gut gefallen.

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Dann kommt der Moment, ab dem wirklich alle frei haben. Endlich.

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Es gibt garnicht so viel vorzubereiten. Der Nachmittag des heiligen Abends ist ruhig. Alle gemeinsam gehen wir zum Gottesdienst. Ich war seit Jahren nicht mehr Heilig Abend in der Kirche und wundere mich über die freien Plätze. Früher musste man zeitig da sein, die Reihen wurden nachverdichtet, bis in die hinterletzte Ecke, das scheint lange her zu sein. Zum Eingang wird die Aschenbrödel-Melodie gespielt. Die Damen lächeln sich zu, die Herren – hatten gleich das Gefühl es irgendwo schon mal gehört zu haben, dieses Stück.

Für 12 Personen ist der Tisch gedeckt. Die Gäste bringen Essen mit, es wird schnell eng auf dem Tisch. Wir rücken Gläser etwas dichter, Schüsselchen zwischen Gedecke. De Omma hatte spontan doch lieber keine Lust auf Weihnachten, es stört ihren gewohnten Ablauf. Dafür haben alle Verständnis. Ich räume ein Gedeck wieder ab und „dann haben wir ja Platz für Kartoffelsalat“, sagt jemand. In der Küche wird die erste Flasche Sekt geöffnet. Brüderchen liegt im Krankenhaus (aus Gründen der Barrierefreit verzichten wir sonst auf Alkohohlausschank). Wir sind so wenig Leute wie wahrscheinlich noch nie, aber die die da sind, genießen den exklusiven Abend, ganz ohne Pflegebedarf. Ein Hauch von Müdigkeit, gegen 23.30 Uhr, dann kommt noch jemand, wir tauschen Geschenke aus, und, wenn wir jetzt alle noch wach sind, gehen wir nach draußen, um dem mitternächtlichen Glockengeläut zu lauschen, bei dem es sich im Grunde um ein Trinkspiel handelt. Es muss manuell, oben im Glockenturm geläutet werden, bis eine bestimmte Menge an Schnaps pro Person getrunken wurde, von jungen Menschen natürlich, die anschließend noch halbwegs heil die Leitern wieder runter kommen.

Mein erster Heilig Abend ohne Großeltern. Ein Meilenstein. Also, die Omas leben noch, waren halt nur nicht dabei.

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Der erste Feiertag wird bei Schwiegermutter gefeiert, in bombastischen Weihnachtsambiente. Schon in der Diele steht mehr Weihnachtsdeko als bei uns im ganzen Haus. Alle sind gekommen, es braucht zwei Tische, mittlerweile. Zu sechst sitzen wir schweigend am „Kindertisch“ im Wohnbereich. Der Schwippschwager steht auf und dreht die panflötenuntermalte Chormusik leiser. Besser. Ganz allmählich kommt ein Gespräch in Gang. Irgendwann ist die CD durchgelaufen und es wird still im Raum. So ist gut, sind wir uns einig, aber, wenn hier keine Musik läuft, das fällt bestimmt bald auf und dann kommt womöglich jemand und drückt wieder auf play. Schwippschwager und Nichte sichten das CD Sortiment. Es gibt zahlreiche Variationen des eben gehörten… und eine CD mit Vogelstimmen, die nehmen wir, unterhalten uns über Vogelarten und was man so erkennt….und fragen uns, wann das wohl auffällt und wem.

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Der zweite Feiertag versinkt in dichtestem Nebel, die andere Straßenseite ist nur schemenhaft zu sehen. Egal. Wir sind alle übersozialisiert und verbringen den Tag in Jogginghosen vor Bildschirmen sitzend, ernähren uns von Resten.

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Bemerknisse : Auffallend große Zufriedenheit mit Geschenken, dies Jahr. Es gab gewünschtes und gute Überraschungen. Ungewöhnlich wenig Süßigkeiten gab es, das fällt aber tatsächlich erst zwei Tage später auf. Macht garnichts, ist nur seltsam die Schnuckeschublade nach Weihnachten so leer zu sehen. Wenn jeder nur eine Sache zu Essen vorbereiten muss, wird alles mit Liebe gemacht – und das merkt man. Gutes Konzept. Der mittlere Neffe hat zum ersten Mal jemanden, der nicht zu seiner Kernfamilie gehört direkt angesprochen. Ein Meilenstein. Vielleicht gibt es eine Geschichte dazu, man weiß es nicht. Die Krippenfiguren passen dermaßen gut in die Wand, dass wir einen Moment überlegen, ob wir dafür nicht eine Lücke in der Trockenbauwand einplanen sollten.

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Ein Kaffeetrinken bei der Omma. Sie wirkt sortiert und zufrieden. Wir führen über anderthalb Stunden ein halbwegs fortlaufendes Gespräch, beobachten Vögel am Futterhaus, essen Kuchen. Weihnachtlicher braucht es garnicht werden.

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Spontanes Treffen zur Geschenkübergabe beim Patenkind. Memory, Mähdrescher und Monstertruck gespielt, andächtig drei Seiten Zeitung geschreddert. Der Liebste und ich fahren mit einem leicht nostalgischen Gefühl nach Hause.

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Feuerwerkseinkauf mit Maikind. Er zahlt die gescannten Waren an der Selbstbedienungskasse, ich das Feuerwerk an einer, wo schon jemand sitzt, der meine Volljährigkeit feststellen kann. Wir sind zeitgleich fertig.

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Der Liebste wollte das kalte Wetter für die Winterbehandlung der Bienen nutzen und ist früher wieder da, als gedacht. Am vorletzten Tag zeigt dieses Jahr uns nochmal den Mittelfinger.

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Jetzt noch ein bisschen putzen und aufräumen, Gästebettwäsche rauskramen und Buffet richten für Silvester. Das neue Jahr darf gerne gut werden.

Aschenbrödel und Nikolaus

Man nimmt den Topf mit Kartoffeln vom Herd, geht zwei Schritte und schüttet das heiße Wasser einfach ins Spülbecken ab. Es ist toll. Ich freue mich heute zum zehnten mal, oder so darüber. Ein Spülbecken mit Wasseranschluss in der Küche ist so dermaßen praktisch. Nach dem Abendbrot räumen wir feierlich die Spülmaschine ein, drücken den Knopf und lauschen einen Moment andächtig ihrem Arbeitsgeräusch. Man müsste sich eigentlich albern vorkommen dabei. Tun wir aber nicht, kein bisschen. Die Arbeitsplatte ist auch wieder da. Man kann in der Küche stehend Dinge zubereiten, das vereinfacht die Arbeitsabläufe, es kocht sich wie von selber, also fast. Man hatte sich tatsächlich schon gewöhnt, an die provisorische Lagerung von Dosen, Tellern und Kleinteilen und zieht ständig die falschen Schubladen. Bisschen fusskalt ist es, so direkt auf dem Estrich aber irgendwas ist ja immer.

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So, da nun klar ist, in welchem Zustand sich der Hauptraum an Heilig Abend befinden wird, können wir anfangen, über Details nachzudenken. Wo soll denn der Baum stehen, dieses Jahr? Wo die Leute sitzen? Wir überlegen, zählen Namen an Fingern ab, diskutieren Eventualitäten und sich daraus ergebende Gehwege. Wahrscheinlich sind wir nur zu zwölft. Die Möbel können genau so stehen bleiben, eine zusätzliche Tischplatte rein, ein paar Stühle vom Dachboden und fertig. „Nur zwölf?“, der Neue schmunzelt ein bisschen, sie feiern zu dritt, sagt er.

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„Wo sind wir eigentlich?“, fragt Julikind auf dem Heimweg. „Irgendwo zwischen dem Nachbarort und zu Hause, aber so ganz genau weiß ich es ehrlich gesagt auch nicht“. Es geht nur langsam voran. Wenn man an einem Leuchtpfosten vorbei fährt kann man gerade so die Reflektoren des nächsten Pfostens erkennen und wirklich nur die. Wir unterhalten uns darüber, was Leute von woanders so meinen, wenn sie „Nebel“ sagen, sowas wie hier kennen die garnicht.

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Die Musik aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, gespielt vom Orchester, der Film läuft darüber auf Leinwand mit. Die Karten hatten wir bereits im Sommer gekauft. Ich war ehrlich gesagt skeptisch und daher auch nur mäßig aufgeregt, vorher. Aber, zu meiner Überraschung war das wirklich schön. Die Oper war beinahe ausverkauft, die Stimmung kulturell, kein merchandise, keine Plastikbecher. Eine interessante Mischung von Leuten im Weihnachtspulli bis hin zu russischen Damen in Abendgarderobe. Das Orchester war wirklich beeindruckend. Die Zugfahrt zurück auch, denn da war gerade ein Fussballspiel zu Ende gegangen. Es gab an dem Tag keinen extra Zug für die Fans, und der reguläre hatte laut Anzeige leider heute einen Waggon weniger als üblich. Frankfurt hat auffallend freundliche Fans. Aber, wie viele Leute wirklich in einen Zug reinpassen, das stellt man sich nicht vor, als Landei. Am Abend fühlt es sich so an, als wäre es eine ganze Reise gewesen.

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Uhhh ha, da war doch was. Am späten Abend des 5. Dezember schleicht der Nikolaus noch mal über den Flur und befüllt Stiefel. Die Kinder wundern sich am Morgen. Alle drei hatten es total vergessen. Ein Meilenstein. Da könnte der Nikolaus ja vielleicht in Rente gehen? Neee, neeee, neee, das nun nicht, sie waren einfach zu busy, sagen die Blagen.

Zwei kleine Nikoläuse kamen am späten Nachmittag zum Süßigkeiten einsammeln. Vielleicht fällt diese Tradition Halloween zum Opfer oder es liegt daran, dass der Bär jetzt früher rum geht. Der war gut gewickelt und hat so gebrüllt – „ein bisschen gruselt es immernoch“, sagt Julikind und fragt dann interessiert, wer denn drin steckt (im aus Strohschlangen massgewickelten Kostüm)

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Der Parkplatz, den wir als Haltestelle einer wöchentlichen Elterntaxifahrt nutzen wurde zum Großteil gesperrt, man baut eine Eisbahn auf mit Würstchenbuden und so. Eigentlich wollte ich die Wartezeit für Besorgungen in der Fussgängerzone nutzen, tja, dann nicht, Weiterfahrt zum Baumarkt mit Parkplatz.

Äh, hä? Einen Moment lang stehe ich leicht verwirrt vor dieser Drogeriemarkt-Produktinsel. Wo letzte Woche noch Nougatmandeln und Lebkuchen standen sind jetzt Konfettikanonen und Glücksschweinchen aufgebaut. Man möge sich mit Sylvesterkitsch eindecken – am Freitag vor dem zweiten Advent.

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Nach drei Tagen bei windigen 4°C und Regen von allen Seiten, fühlt sich eine Hunderunde bei 4°C ohne Wind und Regen unter blauem Himmel an wie Frühlingserwachen.