Ostern und verschiedenes

Der Hund hat nicht geheult, heute morgen um halb sechs, ist nicht abgehauen beim Spaziergang, hat was gefressen und gerade sehe ich ihn zum ersten mal seit drei Tagen schlafen. Herrlich. Meine Nerven hätten auch keinen einzigen Tag länger gereicht. Genaugenommen hatte ich schon nach Tierarztpraxen gesucht, die Kastrationen durchführt.

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Eine Mutterkollegin und eine Freundin des Julikinds bringen Blumen, Schokolade und herzlichen Dank fürs Mitnehmen zur Konfirmandenstunde. Wow, ich freue mich. Dann aus dem Nichts ein ehrliches Gespräch unter mehrfach-Müttern. Wir sind ein bisschen froh, dass es unsere letzten Konfirmationen sind.

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Saharastaub in der Luft lässt mich an meiner Unsterblichkeit zweifeln. Alles geht, wenn überhaupt nur langsam. Der Rest der Menschheit atmet, ohne irgendeinen Unterschied zu bemerken. Tja. Schöner rosa Sonnenuntergang aber, dass muss man sagen.

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Zum Osterfeuer gehen wir alle zusammen, kommen aber zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause.

Eigentlich habe sie ja nur bis zwei Uhr wach sein wollen sagt Julikind beim Frühstück, „aber dann…und ich schwöre, das ist wirklich passiert, hat der Zeiger der Uhr sich auf einmal von selber bewegt und es war drei“. Alle anderen nicken, Zeitumstellung, war angesagt. Diese Stunde Schlaf wird der kleinen Eule in jeder einzelnen Nacht fehlen bis Oktober oder so. Alle Jahre wieder.

Eier wurden gefärbt, versteckt, gesucht, gefunden – sogar eins mehr als gedacht, kurzer check, aber ja, sind tatsächlich alle von diesem Jahr, da hatte der Hase sich wohl verzählt. Eierwerfen fand im Rahmen eines Geburtstags-Osterkaffee-Spaziergangs in großer Runde statt. Es ist tatsächlich nur eins kaputt gegangen und das wurde mit der Hundeball-Schleuder geworfen. Dann ein Jogginghosen und Sofa Feiertag, leicht verkatert von soviel Verwandten-Präsenz, aber es war ein schönes Ostern mal so ganz ohne Corona.

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Ein seltsamer Drei-Tages-Schnupfen zieht seine Runde durchs Haus, wie immer erwischt es drei von fünf, diesmal hatte ich Glück.

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Die Leute reisen wieder, aber sowas von. Im alljährlichen Reisepostkarten-ersetzende-Statusmeldungen-Bingo, dass nur in meinem Kopf stattfindet, konnte ich schon die Felder für „diese Luftfeuchtigkeit, gehste kaputt bei“ , „Schriftzüge am Strand von Fuerteventura“, „diese Hitze, gehste kaputt bei“ und „die Schaukel am Strand der Malediven“, abhaken. Es ist gerade mal März. Direkt am 2. April sitzen morgens um halb neun schon leicht zerknitterte Trekkingtouristen mit erkennbar neuer Ausrüstung im Bushäuschen. Saisonstart. Als würde man vom Ikearestaurant aus zusehen, wie Leute ihre Autos beladen, ich finds toll.

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Normalerweise drängelt der Hund um diese Zeit längst zum Spaziergang. Heute gräbt er die Nase in seine Decke und tut so als würde er schlafen. Das liegt nicht nur an der Zeitumstellung. Der Regen klopft sacht ans Fenster, die Welt draußen ist im Nebel versunken, man hört den Wind im Kamin und das Thermometer zeigt 7°C. Schnauze voll, da könnte gerne mal ein bisschen Frühling kommen.

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