Zweite Juniwoche

Der Bundespräsident dankt Eltern und Kindern (Weltkindertag) für ihr Engagement bei der Bewältigung der Krise. Es war nicht leicht,wir mussten auf vieles verzichten und haben es so toll gemacht. Respekt.

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Dienstag morgen kommt Marianne aus dem Nachbarhaus ans Bäckerauto.

„Wie geht’s euch, ist alles gut?“

„Danke, alles immernoch ein bisschen chaotisch, aber wir sind fröhlich und gesund. Und bei euch?“

„Das ist ja schön, jo, bei uns ist alles gut, aber wieso denn chaotisch? „

„Ich sortiere immernoch jeden Tag neu, wer wann wie Schule hat und welche Aufgaben erledigt werden sollen. Wir freuen uns alle auf die Sommerferien, langsam reicht es. „

„Ach, ich dachte, es wäre alles wieder normal.“

Marianne ist ü70, hat erwachsene Kinder, die alle weiter weg wohnen und soweit ich weiß, keine Enkel. Für sie hat sich nichts geändert und sie ist ehrlich erstaunt.

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Für mich ist das, was alle „das neue Normal“ nennen ein „schon immer so“. Der Liebste hatte gerade die dritte Schichtplanänderung dieses Jahr, Unterricht ist auch vor Corona schon häufiger ausgefallen, Großeltern sind bei uns aus verschiedenen Gründen in den Alltag nicht einkalkuliert. Neu ist für mich nur der Respekt, den man auf einmal dafür bekommt, den Laden am laufen zu halten.

Dreihundert Euro pro Kind sollen Familien bekommen. Natürlich nicht auf einmal, wir sollen ja nichts sparen, sondern konsumieren. Anscheind gehören die care-Arbeiten doch irgendwie zum Wirtschaftssystem dazu, wer hätte das gedacht?

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Der Hund hat Pubertät. Entweder er schläft oder macht Blödsinn. Es ist ein bisschen anstrengend.

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Morgens um kurz vor sieben kreischt eine Elster im Baum vor dem Schlafzimmerfenster, untermalt vom Kettenqietschen eines Harvesters, der sich auf den Weg macht, dahin, wo vor kurzem noch Wald war. Landlust.

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Der Wald wird gefühlt jede Woche weniger.

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Wenn man Freunde hat, braucht man Geschwister hauptsächlich zum zanken. Zwei Kinder keifen sich an, eins sitzt augenrollend daneben, in jeder möglichen Kombination, ohne erkennbaren Grund. Wahrscheinlich ein gutes Zeichen, aber es nervt ein bisschen.

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Ich habe Honig abgefüllt. Es gab schon eine Warteliste und die halbe Ernte hat das Haus direkt verlassen. Das ist schön.

Wir hoffen auf eine zweite Ernte.

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Das Maikind war auf einer Übernachtungsparty. Welch ein Aufwand betrieben wurde und welche Überredungkünste nötig waren, damit alle vier das dürfen, kann man nur ahnen. Ich hatte es erlaubt, ohne groß drüber nachzudenken. Das da vielleicht noch irgendwelche Besonderheiten gelten könnten, ist mir erst eingefallen, als er fröhlich grinsend ging, mit den Worten, wenn er jetzt darf, erlauben das die anderen bestimmt auch.

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Der, der hier schon zweimal über den Flur geschlichen ist, kommt dann wohl ab jetzt offiziell öfter, wurde uns mitgeteilt.

Das hatte ich mir eh schon gedacht. Der Liebste wohl auch, aber, ach… seine Kumpels ziehen ihn schon länger auf damit, dass er da wohl wird aufpassen müssen, es gab reichlich Tipps zur Besucherabwehr. Der Liebste hatte Pläne, und jetzt das.

„Der Junge macht ja n ganz vernünftigen Eindruck“, murmelt er.

„Samma, hast du das gerade wirklich gesagt?“

Ich lach mich kaputt, nur innerlich natürlich, ganz dünnes Eis.

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Gleichungen nach x auflösen kommt einem total einfach vor, wenn man vorher was Pythagoras macht.

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Ich freue mich auf die Bücherabgabe, dieses Jahr. Wie das Haus wohl ohne diese Stapel aussehen wird?

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Das Auto kommt den Berg schlecht hoch und die Kontrolllampe des Abgasentgiftungssystems leuchtet. Vermutlich müssen auch die Bremsen mal neu, und zwei Reifen kommen so nicht mehr durch den TÜV. Die Werkstatt meldet sich morgen, ich tippe mal, es wird irgendwas um 895 Euro kosten.

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